Krauß Glücksgift
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-04546-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Reihe: CP-Publikationen
ISBN: 978-3-641-04546-3
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
In einem Luxushotel wird nachts eine Leiche aufgefunden. Jemand hat sie in die Bar gebettet und mit 14 rätselhaften Geschenken umgeben. Ein Liebesmord? Die Kripo ist zunächst ratlos – und stößt doch bald auf die Geschichte dahinter. Die merkwürdigen Geschenke führen zu Bravo und Amanda und direkt zum Beginn einer großen Liebe. Einer Liebe, die plötzlich kommt und heftig, wild, schön und radikal ist. Doch es ist ein Glück, das sich schleichend selbst vergiftet. Amanda ist besessen von Perfektion, süchtig nach Vollkommenheit. Für sie gibt es nur ganz oder gar nicht und niemals einen Mittelweg. Dass sie von Bravo das Unmögliche erwartet, wird ihrer Beziehung bald zum Verhängnis. Als ein bösartiger Verrat hinzukommt, kann Amanda plötzlich nicht mehr zurück. So sorgfältig wie vorher die Liebe inszeniert sie jetzt den Tod.
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(S. 103-104)
2:26 Uhr. Weder der General Manager noch der Kellner noch der Nachtportier können sich erinnern, die Leiche je lebend gesehen zu haben. Bei allem Nachdenken: Nein, Fehlanzeige. Aber das ist schließlich auch kein Wunder: Dieses Hotel verfügt neben den zahlreichen Zimmern, die oft täglich neu belegt werden, über ein öffentliches Restaurant, über die blaue Bar, die an vier Abenden in der Woche in Betrieb ist und über die Hallenbar, die nicht nur von Gästen des Hauses besucht wird.
Der Nachtportier, der den Wachmann angerufen hat und eilig zur blauen Bar zurückgekehrt ist, hat die Erklärung des General Managers nickend mit angehört. »Hier gehen alle Tage so viele Leute aus und ein, dass man sich unmöglich jeden merken kann«, ergänzt er. »Es ist nicht Tag, sondern Nacht«, erinnert ihn der Oberkommissar. »Richtig«, sagt der Nachtportier. »Haben Sie in den sechs Stunden zwischen zwanzig Uhr und zwei Uhr irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt?« »Nichts, außer dass ein Gast relativ spät seine Magnetkarte verlangte.« »Wie spät?« »Es dürfte gegen elf gewesen sein.« »Das scheint mir nicht ungewöhnlich. Der Gast kann ein Kino oder ein Theater oder sonst etwas besucht haben.« »Er trug aber einen Jogginganzug.« »Sind Sie sicher?«
»Absolut sicher. Er war auch verschwitzt und hatte nichts weiter als eine Gürteltasche bei sich.« »Wenn wir nachts Streife fahren«, wirft Mia ein, »sehen wir öfter mal Leute joggen.« Der OK blickt über die Schulter. »Was machen Sie da drin?« »Ich kann nicht heraus, Sie blockieren den Eingang, Herr Oberkommissar.« »Dann sagen Sie es nächstes Mal. Sie sind doch sonst nicht auf den Mund gefallen.«»Ja, Herr Oberkommissar. Da drin liegt übrigens ein sagenhaftes Foto.
Ich meine nicht die Katze.« »Ich habe das Foto gesehen. Und jetzt raus mit Ihnen.« Der OK tritt gereizt zur Seite. »Aber haben Sie auch gesehen, dass auf dem Foto etwas fehlt?« »Um Himmels willen, was denn?« »Ich kann es Ihnen zeigen. Ein Freund von mir skatet auch, aber lange nicht so umwerfend elegant …« »Was fehlt?« Mia sagt es ihm. Woraufhin sich der OK das Foto ansieht. »Okay«, sagt er. Danach nimmt er sein Diktiergerät an die Lippen. »Foto von Skater, männlich, ohne Skateboard.« Der Nachtportier läuft die Treppen hinunter und macht die Tür auf für den Arzt.




