Kramer | Regionalismus und Moderne | Buch | 978-3-89693-468-0 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 409 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 592 g

Reihe: Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur

Kramer

Regionalismus und Moderne

Studien zur deutschen Literatur 1900-1933
1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-89693-468-0
Verlag: Frank und Timme GmbH

Studien zur deutschen Literatur 1900-1933

Buch, Deutsch, 409 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 592 g

Reihe: Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur

ISBN: 978-3-89693-468-0
Verlag: Frank und Timme GmbH


Welches Bild der literarischen Moderne ergibt sich, wenn man sie aus regionalistischer Perspektive betrachtet? Diese Studien erforschen eine bislang wenig beachtete Region der Literaturgeschichte und belegen, dass die moderne Literatur Deutschlands im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nicht ausschließlich urbane Literatur ist, sondern auch regionale Voraussetzungen hat, die in ihr weiterwirken. Damit widerlegen sie das Vorurteil, Regionalismus sei antimodern und gehöre in die reaktionäre Tradition der Heimatkunst und der völkischen Bewegungen. Die sechs Kapitel belegen, wie regionalistische Konzepte und Diskurse, nicht immer widerspruchsfrei, zur Ausbildung der literarischen Moderne und ihrer Programme beitragen. Anhand des Regionalen denken moderne Autoren wie Heinrich und Thomas Mann und Rilke um 1900 über Heimat, Kunst und Moderne nach. Im provinziellen Elsass bildet sich vor 1914 mit René Schickele, Ernst Stadler u.a. eine Avantgarde, deren progressiver Regionalismus in den deutschen Expressionismus eingeht. Der Expressionismus der 1910er Jahre wird seinerseits als auch regionalistische Epoche rekonstruiert, wie sich umgekehrt im Rheinland nach 1918 Autoren, Texte und Manifeste zeigen, die unterschiedliche regionale, nationale und europäische Kontroversen austragen. Autorinnen der Weimarer Republik nutzen den Regionalismus zur Subversion traditioneller Genderkonzepte, während deutsch-jüdische Intellektuelle wie Bloch und Benjamin ausgerechnet mit Hilfe des Regionalen auf die Bedingungen der kulturellen Moderne reflektieren.

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