Leigh / Wilson | NOX Band 6 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 320 Seiten

Reihe: NOX Paranormal Love

Leigh / Wilson NOX Band 6


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2910-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 6, 320 Seiten

Reihe: NOX Paranormal Love

ISBN: 978-3-7515-2910-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



HALLOWEEN - SEX ZUR GEISTERSTUNDE von JO LEIGH

Halloween-Urlaub mit Gänsehaut - Erotik inklusive! An Geister glaubt Comic-Autorin Carrie nicht, eigentlich begleitet sie auch nur ihre Freundin. Aber dann ist da Sam, der sexy Besitzer des Gruselhotels, der sie einhüllt in die unfassbar aufregende Dunkelheit der Nacht ...

NUR DU WEISST, WOVON ICH TRÄUME von MARY ANNE WILSON

Schutzengel Angelina hat es geschafft. Endlich ist Melanie mit Mr. Perfect zusammen! Aber jetzt behauptet der himmlische Boss, dass ein Irrtum vorliegt: Melanie ist nicht für Mr. Perfect, sondern für dessen unbezähmbaren Bruder bestimmt. Der Schutzengel steht vor einer Herausforderung ...



Seit Jo Leigh 1975 bei der großen Filmgesellschaft 20-Century-Fox als Lektorin in der Abteilung für Comedys einstieg, ist sie im Filmgeschäft zu Hause. Sie war für die Mediengesellschaften CBS, NBC und verschiedene andere große Produktionsfirmen tätig, wobei sie zunehmend Drehbücher konzeptionierte und bearbeitete. Kein Wunder, dass bei so viel Sachkenntnis bereits die erste Romance, die sie 1994 verfasste, gleich drei Preise erhielt! Seitdem hat sie weitere, sehr erfolgreiche Romane verfasst. Zudem vermittelt sie in zweitätigen Workshops die grundlegenden Kenntnisse über Drehbücher und tritt oft als Sprecherin bei Autoren-Konferenzen zum Thema Schreiben auf. Jo Leigh lebt mit ihren drei Katzen Zeke, Coco und Molly in Nevada.

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1. KAPITEL


Schon wieder stieß dieser Kerl mit seinem Ellbogen gegen ihre Brust. Carrie hatte keine Ahnung, ob das Absicht war oder nicht. Wahrscheinlich nicht. Denn der Shuttlebus, der sie vom Flughafen in Denver zum Crider Inn bringen sollte, war so voll, dass sie noch nicht einmal einen Sitzplatz neben Erin bekommen hatte. Eigentlich durfte sie sich nicht beklagen. Immerhin wurde sie auf der einen Seite nur gegen die Gepäckablage gequetscht, während ihre Freundin zwischen zwei Horrorgestalten eingekeilt saß. Der Typ rechts, so um die 30, hatte eine unmögliche Vokuhila-Frisur und schob ständig mit dem Mittelfinger seine Brille hoch – es sah aus, als ob er allen den Stinkefinger zeigte. Auf der linken Seite ein etwas jüngerer Mann, der gar nicht mal so übel gewesen wäre, wenn er nicht alle zwei Sekunden laut und vernehmlich geschnieft hätte.

Carrie fing den Blick ihrer Freundin auf und starrte finster zurück. Erin lächelte so heiter, als wäre dies die schönste Busfahrt ihres Lebens. Vielleicht war sie das – für Erin. Denn alle hier, außer ihr selbst und dem Busfahrer, sprachen über Geister. Geister!

Leise seufzend gestand Carrie sich ein, dass Erin ihr nicht die Pistole auf die Brust gesetzt und sie gezwungen hatte mitzufahren. Vollkommen freiwillig hatte sie über 1000 Dollar bezahlt, um an diesem Spektakel teilzunehmen: eine Woche Geisterjagd. Nie hätte sie sich dazu überreden lassen, wenn es nicht ihr letzter gemeinsamer Urlaub gewesen wäre. Danach würde Erin von Los Angeles nach New York ziehen und dort ihre neue Karriere als Architektin beginnen.

Sie hatten beide in Louisville studiert und waren immer gemeinsam in den Urlaub gefahren. Im vergangenen Jahr hatten sie zusammen den Bryce Canyon erkundet. Das war ihr großer Traum, und Erin hatte klaglos mitgemacht, obwohl sie Camping hasste. Dafür durfte sie das nächste Urlaubsziel bestimmen: eben diese Geisterjagd. Ohne auf ihren Protest zu hören, hatte Erin bei „Fantasy Escapes“ gebucht und ihr empfohlen, den Urlaub als einwöchige Forschungsreise zu betrachten. Schließlich sei sie als Cartoonistin immer auf der Jagd nach angesagten Trends, über die sie sich lustig machen könne. Und wenn ihr eine Geisterjagd nicht jede Menge neuer Ideen liefere, könne sie ihren Job gleich an den Nagel hängen. Außerdem hatten sie mit dieser Fahrt ihre gemeinsame Freundin Marnie glücklich gemacht, die ihr Reisebüro gerade erst eröffnet hatte.

„Also, ich schlief ganz fest. Ich meine, ich war wie ausgeknipst. Nichts hätte mich wecken können, nicht nach diesem verdammt harten Arbeitstag. Aber dann hörte ich dieses Kreischen. Es war laut. So laut wie – ich weiß nicht …“

Carrie zuckte zusammen und hielt sich die Ohren zu, als der Kerl mit dem Ellbogen-Problem sich die Lunge aus dem Leib schrie. Ein spitzer, hoher Schrei, irgendwie unheimlich. Viel gruseliger als jede Geistererscheinung.

„So, ja, genau so“, stellte der Mann zufrieden fest.

Ein Wunder, dass bei seiner Darbietung nicht sämtliche Fensterscheiben zersprungen waren. Erstaunlicherweise war der Bus nicht von der Spur abgekommen – der Fahrer war noch nicht einmal zusammengezuckt. Wahrscheinlich ist man an merkwürdige Schreie gewöhnt, wenn man für Amerikas Spukhotel Nr.1 arbeitet, vermutete Carrie.

„Das Irre ist, dass die Leute im Wohnzimmer, nur drei Meter weiter, nichts gehört haben. Aber ich hatte mein EMF-Messgerät unter dem Kopfkissen, und das Ding ist völlig ausgeflippt. Wirklich. Voll im roten Bereich. Kein Quatsch!“

Erin hatte ihr eine Liste mit den gängigen Begriffen für die Geisterjagd gegeben. Viel zu lang, um sie auswendig zu lernen, aber sie wusste, dass die Abkürzung EMF „elektromagnetisches Feld“ bedeutete.

Bis dahin hatte Carrie überhaupt keine Ahnung gehabt, dass man für die Geisterjagd so viel Ausrüstung brauchte: EMF-Messgeräte, ultraempfindliche Thermometer, Nachtsicht-Brillen und -Kameras und noch eine Menge anderen Kram. Erin hatte etliche Teile eingepackt. Dafür hatte Carrie nicht nur ihren Laptop mitgenommen, sondern auch ihren Scanner, diverse Dateien und ihre Zeichenutensilien.

Carrie betrachtete ihre Mitreisenden und wünschte, sie wäre eine von ihnen. Jemand, der an Geister und Erscheinungen glaubte. Denn anscheinend bedeutete es diesen Leuten sehr viel mehr als nur Spannung und Nervenkitzel. Zum Beispiel Erin. Irgendetwas an ihrem Glauben an Geister wirkte beruhigend auf sie. Es machte ihre Welt leichter verständlich. Wissenschaftliche Beweise gab es nicht – trotzdem zweifelte Erin keinen Augenblick an der Existenz des Übernatürlichen. Im Gegensatz zu ihr selbst.

Ob Gespenster, Aliens, Verschwörungstheorien oder satanische Botschaften in Rocksongs: Die Menschen suchten immer nach Erklärungen, nach einem tieferen Sinn.

Schon immer hatten sie irgendwelche Geister beschworen. Ein harmloses Vergnügen, auch wenn Carrie es für unsinnig hielt. Fast eine Woche lang unter diesen Gespenster-Experten zu leben, würde ziemlich anstrengend sein. Denn nie würde sie begreifen: Wieso hielten diese Leute so unbeirrbar an ihrem Glauben an das Übernatürliche fest? Jahrelang hatte man versucht, die Existenz dieser Wesen zu beweisen. Ein ganzer Industriezweig hatte sich daraus entwickelt. Trotzdem war es nie jemandem gelungen, eine solche Erscheinung eindeutig zu dokumentieren – aber selbst das brachte die Geisterjäger nicht von ihrer Überzeugung ab.

Gegenüber Erins Freunden behielt sie ihre Meinung für sich, obwohl es ihr manchmal schwerfiel. Wenn intelligente, gebildete Leute ihre persönlichen übersinnlichen Erlebnisse schilderten, musste sie sich zusammenreißen, um nicht die Augen zu verdrehen. Ob sie nach der kommenden Woche weiterhin die ruhige Beobachterin spielen konnte, war allerdings fraglich.

Ein Blick aus dem Busfenster auf die traumhaft schöne Landschaft von Colorado brachte sie auf andere Gedanken. Sie würde die kommenden Tage überwiegend mit ihrer Freundin verbringen. Bloß nicht daran denken, dass Erin schon bald Los Angeles verlassen würde …

In den nächsten zehn Minuten würde noch eine Busladung Geisterjäger ankommen. Sam Crider, der gegenwärtige Besitzer des „Crider Inn“, hielt sich bereit. In dieser Halloween-Woche fand die größte Versammlung von Spuk-Besessenen statt, seit er das Hotel übernommen hatte. Bei der Dekoration hatte er sich viel Mühe gegeben. Eine gespenstische Atmosphäre zu schaffen, gelang ihm mühelos. Es war sozusagen eine alte Familientradition, seitdem das „Alte Hotel“ nach einem Feuer mysteriösen Ursprungs zwar nicht mehr bewohnbar war, aber auch nicht abgerissen wurde.

Sam war begeistert über das wiederbelebte Interesse an Geisterjagden – und den entsprechenden TV-Shows, die über diesen „Sport“ gar nicht genug berichten konnten. All diese übersinnlichen Legenden über den Crider-Besitz füllten seine Kasse und steigerten den Wert des Grundstückes. Zwei Unternehmen überboten sich gegenseitig. Das eine war vor allem an dem Spuk-Hotel interessiert, das andere nur an dem dazugehörigen Land. Was letztlich daraus wurde, war Sam herzlich egal – er würde an den Meistbietenden verkaufen.

Die Verhandlungen waren in aller Stille verlaufen. Niemand ahnte, dass er den Besitz so schnell wie möglich loswerden wollte. Denn bisher war es immer ein Crider gewesen, dem das Land gehörte und der das Hotel führte. Doch er wollte wieder in sein eigenes Leben zurückkehren.

Sein Vater war gestorben, während er gerade seinen fünften Dokumentarfilm drehte. Zehn Monate war das jetzt her, und er vermisste den alten Herrn. Sie hatten sich sehr nahe gestanden, seitdem Sam mit dreizehn seine Mutter verlor. Doch die Liebe zum Hotel und den Wunsch, die Familientradition fortzusetzen, hatte sein Vater ihm nicht vermitteln können.

Wenn er das Hotel verkaufte, könnte er weiterhin Filme drehen – ohne die Einschränkungen eines viel zu knappen Budgets. Endlich könnte er zu jedem Ort reisen, den das Drehbuch vorschrieb, und so lange bleiben, wie er wollte.

Aber vorher musste er sich eine Woche lang ganz auf Gespenster einstellen. Nicht nur für die Hotelgäste, sondern auch, um die möglichen Käufer zu beeindrucken. Denn die würden alles genau unter die Lupe nehmen, bevor sie ihre Angebote machten. Die Vertreter der zwei Firmen hatte er gemeinsam eingeladen. Das war zwar nicht üblich, doch Sam hatte keine Lust, die Tour zweimal zu machen. Inzwischen kamen ihm allerdings Zweifel. Wenn nach dem Rundgang nun beide Interessenten abspringen würden …

Er hatte sichergestellt, dass die beiden potenziellen Käufer gewillt waren, das Stammpersonal zu übernehmen. Also musste er sich in dieser Hinsicht nicht schuldig fühlen. Selbst für seine Tante Grace hatte er in Denver eine wunderschöne Wohnung in einer Seniorenresidenz gefunden. Denn wenn es ein Haar in der Suppe gab, so war es Tante Grace. Seit vielen Jahren bewohnte sie das Apartment, in dem früher seine Eltern gelebt hatten.

Aber langsam kam sie in die Jahre, und dieser Ort war viel zu abgelegen, meilenweit entfernt von jeder medizinischen Versorgung. Was er tat, war völlig richtig. Für ihn selbst, für die Angestellten und für Tante Grace. Sam hatte sie für einige Wochen zu ihrer Freundin nach Miami geschickt, und dort genoss sie die Wärme. Hoffentlich würde sie später wenigstens halb so begeistert nach Denver umziehen …

Sam hörte, wie die Tür hinter ihm aufging. Seine alte Freundin Jody Reading brachte ihm Kaffee und etwas, das verdächtig nach...



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