Kufsteiner / Simon / Merlin Liebesglück im Schnee
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7325-2087-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 256 Seiten
Reihe: Bastei Winterkollektion
ISBN: 978-3-7325-2087-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebesglück im Schnee
Verena Kufsteiner - Rebeccas Wintertraum
Als ihr Freund sie verlässt, bricht für Rebecca eine Welt zusammen, und sie will nur noch weg! Verzweifelt packt sie ihren Koffer und fährt ins Zillertal.
Im Berghotel begegnet sie einem weiteren Alleinreisenden. Lars ist vor vier Jahren Witwer geworden. Die beiden fühlen sich auf Anhieb seelenverwandt, jeder versteht den Kummer des anderen. Und während der Schnee das Zillertal in eine glitzernde Winterwunderwelt verwandelt, kommen sie sich näher. Doch sind sie wirklich schon bereit, sich auf eine neue Liebe einzulassen?
Mara Merlin - Neues Jahr, neues Glück.
Dieser Ralf Geissen tickt doch nicht richtig, denkt Mia. Ständig ruft er ihre Freundin Jennifer an und kontrolliert sie auf Schritt und Tritt. Das grenzt ja schon an Besessenheit! Jennifer muss diesen Verrückten dringend verlassen, bevor er ihr etwas Schlimmes antut.
Doch Mias Warnung kommt zu spät. Und so sitzt sie in der Silvesternacht am Krankenbett ihrer lebensgefährlich verletzten Freundin ...
Sibylle Simon - Vergessen konnte er sie nie.
Rein und klar klingt das Geläut der Glocken durch die Winternacht. Die beiden Menschen in der kleinen Hütte, die ein Zufall hier oben zusammengeführt hat, sehen sich in die Augen. Es ist ein Moment, der verzaubert, der alles Nebensächliche von ihnen nimmt und nur die Wahrheit gelten lässt - und diese Wahrheit heißt Liebe! Doch obwohl Inga und Wolfgang dieses Wunder in ihren Herzen spüren, können sie ihr Glück nicht festhalten ...
Andreas Kufsteiner - Du lügst, wenn du von Liebe sprichst.
Marlenes Hände zittern, als sie die hirschlederne Joppe ihres Mannes vom Haken nimmt und die Taschen durchsucht. Noch vor ein paar Wochen hätte sie es niemals für möglich gehalten, dass sie Julian einmal hinterherschnüffeln würde. Doch seit sie erfahren hat, dass er sich mit einer bildschönen fremden Frau im Café getroffen hat, ist Marlenes Vertrauen tief erschüttert. In diesem Moment geht die Tür auf, und Julian steht auf der Schwelle. Aus seinem Gesicht weicht alle Farbe. 'Was wühlst du in meiner Jacke herum?'
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Der Atem von Hedi Kastler bildete kleine, weiße Wölkchen in der eisigen Winterluft. Eine dicke, weiche Schneedecke lag über dem schönen Zillertal und über dem Hotel „Am Sonnenhang“, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Andi führte.
Die Weihnachtszeit mit all den herrlichen, besinnlichen Adventsveranstaltungen war vorbei, und auch die rauschende Silvesterparty, die alljährlich für die Hotelgäste abgehalten wurde, lag bereits in der Vergangenheit. Aber das hieß nicht, dass im Hotel Ruhe eingekehrt wäre! Noch immer zog das winterliche Zillertal Winterurlauber und Romantiker an, die die steilen Hänge zum Skifahren und Rodeln nutzten, die Landschaft beim Langlaufen genossen oder sich nach ausgiebigen Schneespaziergängen bei einer Tasse Tee oder Kakao mit Rum aufwärmten.
Hedi fand es einfach wunderbar! Sie liebte es, wenn der Schnee in der Sonne glitzerte und unter ihren Schritten knirschte.
Freilich freute sie sich auch schon wieder auf den Frühling und Sommer, wenn all ihre Blumen, auf die sie so stolz war, wieder zu blühen beginnen würden. Aber auch der Winter hatte seinen ganz eigenen Reiz, dem sie sich nicht entziehen konnte. Scherenschnittartig hoben sich die dunklen, kahlen Bäume vor dem blendend weißen Hintergrund ab. In den Zweigen saßen ein paar Vögel und krächzten.
„Ja, ja, ich weiß, ihr habt Hunger“, rief Hedi lachend. „Aber keine Sorge, ich komm ja grad, um euch ein bisserl was zum Fressen zu bringen.“
Sie füllte das Vogelhaus mit Körnern und hängte ein paar Meisenknödel auf. Sobald sie sich ein paar Schritte entfernt hatte, tummelten sich die Vögel beim Futter und zankten sich um die besten Körnchen. Lächelnd sah Hedi ihnen eine Weile zu, dann wollte sie zurück ins Hotel gehen.
Auf dem Parkplatz vor der Eingangstür sah sie Kilian Garnreiter, der unermüdlich Schnee schippte. Der Sechsundfünfzigjährige trug eine warme Daunenjacke und eine dicke Wollmütze. Er war so auf seine Tätigkeit konzentriert, dass er Hedi erst gar nicht wahrnahm.
„Servus, Kilian!“, rief sie fröhlich. „Na, ist das net ein prächtiger Tag? Wie gemalt!“
Kilian nickte ihr grüßend zu und lüpfte die Mütze ein wenig wie einen Hut.
„Na ja, geht schon“, meinte er und grinste schief.
„Das klingt aber gar net so begeistert“, stellte Hedi verwundert fest.
„Ist halt viel zu tun.“ Er zuckte mit den Schultern. „Jeden Tag fällt neuer Schnee, und ich muss räumen.“
Hedi schmunzelte. Kilian nahm seine Arbeit wie immer sehr genau. Es reichte ihm nicht, den Platz vor dem Hotel grob von Schnee zu befreien, sondern er legte großen Wert darauf, dass alles perfekt und sehr gepflegt aussah. So zuverlässig und sorgfältig kam er all seinen Pflichten nach, ob es nun um Chauffeurstätigkeiten, das Tragen des Gepäcks oder das Fegen und Schneeräumen ging.
Die Hotelchefin dachte kurz nach und klatschte dann in die Hände.
„Weißt du was? Ich hab grad kurz Zeit, bevor ich die Gerda Stahmer an der Rezeption ablösen muss.“
Hurtig lief sie in den Schuppen und kehrte mit einer weiteren Schneeschaufel zurück.
Dankbar nickte Kilian. Er wusste es zu schätzen, dass er eine Chefin hatte, die tatkräftig überall mit anpackte, wo es nötig war, soweit ihre Zeit es zuließ.
Bei der anstrengenden Tätigkeit wurde es Hedi schnell warm. Als sie kurz innehielt, um sich die blonden Haare aus der verschwitzten Stirn zu streichen, sah sie ein Stück weit entfernt einen Mann in einem schwarzen Mantel. Er kam einen Wanderweg herunter, beide Hände in die Manteltaschen gesteckt, und schien tief in seine Gedanken versunken zu sein.
Hedi erkannte ihn gleich: Er war ein Hotelgast, der gestern erst angereist war. Sie hatte noch nicht viel Gelegenheit gehabt, mit ihm zu reden, aber sie war sich ganz sicher, dass er eine schwere Zeit durchmachte. Ihre Menschenkenntnis trog sie fast nie, und dieser Mann wirkte so traurig, als sei ihm etwas Schlimmes widerfahren.
Die Hotelchefin seufzte. Sie hoffte, dass er in ihrem Berghotel ein wenig Trost finden würde. Hier waren schon viele gebrochene Herzen geheilt.
Hedi sah ihre Gäste nicht gern bedrückt, und es freute sie, dass sehr viele glücklicher abreisten, als sie angereist waren.
Sie konnte nur hoffen, dass das auch bei diesem melancholischen Mann der Fall sein würde …
***
Klirrend schlugen die Sektgläser aneinander.
„Auf das Geburtstagskind!“, rief Frau Hofer, Rebeccas Chefin, gut gelaunt.
„Auf Rebecca!“, fielen die Kolleginnen mit ein und erhoben ihre Gläser.
Rebecca strahlte über das ganze Gesicht. Eigentlich stand sie nicht gern im Mittelpunkt, aber heute konnte nichts ihr Glück trüben. Nicht einmal die Tatsache, dass eine große „30“ in Zuckerschrift ihre Geburtstagstorte zierte und dass ein paar weniger freundliche Kolleginnen ihr eine Anti-Falten-Creme geschenkt hatten.
Nein, sie hatte das Gefühl, auf einer rosa Wolke durch den Tag zu schweben. Was kümmerte es sie, dass sie vor ein paar Tagen die erste kleine graue Strähne in ihrem seidigen, brünetten Haar entdeckt hatte? Oder, dass der Schnee die Straßen Wiens in matschig-braune Eisbahnen verwandelt hatte? Oder, dass der Frühling heuer noch in weiter Ferne lag? All das war doch ganz bedeutungslos!
Rebecca schnitt den Nusskuchen, den sie anlässlich ihres Geburtstags für ihre Kolleginnen mitgebracht hatte, sorgfältig in Stücke. Dann sorgte sie dafür, dass jede der Frauen, die sich in die kleine Küche gequetscht hatten, ein Stückerl abbekam.
„Großartig“, lobte Frau Hofer und tupfte sich mit einer Serviette Krümel von den rotgeschminkten Lippen. „Ich glaub, wir sollten die Rebecca ab sofort lieber als Bäckerin beschäftigen. Sicher, sie ist auch eine gute Grafikerin, aber als Bäckerin ist sie wirklich unschlagbar!“
Rebecca unterdrückte ein Grinsen. Wie gut, dass niemandem aufgefallen war, dass der Kuchen gar nicht selbstgebacken war!
So oft sie es auch versuchte und so viel Mühe sie sich auch gab – sie hatte einfach zwei linke Hände, wenn es ums Backen ging. Ein Glück, dass der Bäcker ums Eck die herrlichsten Mehlspeisen zauberte!
„Na, was strahlst du denn so?“, flüsterte Mareike, eine ihrer Kolleginnen, verschwörerisch.
Die schlanke Blondine zog Rebecca ein Stück von den anderen Frauen weg, die sich nun plaudernd und kichernd über den Kuchen hermachten.
„Freust du dich nur so sehr über deinen Geburtstag? Oder gibt es da etwa noch was anderes, das deine Augen so funkeln lässt?“, wollte sie wissen.
Rebecca verschluckte sich fast an ihrem Kuchen. Sah man ihr das so deutlich an?
„Ich treffe mich nachher mit Malte“, bekannte sie. „Er lädt mich heute Abend ins ‚Le Ciel‘ ein.“
Es war die Wahrheit, doch nicht die volle Wahrheit. Ein klitzekleines, aber bedeutsames Detail verschwieg sie.
Mareike war nett und lustig, aber eine ganz schöne Tratschtante. Aus Erfahrung wusste Rebecca, dass alles, was sie der Kollegin anvertraute, innerhalb weniger Stunden das Hauptgesprächsthema in den Büroräumen der kleinen Zeitschriftenredaktion sein würde.
„Oh, ins ‚Le Ciel‘!“, rief Mareike so laut aus, dass sich ihnen alle Köpfe zuwandten und sie kurz im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Sie schlug die perfekt manikürten Hände zusammen. „Das ist ja allerhand! Da war ich noch nie – war mir immer zu teuer. Aber der Malte hat’s ja, gell? Kein Wunder, dass du gute Laune hast! Einen Kerl, der mich so schick ausführt, tät ich mir auch wünschen.“
Rebecca überhörte den spitzen Unterton. Heute wollte sie sich nicht über so etwas ärgern. Sollte Mareike ruhig glauben, dass sie nur wegen des noblen Restaurants so aufgeregt war. Den wahren Grund für ihre Freude wollte Rebecca niemandem verraten.
Eine Hitzewelle stieg in ihr auf, als sie an den Abend dachte, und sie konnte sich bildlich ausmalen, wie rot ihre Wangen waren. Hastig murmelte sie eine Entschuldigung und huschte zu den Toiletten.
An einem der Waschbecken benetzte sie ihre Handgelenke und den Nacken mit kaltem Wasser. Sofort fühlte sie sich besser, und die Nervosität ließ ein wenig nach.
Als sie ihr Spiegelbild sah, musste sie laut auflachen. Kein Wunder, dass Mareike sie nach dem Grund für ihre Fröhlichkeit gefragt hatte! Sie strahlte von einem Ohr bis zum anderen. Aus ihren sanften, waldgrünen Augen leuchtete und funkelte die Vorfreude. Die Wangen waren rosig.
Aber sie hatte auch allen Grund, sich zu freuen und aufgeregt zu sein! Und zwar nicht, weil sie und Malte schick essen gehen würden, sondern vielmehr, weil er ihr gewiss das wunderbarste Geschenk machen würde, das sie sich vorstellen konnte …
Er hatte gesagt, dass er beim Dinner etwas mit ihr besprechen wollte – etwas sehr Wichtiges. Und Rebecca hatte sehr genaue Vorstellungen davon, was das wohl sein würde.
Ohnehin gab es nur eine Sache, die sie sich wirklich wünschte und die ihr Glück vollkommen machen würde: Das größte Geschenk, das Malte ihr machen könnte, wäre ein Verlobungsring! Ganz bestimmt würde er ihr im Restaurant einen Heiratsantrag machen.
Bei der Vorstellung pochte ihr Herz so schnell, dass ihr schwindlig wurde und sie sich kurz am Waschbeckenrand festhalten musste. Jetzt schon war sie fest davon überzeugt, dass das der schönste Abend ihres Lebens werden würde.
Für viele ihrer Freundinnen war der dreißigste Geburtstag ein Jammertag gewesen. Wer hätte gedacht, dass er für Rebecca der beste aller Geburtstage sein würde?
Nun aber...




