Lee | Die Einzige unter Millionen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Lee Die Einzige unter Millionen

Ein Millionär und Gentleman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-083-0
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Millionär und Gentleman

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95576-083-0
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Für sein Millionenpublikum ist TV-Koch Rico Mandretti ein Superstar! Die Frauen liegen ihm zu Füßen - nur nicht die, die er will. Also greift er zu einem Trick: Bei der nächsten Pokerrunde ist René der Einsatz!



Miranda Lee und ihre drei älteren Geschwister wuchsen in Port Macquarie auf, einem beliebten Badeort in New South Wales, Australien. Ihr Vater war Dorfschullehrer und ihre Mutter eine sehr talentierte Schneiderin. Als Miranda zehn war, zog die Familie nach Gosford, in die Nähe von Sydney. Miranda ging auf eine Klosterschule. Später entschied sie sich für eine Karriere als Informatikerin, die endete, als sie heiratete, drei Töchter bekam und die Familie ein großes Stück Land erwarb. Dort züchtete Miranda Windhunde, Pferde und Ziegen, aber all das genügte ihr nicht. Sie wollte kreativ sein und gleichzeitig Geld verdienen! Als ihre Schwester ihr vorschlug, doch mal eine Romance zu schreiben, wurde sie nachdenklich. Sie fand die Idee gut - es klang interessant, und sie konnte es von zu Hause aus machen. Aber es dauerte zehn lange Jahre, bis ihr erster Liebesroman tatsächlich veröffentlicht wurde. Mittlerweile waren Miranda, ihr Mann und die drei Töchter zurück an die Küste gezogen, wo sie bei Sonne, Sand und Meer ihr Leben genossen. Langsam stellten sich die ersten Erfolge ein, und ziemlich wagemutig machte Miranda die Zusage, eine Miniserie, die aus sechs Büchern bestand, innerhalb von neun Monaten abzuliefern. Sie wird es ihrem Mann nie vergessen, dass er seinen gut bezahlten Job als leitender Angestellter aufgab, um sie zu unterstützen und den Haushalt zu organisieren. Zahlreiche weitere Liebesromane folgten, sexy, leidenschaftlich, spannend und mit sehr lebendig geschilderten Hauptfiguren. Miranda Lee hat einen Grundsatz: Langweile niemals deine Leserinnen! Millionen Fans in aller Welt sind sich einig: Diesem Grundsatz bleibt Miranda Lee in allen Romances treu.

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2. KAPITEL

Teresa Mandretti hielt sich im Garten auf, als sie aus den Augenwinkeln jemanden auf sich zukommen sah.

“Enrico!”, rief sie überrascht und erfreut zugleich, sobald sie ihr jüngstes Kind erkannte. “Du hast mich erschreckt! Ich habe dich erst morgen erwartet.”

Der erste Sonntag im Monat war traditionell Familientrefftag bei den Mandrettis, wobei ihr Jüngster fast immer kam und seine älteren Geschwister mit ihren Familien erschienen, soweit sie es einrichten konnten.

“Mum!” Rico nahm seine Mutter in die Arme. Mit seinen ein Meter achtzig und den breiten Schultern vereinnahmte er ihre kleine, gedrungene Gestalt völlig.

Teresa Mandretti konnte nur mutmaßen, wieso ihr Jüngster so groß geraten war. Von seinem Vater hatte er die Körpergröße jedenfalls nicht geerbt. Als die Verwandten in Italien Bilder von Enricos einundzwanzigstem Geburtstag sahen, erinnerte er sie an seinen Großvater Frederico I., der ein wahrer Riese gewesen sein sollte. Teresa hatte ihren Schwiegervater nie kennengelernt. Mit fünfunddreißig war er bei einer Messerstecherei ums Leben gekommen, nachdem der Gegner Fredericos Frau “ungebührende” Blicke zugeworfen hatte. Von diesem Großvater väterlicherseits rührte wohl auch Enricos Temperament.

“Hast du schon etwas zu Mittag gegessen?”, fragte Teresa Mandretti, als ihr Sohn die Umarmung lockerte und sie wieder zu Atem kommen ließ. Wie alle Mandrettis war Enrico ein Schmuser. Sie selbst war da viel zurückhaltender. Deshalb hatte sie sich auch so zu ihrem Frederico hingezogen gefühlt. Er überging ihre Schüchternheit und trug sie zum Bett, ehe sie noch ein Nein hätte hauchen können. Wenige Wochen später fand die Heirat statt. Da war Teresa bereits schwanger gewesen. Einige Monate danach wanderten sie nach Australien aus. Gerade noch rechtzeitig, damit Frederico III. in der neuen Heimat zur Welt kommen konnte.

“Nein, ich bin nicht hungrig”, sagte ihr Jüngster nun, und Teresa runzelte überrascht die Stirn.

Enrico und nicht hungrig? Da stimmte etwas nicht. “Was ist denn los, mein Junge?”, fragte sie besorgt.

“Nichts, Mum, ehrlich, ich habe nur ziemlich ausgiebig gefrühstückt, und das ist noch nicht so lange her. Wo ist Dad?”

“Beim Hunderennen. Onkel Guiseppe hat heute einige seiner Tiere am Start.”

“Dad sollte sich selbst ein oder zwei Hunde zulegen. Regelmäßige Spaziergänge würden ihm guttun. Ich glaube, er hat einfach zu viel von deiner Pasta gegessen.”

“Willst du damit sagen, dein sei fett?”, fragte Teresa Mandretti aufgebracht.

“Aber nein, Mum, nur gut genährt.”

Teresa mutmaßte schon, dass Enrico mit dem Hinweis auf die Leibesfülle seines Vaters von den eigenen Problemen ablenken wollte. Sie kannte all ihre Kinder gut, aber Enrico noch am besten. Er war unterwegs gewesen, als sie längst nicht mehr mit einem gerechnet hatte. Nachdem sie beinah jährlich einmal niedergekommen war – drei Jungen gefolgt von fünf Mädchen – riet ihr der Arzt, keine weiteren Kinder zu bekommen, weil ihr Körper ausgezehrt sei. Mit Erlaubnis ihres Pfarrers nahm sie die Pille und brauchte sich neun Jahre keine Gedanken mehr über eine eventuelle Schwangerschaft zu machen.

Allerdings war auch diese Verhütungsmethode nicht perfekt, denn schließlich hatte Teresa doch wieder empfangen. Ein Abbruch kam nicht infrage, aber glücklicherweise verlief die Schwangerschaft problemlos, und die Geburt war erstaunlich leicht. Dabei empfand es Teresa als zusätzlichen Vorteil, dass nach den fünf Mädchen wieder ein Junge dabei herausgekommen war. Natürlich wurde Enrico von allen verwöhnt, aber ganz besonders von seinen Schwestern. Auch wenn er seinem Temperament freien Lauf ließ, sobald es einmal nicht nach seinem Kopf ging, war er ein süßes Kind, aus dem ein liebenswerter Mann wurde.

Alle Familienmitglieder mochten ihn, und am meisten war sie ihm wohl selbst zugetan. Natürlich hätte Teresa es den anderen gegenüber nie zugegeben, aber Enrico nahm einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen ein – wahrscheinlich, weil er ihr Jüngster war. Mit den zehn Jahren Altersunterschied zu seiner jüngsten Schwester hatte ihm Teresa viel Zeit widmen können. Als kleiner Junge folgte er ihr wie ein Hündchen, und Mutter und Sohn bauten einen besonders innigen Kontakt auf.

Enrico konnte ihr auch heute nichts vormachen. Abgesehen von seiner schon verdächtigen Appetitlosigkeit, stimmte etwas nicht, wenn er samstagnachmittags nicht auf die Rennbahn ging. Die Intuition sagte ihr, dass es mit einer Frau zu tun haben müsse. Wahrscheinlich mit dieser Renée, von der er so oft redete, die er ihr aber noch nie vorgestellt hatte. Dabei war ihr aufgefallen, dass Enricos Stimme immer einen ganz merkwürdigen Klang bekam, wenn er von ihr sprach. Ansonsten wusste Teresa nur, dass die Frau jeden Freitagabend mit ihm pokerte und zu ihrer Eigentümergemeinschaft gehörte.

Direkt nach Renée zu fragen hielt Teresa für Zeitverschwendung. Mit seinen vierunddreißig Jahren war ihr jüngster Sohn längst zu alt, um sich in Herzensangelegenheiten seiner Mutter anzuvertrauen – was sie bedauerlich fand. Hätte er sie nur um Rat gefragt, ehe er sich auf diese Jasmine eingelassen hatte, wäre ihm viel Herzschmerz erspart geblieben.

Die Frau war vielleicht ein Miststück gewesen! Aber clever, das musste Teresa ihr lassen. Bis zur Hochzeit verhielt sie sich, als könnte sie kein Wässerchen trüben, und war bei den Familientreffen ganz liebreizend gewesen. Danach kam sie zunehmend seltener und ließ sich dafür immer fadenscheinigere Ausreden einfallen, bis sie schließlich unentschuldigt wegblieb.

Glücklicherweise war sie inzwischen Geschichte. Auch wenn Teresa im Allgemeinen nichts von Scheidung hielt, war dieser Schritt manchmal einfach unumgänglich. Trotzdem wollte sie nicht, dass Enrico den gleichen Fehler zweimal beging und sich wieder mit einer Frau einließ, die nicht zu ihm passte.

“Hast du gestern Abend Karten gespielt?”, fragte sie nun, während sie sich bückte, um Minzeblätter zu zupfen.

“Natürlich!”, antwortete er, ohne dass sie daraus schlauer geworden wäre.

“Und Charles geht’s gut?” Charles war der einzige von Enricos Pokerfreunden, den Teresa persönlich kannte, obwohl sie die drei schon mehrmals eingeladen hatte. Diese Renée war ein bisschen wie Jasmine und ließ sich immer eine Entschuldigung einfallen. Der andere Mann, ein arabischer Scheichsohn, hatte ihre Einladung ebenfalls jedes Mal ausgeschlagen – wobei sie dessen Beweggründe verstand.

Enrico hatte ihr erklärt, Prinz Ali lebe sehr zurückgezogen, weil er so reich war. Anscheinend konnte der arme Mann nirgends ohne seine Leibwächter hingehen. Was für ein schreckliches Leben!

Auch ihr Sohn wurde häufig von Journalisten oder Fotografen belästigt, aber er konnte immer noch tun und lassen, was er wollte, ohne um sein Leben fürchten zu müssen.

“Charles geht es sehr gut”, antwortete Enrico nun. “Seine Frau erwartet ein Baby. In sechs Monaten ist es so weit.”

“Wie schön für die beiden!”, rief Teresa und kam zu dem Schluss, dass sie zu alt war und zu sehr Italienerin, um noch lange um den heißen Brei herumzureden. “Und wann hörst du endlich mit deinen Dummheiten auf und heiratest, mein Junge?”

Er lachte. “Tu dir bloß keinen Zwang an, Mum, und sprich aus, was du auf dem Herzen hast.”

“Ich will dir nicht zu nahe treten, Enrico, aber du bist jetzt vierunddreißig Jahre alt und wirst nicht jünger. Du brauchst eine Frau, die gern zu Hause bleibt und dir Kinder schenkt. Ein Mann mit deinem Aussehen und deinem Erfolg sollte doch in der Lage sein, eine passende junge Frau zu finden. Wenn du willst, höre ich mich bei unseren Verwandten in Italien nach einer geeigneten Kandidatin um.”

Teresa hielt eigentlich nicht viel von arrangierten Ehen und glaubte zumindest bis zu einem gewissen Grad an eine Liebesheirat. Aber das sagte sie ihrem Jüngsten besser nicht.

“Jetzt fang bloß nicht mit dem altmodischen Quatsch an, Mum! Wenn ich überhaupt wieder heirate, dann eine Frau meiner Wahl und aus Liebe.”

Er mochte ja italienisches Blut in den Adern haben, aber in mancher Hinsicht war er doch ganz Australier. So nannte er seine Eltern zum Beispiel immer und im Gegensatz zu seinen älteren Geschwistern, die als Anrede und verwendeten.

“Das hast du beim ersten Mal auch gesagt, aber du siehst ja, wohin es dich geführt hat.”

“Nicht jede Frau ist wie Jasmine.”

“Ich verstehe sowieso nicht, was du an ihr gefunden hast.”

Er lachte. “Weil du kein Mann bist.”

Teresa schüttelte den Kopf. Glaubte ihr Sohn etwa, sie wisse nicht mehr, wie sich sexuelle Anziehung auswirkte? Sie war erst dreiundsiebzig und nicht hundertunddrei! “Jasmine hatte vielleicht ein hübsches Gesicht und einen schönen Körper, aber sie ist auch eingebildet und egoistisch gewesen. Nur ein Narr hätte das nicht erkannt.”

“Verliebte Männer sind Narren, Mum”, sagte Rico in einem Ton, als würde das inzwischen schon wieder auf ihn zutreffen.

Erschrocken blickte Teresa zu ihm hoch, aber Enrico hatte den Blick in die Ferne gerichtet. Sie konnte nur hoffen, dass er mit den Gedanken nicht bei dieser Renée war. Auch wenn Teresa die Frau nicht kannte, hatte sie sich anhand von Enricos Erzählungen ein Bild von ihr machen können. Nach dem Tod ihres viel älteren Mannes war sie eine unheimlich reiche Witwe geworden. Außerdem handelte es sich bei ihr um ein Exmodel, das sich zur cleveren Geschäftsfrau gemausert hatte und eine Modelagentur führte. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, war sie schon Mitte dreißig,...



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