Lecale | 13 SHADOWS, Band 47: DER LEICHENFRESSER | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 142 Seiten

Lecale 13 SHADOWS, Band 47: DER LEICHENFRESSER

Horror aus dem Apex-Verlag!
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7487-5615-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Horror aus dem Apex-Verlag!

E-Book, Deutsch, 142 Seiten

ISBN: 978-3-7487-5615-6
Verlag: BookRix
Format: EPUB
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Castledoom, das Felsennest der MacGlennies, birgt ein dunkles Geheimnis in seinen düsteren Mauern: Einer der Burgherren führte im 16. Jahrhundert eine blutige Schreckensherrschaft; er raubte und mordete, bis die Angehörigen seiner Opfer ihn lebendig einmauerten. Jahrhunderte später öffnet man bei Renovierungsarbeiten das Verlies des Unholds und setzt damit einen Ghul in Freiheit. Bald hören die Dorfbewohner in der Nähe der Burg grässliche Schreie: Die Bestie hat ihr erstes Opfer zerfleischt... DER LEICHENFRESSER von Errol Lecale (= Wilfred Glassford McNeilly) wurde in Deutschland erstmals im Juni 1975 als VAMPIR-HORROR-ROMAN Nr. 23 veröffentlicht (unter dem Titel SOHN DER FINSTERNIS). DER LEICHENFRESSER erscheint als durchgesehene Neuausgabe in der Horror-Reihe 13 SHADOWS aus dem Apex-Verlag, die ganz in der Tradition legendärer Heftroman-Reihen wie GESPENSTERKRIMI und VAMPIR-HORROR-ROMAN steht.

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  Drittes Kapitel
    »Sehr interessant, diese Geschichte«, sagte Eli Podgram. »Ich nehme an, es gibt einen Zusammenhang zwischen ihr und Ihrem Besuch bei mir.« »Selbstverständlich, Sir. Selbstverständlich. Nie hätte ich sonst gewagt, Ihre kostbare Zeit damit in Anspruch zu nehmen.« Die leichte Verlegenheit zauberte einen Hauch von Farbe auf das Gesicht des jungen Schotten. Eli ließ sich nicht anmerken, dass ihn das angenehm berührte. Es gab also auch in diesen degenerierten Zeiten noch Menschen, die erröten konnten. »Dann erläuteren Sie mir Ihr Anliegen. Meine Zeit ist kostbar. Viele Menschen bedürfen der Hilfe des Spezialisten«, sagte er ernst und fuhr sich durch das Haar mit dem weißen Kennzeichen. MacGlennie zögerte noch ein wenig verlegen, dann wagte er es endlich. »Sir. Sie sind doch der berühmte Experte in Angelegenheiten, die über das Normale hinausgehen.« »So ist es. Ich bin der Spezialist. Ich glaube nicht, dass es jemandem mit einem größeren Wissen über die Schattenwelt gibt, über jenen Bereich, wo das Reale sich mit dem Unrealen trifft, wo das Physische Hand in Hand mit dem Psychischen geht.« Einen Augenblick verloren sich seine Gedanken in der Zeit, als er selbst in die Schattenwelt getrieben worden war. Wenn man ihn hier in seinem luxuriösen Domizil am Russell Square sah, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass er einmal ein Vampir gewesen war, dass er danach gedürstet hatte, Menschenblut aus warmen Kehlen zu trinken. Und doch war es die schreckliche Wahrheit. Elis Großvater von väterlicher Seite war Graf im rumänischen Transsylvanien gewesen. Da sein Vater jedoch nicht als Erstgeborener das Licht der Welt erblickt hatte, ging der Titel nicht auf ihn über. Nicht dass Eli darauf Wert gelegt hätte. Er hatte nicht viel übrig für den Adel, genausowenig wie für den Umgang mit den oberen Zehntausend, ob nun in London oder New York (dort gehörten ihm größere Besitztümer) oder sonst einer Hauptstadt Europas (wo er überall zumindest eine Villa besaß). Sein Vater hatte sich reich verheiratet mit der einzigen Tochter der Bostoner Cabots, einer Familie, von der man sagte: »Die Lowells sprechen nur mit den Cabots und die Cabots nur mit dem lieben Gott.« Eli hatte sich immer den kleinen Leuten verbunden gefühlt, besonders seit sein Interesse für die Schattenwelt erwacht war. Das einfache Volk tat Geister, Spuk, Werwölfe, Dämonen und Vampire nicht als abergläubischen Unsinn ab. Es war der Wahrheit näher. Es wusste Bescheid. Im Gegensatz zu den Salons der sogenannten besseren Gesellschaft, wo Okkultismus entweder ein Thema war, über das man gelangweilt und von oben herab lächelte, oder mit dem man sich die Zeit vertrieb, weil es modisch war, nicht weil man daran glaubte.   Eli entsann sich seines letzten Besuchs auf der Burg in Transsylvanien, die er geerbt hatte. Er erinnerte sich an die unterwürfigen Bauern, die nicht viel mehr als Leibeigene waren. Er erinnerte sich, wie sie des Nachts die Türen verriegelten und die Fensterläden verschlossen. Er erinnerte sich an seine Geringschätzung, als sie ihn untertänig darauf aufmerksam gemacht hatten, dass ein Vampir in dem herrlichen Tal mit den uralten Wäldern sein Unwesen trieb. Natürlich hatte er alle Warnungen, nachts nicht aus dem Haus zu gehen, ignoriert. Und als er gar noch Knoblauch und Arnika unter dem Kragenumschlag seines Mantels gefunden hatte, die ihn gegen die finsteren Geschöpfe schützen sollten, hatte er sie im Zorn über die abergläubischen Dienstboten weggeworfen und sich geärgert, dass er den Mantel verbrennen musste, weil sich der penetrante Gestank nicht mehr vertreiben ließ. Er war damals, das sah er natürlich jetzt ein, ein sehr von sich eingenommener, sicher nicht gerade angenehmer junger Mann gewesen. Allen Warnungen zum Trotz war er nachts durch den Wald marschiert, auf einem Pfad, der in der Finsternis kaum noch zu erkennen war. Plötzlich tauchte eine dunkle Gestalt vor ihm auf und versperrte ihm den Weg. Entrüstet hatte er es sich verbeten, aber der Fremde hatte nur gelacht und die Arme – vielleicht waren es aber auch Flügel gewesen – fest um ihn geschlungen und ihn zu Boden geworfen. Er presste sich auf ihn, und ein beängstigender Gestank ging von ihm aus, ein Geruch nach Erde und faulenden Blättern und dem Moder alter Grüfte. Eli hatte sich zu wehren versucht, aber eine eigenartige Mattigkeit befiel ihn. Er vermochte sich kaum noch zu bewegen. Er empfand keinen Schmerz, aber er spürte, wie diese Kreatur an seiner Kehle saugte, wie er immer müder und gleichgültiger wurde. Und dann schwanden ihm die Sinne. Als er wieder erwachte, war der Fremde verschwunden. Ein merkwürdiges Drängen pulsierte durch seinen Körper. Unnatürliche Gelüste quälten ihn. Seine Dienstboten bekreuzigten sich heimlich, nachdem er sich zur Burg zurückgeschleppt hatte. Am Abend des nächsten Tages schlich er, ohne dass es ihm überhaupt richtig bewusst war, dem kleinen Mädchen durch den Wald nach. Noch jetzt überlief es ihn kalt, wenn er daran zurückdachte, wie er damals zu sich gekommen war und erkannt hatte, dass er das Kind trotz seiner Schreie festhielt und sein Mund sich zur Kehle des Mädchens herabsenkte. In einem plötzlichen Augenblick der Klarheit wusste er, was aus ihm geworden war. Noch hatte der Keim ihn nicht ganz erfasst, jener Keim, der durch die Zähne des Vampirs übertragen wird und der so tödlich wie das Gift der Schlange und so ansteckend wie Cholera ist. Nein, noch war der Jüngling Eli Podgram nicht völlig eine Kreatur der Schattenwelt. Mit einem wilden Schrei hatte er das Kind fallen lassen und war mit grimmiger Selbstverachtung und zur Selbstvernichtung bereit durch den Wald getorkelt. Er durfte nicht weiterleben, sagte er sich. Er musste den Tod finden, ehe er andere infizierte. Das Glück oder, wie er jetzt glaubte, eine höhere und entschlossene Gewalt, hatte ihn zu einer kleinen Kirche geführt, wo ein greiser Priester, betreut von Dr. Harosch, dem Dorfarzt, friedlich in eine bessere Welt hinüberschlummerte. Harosch erkannte ihn. Und als Eli keuchend seine Geschichte erzählte, leitete der Arzt sofort die einzig mögliche erfolgversprechende Behandlung ein. Harosch bat ihn, sich neben den sterbenden Geistlichen zu legen. Mit einer Geschicklichkeit, wie man sie von einem Arzt kaum erwartete, der mehr Pferde und Rinder behandelt hatte als Menschen, führte er eine totale Blutübertragung zwischen Eli und dem Priester durch. Es war ein gewagtes Unterfangen mit den primitiven Geräten und Instrumenten, die ihm zur Verfügung standen. Aber sie war erfolgreich. Der Priester sah das Licht des Morgens nicht mehr. Aber Eli lebte. Drei Tage später kehrte er auf seine Burg zurück und wunderte sich über die ehrfurchtsvolle Scheu, die seine Diener ihm entgegenbrachten. Er verstand sie erst, als er in den Spiegel blickte. Das weiße Kreuz in seinem Haar würde ihn für immer zeichnen. Nun suchte er das Mädchen, das er überfallen und fast einem grauenvollen Schicksal ausgeliefert hätte. Sie war nicht ungeschoren davongekommen. Der Schock seines Angriffs hatte sie taubstumm gemacht. Es war nicht schwierig gewesen, die Eltern zu überreden, sie mitnehmen zu dürfen, um sie behandeln zu lassen. Denn welchen Nutzen hat ein armer Bauer schon von einem taubstummen Kind? Er reiste mit ihr um die ganze Welt und besuchte alle berühmten Fachärzte, Koryphäen auf ihrem Gebiet. Aber keiner konnte ihr helfen. Keiner machte ihm auch nur Hoffnung. »Mein Herr«, hatte Dr. Silberbaum in Wien mit gütiger Stimme gesagt. »Ich fürchte, Sie hoffen vergebens. Das Gehirn der Kleinen ist angegriffen. Ich glaube, niemand vermag es zu heilen... Aber sie ist gesund und glücklich. Es gibt bestimmt viele, die gern mit ihr tauschen würden.« Es stimmte. Das Mädchen Mara war kerngesund, und nach ihrem vergnügten Gesichtsausdruck zu schließen, wenn sie mit ihren Puppen spielte, offensichtlich auch glücklich. Nun war sie eine erwachsene Frau, noch genauso kerngesund, noch genauso glücklich, wie es schien, und leider auch noch genauso taubstumm. Eli hatte damals jedenfalls den Kreaturen der Schattenwelt den Krieg erklärt. Nicht nur den Vampiren, sondern jeglicher negativen okkulten Manifestation, von der er erfuhr. Sein Vermögen erlaubte ihm, seine ganze Zeit dafür und für Forschungen zu opfern, sich die notwendige esoterische Ausrüstung zu beschaffen und Hilfskräfte zu bezahlen. Und so wurde er zum Spezialisten. Wieder wandte er sich an seinen Besucher. »Nun, heraus mit der Sprache.« »Als mein Vater starb, wurde ich Herr von Castledoom, Laird von Glenballoch. Kein eindrucksvolles Erbe. Das Tal ist nicht sehr fruchtbar, und das Gesetz sieht es nicht gern, wenn die Bewohner sich ihren Lebensunterhalt auf nicht ganz legale Weise sichern, wie es früher der Fall war. Der Burg selbst, auch wenn sie baulich in bestem Zustand ist, fehlt es an gewissen Bequemlichkeiten. Es gibt kein fließendes Wasser und deshalb auch kein WC.« Eli schwieg. MacGlennie schien nun offenbar zum Kern der Sache zu kommen. »Ich beauftragte eine Firma mit den Installationsarbeiten. Um die Hauptleitung zu legen, musste ein Rohr durch die alten Verliese geführt werden. Ich verstehe nichts davon, jedenfalls erklärte man mir, das sei unbedingt nötig. Es war mittags, ich saß gerade beim Essen, da bat man mich, sofort zu den Verliesen zu kommen, es sei dringend. Verständlicherweise war ich nicht gerade erfreut darüber. Die Arbeiter standen vor der Wand am Ende der Verliesreihe. Wissen Sie, was dahinter ist?, fragte mich der...



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