Kruse | Stick oder stirb! | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 272 Seiten

Reihe: Seifferheld-Krimis

Kruse Stick oder stirb!

Kommissar Seifferheld ermittelt
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7099-3848-5
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kommissar Seifferheld ermittelt

E-Book, Deutsch, Band 7, 272 Seiten

Reihe: Seifferheld-Krimis

ISBN: 978-3-7099-3848-5
Verlag: Haymon Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



ENDLICH WIEDER DA - UND GLEICH WIEDER WEG: SEIFFERHELD! Siegfried Seifferheld, Ex-Kommissar im unruhigen Ruhestand, IST WIEDER DA! Der begeisterte Handarbeitsfan mit eigener Radio-Kolumne für 'Männersticker' soll den Insassen der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall die Liebe zum seidenen Faden näherbringen. Mit stumpfen Nadeln, versteht sich. Ein RUSSISCHER MAFIABOSS sieht seine Chance gekommen und nutzt das Knast-Kränzchen für eine SPEKTAKULÄRE FLUCHT- MIT SEIFFERHELD ALS GEISEL! Eine fieberhafte Suche beginnt - doch Seifferheld bleibt verschwunden. PUBLIKUMSLIEBLING AM SEIDENEN FADEN: DER KOMMISSAR IM UNRUHESTAND Kommissar Seifferheld hat die Herzen und die Zwerchfelle einer riesigen Leserschaft IM STURM EROBERT. Eigentlich ist der charmante Ex-Polizist ja Frührentner, aber wie soll man im Ruhestand Ruhe geben, wenn dauernd, ja wirklich ständig, etwas passiert, bei dem es seine Schnüffelfähigkeiten braucht? Unter uns: So ganz unrecht ist dem Siggi und seinem treuen Gefährten Onis (Hovawart-Rüde und somit ebenfalls Schnüffler) etwas GEPFLEGT-SPEKTAKULÄRE ERMITTLER-ACTION gar nicht - auch wenn es noch so schön ist, das idyllische Bermudadreieck zwischen Seifferheld-Herzdame Marianne, Seifferheld-Männersticker-Radio-Kolumne und Seifferheld-Stammtisch 'Mord zwo'. She did it again: Tatjana Kruse, die Königin der Krimödie, hat wieder zugeschlagen 'Kruse schießt die Pointen völlig ungeniert gleich salvenweise aus der Hüfte, und sie bricht lustvoll mit wirklich allen gängigen Klischees ihres Genres.' So schön formuliert es Krimi-Kollege Ralf Kramp für den FOCUS - und trifft damit ins Schwarze. Die Königin der Krimödie kombiniert meisterinnenhaft RASANTE KIRMIHANDLUNGEN MIT WORTWITZ UND DEN SCHRULLIGSTEN FIGUREN der deutschsprachigen Krimilandschaft. Deshalb ist die Seifferheld-Reihe einer der beliebtesten im deutschsprachigen Raum, dafür lieben ihre Fans Tatjana Kruse seit der allerersten Seifferheld-Stunde, und darüber dürfen sie sich jetzt endlich wieder freuen! ****************************************************************************** Leserstimmen: 'Wer Krimis mit Slapstick-Charakter und skurrilen Figuren mag, der sollte sich diese Reihe unbedingt näher ansehen. Vor lauter Situationskomik bleibt kaum ein Leser ernst und die Serie ist süchtig machend. Siegfried, der stickende Held hat meine vollste Sympathie.' sommerlese, lovelybooks 'Wer einen Seifferheld gelesen hat, muss sie alle haben. Ich kann die Serie nur empfehlen!'? Zsadista, lovelybooks 'Leseempfehlung? Ja! Für wen? Nur für selbstzerstörerische Menschen, denen Lachfalten egal sind oder die sich trauen in einer vollbesetzten S-Bahn genüsslich vor sich hin zu giggeln.' RitaLeseviel, lovelybooks Krimödien von Tatjana Kruse bei Haymon Grabt Opa aus! Bei Zugabe Mord! Glitzer, Glamour, Wasserleiche Schampus, Küsschen, Räuberjagd Stick oder stirb!

Tatjana Kruse, die Queen der Krimi-Comedians, wurde bekannt mit ihrer Serie rund um den stickenden schwäbischen Ex-Kommissar Siggi Seifferheld, dessen langersehntes Comeback sie mit 'Stick oder stirb!' nun zelebriert. Kruse gehört zu den beliebtesten Autorinnen im deutschsprachigen Raum und wurde mehrfach ausgezeichnet. Bei HAYMONtb erschienen 'Grabt Opa aus! Ein rabenschwarzer Alpenkrimi' (2014), sowie eine Krimi-Trilogie um die singende Diva Pauline Miller.
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Seifferheld und die Sticker mit den stumpfen Nadeln


Aus dem Polizeibericht

Ein junger Mann verschlief am vergangenen Montagmorgen seinen Stadtbus-Halt „Hessental-Dolanallee“. Als er an der Endhaltestelle „Berufsschule“ vom Fahrer geweckt wurde, stellte er fest, dass sein Rucksack verwechselt worden sein musste – statt seines eigenen lag ein ähnlich aussehender fremder Rucksack neben ihm. Laut Aussage des Fahrers wurde er daraufhin totenbleich. Der Fahrgast, dem die Verwechslung der Rucksäcke unterlaufen war, hatte zwischenzeitlich den Rucksack des jungen Mannes geöffnet, um den rechtmäßigen Besitzer zu kontaktieren und die Rucksäcke wieder zu tauschen. Dabei hatte er zwei Kilogramm Marihuana entdeckt. Als der verschlafene Drogenhändler am Stadtbus-Hauptsitz erschien, um seinen Rucksack abzuholen, erwartete ihn dort die Polizei.

Die Welt zu Gast in Schwäbisch Hall. Dieses Motto des Stadtmarketings galt nicht nur für Touristen, sondern auch für die Insassen der örtlichen Justizvollzugsanstalt.

Aus aller Herren Länder kamen die Straftäter, was die Verständigung bisweilen schwierig gestaltete und natürlich Konfliktpotenzial barg. Und auch das Spektrum ihrer Straftaten war breit: von Wirtschaftskriminalität über organisiertes Verbrechen bis hin zu einem berüchtigten Serienvergewaltiger und -mörder war alles vertreten. Aber auch hier, inmitten von Totschlägern, Betrügern und Brandstiftern, gab es so etwas wie einen ganz normalen Alltag, und zu diesem Alltag gehörte jeden Mittwoch Siegfried Seifferheld, den hier alle nur „Der Sticker“ nannten.

Siggi war spät dran: Der Stadtbus war mit Verspätung gekommen, da es in der – wegen der vielen auf der linken Fahrbahn geparkten Anwohnerfahrzeuge – einspurigen Schenkenseestraße mal wieder zu einem Stau gekommen war, als eine Kraftfahrzeuglenkerin der festen Überzeugung war, der Bus müsse zurücksetzen und nicht sie. Und von der Bushaltestelle zum Knast war es auch noch eine ordentliche Strecke für jemand, der wegen der Kugel in seiner Hüfte nur mit Gehhilfe vorankam und in der freien Hand eine Tüte mit Blini trug.

„Tag, Herr Seifferheld.“

In der Justizvollzugsanstalt schlug ihm wie immer der typische Knastgeruch entgegen: eine Mischung aus Bohnerwachs, Männerschweiß, angebranntem Essen und kaltem Zigarettenrauch.

„Morgen.“ Siggi wappnete sich für das übliche Procedere, das alle aushäusigen Dozenten des Gefangenenbespaßungsprogramms über sich ergehen lassen mussten. Seine Gehhilfe wurde einbehalten, weil die sich unter Umständen als Waffe zweckentfremden ließ. Die Blini wurden inspiziert und vorgekostet. Das Vorkosten wäre nicht nötig gewesen, aber Olgas Blini waren lecker und bei den Beamten beliebt. Erst danach durfte Seifferheld in Begleitung zu dem kleinen Veranstaltungsraum humpeln, in dem er schon höchst ungeduldig erwartet wurde.

Zum mittwöchlichen Stickkurs von Siegfried Seifferheld durften nur als „ungefährlich“ Eingestufte – konkret hieß das: Kurt, ein zottelhaariger Ex-Junkie, der wegen leichter, aber wiederholter Beschaffungskriminalität einsaß und im Knast zu Gott gefunden hatte; Saiid, ein zartbitterschokoladenbrauner Somali, von dem es hieß, er sei Pirat gewesen, der jetzt aber an den Rollstuhl gefesselt war, warum, das wusste keiner; Trân, ein winziger Vietnamese, der einen Schmuggelring geleitet hatte; Murat, eine Seele von Mensch, der erstaunlich echt wirkendes Falschgeld in großen Mengen produziert und unter die Leute gebracht hatte; Willi, der früher als Zuhälter aus reiner Muskelmasse bestanden hatte, jetzt aber über zweihundert Kilo untrainiertes Lebendgewicht mit sich herumtrug; und Pjotr, der greise Russenmafioso, der mit seinem weißen Vollbart und den buschigen weißen Augenbrauen wie ein wohlwollendes Großväterchen wirkte. Aber selbst dieser harmlose Haufen – der Fromme, der Fette, der Nette, der Zwerg, der Rollstuhlfahrer und der Greis – bekam jeweils nur eine einzige, stumpfe Sticknadel ausgehändigt. Um das Risiko zu minimieren. Natürlich war Seifferheld bewusst, dass man auch mit einer stumpfen Sticknadel viel Böses anrichten konnte. Angst hatte er trotzdem nicht – er verließ sich auf seinen Instinkt. Und sein Instinkt sagte ihm, dass er zwar wachsam sein musste, aber nicht besorgt.

Die Männer waren für die Abwechslung mehr als dankbar und gierten förmlich danach, sein gesamtes, in vielen Jahren angeeignetes Sticker-Wissen vollumfänglich in sich aufzusaugen. Wenn Seifferheld ehrlich war, dann sonnte er sich ein wenig darin, so begehrt zu sein. Lange Zeit hatte er nur heimlich gestickt, weil in seiner Generation Sticken nicht als anerkannte Beschäftigung für echte Kerle galt. Aber das Schöne am Alter war ja, dass man sich – im Idealfall – irgendwann ein Ei darauf pellte, was die anderen dachten. Also hatte er sich nach seiner Vervorruhestandung geoutet und galt mittlerweile als Koryphäe, er hatte sogar seine eigene interaktive Radiosendung, bei der ihn stickende Männer anrufen konnten, denen er dann mit Tipps und Tricks weiterhalf. Und seit kurzem hatte er eben auch diesen Stickkurs in der JVA. Bei dem er, anders als im Radio, die leuchtenden Gesichter der Männer sehen konnte, wenn sie in den Flow kamen und ihnen besonders gute Stiche gelangen, die nach und nach sogar ein wiedererkennbares Motiv ergaben.

„Morgen, die Herren“, sagte Seifferheld, als er in den Raum humpelte, den die Gefängnisleitung für solche Kleingruppenveranstaltungen vorgesehen hatte.

„Morgen, Herr Seifferheld“, schallte es ihm aus den fünf Männerkehlen entgegen.

Auch wenn die fünf jetzt mit Begeisterung dabei waren, gab sich Seifferheld keinen Illusionen hin. Ursprünglich saßen sie nur hier, weil die anderen Kurse ausgebucht gewesen waren. Der Gefängnisalltag war wahlweise knallhart oder megalangweilig, darum erfreuten sich die Kurse, mit denen die Gefängnisleitung die Insassen bei Laune halten wollte – darunter Aquarellzeichnen, kreatives Schreiben und Gospelgesang –, größter Beliebtheit. Der Andrang für den Stickkurs hatte sich allerdings in Grenzen gehalten. Ganoven waren seit jeher erzkonservativ – dass es nicht an der Männlichkeit kratzte, wenn man als Kerl handarbeitete, war noch nicht wirklich in die Verbrecherhirne durchgedrungen. Damals hatten sich neun Männer für den Kurs angemeldet, weil sie sonst nirgends mehr unterkamen – von den neun machten aber drei sofort wieder einen Rückzieher – einer, als er merkte, dass Siegfried kein deutscher Frauenname war, wie er geglaubt hatte, weil in seiner Heimat ausschließlich Frauen Handarbeitsunterricht erteilten, und zwei, die gehofft hatten, hinter Siegfried würde sich ein junger deutscher Recke mit wallendem Blondhaar verbergen, kein angeschossener Ex-Bulle über sechzig, auch wenn Siggi für einen übersechzigjährigen Invaliden extrem gut in Form war.

So blieben also nur sechs wackere Sticker übrig, die sich aber mittlerweile ganz ehrlich über die Handarbeitsstunden freuten. Und die mit großem Engagement bei der Sache waren.

Der Funke war auch auf Siggi übergesprungen. Als altgedienter Cop glaubte er nicht wirklich an Resozialisierung und hatte sich nur für den Kurs zur Verfügung gestellt, weil Polizeichefin Bauer ihn dazu gedrängt hatte. Jetzt aber freute er sich auf die Mittwochvormittage mit seinen Knackis. Sie hatten schon Initialen in ihre Unterwäsche gestickt sowie einfache Rauten- und Stern-Muster mit Kreuz-, Stiel- und Knötchenstichen auf ihre Kissenbezüge. Heute sollte es zum ersten Mal an richtige Motive gehen.

Siggi lächelte. Ihm war durchaus bewusst, dass er seine Freizeit ausnahmslos in reinen Männerrunden verbrachte – mit seinen Kochkumpels von der Volkshochschule, mit den Vollmondtrommlern, mit denen er allerdings nicht trommelte, nur Feierabendbiere trank, mit seinen Ex-Kollegen von Mord zwo, mit denen er sich jede Woche zum Stammtisch traf, und jetzt mit diesen stickenden Knastbrüdern. Aber da er jahrelang als einziger Hahn im Haus mit bis zu vier Frauen zusammengelebt und zudem bei der Arbeit eine Frau als Chefin gehabt hatte, tat ihm dieser Testosteronausgleich gut und hielt ihn innerlich in Balance.

„Heute habe ich Großes mit euch vor!“ Siggi setzte sich und packte seine Utensilien aus. „Wir wagen uns an Bildmotive! Das wird euer Durchbruch vom Anfänger zum Stickprofi. Seid ihr bereit?“

„Amen“, meinte Kurt.

„Ja!“, rief Saiid.

„Da“, sagte Pjotr auf Russisch.

Trân nickte, Murat hob den Daumen, und Willi ließ seine gewaltigen Hüften im Vorfreudemodus rotieren.

Seifferheld grinste. „Aber erst gibt es Blini.“

Die von Olga zubereiteten russischen Pfannkuchen waren an diesem Tag mit Hackfleisch vom Rind gefüllt. Von den ursprünglichen zwanzig waren noch exakt fünfzehn übrig – fünf füllten bereits die Mägen der Schließer, die sich als Vorkoster zur Verfügung gestellt hatten. Seifferheld reichte die Tupperdose herum, und jeder bediente sich ausgiebig. Jeder bis auf ihn selbst, denn er hatte ja schon seine Butterbrezen gefrühstückt und achtete neuerdings auf sein Gewicht. Seiner Marianne zuliebe. Darum nahm er schweren Herzens nur einen Blini.

„Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast“, betete Kurt. Glaubensunabhängig nickten alle mit den...


Tatjana Kruse, die Queen der Krimi-Comedians, wurde bekannt mit ihrer Serie rund um den stickenden schwäbischen Ex-Kommissar Siggi Seifferheld, dessen langersehntes Comeback sie mit "Stick oder stirb!" nun zelebriert.

Kruse gehört zu den beliebtesten Autorinnen im deutschsprachigen Raum und wurde mehrfach ausgezeichnet. Bei HAYMONtb erschienen "Grabt Opa aus! Ein rabenschwarzer Alpenkrimi" (2014), sowie eine Krimi-Trilogie um die singende Diva Pauline Miller.



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