Kronschnabl | Greifenfeder | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 611 Seiten

Reihe: Drachenblut

Kronschnabl Greifenfeder


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7554-1873-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 3, 611 Seiten

Reihe: Drachenblut

ISBN: 978-3-7554-1873-3
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



In einer Welt, in der nicht nur Menschen existieren, sondern auch Drachen, Feen und allerlei anderer Übernatürliche, gelten andere Regeln...     Silas ist das Bild von einem Krieger. Groß, muskulös, von Narben entstellt. Und ein Greif. In seinem Dorf und in seinem Rudel geht alles ruhig und geordnet zu, wenn auch streng und unnachgiebig. Angepasst an Regeln und Befehle, schenkt er seinen Instinkten nur selten Gehör, dennoch bricht es hin und wieder aus ihm heraus, was ihn so manches Mal in echte Schwierigkeiten bringt. Ein kleiner Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen und bringt seine Rudelführer zum Platzen. Er wird aus dem Rudel verstoßen, fortan dazu verdammt, auf sich alleine gestellt in einer Welt voller blutdürstiger Drachen zu überleben. Einer davon findet ihn und es ist niemand geringeres als Laina, Herrscherin von Dumiah. Anfangs noch Konkurrenten und Feinde merken sie schnell, dass sie ein unsichtbares Band verbindet. Ihr Freiheitsdrang. Werden sie trotz diesem einen Weg zueinander finden oder zieht es Silas am Ende zurück in sein Rudel und Laina in ihre Stadt?

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-2-
  Die Sonne hatte ihren höchsten Stand noch gar nicht erreicht, da funkelte und glitzerte die Wasseroberfläche des Sees bereits so sehr, dass es den Eindruck erweckte, als habe sich das kühle Nass gerade so weit erwärmt, dass es das Eintauchen darin nur umso verlockender gestaltete. Obwohl Zephyr es besser wissen musste, stieß sie ein Keuchen aus, als die Eiseskälte wie tausende Nadelstiche in ihre Haut eindrang und drohte, ihre Glieder zu betäuben. Es war ihr verlockend erschienen, in ihrer menschlichen Haut baden zu gehen, nun wusste sie, dass es besser war, ihrem schützenden Gefieder zu vertrauen. Ihr eigener Stolz hinderte sie daran, nun aus den Fluten hinauszustürzen und um den Prozess ein wenig zu beschleunigen, tauchte sie schließlich komplett unter. Das Wasser umschloss ihren zierlichen Körper, die cremefarbene Haut, ihr scheinbar eintönig braunes Haar und die zerbrechlichen Gesichtszüge, die unbestritten von ihrer Mutter zeugten. Sie rieb sich übers Gesicht, um ihre Muskeln vor dem Erstarren zu bewahren, dann schwamm sie einige kräftige Züge, um ihrem Körper zu signalisieren, dass es mit der Ruhe und dem Schlaf vorbei war. Das Wasser des Sees war kristallklar und gewährte freien Blick auf den steinigen Grund und das wenige Leben darauf. Ein paar kleine Fische und Algen, mehr gab es nicht zu sehen. Zephyr stieß prustend an die Oberfläche, als ihre Lungen die Luft nicht länger halten konnten. Sie strich sich die hüftlangen Haare zurück und rieb sich dann rasch über die nackten Arme, den Hals und die kleinen, festen Brüste, ehe sie zurück Richtung Ufer schwamm und dort den Schrecken ihres Lebens bekam. Unmittelbar vor ihr, mit den Fußspitzen schon fast im Wasser, stand einer der Krieger, der ihren Eltern diente. Und er starrte sie unentwegt an. Dankbar dafür, dass ihr das Wasser bis zum Hals reichte, überlegte Zephyr, wie sie der Situation entkommen sollte. Ihr Zeitplan mochte in der Regel straff sein, aber ihre Eltern hatten ihr schon vor Jahren eine Tagesstunde eingeräumt, in der sie tun und lassen konnte, was sie wollte. Dies beinhaltete nicht nur ihre geliebte und hoch geschätzte Körperpflege, sondern auch die Erkundung des Polarkreisels oder das Herumlungern mit anderen Greifen in ihrem Alter. Sie blickte zur Sonne auf und schätzte, dass ihr noch einige Minuten blieben, ehe ihr tägliches Training anstand, aber noch nie war sie dazu abgeholt worden. Dieses Ungetüm von einem Mann konnte unmöglich ihren Aufpasser spielen, also warum hatten Hanalei und Blythe ihn hierher geschickt? Silas war ihr immer nur aus der Ferne aufgefallen, dennoch erkannte sie seine ungewöhnlichen amberfarbenen Augen, mit den grünen Ringen darin, auf die Distanz. Sie fixierten sie mit kühler Berechnung und einer Wachsamkeit, die ihm schon in seiner eigenen Kindheit und Jugend in Fleisch und Blut übergegangen sein mussten. Zephyr erschauerte, weil sie sich in gewisser Weise vor ihm fürchtete, doch noch mehr fürchtete sie den Grund für sein Auftauchen am See. Sie verharrte so regungslos wie er und hoffte, er würde ihr endlich den Rücken kehren, aber nichts dergleichen geschah. Sie schwamm noch ein wenig näher ans Ufer und musterte argwöhnisch den Krieger, der breitbeinig und mit verschränkten Armen dastand. Das einzige Zeichen seiner Ungeduld war die einzelne hochgezogene Augenbraue, die seine grässliche Narbe nur zu verlängern schien. Zephyr wandte beschämt den Blick ab als ihr klarwurde, dass sie ihn schon viel zu lange anstarrte. Ein Zucken durchlief ihren Körper, als seine tiefdröhnende Stimme unerwartet die Stille am See durchbrach. „Beeil dich gefälligst, damit wir mit dem Training beginnen können.“ Zephyr riss den Kopf zwar wieder hoch, wagte es aber nicht dem Wachhund ihrer Eltern ins entstellte Gesicht zu sehen und starrte stattdessen auf seine beeindruckenden und imposant breiten Schultern. „Ausgerechnet du sollst mein Lehrer sein?“, spie sie, feindseliger als beabsichtigt. Ihr war klar, dass sie sich zu fügen hatte, doch es musste einen Grund dafür geben, damit nicht wie gewohnt Lux diese Aufgabe übernahm. „Befehl deiner Mutter. Und nun komm, so rot wie deine Haut ist, muss dir arschkalt sein“, erwiderte er mit nichtssagender Stimme. Zepyhr stellte schockiert fest, dass nun ein wenig mehr ihres Körpers aus dem Wasser lugte und den Ansatz ihrer Brüste entblößte, die ganz besonders auf das kalte Wasser reagierten. Brennende Hitze schoss ihr in Ohren und Wangen, doch sie hielt den Blick gesenkt und linste durch ihre Wimpern vorsichtig zu Silas. Oh Himmel, er konnte doch nicht etwa ihre rosigen und steif gewordenen Nippel erkennen? „Dreh dich um!“, befahl sie, in der Hoffnung ihr Tonfall möge genauso autoritär klingen, wie der ihrer Mutter. Der Ausdruck von Spott, der des Mannes Mundwinkel umspielte, machte jedoch all ihre Hoffnungen zunichte. Er schien genau zu wissen, woran sie in diesem Moment dachte. „Du bist nichts weiter als ein Kind, Mädchen, mach dir da mal keine Sorgen“, schnaubte er. Zepyhr fühlte sich ein wenig gekränkt und stieß ein wenig damenhaftes Fluchen aus. Sie war längst kein Kind mehr und egal wie klein ihre Brüste und wenig gerundet ihre Hüften auch sein mochten, sie war dennoch durch und durch Frau! So sehr sie sich auch schämte dem Wächter ihrer Eltern ihren entblößten Menschenkörper zu präsentieren, so stieg sie dennoch trotzig und ohne ihre Blöße zu verbergen aus dem klaren Wasser. Ihr Instinkt übernahm den Großteil ihres Verstandes, wollte diesem ungehobelten Klotz beweisen, dass er falschlag und sie alles andere als kindlich und unreif war, aber selbst als sie stolz und mit erhobenem Kinn an ihm vorbeischritt, glitt sein Blick nicht auch nur ein einziges Mal an ihrem Körper hinab und dies kränkte sie noch viel mehr. Silas schmunzelte still in sich hinein, da sich deutlich auf dem Gesicht der noch ausgesprochen jungen Frau abzeichnete, was ihr gerade durch den Kopf ging. Sie ist noch längst nicht erwachsen, dachte er, als aus ihrer bloßen und makellosen Haut verwaschen weiß wirkende Federn zu sprießen schienen. Ein Ruck ging durch ihren Körper, dann landete sie auf allen Vieren, in Greifengestalt. Ihr weißes Gefieder war an einigen Stellen braungefleckt und deutete somit auf ihren Vater, ihre azurblauen Augen waren jedoch identisch mit denen von Hanalei. Silas erinnerte sich wieder an seinen Befehl und deutete nun mit ausgestrecktem Arm auf die andere Seite des Sees, wo nur trostlose Einöde zu erkennen war. „Wenn du auf die Idee kommst zu türmen, Mädchen, rupfe ich dir deine hübschen Federn aus, hast du verstanden?“, drohte er, als er das vertraute Zucken von Zepyhrs Pinselohren und ihrem Schwanz erkannte. Sie war abgelenkt und überlegte scheinbar fieberhaft, wie sie ihm entkommen sollte. Dabei vermied auch sie es, ihm ins Gesicht zu blicken. Das Greifenweibchen stieß ein unwirsches Fauchen aus, mit dem sie ihn wohl provozieren wollte. Hanalei würde das niemals zulassen, schien der Ausdruck in ihren Augen zu sagen, aber Silas würde ihr schon noch klarmachen, dass er niemals etwas einfach nur so daher sagte. Er fuhr einfach fort, als hätte es Zephyrs Einwände nie gegeben. „Entgegen des üblichen Ablaufes werden wir heute auf der anderen Seite des Sees trainieren. Bisher musstest du dir keine Sorgen um Störungen oder Ablenkungen machen, aber es wird Zeit, dir ein wenig Feuer unterm Arsch zu machen. Wollen doch mal sehen, was du wirklich auf dem Kasten hast.“ Seine derben Worte waren ungewohnt für die Tochter der Rudelführer und ließen sie misstrauisch die Ohren anlegen, doch Silas war noch nicht damit fertig, sie zu reizen. Gerade dann, als Zephyr die imposanten Schwingen ausbreiten wollte, hob Silas den Zeigefinger. „Oh, nein! Du wirst deine Flügel heute nicht benutzen. Um es ein wenig anstrengender und interessanter zu machen, starten wir zum Aufwärmen mit einem kleinen Wettrennen. Wer zuerst den See umrundet hat und auf der anderen Seite angekommen ist, entscheidet darüber wie trainiert wird, abgemacht?“ Zephyr warf den Kopf hin und her, konnte kaum glauben, was dieser Irre da von sich gab und holte dann mit einer ihrer Pranken aus, um ihm ein wenig Dreck und Geröll entgegenzuschleudern. Greifen waren keine Läufer. Ihre Klauen, die ja mit langen Krallen bestückt waren, boten beim Laufen und Rennen einen viel zu großen Druck und Widerstand, hielten wenn überhaupt nur für einen äußerst kurzen Sprint her. Sie waren zum Zerfleischen von Feinden gedacht und nicht zum Dauerlauf, also was dachte sich dieser Tölpel dabei? Zephyr erschrak ein wenig, als sich ein gehässiges Grinsen auf Silas' Züge stahl, welches eher einem beängstigenden Zähnefletschen glich. „Lux ist verweichlicht, Kleines, er weiß nicht, mit welch unfairen Mitteln gekämpft wird. Je mehr Erfahrung du in solch ungewöhnlichen Situationen hast, desto leichter wird es dir in Zukunft fallen, ruhig zu bleiben. Und ein wenig Ehrgeiz kann dir auch nicht schaden, also mach dich bereit“, erklärte er und entledigte sich ohne zu zögern seines Gewands. Zephyr starrte ihn mit großen Augen an, obwohl sie eigentlich vorhatte, über...



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