Leerheit macht Spass! | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 180 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 200 mm

Reihe: Neue Philosophie

Leerheit macht Spass!

Buddhistische Philosophie für jene, die gern lachen
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-8438-0728-9
Verlag: marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Buddhistische Philosophie für jene, die gern lachen

E-Book, Deutsch, Band 3, 180 Seiten, Format (B × H): 125 mm x 200 mm

Reihe: Neue Philosophie

ISBN: 978-3-8438-0728-9
Verlag: marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Werk ist eine Art Handbuch für gesunde Lebenseinstellung in Form einer populären und leichten Einführung in die fortgeschrittene buddhistische Philosophie der Leerheit. Unter Verwendung zahlreicher Beispiele (und Witze) aus dem Alltagsleben werden komplexe Themen auf eingängige Weise verdeutlicht. Es soll gezeigt werden, wie sich mit der buddhistischen Philosophie als Grundlage anhaltendes Lebensglück realisieren lässt. Die Absicht dieser Philosophie besteht darin, eine authentische Erfahrung von innerer Freude in jedem Moment des Alltags entstehen zu lassen. Dabei ist Leerheit die notwendige Bedingung für Freiheit, und die buddhistische Philosophie der Leerheit wird somit zu einem praktischen Weg, auf dem sich die Bedingungen für ein unbeschwertes Leben und Freisein eröffnen. Die entstehende Leichtigkeit wird wiederum mit anderen geteilt. Das Buch ist eine buddhistische Anleitung für jene, die sich vorstellen können, wie befreiend es doch sein müsste, zu verstehen, wie Bewusstsein und Welt zusammenarbeiten. Ein Buch für Menschen, die der Ansicht sind, dass die wahre Quelle des Glücks aus der Freiheit und Unabhängigkeit des Geistes entspringt.

Artur Przybys?awski hält den Lehrstuhl für vergleichende Gesellschaftsstudien an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Habilitation in buddhistischer Philosophie. Er ist Stipendiat der Polnischen Stiftung für Wissenschaft und Übersetzer für Englisch und Tibetisch. Für seine Arbeit wurde er vom Polnischen Übersetzerverband ausgezeichnet. Interessensgebiete: Buddhistische Erkenntnistheorie, tibetische Shentong-Philosophie, tibetische Literatur und Kultur, griechische Philosophie. Zusammenarbeit mit dem Karmapa International Buddhist Institute in Delhi und dem International Institute of Tibetan and Asian Studies in Malaga. Reiseleiter in Indien und Nepal.
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Weitere Infos & Material


Vorwort zur deutschen Ausgabe; Vorwort zur Originalausgabe; 1. Wie man mit Strümpfen und Strumpfbändern hantiert. Die Methode der buddhistischen Philosophie; 2. Wie man Möbel zertrümmern und dabei gerade noch mal so mit einem blauen Auge davonkommen kann. Ein Wort zur Leerheit des Objekts; 3. Hier sind wir nun, obschon – mitnichten. Ein Wort zur Leerheit des Subjekts; 4. Betrachtungen beim Konsumieren. Die ganze Welt ist Geist; 5. Die Sichtweise ist entscheidend. Ein Wort vom Nutzen der Leerheit; 6. Karma. Wir selbst bestimmen, was geschieht; 7. Leerheit, die jedoch ganz voll ist. Ein Wort zum Unterschied zwischen rangtong und shentong; 8. Das Zeitlose. Ein Wort zum ursprünglichen Bewusstsein; 9. Die Dominanz des Gehirns. Ein Wort zur Selbstüberschätzung; 10. Glücklich, einfach glücklich!; Anmerkungen des Übersetzers


Vorwort zur Originalausgabe


Der 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje und Dilgo Khyentse Rinpoche, die größten Meister des tibetischen Buddhismus des 20. Jahrhunderts, lachten sich beim Plaudern regelrecht schief, während sie im Garten ihren Tee zu sich nahmen. Als man sie nach dem Grund für ihre Ausgelassenheit fragte, zeigte einer der beiden auf einen nahestehenden Baum und antwortete: »Wisst ihr, alle denken doch tatsächlich, dies sei ein Baum!« Erneut brachen sie in schallendes Gelächter aus.

Plötzlich konnte sich keiner mehr vor Lachen halten, zumal die Herzlichkeit erleuchteter Meister höchst ansteckend ist, auch wenn wir sie nicht immer vollständig nachvollziehen können. Möge dieses Buch als ein Versuch verstanden werden, jenen Witz zu erläutern, der auf der Erfahrung der buddhistischen Philosophie basiert. Die Erklärung hat hier und da vielleicht ihre Längen und mag alldieweil etwas zäh daherkommen, aber ich kann zu meiner Entschuldigung zumindest versprechen, dass es mit Sicherheit recht lustig werden wird. Zudem bringt das Buch jede Menge buddhistische Philosophie zur Anschauung, die sich sogar in lebendige Erfahrung verwandeln und dabei auf überraschende Weise große Freude verursachen kann – wenn man sie durch Meditation transformiert. Von Anfang an hatte die Philosophie die Ernsthaftigkeit der Freude und dem Lachen vorgezogen. Das oberste Prinzip der Philosophie ist Gegenstand großer Ernsthaftigkeit, wie Schelling es einmal schwülstig zum Ausdruck brachte. Philosophie interessierte sich schon immer für Entsetzen, Ehrfurcht, Angst oder andere Geisteszustände, die zu Spekulationen verleiten. Jedoch tauchte in Europa auch ein Philosoph namens Demokrit auf, den man den »lachenden Philosophen« nannte. Er war es, der von seinen fernen Reisen nach Indien die aufheiternde Hypothese des Atomismus mitgebracht hatte, die zu jener Zeit bereits sowohl dem Buddhismus als auch den vedischen Traditionen bekannt gewesen war. Im 20. Jahrhundert gab es dann noch zwei weitere (möglichst ernste) Versuche, der Philosophie das Lachen beizubringen. Der erste war Henri Bergsons Buch – jedoch stellte sich heraus, dass sich darin kein einziger Witz finden lässt. Der zweite Versuch wurde von Helmuth Plessner unternommen, dessen Buch den Spaß schon von vornherein vermasselte.

Die ganze Sache wird sogar noch haarsträubender, wenn man den Begriff »Philosophie« mit dem Adjektiv »buddhistisch« in Verbindung bringt. Bedauerlicherweise assoziieren viele Menschen mit Buddhismus noch immer freudlose Askese und emotionale Abkehr vom Leben, welches nichts als Leiden bedeute. Man beachte aber, dass es sich bei der Wahrheit des Leidens, die häufig das Erste und Letzte ist, was oberflächliche Leser buddhistischer Texte bemerken, tatsächlich um die erste der sogenannten »Vier edlen Wahrheiten« handelt. Diese stellen die grundlegendsten Belehrungen Buddhas dar. Die übrigen drei Wahrheiten in diesem Zusammenhang erläutern die Ursache des Leidens (was uns ermöglicht, die Situation, in der wir uns befinden, zu verstehen), den Zustand jenseits des Leidens (ich wage hier zu vermuten, dass es sich um Glücklichsein und Freude handeln könnte), und schließlich den Weg hin zum Zustand jenseits des Leidens (lässt sich so was überhaupt erreichen?!). Der Weg zur Erleuchtung umfasst eine überwältigende Vielzahl buddhistischer Methoden, jede einzelne von ihnen ist darauf spezialisiert, Freiheit und Frohsinn auszulösen. In der Tat gibt es davon nicht weniger als 84 000. Diese umfassen alles, was Buddha in 45 Jahren, vom Moment seiner Erleuchtung an bis zu seinem Tod, gelehrt hat. So wie jeder Tropfen des Ozeans nach Salz schmeckt, hat auch jede einzelne seiner Belehrungen den Geschmack von Freiheit. Es kann sich hierbei also nur schwerlich um das Werk eines Nihilisten handeln, der ein trostloses Dasein voll existenzieller Sorgen bewirbt. Darüber hinaus ist Buddha auch unter dem Namen bekannt. Die Tibeter leiten vom Sanskritwort her, was Freude bedeutet, während für jemanden steht, der sein Ziel erreicht hat. , auf Tibetisch , heißt wortwörtlich »Jemand, der die Freude verwirklicht hat« – bedingungslos, endgültig und ebenso großartig, wie es in den traditionellen buddhistischen Belehrungen beschrieben wird. Sowohl auf Sanskrit, wie auch auf Tibetisch bedeuten buchstäblich »das Herz von jemandem, der die Freude verwirklicht hat«. Man verwendet diese beiden Begriffe, um die Buddha-Natur zu beschreiben, die, nach Aussage der buddhistischen Belehrungen, in jedem mehr oder weniger bewussten Wesen vorhanden ist. Die Verwirklichung dieser Buddha-Natur bedeutet Erleuchtung, welche jedoch nicht ohne einen gewissen, wenn auch nur winzigen Anteil buddhistischer Philosophie möglich ist, welche die Natur der Erscheinungen erläutert und auch die Natur des Geistes, der sie erlebt.

Um also die Ausgelassenheit der oben erwähnten Meister verstehen zu können, jene Freude, die durch buddhistische Philosophie und Meditation Form angenommen hat, muss man die äußere Welt durch das Auge der buddhistischen Weisheit betrachten, das sogenannte Weisheitsauge, das vertikal auf die Stirn der erleuchteten Wesen aus der buddhistischen Ikonografie gezeichnet wird. Es kann die Leerheit aller Dinge durchschauen, wobei es sich, im Gegensatz zur allgemeinen Annahme, um nichts anderes als Freude handelt. Tibeter verwenden den Begriff . stammt von , also Freude, und stammt von , was so viel wie Leerheit heißt.2

Auf den ersten Blick handelt es sich tatsächlich um eine recht seltsame Definition von Leerheit, aber ich hoffe doch sehr, dass es im Verlauf des Buches noch ein wenig intuitiver wird. Zugunsten eben dieser Intuition habe ich jedwede mögliche Hermetik und pure Spekulation fallengelassen, welche nur zu oft den essenziellen Ausdruck der buddhistischen Denkweise überschatten, und mich stattdessen dafür entschieden, vor allem die Stimmung beziehungsweise die Atmosphäre der bereits erwähnten Philosophie zu vermitteln und nicht deren Terminologie. Eben jene Stimmung, die dazu neigt, zwischen überbordendem und fachspezifischem Vokabular verloren zu gehen. Aus diesem Grund, weil ich eher der Stimmung als den Buchstaben die Treue halte, möchte ich diese bescheidene Einführung in das buddhistische Denken vor allem in den Kontext unseres Alltags stellen. Denn worin bestünde der Sinn einer Philosophie, die damit nichts zu tun hat? Während manche gerade diese Entfremdung für etwas Wertvolles halten, behauptete Buddha, dass der einzige Anlass für seine Belehrungen darin bestünde, dass alle Wesen glücklich sein wollen. Glückseligkeit stellt sich als eine ziemlich praktische Angelegenheit heraus, denn im Endeffekt scheint sich sowieso alles ums Glücklichsein zu drehen. Schließlich wird selbst die abstrakteste Philosophie nur deswegen praktiziert, weil sie den Praktizierenden glücklich macht (dies wird manchmal durch hochtrabende Darlegungen verschleiert). Es handelt sich also um ein Patent zum Glück, vielleicht ein bisschen verdreht, aber trotzdem Glück. Wie im Leben geht es also zugegebenermaßen auch bei der Philosophie nur ums Glücklichsein (wie ließen sich denn sonst etwa die soteriologischen oder eschatologischen Ambitionen der Philosophie erklären?). Buddhistische Philosophie legt die ganze Angelegenheit offen. Sie stellt sich als eine auf Glück spezialisierte Methode heraus, das nicht nur über einen philosophischen Text geneigt oder während der Meditation erlebt werden kann, sondern auch mitten im Alltag, zum Beispiel im Garten bei einer Tasse Tee. Damit das geschehen kann, muss die buddhistische Sichtweise durch Meditation mit dem Alltag verschmolzen werden – diese Einheit stellt sich dann als hervorragende Grundlage für die bereits erwähnte Freude heraus.

Es gibt kein besseres Beispiel dafür als die indische -Tradition, aus der, nachdem sie in Tibet angelangt war, viele verwirklichte buddhistische Meister hervorgegangen sind. Im Gegensatz zur Vorstellung von einem spirituellen Asketen haben diese legendären Meister des buddhistischen Tantra nicht nur Jahre in Meditation verbracht, sondern sie gingen auch zur Arbeit, und mitten in dieser Arbeitsroutine erlangten sie im Geist immer tieferen Einblick in die Natur der Erscheinungen. Tilopa verwirklichte diesen Zustand beim Stampfen von Sesamsamen, während es bei Saraha genau in dem Moment geschah, als ihm eine Dakini (ein weiblicher Buddha) einen handgemachten Pfeil zeigte. Die Tibeter erzählen sich die Begebenheit wie folgt:

»Mitten auf dem Markt sah er eine Pfeilmacherin, ein junges Mädchen, das mit ganzer Aufmerksamkeit Pfeile fertigte, sie schaute weder nach rechts noch nach links, und er ging auf sie zu. Sie begradigte mit großer Geschicklichkeit ein natürliches Schilfrohr aus drei Gliedern, schnitt es an der Basis und von der Spitze aus ab, befestigte eine Pfeilspitze an der Basis, welche sie zuvor in vier Abschnitte geteilt hatte. Nun band sie die Spitze mit Sehne fest. Sie verzierte die...

Versuchen wir uns einmal vorzustellen, dass jeder der Sinne wie eine Tür sei, die zu demselben Raum, der das Bewusstsein beinhaltet, führe, welches man sich, sagen wir mal, wie ein kleines grünes Männlein vorstellen könnte, das Sinnesinformationen empfängt. Somit würde sich der Verzehr eines Apfels aus der Perspektive des Bewusstseins wie folgt darstellen: Jede Tür öffnet sich in regelmäßigen Abständen, um einen Brief mit einem Stück Sinnesinformation in Empfang zu nehmen. Durch die Geschmackstür kommt ein Brief mit dem Inhalt: »süß«, durch die Gesichtstür kommt ein anderer Brief mit dem Inhalt: »rot und rund« etc. So weit, so gut. Das kleine grüne Männlein sammelt die eingehende Post und liest kontinuierlich die Informationen, die sich vermutlich auf den Apfel beziehen. Richtig, aber durch welche Tür kommt der Brief, auf dem »Apfel« steht? Woher nur soll denn das arme kleine Männlein wissen, ob die Briefe vom selben Absender stammen, der die von den Sinnen erkannten Qualitäten besitzen soll? besitzt? Es gibt doch lediglich jene fünf Türen, die zu einem Raum ohne zusätzliches Fenster führen, durch das man etwa einen Brief mit Informationen über den Absender selbst einwerfen könnte, geschweige denn ihn selbst erblicken. Wenn die Briefe nun aber nicht unterzeichnet wurden, was leider der Fall ist – zumal die Sinne nur Informationen über eine bestimmte Qualität oder ein bestimmtes Charakteristikum vermitteln können, welches zu rezipieren sie in der Lage sind – woher sollen wir dann wissen, wozu oder zu wem diese Qualitäten gehören? Der Geschmackssinn vermittelt die Information »süß«, Punkt. Und nicht: »süß und das Objekt, das diese Qualität besitzt«. Ebenso kann die Retina des Auges nur Farben und Formen wahrnehmen; die Augen »erkennen« zwar Rundung und Röte vor sich, aber sie »wissen« überhaupt nichts vom Besitzer dieser Attribute. Und der Apfel selbst ist hier von großer Bedeutung, man nimmt an, dass er all diese Qualitäten besitze: Zuerst soll da also ein Apfel sein, der dann auch noch süß und rund ist etc. Aber verfügen wir eigentlich über einen Sinn, der einen Apfel als solchen wahrnimmt, das Objekt als solches, jene Qualitäten, welche von den anderen Sinnen erkannt werden?



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