Lamb | Ich warte auf ein Zeichen von dir | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Lamb Ich warte auf ein Zeichen von dir


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7501-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-7501-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wird im romantischen Venedig alles anders? Seit Kindertagen liebt Laura den Arzt Tom Nichols. Um ihre Familien vor einem Skandal zu retten, muss sie aber den erfolgreichen Randal heiraten. Und der ausnehmend attraktiven Unternehmer scheint auf ihrer Hochzeitsreise in die Lagunenstadt wild entschlossen, Lauras Herz zu erobern! Aber gehört es nicht auf immer Tom?



Die britische Autorin Charlotte Lamb begeisterte zahlreiche Fans, ihr richtiger Name war Sheila Holland. Ebenfalls veröffentlichte sie Romane unter den Pseudonymen Sheila Coates, Sheila Lancaster, Victoria Woolf, Laura Hardy sowie unter ihrem richtigen Namen. Insgesamt schrieb sie über 160 Romane, und zwar hauptsächlich Romances, romantische Thriller sowie historische Romane. Weltweit wurden über 200 Millionen Bücher von Charlotte Lamb verkauft. Nachdem Charlotte Lamb mit 16 Jahren die Klosterschule verließ, begann sie bei der Bank of England zu arbeiten. Ihre Mittagspausen verbrachte sie in der großen Bibliothek der Bank, sie las alles und bildete sich weiter. Als sie bei der BBC als Sekretärin arbeitete, lernte sie ihren späteren Mann Richard Holland kennen, er war politischer Berichterstatter. Durch ihren Mann kam sie zum Schreiben. Da sie gern Liebesromane las, schlug er ihr zu Beginn der 1970er Jahre vor, doch selbst einen Liebesroman zu schreiben. Umgeben von drei lebhaften Kindern schrieb Charlotte Lamb ihren ersten kurzen Roman innerhalb von drei Tagen. Obwohl sie bald fünf Kinder hatte, verfasste sie weitere Manuskripte, im Jahr 1973 schließlich konnte sie ihren Liebesroman an den Verlag Mills & Boon verkaufen.

Lamb Ich warte auf ein Zeichen von dir jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

Der Wind blies rau die Themse entlang und kräuselte die graue Oberfläche zu Hunderten kleiner Wellen. Die vertäuten Lastkähne schaukelten hin und her, ihr verzogenes Holz krachte. Die Zweige der Uferplatanen wurden vom Sturm gepeitscht, und die kalte Brise drang bis in die Knochen der alten Männer, die unter den Brücken schliefen und sich mit alten Zeitungen zugedeckt hatten. Kneipenschilder schwangen in rostigen Scharnieren, Jalousien klapperten an den Schaufenstern, und trockene Blätter raschelten im Rinnstein der engen Vorstadtstraßen.

„London kann unheimlich sein so spät am Abend“, sagte Laura Hallam und blickte sich um.

„Es war deine Idee“, erinnerte Pat Basset sie, „ich habe dir vorher gesagt, dass du die Gegend hier unheimlich finden wirst.“

„Ich freue mich dennoch, dass ich mitgekommen bin“, entgegnete Laura. „Diese armen Kinder! Es ist schon schlimm genug, die Mutter zu verlieren, aber wenn der Vater auch noch im Gefängnis sitzt …“

„Das kommt jeden Tag vor“, fiel Pat ihr ins Wort. „Wir tun jedenfalls unser Bestes, auch wenn es nicht viel ist. Die Kinder, die du gesehen hast, sind noch glücklich dran. Sie haben wenigstens eine Tante, die sie aufnimmt. Es gibt andere Kinder, die bei Fremden untergebracht werden müssen. Das ist viel schlimmer.“

Laura hatte den Eindruck, dass Pat sie kritisierte. Pat sah ihr Interesse offensichtlich als ganz gewöhnliche Neugier an. Aber Laura hatte nicht die Absicht, Pat zu erklären, dass Tom die Veranlassung für ihr Interesse an der Sozialarbeit war. Pat kannte Tom und arbeitete mit ihm zusammen. Dadurch hatten sie sich kennengelernt.

Sie liefen schweigend nebeneinander her, ihre Schritte hallten auf dem Pflaster wider. Eine Tür auf der anderen Straßenseite öffnete sich, und die Stille wurde von Gelächter und lauten Stimmen unterbrochen. Ein junger Mann kam heraus und bestieg ein Motorrad. Die Maschine sprang mit lautem Geknatter an, und das Motorrad raste die Straße hinunter.

Danach erschien die Stille noch tiefer. Als sie an einem schäbigen Laden vorbeikamen, sah Laura einen Mann im Türeingang stehen, und ihre Nerven spannten sich unter seinem unverschämten Blick. Pat jedoch ignorierte den Mann, und Laura wunderte sich über ihren Mut. Abend für Abend suchte Pat dieses heruntergekommene Viertel auf, und meistens ging sie allein die Straßen entlang. Ein- oder zweimal war Pat schon angegriffen, ja sogar verletzt worden. Aber sie hatte ihren Beruf als Sozialhelferin nicht aufgegeben.

Tom bewunderte Pat natürlich auch. Sie gehörte zu jener Art junger Frauen, die Tom respektierte – tapfer, unabhängig, fürsorglich. Pat lebte in einem Mietshaus mitten in diesem Bezirk.

Als sie an einer Straßenlampe vorbeikamen, sah Laura sie von der Seite an, und plötzlich fragte Pat: „Hat Tom dich dazu aufgefordert, heute Abend mitzukommen?“

Laura zögerte, bevor sie antwortete. „Nein“, sagte sie nach einer Weile. „Es war allein meine Idee.“

„Was hast du dir davon versprochen?“, wollte Pat wissen.

„Einen Einblick in Toms Welt“, bekannte Laura freimütig und wurde rot. Sie wurde sich plötzlich bewusst, dass sie etwas preisgegeben hatte, was Pat eigentlich nicht wissen sollte.

Pat runzelte die Stirn. „Liebst du Tom?“

Laura biss sich auf die Lippen, bevor sie antwortete. „Das ist eine sehr persönliche Frage, und ich bin nicht sicher, ob ich dir darauf antworten soll.“

„Du hast es bereits getan“, stellte Pat fest. „Trotzdem möchte ich dir sagen, dass du deine Zeit verschwendest. Tom ist kein Mann für dich. Ihr seid zu verschieden.“

„Du kennst mich doch kaum“, entgegnete Laura verletzt.

„Ich kenne Tom“, stellte Pat kurz angebunden fest.

Eine dunkle Figur tauchte direkt vor ihnen aus dem Schatten auf, und Laura schrak zusammen, bevor sie erkannte, dass es ein Polizist war. Pat lächelte ihn an: „Guten Abend! Kalt heute, nicht wahr?“

„Scheußliches Wetter“, stimmte er zu. „Machen Sie Ihre Runde, Miss Basset? Sie haben sich einen schönen Abend dafür ausgesucht. Haben Sie Joe Printence gesehen? Seine Mutter ängstigt sich seinetwegen zu Tode. Es hat den Anschein, dass er wieder ausgerissen ist. Seit sein Vater fort ist, wird sie nicht mehr mit ihm fertig. Ich habe ihr gesagt, dass ich es Ihnen berichten werde, wenn ich Sie treffe.“

„Ich werde morgen vorbeischauen“, seufzte Pat.

„Ein Hundeleben, nicht wahr?“ Der Polizist grinste, und Erstaunen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er Lauras Erscheinung wahrnahm. „Guten Abend, Miss. Begleiten Sie Miss Basset, um zu lernen?“

„Nein“, entgegnete Pat, „nur, um die Slums zu sehen.“

Laura errötete. Sie hatte in Wahrheit den Wunsch gehabt, einen Blick in die Welt zu tun, in der Tom Nicol arbeitete.

Der Polizist nahm Pats Bemerkung als Scherz auf, wünschte ihnen eine gute Nacht und ging weiter. Laura aber verstand, dass Pats schneidende Antwort wohlüberlegt war.

Als sie wieder eine dunkle Straße kreuzten, kam ein Auto quietschend um die Ecke, raste an ihnen vorbei, um Sekunden später zu halten. Laura erschrak, und Pat runzelte die Stirn. Der weiße, rassige Sportwagen konnte kaum einem Mieter dieser baufälligen kleinen Häuser gehören, an denen sie vorbeigegangen waren. Vier Männer stiegen einer nach dem anderen aus und kamen auf sie zu. Ihr lautes Lachen bezeugte, dass sie betrunken waren, ihre Anzüge jedoch waren teuer, elegant und maßgeschneidert. Sie machten den Eindruck, als wenn sie von einer wilden Party kämen.

„Was wollen Sie?“, fragte Pat und hob aggressiv ihr Kinn.

Pats Frage wurde mit wildem Gelächter beantwortet. „Wir sind auf Schatzsuche“, sagte einer der Männer mit schwerer Zunge. „Wir – wir brauchen ein weibliches Kleidungsstück vom ersten weiblichen Wesen, das wir treffen.“

Es war ein junger Mann von mittlerer Größe; sein Haar war ein wildes braunes Lockengewirr. Unter seiner Smokingjacke konnte man seine breiten Schultern erkennen.

Pats Stimme klang ruhig. „Sie sind wohl Medizinstudenten auf Sauftour?“, fragte sie.

Er sah sie spöttisch an. „Nee, ich zum Beispiel bin Dracula!“

In diesem Augenblick trat einer seiner Begleiter näher. Sein Gang ließ vermuten, dass er noch ziemlich nüchtern war. Seine Stimme klang schnippisch, fast frech. „Ich denke, wir sollten es besser woanders versuchen. Diese Damen scheinen sich nicht gern vor uns auszuziehen!“

Der Mann, der zuerst gesprochen hatte, schüttelte den Kopf. „Verdammt noch mal, Randal, wir haben keine Zeit, wählerisch zu sein. Wir müssen nehmen, was die Götter uns schicken. Es steht in den Regeln: Das erste weibliche Wesen, das wir treffen …“ Seine Blicke wandten sich Laura zu, die einen grauen Mantel mit einer Pelzkapuze trug, die ihr Gesicht halb verdeckte. Aber durch den engen Schnitt des Mantels wurde ihre schlanke Figur eher betont als verhüllt.

Der Braunhaarige sprang vor und schob ihre Kapuze zurück. „Eine tolle Schönheit!“, sagte er voll Bewunderung. „Wagt jemand, mir zu widersprechen?“

Laura schlug ihm auf die Hand, als er wieder nach ihr griff. „Lassen Sie mich in Frieden!“

Er brach in ein kurzes Gelächter aus. „Was beim Himmel machen Sie denn hier?“

„Ich bin Sozialarbeitern! In diesem Bezirk“, fiel Pat ein und trat wie zum Schutz näher an Laura heran. „Ich brauche nur laut zu rufen, dann sind in zwei Minuten ein Dutzend Hafenarbeiter hier. Ich an Ihrer Stelle würde schleunigst verschwinden.“

Der junge Mann lachte. „Nicht, bevor ich unsere Beute habe.“

Plötzlich trat der, der von dem Quartett am wenigsten betrunken war, dazwischen. „Das ist mein Vorrecht!“, sagte er lässig.

„Wenn Sie mich anrühren, schreie ich alle Welt zusammen!“, stieß Laura wütend hervor. Sie wich zurück und spürte das Eisen eines Laternenpfahls in ihrem Rücken.

Als sie den jungen Mann ansah, fielen ihr seine blassgrauen Augen auf, mit denen er sie an den Pfahl zu spießen schien.

„Ich werde mich mit einem Ihrer Handschuhe begnügen“, sagte er mit eigentümlich gedehnter Stimme. „Und damit …“

Bevor sie seine Absicht erkennen konnte, hatte er sie an sich gerissen und küsste sie. Er hielt ihre Hände an der Seite fest, und Laura entrang sich ein schwacher, gequälter Seufzer. Sie konnte seinen schlanken, starken Körper beinahe auf der Haut spüren und war sich dabei nicht sicher, ob es ihr eigenes Herz war, das so heftig schlug, oder seins.

Nach einer Ewigkeit, wie es ihr schien, ließ er sie los. Zitternd, atemlos und außer sich vor Zorn starrte Laura ihn an.

„Sie sehen nicht danach aus, als wenn es Ihnen missfallen hat“, stellte er lächelnd fest.

Laura kam es wie blanker Hohn vor, und wütend schlug sie auf ihn ein, um sich für die Gefühle zu rächen, die er in ihr wachgerufen hatte.

Er zuckte mit dem Kopf zurück, aber ihr Schlag traf noch. Offensichtlich hatte er ihre langen Fingernägel zu spüren bekommen. Eine tiefe Schramme zeichnete sich von seinem Mund bis zu seinem Unterkiefer ab. Er hob seine Hand, berührte die Wunde, und Laura sah, dass seine Finger Blutspuren zeigten. „Sie haben Ihr Zeichen auf mir hinterlassen, meine Liebe“, sagte er sanft, obwohl sie selbst vor Schreck zitterte.

„Und Sie jagen ihr Angst ein“, sagte Pat an Lauras Seite. „Lassen Sie das Mädchen doch endlich in Frieden!“

Die anderen Männer lachten. „Vergiss nicht den Handschuh“, rief einer von ihnen, und der Mann mit Namen Randal zog ohne Eile Laura einen Handschuh von der...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.