Buch, Deutsch, 378 Seiten, PB, Format (B × H): 144 mm x 217 mm, Gewicht: 498 g
Reihe: Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ
Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und AlphaJournalisten - eine kritische Netzwerkanalyse
Buch, Deutsch, 378 Seiten, PB, Format (B × H): 144 mm x 217 mm, Gewicht: 498 g
Reihe: Reihe des Institus für Praktische Journalismusforschung / IPJ
ISBN: 978-3-86962-459-4
Verlag: Herbert von Halem Verlag
Es wird ein theoretisches Modell entwickelt, das Medienverhalten mit Hilfe von Pressure Groups und sozialen Netzwerken erklärt und das vorhersagt, dass Leitmedien mehr oder weniger den laufenden Diskurs der Eliten reflektieren, aber dessen Grenzen nicht überschreiten und dessen Prämissen nicht kritisch hinterfragen.
Im empirischen Teil fokussiert eine Netzwerkanalyse zunächst die soziale Umgebung von 219 leitenden Redakteuren deutscher Leitmedien. Jeder Dritte unterhielt informelle Kontakte mit Politik- und Wirtschaftseliten; bei vier Außenpolitik-Journalisten von FAZ, Süddeutsche Zeitung, Die Welt und Die Zeit finden sich dichte Netzwerke im US- und NATO-affinen Elitenmilieu.
Eine anschließende Frame-Analyse fragt, inwieweit der Output dieser vier Journalisten in den umstrittenen Fragen der Definition von Sicherheit („erweiterter Sicherheitsbegriff“) und Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auf der Linie der ermittelten Bezugsgruppen liegt. Abschließend werden die Berichte über die Münchner Sicherheitskonferenz und deren Gegner in fünf Tageszeitungen inhaltsanalytisch untersucht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Eliten-nahen Leitmedien FAZ, Welt und Süddeutsche den auf der Sicherheitskonferenz laufenden Elitendiskurs ausführlich abbilden, dabei aber die Proteste und die Gegenveranstaltung „Münchner Friedenskonferenz“ marginalisieren und delegitimieren.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Kommunikationswissenschaften Massenmedien & Massenkommunikation
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Medienwissenschaften Medientheorie, Medienanalyse
- Sozialwissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Medienwissenschaften Journalismus & Presse
Weitere Infos & Material
Vom Kampf um die ›Meinungsmacht‹ – Vorwort zur 2. Auflage
Vorwort des Herausgebers
Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Forschungsstand
2.1 Informelle Kommunikation mit Politik- und Wirtschaftseliten
2.2 Elitenorientierung von Leitmedien
3. T heorien und Konzepte
3.1 Indexing-Hypothese
3.1.1 Kernthesen
3.1.2 Kritik und empirische Überprüfung
3.1.3 Indexing – Problem oder Segen für die Demokratie?
3.2 Propagandamodell
3.2.1 Kernthesen
3.2.2 Kritik
3.2.3 Empirische Überprüfung
3.3 Guard Dog Perspective
3.4 Soziale Kontrolle und das Protestparadigma
3.5 Vergleich der Konzepte
3.6 Anwendbarkeit auf deutsche Verhältnisse
3.7 Theoriebausteine zur Elitenorientierung deutscher Leitmedien
4. Definitionen
4.1 Eliten und Elitenintegration
4.2 Soziale Netzwerke und soziales Kapital
4.3 Schweigespiraleffekte
4.4 Leitmedien und Elitemedien
5. Netzwerkanalyse
5.1 Methode
5.2 Untersuchungsdesign
5.2.1 Auswahl der Journalismuseliten
5.2.2 Auswahl der Verbindungen
5.2.3 Quellenlage
5.2.4 Aussagekraft der Daten
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Gesamtnetzwerk
5.3.2 Ego-Netzwerke
5.3.2.1 Markus Schächter (ZDF)
5.3.2.2 Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ)
5.3.2.3 Stefan Kornelius (SZ)
5.3.2.4 Michael Stürmer (Welt)
5.3.2.5 Josef Joffe (Zeit)
5.3.2.6 Die US-affinen Journalisten und soziale Homophilie
5.4 Die Verbindungen aus journalismusethischer Sicht
5.5 Zwischenfazit
6. Die Ausweitung der Kampf zone durch Eliten und Leitmedien
6.1 Sicherheit, Verteidigung und Auslandseinsätze der Bundeswehr
6.1.1 Die Kluft zwischen Elite und Bevölkerung
6.1.2 Der erweiterte Sicherheitsbegriff
6.1.3 Konsequenzen und Kritik der Begriffserweiterung
6.2 Untersuchungsdesign
6.2.1 Hypothesen
6.2.2 Definition von Frame und Frame-Element
6.2.3 Vorgehensweise und Methode
6.3 Ergebnisse
6.3.1 Frame-Elemente zur allgemeinen Bedrohungslage
6.3.2 Frame-Elemente zur Bundeswehr und zum Verhältnis Regierung – Wahlvolk
6.3.3 Frame-Elemente zum Verhältnis Deutschland – Nato/USA
6.3.4 Vergleich der Argumentationsmuster
6.3.4.1 Stefan Kornelius (SZ)
6.3.4.2 Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ)
6.3.4.3 Michael Stürmer (Welt)
6.3.4.4 Josef Joffe (Zeit)
6.3.4.5 Resümee des Vergleichs
6.3.5 Auswertung der Hypothesen
6.3.6 Elemente von Propaganda
6.3.7 Das fehlende Gegengewicht in FR und taz
6.4 Zwischenfazit
7. Die Münchner Sicherheitskonferenz und ihre Gegner in den Leitmedien
7.1 Hinführung
7.1.1 Die Münchner Sicherheitskonferenz
7.1.2 Verbindungen deutscher Medien zur MSC
7.1.3 Kritik an der MSC
7.1.4 Protestaktionen und die Münchner Friedenskonferenz
7.2 Hypothesen
7.3 Design der Inhaltsanalyse
7.3.1 Untersuchungszeitraum und Auswahl der Beiträge
7.3.2 Kategoriensystem
7.4 Ergebnisse der Inhaltsanalyse
7.4.1 Umfang der Berichterstattung über die MSC und die Proteste
7.4.2 Bewertungen der MSC und der Proteste
7.4.2.1 Welt
7.4.2.2 FAZ
7.4.2.3 SZ
7.4.2.4 FR
7.4.2.5 taz
7.5 Zwischenfazit
8. Fazit
8.1 Zusammenfassung
8.2 Diskussion und Forschungsdesiderata
8.3 Folgerungen für die journalistische Ethik
Literatur
Anhang
A.1 Grundgesamtheit der Journalismuseliten 2007 - 2009
A.2 Definition der Politik- und Wirtschaftseliten
A.3 Verbindungen von Journalisten zu Organisationen
A.4 Funktionen aller Personen aus den Netzwerkgrafiken