Leclaire | Der Hauptgewinn | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Leclaire Der Hauptgewinn


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4631-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-4631-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Drei ältere Herren auf einer Junggesellen-Auktion? Schon etwas ungewöhnlich! Und als sie auch noch mitbieten, um den Hauptpreis, den attraktiven Sicherheitsberater Flynn Morgan, zu ersteigern, kommen die Leute aus dem Staunen nicht raus. Den Brüdern Dearly - allesamt Onkel der zurückhaltenden Chemikerin Jane - gelingt es, ihren 'Gewinn' zu überreden, nach Salmon Bay zu reisen. Im Haus ihrer Nichte soll er eine Alarmanlage einbauen. Dass Jane von diesem Plan keineswegs angetan ist, haben sie allerdings verschwiegen. Erst als Flynn sich bereit erklärt, ihr neues Parfüm zu testen, stimmt Jane zu. Welche sinnlichen Auswirkungen dieser ganz besondere Duft auf sie beide haben wird, ahnt nicht einmal Jane ...



Day Leclaire lebt auf der Insel Hatteras Island vor der Küste North Carolinas. Zwar toben alljährlich heftige Stürme über die Insel, sodass für Stunden die Stromzufuhr unterbrochen ist, aber das ansonsten sehr milde Klima, der Fischreichtum und der wundervolle Seeblick entschädigen sie dafür mehr als genug. Day interessiert sich seit frühster Jugend für das Schreiben. 'Wir waren zu Hause vier Kinder, und zwischen uns drei Mädchen war der Altersunterschied nicht groß. An einem stürmischen Wintertag kamen wir früher als gewöhnlich von der Schule nach Hause, und unsere Mutter suchte verzweifelt nach etwas, womit sie uns beschäftigen konnte. Brettspiele fanden wir langweilig, und ich kannte alle Bücher in- und auswendig. Da meinte Mutter, wir müssten unsere eigenen Bücher schreiben. Ich nahm ihren Ratschlag ernst, setzte mich hin und verfasste meinen ersten historischen Roman. Es war eine Aschenbrödel-Geschichte, die im Wilden Westen spielte. Wenn ich mich recht erinnere, hatten die beiden bösen Stiefschwestern große Ähnlichkeit mit meinen Schwestern." Bei dieser einen Geschichte blieb es nicht. Doch obwohl Day schon seit der Highschool Schriftstellerin werden wollte, entschloss sie sich für ein Anthropologiestudium. Ihre Begeisterung für dieses Fach dauerte an, bis sie zum ersten Mal bei einer studentischen Exkursion zelten musste. Sie hasste es! Also gab sie dieses Studium auf und wollte etwas anderes machen ... Und bevor sie dazu kam, traf sie ihren zukünftigen Mann Frank. Fünf Monate später waren sie verheiratet. Zusammen eröffneten sie eine Viedothek in Berkeley, Kalifornien, dann sanierten sie Häuser in Seattle, und schließlich kauften sie ein Gemüsegeschäft. Day gibt offen zu: 'Frank ist der geborene Verkäufer und Geschäftsmann - ich bin gar nicht gut darin. Geschäftsinhaberin zu sein heißt, immer nett zu den Kunden zu sein. Aber gerade das fällt mir schwer, denn zum einen bin ich sehr introvertiert. Zum anderen fühle ich mich am wohlsten, wenn ich ein Buch vor der Nase habe. Als ich schwanger war, gestand ich Frank, dass ich lieber etwas anderes machen würde. Er war unglaublich verständnisvoll und fragte, was ich mir vorstellte. Ich sagte: Ich möchte Liebesromane schreiben. Und am nächsten Tag fuhren wir nach Seattle und kauften einen Computer." Doch der erste Versuch - drei Kapitel, die sie Harlequin, dem erfolgreichen Romance-Verlag, zuschickte - misslang. Man lehnte mit der Begründung ab, dass die Handlung zu melodramatisch und die Charaktere ...

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1. KAPITEL

„Wie bitte? Alle Testpersonen haben abgesagt?“, fragte Jane Dearly entsetzt und hielt den Hörer krampfhaft ans Ohr.

„Vielleicht sind im Wintersemester wieder einige Studienanfänger der University of Washington bereit, sich für deine Experimente zur Verfügung zu stellen.“

„Aber ich brauche jetzt jemanden.“

„Es tut mir leid, Jane, da hast du Pech. Du kannst ja selbst nach Seattle kommen und suchen. Gibt es in der kleinen Stadt, in der du lebst, niemanden, der dir helfen will?“

„Nein. Die Leute hier in Salmon Bay haben schon jahrelang genug von meinen Experimenten.“ Sie schloss sekundenlang die Augen und versuchte, ihre Enttäuschung zu verdrängen. Was für ein Geburtstag! Die Zeit wurde knapp, sie musste endlich den Durchbruch schaffen, denn sie war nicht die Einzige, die an diesem Projekt arbeitete.

„Kannst du sie nicht überreden, doch noch mitzumachen?“

Sekundenlang herrschte Schweigen am anderen Ende der Leitung. „Schon dein Fragebogen hat die Interessenten in die Flucht geschlagen. Vielleicht kannst du ihn für die nächste Gruppe ändern.“

„Ah ja. Danke für deine Hilfe.“

„Ich rufe dich an, sobald ich einige Freiwillige gefunden habe.“

„Okay, danke.“ Jane legte den Hörer auf, während Dipstick, ihr Bernhardiner, winselte und zwischen ihr und der Haustür hin- und herlief.

„Ist die Post schon da? Vielleicht erhalte ich zur Abwechslung auch einmal eine gute Nachricht.“ In dem Moment klopfte es an der Tür, und Jane öffnete. „Hallo, Mr. Keenan.“

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jane.“

Es überraschte sie nicht, dass der Briefträger ihren Geburtstag nicht vergessen hatte. Obwohl Salmon Bay in der Nähe von Seattle lag, hatte es sich seinen kleinstädtischen Charakter bewahrt. „Danke.“ Sie blickte den Mann hoffnungsvoll an. „Haben Sie etwas für mich?“

„Leider nicht. Das ist alles für ihre Onkel. Da sie nicht zu Hause sind, wollte ich es bei Ihnen abgeben. Erwarten Sie etwas Wichtiges?“

„Nein, eigentlich nicht. Aber eine erfreuliche Nachricht hätte meine Stimmung aufgeheitert.“

Der Mann nickte verständnisvoll. „Ist wieder ein Experiment misslungen?“

Jane verzog das Gesicht. „Meine Testpersonen haben sich aus dem Staub gemacht. Die nächste Versuchsreihe ist fertig, doch ich habe niemanden zum Testen.“

„Wissen Sie was? Ausnahmsweise stelle ich mich zur Verfügung.“

Ihre Miene hellte sich auf. „Würden Sie das wirklich für mich tun?“

Er zuckte die Schultern. „Die Menschen in Salmon Bay würden doch alles für Sie tun. Oder fast alles, außer an Ihren Experimenten teilzunehmen“, fügte er hinzu. „Aber weil Sie heute Geburtstag haben, mache ich eine Ausnahme. Es ist doch nicht gefährlich, oder?“

„Nein, überhaupt nicht.“

Mr. Keenan reichte ihr ein Paket. „Okay. Bestätigen Sie mir den Erhalt, dann können Sie beginnen. Es darf jedoch nicht zu lange dauern, ich bin noch nicht fertig für heute.“

Jane umarmte den Mann. „Danke, Edward.“ Sie eilte zurück ins Haus und sah sich suchend um. Verdammt, wo ist das Spray, bin ich etwa mit meinen neunundzwanzig Jahren schon so vergesslich? überlegte sie.

In dem Moment stieß ihr Hund mit der Schnauze an die Tasche ihres Laborkittels, als wüsste er, was sie suchte. Sie zog die Sprayflasche heraus. „Danke, Dipstick.“

Hastig besprühte sie sich mit dem Parfüm, ehe sie im Spiegel ihre Frisur prüfte. Sie hatte das Haar an diesem Morgen zu einem strengen Knoten frisiert. Sie wollte professionell wirken und setzte die Brille auf. Dann vergewisserte sie sich, dass ihr Kittel sauber war, und ging wieder zur Tür.

„Hallo, Mr. Keenan“, begrüßte sie den Mann noch einmal betont beiläufig.

Edward Keenan musste sich das Lachen verbeißen. „Hallo, Miss Jane.“

Dipstick schob sich zwischen die beiden und schnüffelte an ihr herum. „Es ist warm heute.“ Jane beugte sich über den Hund und fächelte unauffällig die Luft in Mr. Keenans Richtung. Er reagierte jedoch nicht.

„Stimmt.“ Er trat von einem Fuß auf den anderen. „Jane?“

„Ja, Edward?“

Er wies auf das Paket. „Sie müssen mir noch den Empfang bestätigen.“

Plötzlich hatte sie eine Idee. „Ich hole einen Kugelschreiber“, verkündete sie. Dann konnte sie sich noch einmal mit dem Parfüm besprühen.

Daraus wurde jedoch nichts, denn er zog einen Kugelschreiber aus der Tasche. „Nehmen Sie den hier.“

„Warum sollte ich Ihren Kugelschreiber abnutzen, wenn ich selbst welche habe?“

Er stöhnte auf. „Okay, mehr Zeit habe ich nicht.“

Jane sah auf die Uhr. „Es sind gerade erst zweiunddreißig Sekunden vergangen. So rasch kann das Experiment gar nicht gelingen.“

„Was haben Sie in Ihrer Hexenküche wieder zusammengebraut, Jane? Soll ich plötzlich Ihren Hund mögen?“ Er warf einen Blick auf Dipstick. „Nehmen Sie es nicht persönlich, aber ich kann Hunde nicht ausstehen.“

Sie hielt Dipstick die Ohren zu. „Mr. Keenan, ich schätze Sie sehr. Ihre Abneigung gegen Hunde ist, soweit ich es beurteilen kann, Ihre einzige negative Eigenschaft. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Nein, es geht nicht um Hunde. Ich wollte nur herausfinden, wie Sie auf mein Parfüm reagieren. Das ist alles.“

„Ihr Parfüm bewirkt doch hoffentlich keine Persönlichkeitsveränderung, oder?“, fragte er mit besorgter Miene.

„Nein …“, begann sie. „Oh, Sie machen sich über mich lustig.“

„Ich wollte Sie an Ihrem Geburtstag nur zum Lachen bringen“, antwortete er freundlich.

Sie seufzte. „Aber wenn Sie mir wirklich einen Gefallen tun wollen, dann verraten Sie mir, was Sie von meinem Parfüm halten.“

Er sah auf die Uhr. „Es tut mir leid, Jane, ich muss weiterfahren. Wenn ich nicht so auf Ihr Parfüm reagiert habe, wie Sie gehofft haben, ist es wahrscheinlich genauso wirkungslos wie das Spray, das Sie für Sheriff Tucker entwickelt haben.“

„Mit dem Spray war alles in Ordnung“, entgegnete sie. „Der Sheriff hat nur vergessen zu erwähnen, dass er die Ameisen töten wollte. Ich verstehe jedoch nicht, warum er so niedliche Tiere umbringen will.“

Als der Briefträger weg war, nahm Jane die Sprayflasche in die Hand. „Das hat nicht funktioniert, stimmt’s, Dipstick?“ Der Hund wedelte mit dem Schwanz, als wüsste er genau, was sie meinte. „Ich muss unbedingt einen Mann finden, an dem ich das Parfüm testen kann.“

Sie wollte sich selbst beweisen, dass ihre Onkel sich nicht vergeblich bemüht hatten, aus ihr eine erfolgreiche Chemikerin zu machen. Die Zeit wurde knapp, und Jane wurde immer verzweifelter. Dieses Experiment war ungemein wichtig für sie. „Wo könnte ich eine männliche Testperson finden?“, überlegte sie laut und kraulte den Hund hinter den Ohren. „Weder Studenten noch die Leute aus der Stadt wollen mir helfen. Schade, dass ich mir keinen Mann kaufen kann.“ Über den Gedanken musste sie lachen.

Flynn betrachtete die drei Männer, die ihn auf der Junggesellenauktion ersteigert hatten. An der Auktion hatten sich Junggesellen beteiligt, die auf der „Lost Springs Ranch for Boys“ in der Nähe von Lightning Creek, Wyoming, aufgewachsen waren. Der Erlös kam den Besitzern der Ranch zugute, die elternlose, obdachlose und schwierige Jungen aufnahmen und großzogen.

Einer der Männer sah aus wie ein Hexenmeister. Er hatte relativ langes silbergraues Haar und trug einen Pferdeschwanz. Der andere wirkte wie ein Galgenvogel und der dritte wie ein pausbäckiger Engel.

Flynn verschränkte die Arme und zog eine Augenbraue hoch. „So, meine Herren, was kann ich für Sie tun?“

In den blassblauen Augen des Mannes, den Flynn insgeheim einen Hexenmeister nannte, blitzte es belustigt auf. „Sie sollen uns helfen, eine schöne junge Frau zu retten.“ Er stützte sich auf einen Spazierstock mit Goldknauf und stieß den Galgenvogel an. „Sag du es ihm, Dogg.“

Dogg, der Galgenvogel, stieß nur einen unverständlichen Laut aus, während der pausbäckige Engel von einem Fuß auf den anderen trat und erklärte: „Sie sollen mit uns kommen.“

Flynn seufzte. „Passen Sie auf, ich ersetze Ihnen …“

„Vergessen Sie das Geld, wir wollen Sie“, unterbrach Dogg ihn.

Vor Verblüffung fehlten Flynn die Worte.

„Kommen Sie mit, Mr. Morgan“, forderte der Hexenmeister ihn auf. „Wir sollten keine Zeit verschwenden.“

Okay, es kann ja nicht schaden, mir anzuhören, was die Männer wollen, überlegte Flynn. Er konnte sich immer noch weigern, sie zu begleiten. Dann würde er ihnen das Geld ersetzen.

Er ging mit ihnen zu der luxuriösen Limousine, die auf dem Parkplatz der Ranch inmitten von Pick-ups, Mietwagen und Geländewagen stand. Der Hexenmeister bedeutete Flynn mit einer Handbewegung einzusteigen. Resigniert und misstrauisch tat er es. Einige der anderen Junggesellen waren von älteren Damen oder kichernden jungen Mädchen ersteigert worden, und er hatte gehofft, so etwas würde ihm erspart bleiben. Doch was ihm passiert war, war noch viel schlimmer.

„Ich bin Hickory“, stellte sich der Hexenmeister schließlich vor.

„Ich bin Rube, und das ist Dogg“, fügte der pausbäckige Engel schnell hinzu.

Flynn schloss sekundenlang die Augen. „Hören Sie …“

„Offenbar machen wir ihm Angst“, stellte Dogg fest.

„Stimmt das? Wir sind Chemiker, wenn Ihnen das...



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