Leese | Maos langer Schatten | Buch | 978-3-406-75545-3 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 606 Seiten, Format (B × H): 152 mm x 223 mm, Gewicht: 830 g

Leese

Maos langer Schatten

Chinas Umgang mit der Vergangenheit
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-406-75545-3
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG

Chinas Umgang mit der Vergangenheit

Buch, Deutsch, 606 Seiten, Format (B × H): 152 mm x 223 mm, Gewicht: 830 g

ISBN: 978-3-406-75545-3
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG


Wie kann sich eine Diktatur mit dem Erbe von Unrecht und Staatsverbrechen auseinandersetzen, die unter ihrer Herrschaft begangen wurden? Mit dieser Frage sah sich die Kommunistische Partei Chinas nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 konfrontiert. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Dokumente entwirft der Freiburger Sinologe Daniel Leese ein breit angelegtes Panorama der chinesischen Politik und Gesellschaft in der kritischen Umbruchphase zwischen 1976 und 1987.

Die Massenkampagnen des «Großen Vorsitzenden» Mao Zedong hatten horrende Opferzahlen gefordert und die Volksrepublik China an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Unter seinen Nachfolgern begann die Kommunistische Partei ein großangelegtes Experiment historischer Krisenbewältigung. Millionen politisch Verfolgte wurden rehabilitiert, Entschädigungszahlungen geleistet und Täter vor Gericht gestellt, allen voran die «Viererbande» um Maos Frau Jiang Qing. Das Ziel bestand darin, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und alle Energien auf die wirtschaftliche Reformpolitik zu lenken. Aber die Schatten der Vergangenheit ließen sich nicht so einfach bannen. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Quellen von vormals geheimen Reden der Parteiführung bis zu Petitionsschreiben einfacher Bürger zeichnet Daniel Leese ein hochdifferenziertes Bild der Dekade nach Mao Zedongs Tod. Die Auswirkungen dieses Ringens um historische Gerechtigkeit sind in der chinesischen Politik und Gesellschaft bis heute spürbar.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog: Zwischen Revolution und Reform

Politischer Kurswechsel

Historisches Unrecht und Übergangsjustiz

Aufbau und Quellen

1. Revolution und historische Gerechtigkeit

Schatten der Vergangenheit

Verteilungsgerechtigkeit und Landreform

Gefühlspolitik oder Gehirnwäsche?

Die Dialektik des Terrors

Der Umgang mit den städtischen Eliten

Historische Gerechtigkeit und außenpolitische Staatsräson

2. Recht und Politik

Recht und Revolution in der Sowjetunion

Justiz im Kaiserreich und in der Republik China

Revolutionäre Justizarbeiter

Kampagnenjustiz und Hinrichtungsquoten

Ein kommunistischer Doppelstaat?

Folgsame Werkzeuge der Partei

3. Klassenjustiz und Staatsverbrechen

Die Kulturrevolution

Justiz und Rechtsprechungspraxis

Massengewalt in der Kulturrevolution

Massentötungen im Südwesten

Institutionalisierter Terror

Unklare Fronten

Täter- und Opferkategorien im Wandel

4. Das politische Vermächtnis Mao Zedongs

Gespaltene Gesellschaft, zerrüttete Politik

Konsolidierung als politisches Programm

Trauer auf dem Tiananmen-Platz

Der Sturz der Viererbande

Organisatorische Neuausrichtung

Historische Gerechtigkeit als Massenkampagne

Wahrheit, Praxis und Machtpolitik

5. Ordnung aus dem Chaos schaffen

Dimensionen und Verfahren

Rehabilitierung als Gnadenakt oder revolutionäre Ermächtigung

Kaderpolitik und Aktengebirge

Wiederbelebung der Einheitsfront

Der Umgang mit historischen Klassenfeinden

Deportationen und Zwangsumsiedlungen

Das schwierige Erbe der Nationalitätenpolitik

6. Die Revision ungerechter, falscher und fehlerhafter Fälle

Politische Bilanz im Sicherheitsapparat

Modellfälle in der Justiz

Was ist Konterrevolution?

Kulturrevolutionäre Tatbestände

Rechtsbewusstsein und die Demokratiemauer-Bewegung

Die Theoriekonferenz des Jahres 1979

Die Justiz und das Erbe der Kulturrevolution

Die Grenzen sozialistischer Gesetzlichkeit

7. Shanhou: Autoritäre Krisenbewältigung

Petitionen und Herrschaftslegitimation

Restitutionsforderungen und die Frage sozialistischer Eigentumsrechte

Gehälter, Pensionen und die Kritik des bürgerlichen Rechts

Soziale Fürsorge im Dienst politischer Stabilität

8. Fehler und Verbrechen

Prozessvorbereitungen

Die Kulturrevolution vor Gericht

Eine neue Perspektive auf die Vergangenheit

Die Herstellung eines Elitenkonsenses

Geschichtspolitik im Dienst der Machtpolitik

Die Suche nach Tätern jenseits der Parteizentrale

Die 'drei Typen Menschen'

Am Scheideweg

Epilog: Die Illusion eines historischen Schlussstrichs

Die 'Lösung' eines historischen Problems

Ein Echo aus der Tiefe der Zeit

Ein doppelter Schatten

Anhang

Kurzbiographien wichtiger Akteure

Übersicht wichtiger Ereignisse, 1976–1989

Danksagung

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Register


Leese, Daniel
Daniel Leese lehrt Sinologie mit dem Schwerpunkt "Geschichte und Politik des Modernen China" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Daniel Leese lehrt Sinologie mit dem Schwerpunkt "Geschichte und Politik des Modernen China" an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.



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