Lamberti | Apfelzeit am Deich | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

Lamberti Apfelzeit am Deich

Roman | Wunderschönes Setting im Alten Land zur Apfelzeit | Der neue Roman von Erfolgsautorin Frieda Lamberti | Unterhaltung mit Verstand, Herz und Humor
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0870-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Wunderschönes Setting im Alten Land zur Apfelzeit | Der neue Roman von Erfolgsautorin Frieda Lamberti | Unterhaltung mit Verstand, Herz und Humor

E-Book, Deutsch, 288 Seiten

ISBN: 978-3-7499-0870-7
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm ...

Merle war zwölf, als ihre Eltern sich trennten - ein Bruch, der sie bis heute prägt. Jahre später, lebt sie als Flugbegleiterin ihr eigenes Leben und hat kaum noch Kontakt zu ihren Verwandten. Nur ihre Großmutter Grete, die auf einem Apfelhof im Alten Land wohnt, bleibt ihr nah. Doch Grete ist alt geworden, und Merle sieht sich gezwungen, ihre Angehörigen dazu zu bewegen, sich um die alte Dame zu kümmern. Doch sie alle sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Als ihr Partner sich ein gemeinsames Zuhause wünscht, brechenalte Ängste und ungelöste Konflikte in Merle auf. Ein Besuch bei Grete zeigt ihr, wie wenig sie von den Geheimnissen ihrer Familie weiß.

Grete erkennt, dass nur sie die zerrissenen Fäden wieder verknüpfen kann - bevor es endgültig zu spät ist.

Drei Generationen, ein Apfelhof und die Hoffnung auf Vergebung. Wird Grete es schaffen, ihre Liebsten wieder zusammenzuführen?

Der neue Roman von Erfolgsautorin Frieda Lamberti, der wieder mitten ins Herz geht mit wunderschönem Setting im Alten Land zur Apfelzeit!



Frieda Lamberti ist das Pseudonym einer gebürtigen Hamburgerin. Die Autorin lebt gemeinsam mit ihrer Golden-Retriever-Hündin Lotte in der Lüneburger Heide. Sie ist erst spät in ihrem Leben zum Schreiben gekommen und veröffentlichte ihr Debüt mit 50 Jahren. Inzwischen hat sie bereits mehr als fünfzig Romane veröffentlicht.

Lamberti Apfelzeit am Deich jetzt bestellen!

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Merle

Über den Wolken

Ich stehe neben meiner Kollegin in der engen Pantry des Flugzeugs, nur durch eine dünne Tür vom Passagierbereich getrennt. Es ist vier Uhr morgens, und die meisten Reisenden schlafen. Auch ich spüre die Müdigkeit in meinen Beinen, verursacht durch das lange Stehen und Gehen auf diesem Langstreckenflug. Routiniert schenke ich zwei Becher frischen Kaffee ein, als sich die Tür zum Cockpit leise öffnet. Der Pilot tritt heraus. Falk wirkt wie immer makellos. Seine Uniform sitzt perfekt. Freundlich nickt er uns zu, doch sein Blick bleibt an mir haften.

»Ich hätte auch gern einen«, bittet er. Die Chefstewardess macht unauffällig Platz und lässt uns allein. Als ich ihm den Kaffee reiche, berühren sich unsere Finger flüchtig. Ein Funke springt über, und Falk nutzt den Moment, um sich zu mir zu beugen und mich sanft zu küssen. Seine Lippen sind warm und vertraut.

»Bist du müde, Merle?«, fragt er leise und streicht mir sanft über das Gesicht, eine Geste, die er sich nur erlaubt, wenn wir unbeobachtet sind.

Ich nicke und strecke mich, um die Anspannung in meinen Schultern zu lösen.

»In zwei Stunden haben wir es geschafft«, sagt er aufmunternd und nippt am Kaffeebecher. »Dann lassen wir es uns gut gehen.« Sein Tonfall klingt verheißungsvoll, seine Augen funkeln verführerisch.

Ich schüttle den Kopf. »Daraus wird leider nichts«, murmele ich und konzentriere mich wieder auf meine Arbeit. Während ich nach einem Fläschchen Gin greife und einen Drink für einen Passagier in der Businessklasse vorbereite, vermeide ich es, ihn direkt anzusehen. »Ich kann die freien Tage nicht bei dir in Frankfurt bleiben, sondern muss direkt nach der Landung weiter nach Hamburg fliegen. Paul feiert heute seinen Dreißigsten.«

Falks Gesichtsausdruck wird ernst, seine Enttäuschung ist nicht zu übersehen. »Aber du weißt, dass wir morgen einen Besichtigungstermin haben«, erwidert er mit angespannter Stimme.

Ich halte in meiner Bewegung inne und seufze tief. »Paul ist mein Bruder. Das geht doch wohl vor. Der Termin mit dem Makler wird sich gewiss verlegen lassen.« Mein Tonfall lässt keinen Raum für Diskussionen. Geschickt balanciere ich das Tablett mit dem Drink an ihm vorbei.

Als ich kurze Zeit später zurückkehre, ist Falk bereits wieder im Cockpit verschwunden. Anspannung liegt noch in der Luft, als meine Kollegin mich fragend ansieht. »Ärger?«, möchte sie wissen, doch ich bin nicht bereit, sie einzuweihen. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, Privates von der Arbeit strikt zu trennen, besonders wenn es um Falk geht. Die Gerüchte, die damals hinter meinem Rücken kursierten, als unsere Verbindung öffentlich wurde, hallen noch immer in meinem Kopf nach. Es hieß, wir hätten keine Zukunft, dass Falk, wie viele Piloten, nur an einer unverbindlichen Affäre interessiert sei und in mir nur ein Abenteuer suche. Doch entgegen aller Erwartungen war es mehr als eine Episode. Unsere Beziehung hat Bestand. Zwei Jahre sind vergangen, und Falk drängt zunehmend darauf, einen festen Platz für unsere Zukunft zu finden. Er wünscht sich eine Wohnung in Frankfurt, ein gemeinsames Leben abseits der Hotels und des ständigen Unterwegsseins. Aber ich spüre, dass ich noch nicht bereit bin, diesen Schritt zu gehen.

»Nein, es ist alles in Ordnung«, antworte ich schließlich, setze mich und beginne meine brennenden Waden zu massieren.

Die Zeit scheint zäh zu vergehen, als hätte sie sich gegen den Sonnenaufgang verschworen. In mir wächst die Erkenntnis, dass nicht nur die Müdigkeit mich niederdrückt. Ich fürchte den Moment, der schon bald kommen wird, in dem ich mich entscheiden muss. Für die Freiheit oder die Sicherheit. Für oder gegen Falk. Aber in diesem Augenblick weigere ich mich, darüber nachzudenken. Aktuell dominieren die Enge der Kabine, der Duft von Kaffee, das gleichmäßige Brummen der Triebwerke und der schlaflose Passagier in Reihe drei, der am Gang sitzt und zum x-ten Mal den Rufknopf betätigt, um sich Nachschub zu bestellen.

»Meine Güte, wie viele Gin Tonic verträgt dieser Mann?«, murmele ich, erhebe mich und widme mich meinem dauerdurstigen Fluggast.

Neunzig Minuten später landet der Flieger planmäßig in Frankfurt. Nachdem alle Passagiere ausgestiegen sind, verlässt auch die Crew das Flugzeug.

Ich folge dem Tross in gebotenem Abstand, um zu vermeiden, dass Falk mir im letzten Moment doch noch eine Szene macht. Ich ahne, mit welchen Vorhaltungen er mich konfrontieren würde. »Dass dein Bruder an diesem Wochenende Geburtstag hat, wusstest du doch lange vorher.«

Sollte dieser Fall eintreten, habe ich mir bereits eine passende Antwort zurechtgelegt. »Aber dass er groß feiert, habe ich erst gestern erfahren.«

Eine Rechtfertigung ist gar nicht nötig. Falk würdigt mich keines Blickes, während ich hektisch auf die Uhr schaue, um zu überprüfen, ob ich es noch rechtzeitig zum weit entlegenen Gate schaffe, um den Flug nach Hamburg zu erreichen.

Es gelingt mir. Ich habe sogar noch Zeit, um vor dem Boarding bei Paul anzurufen.

»Happy Birthday«, stimme ich singend an, um ihn gleich darauf zu fragen, ob er mich mit dem Auto abholen könne. »Ich lande um Viertel nach neun.«

Mein jüngerer Bruder klingt verschlafen. Offensichtlich hat er bereits in seinen Geburtstag hineingefeiert, denn er gibt vor, noch im Bett zu liegen. »Echt? Schon so früh?«

Ich werde ungeduldig. »Was ist denn nun? Ja oder nein?«

»Ich fürchte, ich darf noch nicht fahren. Bestimmt habe ich noch zu viel Promille. Aber ich könnte Mama fragen. Sie ist schon wach und klappert mit Geschirr in der Küche. Ich hoffe, sie hat nicht wieder ihren obligatorischen Geburtstagskuchen gebacken. Du weißt schon, ihren gefürchteten Gugelhupf, bei dem die Rosinen wie Matsch auf dem Boden kleben.«

Ich schüttle den Kopf. Nicht weil mein Bruder noch immer im Hotel Mama wohnt, sondern weil ich auf keinen Fall von meiner Mutter abgeholt werden will. Abgesehen davon, dass Wiebke Börnsen nicht backen kann, ist sie die mieseste und gefährlichste Autofahrerin der Stadt, wenn nicht sogar des ganzen Landes. Nie schaut sie während der Fahrt in den Rückspiegel, es sei denn, sie benutzt ihren kirschroten Lippenstift. Aber das macht sie nicht etwa beim Halten vor einer Ampel, sondern bei vollem Tempo. Kirschrot ist Wiebkes Markenzeichen. Sie verfügt über zahlreiche Blusen, Blazer und Hosen in dieser Farbe. Noch immer hält sie sich für die wahre Lady in Red und ist der festen Überzeugung, dass sie es war, die Chris de Burgh als Inspiration für seinen Hit diente, als sie im Jahr 1989 zur Altländer Blütenkönigin gekürt wurde. Jeder, der über ein Mindestmaß an Verstand verfügt, weiß, dass das nicht stimmen kann, zumal der Evergreen erschienen ist, als Wiebke noch die Schulbank drückte. Aber da sich kaum jemand traut, sich mit ihr anzulegen, widerspricht keiner.

»Auf gar keinen Fall! Schick bloß nicht Mutter her! Ich nehme den Bus.«

»Ich kann auch Klaus fragen.«

Die Rede ist von Wiebkes langjährigem Lebensgefährten, meinem Stiefvater, den ich für einen absoluten Fehlgriff halte. In zwanzig Jahren ist es mir nicht gelungen, mit ihm warm zu werden. Für mich steht fest, dass Klaus uns als notwendiges Übel ansah, das er nur duldete, wenn wir uns seinen Regeln unterwarfen. In meinen Augen war und ist er ein Drönbüddel, ein Dösbaddel. Kurzum: ein pedantischer Langweiler. Mit meinem leiblichen Vater, Hauke Börnsen, kann er es nicht aufnehmen. Hauke würde diese Null mit links in die Tasche stecken. Aber ich verbiete mir jeden Gedanken an meinen Erzeuger, weil ich auch auf ihn nicht gut zu sprechen bin. Ich habe noch nicht den Flieger nach Hamburg bestiegen und schon die Nase voll von meiner Familie.

»Untersteh dich! Viel zu lange habe ich mir von Klaus anhören müssen, dass er nicht unser Privatchauffeur ist. Es bleibt dabei, ich nehme den Bus.«

In meiner akkuraten Flugbegleiterinnenuniform trete ich um halb zehn durch die Tür der Ankunftshalle. Schnellen Schrittes will ich den Terminal verlassen, als jemand meinen Namen ruft.

»Merle Börnsen, nicht so schnell. Warte doch!«, ruft ein langhaariger Typ mir hinterher. »Paul hat mich gebeten, dich abzuholen.«

Ich drehe mich um und unterziehe ihn einer eingehenden Musterung. Was seinen Look betrifft, könnte es sich tatsächlich um einen von Pauls Freunden handeln. Mein Bruder und seine Kumpels legen keinen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Statt ihr Geld in stilvolle Kleidung zu investieren, verbringen sie ihre Zeit lieber im Fitnessstudio, um ihre Muskeln aufzupumpen. Dabei sollten sie lieber ihr Gehirn trainieren, wozu ich ihnen dringend raten würde.

»Und wer bist du?«, erkundige ich mich und umgreife fest den Griff meines Trolleys, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, ihm die Hand reichen zu müssen.

»Ich bin Steve, aber du kannst mich auch wie alle meine Follower King Steve nennen.«

Ich pruste erheitert aus. »Ich bleibe bei Steve, oder sollte ich vielleicht doch besser Steffen oder Stefan sagen?«

»Nein, ich heiße wirklich so.«

»Warum? Du stammst gewiss nicht aus England oder aus den Staaten. Dein breiter Hamburger Slang offenbart deine wahre Herkunft.«

»Ganz richtig, ich bin gebürtiger Hamburger aus Bramfeld.«

Ich nehme mir vor, kein weiteres Wort mit diesem Freak zu...



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