E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Lamb Ihm verzeih ich alles
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1799-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1799-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach einem anstrengenden Drehtag freut sich die Regisseurin Zoe Collins auf einen gemütlichen Abend in ihrem Cottage. Doch alles kommt ganz anders als geplant: Plötzlich steht der gut aussehende Ingenieur Connel Hillier vor ihr - im Regen klatschnass geworden, da er eine Autopanne hatte - und bittet sie, ihn aufzunehmen. Vehement lehnt Zoe ab, ihn einzulassen - ein sinnloses Unterfangen. Connel nimmt sie auf seine Arme und trägt sie in ihr Bett. Danach geht er schnurstracks zum Duschen. Was wird er danach tun? Erregende Wünsche erwachen plötzlich in Zoe, die sie aber gleich wieder weit von sich weist. Sie kann doch nicht mit einem Fremden...
Die britische Autorin Charlotte Lamb begeisterte zahlreiche Fans, ihr richtiger Name war Sheila Holland. Ebenfalls veröffentlichte sie Romane unter den Pseudonymen Sheila Coates, Sheila Lancaster, Victoria Woolf, Laura Hardy sowie unter ihrem richtigen Namen. Insgesamt schrieb sie über 160 Romane, und zwar hauptsächlich Romances, romantische Thriller sowie historische Romane. Weltweit wurden über 200 Millionen Bücher von Charlotte Lamb verkauft. Nachdem Charlotte Lamb mit 16 Jahren die Klosterschule verließ, begann sie bei der Bank of England zu arbeiten. Ihre Mittagspausen verbrachte sie in der großen Bibliothek der Bank, sie las alles und bildete sich weiter. Als sie bei der BBC als Sekretärin arbeitete, lernte sie ihren späteren Mann Richard Holland kennen, er war politischer Berichterstatter. Durch ihren Mann kam sie zum Schreiben. Da sie gern Liebesromane las, schlug er ihr zu Beginn der 1970er Jahre vor, doch selbst einen Liebesroman zu schreiben. Umgeben von drei lebhaften Kindern schrieb Charlotte Lamb ihren ersten kurzen Roman innerhalb von drei Tagen. Obwohl sie bald fünf Kinder hatte, verfasste sie weitere Manuskripte, im Jahr 1973 schließlich konnte sie ihren Liebesroman an den Verlag Mills & Boon verkaufen.
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2. KAPITEL
Oben angekommen, hatte Zoe sich vom ersten Schreck erholt und konnte wieder klarer denken. Sicher, der Mann war größer und sehr viel stärker als sie, aber so schnell gab sie sich nicht geschlagen. Ihr Kampfgeist war ungebrochen. Als der Fremde sie durch die offene Schlafzimmertür trug, griff Zoe ihm ins Haar und riss mit aller Kraft daran.
„Lassen Sie mich runter!“
Das tat er nun endlich. Er warf Zoe aufs Bett, das sie federnd auffing. Doch ehe er sie aufhalten konnte, rollte sie sich blitzschnell zur anderen Seite und sprang auf. Den Rücken gegen die Wand gedrückt, griff sie nach dem nächstbesten Gegenstand, der sich als Waffe eignete – eine schwere Bronzefigur, die Zoe vor Jahren als ersten Preis für eine Fernsehdokumentation erhalten hatte. Seitdem stand die Statue auf dem Wandregal neben dem Bett, weil Zoe über die Auszeichnung so stolz gewesen war, dass sie tagelang wie auf Wolken geschwebt war. Danach hatte sie andere Preise gewonnen, doch über keinen war sie so glücklich gewesen.
Jetzt hielt sie die Figur wie einen Schläger hoch und sah den Fremden drohend an. „Glauben Sie nicht, ich würde nicht zuschlagen. Das Ding ist sehr schwer – massiv Bronze. Wenn ich Sie damit treffe, wird das ziemlich schmerzhaft, das dürfen Sie mir glauben! Also halten Sie sich lieber von mir fern, Mister, sonst ziehe ich Ihnen eins über! Kommen Sie ja nicht näher.“
Tatsächlich drehte der Mann sich zur Tür um, doch statt hinauszugehen, wie Zoe gehofft hatte, schloss er von innen ab und steckte den Schlüssel in die Tasche.
Zoes Kehle wurde trocken. Angespannt beobachtete sie den Eindringling und packte die Figur fester. „Ich meine es ernst! Bleiben Sie mir vom Leib, sonst wird es Ihnen leidtun!“
Doch der Mann kehrte zurück. Zoe hielt den Atem an, bereit, sofort zuzuschlagen. Der Fremde kam jedoch nicht zum Bett, sondern ging schnurstracks auf das Bad zu.
Ohne Zoe eines Blickes zu würdigen, öffnete er die Badezimmertür, betrat den Raum und riegelte hinter sich ab, während Zoe fassungslos zusah. Gleich darauf wurde die Dusche aufgedreht, Wasserrauschen ertönte, und eine dunkle Männerstimme sang ein bekanntes Lied, dessen Titel Zoe im Moment nicht einfiel.
Plötzlich kam sie sich in ihrer Ecke mit der hocherhobenen Figur in den Händen lächerlich vor. Also stellte Zoe sie an den gewohnten Platz zurück und kletterte über das Bett. Schnell schlüpfte sie in ihre ältesten Jeans und einen viel zu langen grauen Pullover, den Zoe sich einmal von einem Freund geborgt hatte. Nach dem Ende der Beziehung hatte Zoe vergessen, das gute Stück zurückzugeben. Armer Jimmy! Er war wie sein Pullover: lang, dünn und grau. Graue Augen, graubraunes Haar, eine traurige, bedrückte Gestalt. Warum sie überhaupt mit ihm gegangen war, verstand Zoe inzwischen selbst nicht mehr.
In jenem Jahr war sie gerade zwanzig gewesen, Jimmy, der Dokumentarregisseur einer Fernsehgesellschaft, bereits vierzig, also doppelt so alt. Sein berufliches Ansehen hatte Zoe stark beeindruckt, und sie hatte seine Essenseinladung geschmeichelt angenommen. Danach hatte er Zoe mit seiner traurigen Art eigentlich nur noch gelangweilt, wenn er sie ins Theater ausgeführt hatte oder an warmen Sonntagnachmittagen mit ihr ans Meer gefahren war.
Als Zoe eines Tages gemerkt hatte, dass Jimmy sie heiraten wollte, hatte sie die Beziehung beendet. Jimmy war das Herz gebrochen, und er hatte sich traurig zurückgezogen.
Ein halbes Jahr später war er mit einem Mädchen namens Fifi verheiratet gewesen, das er im Urlaub in Paris kennengelernt hatte. Inzwischen besaßen die beiden drei Kinder, wie Zoe gehört hatte, und Jimmy hatte sich vom Fernsehen verabschiedet, um in der Normandie Schweine zu züchten.
Gebrochene Herzen heilen schnell, dachte Zoe ironisch.
„Danny Boy“, hieß das Lied, das der Mann unter der Dusche sang, fiel Zoe plötzlich ein. Er sang gut – seine Stimme war nicht ausgebildet, aber sie klang wohltönend.
Zoe wurde bewusst, dass der Gesang verstummt und die Dusche abgestellt worden war.
Was der Mann jetzt wohl machte? Sicher trocknete er sich ab. Zoe versuchte sich vorzustellen, wie er nackt aussehen mochte. Sofort verbot sie sich, den Gedanken weiterzuspinnen.
Die Badezimmertür wurde entriegelt, der Knauf drehte sich, und der Fremde kam, in einen schwarzen Bademantel gehüllt, heraus, der ihm knapp bis zu den Knien reichte.
Das Kleidungsstück, das im Bad gehangen hatte, gehörte Zoe. Da der Mann entschieden größer und kräftiger gebaut war als sie, ließ es sich gerade noch in der Taille schließen.
Sicherheitshalber hatte der Fremde den Gürtel verknotet, damit der Mantel nicht aufging, aber er war entschieden zu kurz für seinen Träger. Er wirkte darin so komisch, das Zoe gelacht hätte, wenn ihr nicht eingefallen wäre, dass er unter dem Mantel nackt sein musste. Seine langen Beine waren noch feucht, das dunkle nasse Haar klebte ihm am Kopf, und seine schmalen muskulösen Füße waren nackt. Himmel, der Kerl war umwerfend sexy!
Es beunruhigte Zoe, mit ihm allein zu sein, vor allem, nachdem er nur noch so spärlich bekleidet war.
„Ziehen Sie Ihre Sachen wieder an“, forderte sie ihn auf.
Er sah sie auf eine Weise an, die ihre Haut prickeln ließ.
„Das soll wohl ein Scherz sein? Das Zeug ist nass und kalt. Haben Sie nicht doch irgendwelche Männersachen im Haus? Einer Ihrer Freunde hat doch sicher etwas hier gelassen.“
„Nein. Das habe ich Ihnen doch schon gesagt.“
„Tja, vielleicht gehören Sie ja zu den Damen, die Kleidung mit den Männern ausrangieren“, spottete der Fremde.
Seine Bemerkung empörte Zoe, und ihre grünen Augen blitzten. Warte, Hal Thaxford, bis ich dich zu fassen bekomme! dachte sie. Wie konnte er es wagen, boshafte Gerüchte über sie zu verbreiten!
„Hören Sie … Mr. … wie immer Sie heißen …“
„Hillier. Connel Hillier.“ Er begann, im Schlafzimmer auf und ab zu gehen und Schrank und Schubladen zu öffnen, um darin herumzustöbern.
Ein ungewöhnlicher Name, dachte Zoe. Connel. Er gefiel ihr. „Also, Mr. Hillier …“ Sie sprach nicht weiter, weil ihr bewusst wurde, was er tat. „Was fällt Ihnen ein? Sie haben kein Recht, mein Zimmer zu durchsuchen! Außerdem ist das sowieso umsonst, denn bei mir finden Sie keine Männersachen.“
Aufgebracht eilte Zoe zu Connel Hillier und knallte die Schublade zu, in der er wühlte. „Ich habe gesagt, Sie sollen aufhören!“
Er richtete sich auf und hielt ihr dunkle Socken hin. Zoe trug stets Socken, wenn sie in Stiefeln zur Arbeit fuhr, was im Winter oder bei nassem Wetter häufig der Fall war.
„Welche Größe haben die? Aber eigentlich ist das egal, sie sind dehnbar, da müssten sie mir passen.“
Prompt setzte Connel Hillier sich aufs Bett und hob einen Fuß. Zoe erhaschte einen Blick auf seine muskulösen Waden und sah rasch fort. Gleich darauf stand er auf. „Das ist besser. Meine Füße sind eiskalt. Ich hoffe, Sie haben wenigstens etwas zu essen im Haus. Ich bin ausgehungert. Gehen wir nach unten, dort können Sie mir etwas kochen.“
So viel Frechheit verschlug Zoe glatt die Sprache, was ihr nicht oft passierte. Vom ersten Augenblick an hatte sie diesen Mann nicht gemocht, nun hasste sie ihn.
Gerade hatte sie sich wieder etwas gefasst, jetzt brauste sie erneut auf. „Hören Sie, Sie menschliche Dampfwalze, würden Sie endlich aufhören, mich herumzukommandieren?“
„Dampfwalzen walzen, sie kommandieren nicht.“ Connel Hillier ging wieder ins Bad und kehrte mit seinen Sachen zurück. Wortlos holte er den Schlüssel aus der Hosentasche und schloss die Schlafzimmertür auf.
Ohne sich zu vergewissern, ob Zoe ihm folgte, verschwand er in dem Raum. Sie sah, dass er den Schlüssel stecken gelassen hatte, und war versucht, sich im Schlafzimmer einzuschließen, als ihr einfiel, dass dieser Mensch dann ungehindert im ganzen Haus herumschnüffeln und sich möglicherweise mit der Hälfte ihrer Habe davonmachen konnte.
Wütend eilte Zoe ihm nach und überlegte, wie sie ihn loswerden könnte. Ausgerechnet jetzt musste ihr Handy ausfallen!
Doch während der Mann aß, gelang es ihr vielleicht, unbemerkt ans Telefon zu kommen, es wieder einzustöpseln und die Polizei zu rufen …
Als Zoe in die Küche kam, stopfte Connel Hillier gerade seine nassen Sachen in ihre Waschmaschine. Er blickte kurz über die Schulter auf, und in seinen dunklen Augen lag ein ungeduldiger Ausdruck.
„Wo ist das Waschpulver?“
Fast hätte Zoe sich erboten, ihm die Arbeit abzunehmen, hielt sich jedoch rechtzeitig zurück. Typisch Frau! dachte sie zynisch. Das wird uns von klein auf eingeimpft! Wie komme ich dazu? Soll er seinen Kram doch selbst waschen!
„Im Schrank neben der Waschmaschine“, erwiderte sie kühl und handelte sich einen abfälligen Blick ein. Zweifellos hatte Connel Hillier erwartet, dass sie ihm anbot, die Sachen für ihn zu waschen. Männer wollten ständig bedient werden. So waren sie programmiert. Falls sie je einen Sohn hatte, würde sie dafür sorgen, dass er Frauen nicht als Dienerinnen betrachtete.
Während Connel Hillier den Schrank öffnete, sah Zoe sich in der Küche blitzschnell nach einer möglichen Waffe um. Das mit Trockenblumen gefüllte Glasnudelholz aus Griechenland an der Wand?
Nein, das war eine Erinnerung an einen der schönsten Urlaube ihres Lebens, das wollte sie nicht opfern. Eine Pfanne? Nicht schwer genug. Aber der Kupfertopf würde eine hübsche Beule hinterlassen. Abwägend betrachtete Zoe das blitzblanke...




