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E-Book

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

Landis Loveline


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96415-051-6
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

ISBN: 978-3-96415-051-6
Verlag: Wild Books by Latos Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jillian Jackson hat kein glückliches Händchen bei der Wahl ihrer Liebhaber. Erst fliegt sie wegen unsittlichen Verhaltens von der Uni, weil sie sich auf eine Affäre mit ihrem Professor eingelassen hat. Dann verliert sie ihren Job in einer renommierten Anwaltskanzlei wegen eines Techtelmechtels mit dem Juniorpartner. Um weiteren Reinfällen in Sachen Liebe zu entgehen, lebt Jill fortan nach dem Motto: Kein Sex mit dem Boss!
Sie kehrt in ihre Heimatstadt zurück, genießt dort das nächtliche Partyleben und arbeitet tagsüber in einem winzigen Radiosender. So weit, so gut. Wenn Jill eben nicht Jill wäre. Denn nach einer durchgemachten Partynacht schläft sie im Abstellraum des Radiosenders ein und wacht erst in der darauffolgenden Nacht wieder auf. Im Sender eingeschlossen, kommt ihr die geniale Idee, sich endlich einmal den angestauten Frust von der Seele zu reden – on air.
Unverblümt gibt sie Anekdoten aus ihrem Liebesleben zum Besten und ihren Zuhörern teils merkwürdige Ratschläge, wie sie ihr eigenes in den Griff bekommen können. Mit ihrer charmanten und ungewohnt offenen Art zieht Jill Devlin Jonas` Aufmerksamkeit auf sich. Der erfolgreiche Jungunternehmer und Playboy findet die quirlige Radiomoderatorin so faszinierend, dass er absolut nichts unversucht lässt, um Jill von sich zu überzeugen und ihr näher zu kommen. Dabei gibt es nur ein Problem: Er ist ihr neuer Boss.



Sky Landis, geboren im Januar 1976 und aufgewachsen in Calbe/Saale, ist Mutter zweier Kinder und gelernte Anlagenmechanikerin. Nach ihrem Fachabitur im Bereich Wirtschaft verbrachte sie 16 Monate in den USA. Sky mag es vor allem humorig, gern auch mal schräg und will mit ihren Büchern hauptsächlich eines erreichen: Die Leser sollen sich unterhalten fühlen und Spaß dabei haben. Unter dem Pseudonym Gillian Hunter schreibt sie fesselnde erotische Liebesromane.
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2. Kapitel


Zusammen mit meinem besten Freund Harry Brighton bahnte ich mir einen Weg zwischen den Tischen der exklusivsten Sushi-Bar in New York hindurch. Nachdem ich heute zum »erfolgreichsten Geschäftsmann des Monats« gekürt worden war, wollte ich diese Auszeichnung auch gebührend feiern. Und das war mit seiner gediegenen Atmosphäre in edlem Ambiente genau der richtige Ort dafür.

Im wurden den Gästen nicht nur die allerfeinsten Sushi-Spezialitäten serviert, sondern man befand sich hier auch in bester Gesellschaft. Wer nicht mindestens einen Monat im Voraus einen Tisch reservierte, bekam keinen Platz. Es sei denn, man war mit dem Eigentümer befreundet und hatte ihm obendrein zu einem Darlehen verholfen, mit dem er die Bar überhaupt erst eröffnen konnte, dann machten die Angestellten gern eine Ausnahme. Mehr noch, ich war mir ziemlich sicher, dass der Tisch, der etwas abseits von denen der anderen Gäste stand, genau aus diesem Grund stets für mich freigehalten wurde.

Tadelnd schüttelte ich den Kopf, als ich hörte, wie Harry in großspurigem Tonfall eine Flasche orderte, kaum dass wir Platz genommen hatten. Hin und wieder fragte ich mich, wieso wir beide so gute Freunde waren, denn Harrys Manieren ließen oftmals zu wünschen übrig. Wie in diesem Moment, als er der Angestellten, die seine Bestellung aufgenommen hatte, unverhohlen hinterher und auf den Hintern starrte und dann mit der Zunge schnalzte.

Gut, ich selbst war auch kein Kostverächter und wechselte meine Freundinnen häufiger als manch anderer vielleicht seine Bettwäsche. Aber zumindest spielte ich immer mit offenen Karten und ließ die Frauen niemals lange im Unklaren darüber, dass ich mit ihnen keine langwierigen Beziehungen suchte.

Harry hingegen genoss es, mit Frauen zu spielen. Erst überhäufte er sie mit Aufmerksamkeiten, machte ihnen Hoffnungen und servierte sie eiskalt ab, sobald er seine Beute erlegt und in seinem Bett gehabt hatte. Er glaubte, sich dieses Recht herausnehmen zu dürfen, weil er zur Upperclass gehörte. Ein Wesenszug, der mir an ihm überhaupt nicht gefiel, so gut wir uns ansonsten auch verstanden.

»Was ist denn los?« Offenbar war Harry aufgefallen, dass mir sein Verhalten missfiel. Er strich sich mit einer Hand die dunkelblonden Haare aus der Stirn, zupfte seine blauschwarze Anzugjacke zurecht, die sich über seinen Schultern etwas spannte, und wandte sich mir zu. »Du siehst aus, als wolltest du mir den Kopf zurechtrücken.«

»Wie alt bist du noch mal?«

»Das weißt du doch. Zweiunddreißig, genau wie du. Was ist das denn für eine Frage?«

»Weil du mir hin und wieder wie ein unreifer Teenager vorkommst. Ist dir das nicht selbst ein klein wenig peinlich, wie du dich manchmal gibst?«

Harry zuckte mit den Schultern und setzte eine Miene auf, die deutlich machte, dass es ihm egal war, was andere von ihm und seinem Benehmen hielten. Seine Kreditkarte besaß kein Limit, er konnte sich kaufen, was – und oftmals sogar wen – er wollte. Und dieser Umstand bedeutete für ihn, dass auch sein manchmal unangemessenes Benehmen toleriert werden musste.

Harry beugte sich vor, griff nach der Champagnerflasche im Kühler und füllte die beiden Gläser nach, die von der Servicekraft nur mit jeweils einem Schluck der perlenden Flüssigkeit befüllt worden waren. Dann hob er seines an, grinste von einem Ohr zum anderen und prostete mir zu. »Meinst du nicht, wir sollten heute einfach nur ein wenig Spaß haben, deine Auszeichnung feiern und uns nicht über mein unmögliches Benehmen streiten? Du kennst mich schließlich lange genug und weißt, dass ich, was dieses Thema angeht, absolut unbelehrbar bin.«

»Ich versteh selbst nicht, wie ich dich schon so lange ertragen kann.« Ich schüttelte die Verärgerung ab und ergriff schmunzelnd mein Glas. »Fünfzehn Jahre. Das hat schon beinahe etwas von einer Ehe, findest du nicht?«

»Ehe? Aber nur, wenn ich der Mann sein darf. Denn ich würde zu gern wissen, wie der aussieht, wenn er in einem niedlichen Rüschenkleid am Herd steht.«

Harry liebte es, mich mit meinem Spitznamen aufzuziehen, der mir während einer der vielen Partys auf dem College verpasst worden war. Vielleicht hatte ich mich damals tatsächlich wie der Teufel in Person aufgeführt, so genau wusste ich das nicht mehr, denn an diesen Teil meiner Collegezeit erinnerte ich mich nur noch verschwommen. Wahrscheinlich war es damals zu viel Alkohol gewesen, auf zu vielen Partys mit jeder Menge süßer Studentinnen, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnern konnte, selbst wenn ich es ernsthaft versuchen würde. Jedenfalls blieb der Spitzname kleben, auch dann noch, nachdem ich aufgehört hatte, das Leben als eine riesengroße Party zu betrachten, und anfing, mir einen Namen in der Geschäftswelt zu machen.

»Nein, das mit uns ist keine Ehe. Ich bin eher so etwas wie dein natürliches Gegengewicht, damit du nicht als der steife Langweiler endest, in den du dich in den letzten Jahren verwandelt hast. Natürlich nur so lange, bis du eine Frau gefunden hast, die diesen Part übernimmt und dich statt meiner auf Dauer herausfordert und in den Wahnsinn treibt. Wobei ich mir beinahe sicher bin, dass es eine solche Frau nicht gibt, denn wir beide sind uns ähnlicher, als du glaubst. Warum sich mit einer begnügen, wenn wir sie alle haben können?«

Ich wollte ganz sicher nicht alle haben. Ja, ich nahm mit, was sich mir an den Hals warf, auch wenn ich meine Beziehungen nicht mehr ganz so häufig wechselte wie meine Unterwäsche. Hey, ich war schließlich auch nur ein Mann. Und die Frauen, die meine Nähe suchten, taten dies nicht, nur weil sie mit mir befreundet sein wollten. Sie hatten ganz andere Beweggründe.

In einem Punkt musste ich Harry jedoch recht geben, bisher war keine einzige von ihnen Herausforderung genug gewesen, um mein Interesse an ihr für längere Zeit wach zu halten. Auch nicht Kate, die in eben diesem Moment die Sushi-Bar betrat und deren Blick sich sofort auf mich richtete.

Sie hatte diesen Schneewittchen-Look – schlanke Figur mit weiblichen Rundungen, blasser Teint, feine Gesichtszüge, dunkle Augen und lange schwarze Haare. Kate war ein überaus ansehnliches Anhängsel, mit dem »Mann« sich schmücken konnte. Doch wenn ich ehrlich zu mir selbst war, nichts an ihr reizte mich. Jedenfalls nicht mehr, seit der Ausdruck in ihren Augen etwas zu wachsam geworden war, um nicht zu sagen berechnend.

Harry setzte ein übertrieben heiteres Lächeln auf, als Kate an den Tisch trat und mich mit einem Kuss begrüßte, dem jegliche Leidenschaft fehlte. Genauso gut hätte ich einen der Fische küssen können, die in der offenen Küche, in die man durch eine riesige Glasscheibe hineinsehen und die Köche bei ihrer Arbeit beobachten konnte, zu Sushi verarbeitet wurden. Offensichtlich hatte mein Freund bereits geahnt, was mir erst in diesem Augenblick klar wurde. Mein Interesse an Kate war längst erloschen.

Eine Servicekraft brachte ein weiteres Gedeck und zog sich wieder zurück, während Kate direkt zum Wesentlichen kam. »Erfolgreichster Geschäftsmann des Monats, na, das kann sich doch sehen … oder besser hören lassen. Obwohl es schon irgendwie witzig ist, da du mit den Geschäften ja eigentlich eher weniger und nur sporadisch etwas am Hut hast und oft im Hintergrund bleibst, was ich irgendwie überhaupt nicht nachvollziehen kann. Als wolltest du gar nicht in der Öffentlichkeit stehen. Und dann trotzdem so erfolgreich.«

Ich seufzte. Jetzt, wo Kate es ansprach, verursachte dieser Titel allein damit einen schalen Geschmack in meinem Mund, weil sie ihn sich auf der Zunge zergehen ließ wie die belgische Schokolade, die sie so mochte. Und weil sie mich – wie all die anderen vor ihr – nur auf das reduzierte, was in den sporadisch erscheinenden Artikeln in der Presse über mich zu lesen war. Sehr wahrscheinlich hatte sie mich die ganze Zeit über nur auf die für sie wesentlichen Merkmale reduziert – erfolgreich, vermögend, Junggeselle … und damit potenzielles Ehematerial. Nur hatte ich diesen Umstand aus unerfindlichen Gründen ausgeblendet. »Ich habe nicht darum gebeten, mich zum Geschäftsmann des Monats zu küren.«

»Zum Geschäftsmann des Monats, Schatz«, verbesserte Kate mich.

Ich musterte sie kurz und tat ihre Bemerkung mit einem müden Lächeln ab. Kate war optisch eine Traumfrau, eine klassische Schönheit. Und es tat ihrem Image zusätzlich gut, dass ich nun der Geschäftsmann des Monats war. Aber ihre Oberflächlichkeit ging mir auf die Nerven. Von Harry war ich Oberflächlichkeit gewohnt, auch wenn ich mir sicher war, dass mein Freund eigentlich einen viel stärkeren Charakter besaß als den, den er jedem in seinem Umfeld zeigte. In ihm schlummerte mehr als dieser weiche spaßsüchtige Dandy, den er immer mimte.

Und Kate … tja, Kate zeigte endlich ihr wahres Gesicht, nachdem sich ausreichend Routine in unsere Beziehung geschlichen und die anfängliche...



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