Kohl | Grimm & Sohn - Das Hornveilchen-Indiz | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 286 Seiten

Reihe: Mord am Niederrhein

Kohl Grimm & Sohn - Das Hornveilchen-Indiz

Kriminalroman | Mord am Niederrhein 3 - Regiokrimi trifft Cosy Crime in einer humorvollen Mischung
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-163-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman | Mord am Niederrhein 3 - Regiokrimi trifft Cosy Crime in einer humorvollen Mischung

E-Book, Deutsch, Band 3, 286 Seiten

Reihe: Mord am Niederrhein

ISBN: 978-3-98952-163-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Grabraub auf dem Rheinberger Friedhof? So etwas hat Gertrud Grimm in ihrem ganzen langen Leben noch nicht gehört, aber anscheinend ist die Stadt am Niederrhein vor nichts mehr sicher! Ein Dutzend vertauschter Hornveilchen und der Fund einer menschlichen Rippe legen jedenfalls nahe, dass das Grab des angesehenen Professors der kirchlichen Hochschule leer ist. Aber aus welchem Grund? Gertrud ist fest entschlossen, das aufzuklären, bevor in der Kleinstadt die Gemüter hochkochen. Zumal ihr Sohn, der pensionierte Kriminalkommissar Heinrich Grimm, plötzlich einen alten Schulfreund im Verdacht hat ... In dieser humorvollen Provinzkrimireihe kann jeder Band unabhängig gelesen werden.

Erwin Kohl wurde 1961 in Alpen am Niederrhein geboren und wohnt noch heute mit seiner Frau in der herrlichen Tiefebene am Niederrhein. Neben der Produktion diverser Hörfunkbeiträge schreibt Kohl als freier Journalist für die NRZ / WAZ und die Rheinische Post. Grundlage seiner bislang 15 Kriminalromane und zahlreichen Kurzgeschichten sind zumeist reale Begebenheiten sowie die Soziologie der Niederrheiner und ihre vielschichtigen Charaktere. Die Website des Autors: www.erwinkohl.de/ Bei dotbooks veröffentlichte Erwin Kohl seine humorvolle Krimireihe um »Grimm & Sohn« mit den Bänden: »Grimm & Sohn - Das kopflose Skelett« »Grimm & Sohn - Der Tote im Heidesee« »Grimm & Sohn - Das Hornveilchen-Indiz« »Grimm & Sohn - Der tote Schornsteinfeger« Die ersten drei Fälle sind auch als Sammelband erschienen. Auch bei dotbooks erscheint seine »Kommissar Trempe«-Reihe: »Kommissar Trempe - Zugzwang« »Kommissar Trempe - Grabtanz« »Kommissar Trempe - Flatline« »Kommissar Trempe - Willenlos«
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Kapitel 2


Heinrichs Laune näherte sich dem Gefrierpunkt. Am Samstag war er mit seiner Mutter nach Duisburg gefahren, um bei einem skandinavischen Möbelanbieter einen Aktenschrank für ihr Büro zu kaufen. Zu Hause angekommen, musste er feststellen, dass seine Mutter beim Ausmessen den Umstand außer Acht gelassen hatte, dass sich Zimmertüren meist nach innen öffnen ließen. Nach dem Mittagessen war er abermals nach Duisburg gefahren und hatte den Schrank gegen ein schmaleres Modell getauscht. Als er ihn heute Morgen aufbauen wollte, fiel ihm das Fehlen der Türscharniere auf. Ein freundlicher Mitarbeiter erklärte ihm am Telefon, dass diese gesondert gekauft werden müssten. Immerhin ersparte ihm der Rat einer Verkäuferin, er solle doch auch passende Türgriffe mitnehmen, eine vierte Fahrt. Der Zusammenbau bereitete ihm keinerlei Probleme. Innerhalb kurzer Zeit waren Seitenteile, Boden und Decke miteinander verschraubt. Der bebilderten Anleitung folgend, hatte er das Möbelstück anschließend der Länge nach auf den Boden gelegt und mit Dutzenden kleiner Nägel die Rückwand befestigt. Als er ihn endlich zufrieden aufstellen wollte, bemerkte er sein Missgeschick: Weil zwischen Decke und Schrankoberkante lediglich ein Abstand von acht Zentimetern bestand, hätte er ihn stehend montieren müssen. Frustriert setzte Heinrich sich auf einen der Bistrostühle, die seine Mutter zusammen mit einem passenden Tisch für ihre Kunden angeschafft hatte, und faltete die Anleitung zusammen. Auf der Rückseite fiel ihm der fett gedruckte Hinweis ins Auge: »Vor dem Zusammenbau unbedingt den nötigen Mindestabstand von fünfzehn Zentimetern zur Decke beachten!«

Noch gestern hatte er sich fast ein wenig über die Abwechslung gefreut. Er fragte sich, wie andere Pensionäre mit der überschüssigen Zeit umgingen, wie sie die leeren Tage füllten. Im Sommer hatte er sich in die Gartenarbeit gestürzt. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Seine Freundin Annette nannte die gepflegte Landschaft scherzhaft den Kamper Klostergarten im Miniaturformat. Im vorigen Monat stand dann die längst überfällige Renovierung seiner Wohnung an. Tapeten in mediterraner Farbgebung und der Austausch alter Eichenmöbel gegen eine moderne Wohnlandschaft sollten nach Annettes Meinung seine Stimmung heben. Was tatsächlich zutraf, aber es löste nicht den Kern des Problems. Eine laute Männerstimme riss ihn aus den Gedanken. Offenbar hatte er die Türklingel überhört.

»Sie werden mir jeden Cent zurückzahlen, Frau Grimm! So etwas ist mir ja noch nie untergekommen. Eine Dreistigkeit sondergleichen ist das! Sie hören von mir!«

Kurz darauf trat seine Mutter laut schimpfend durch die offene Bürotür.

»Was bildet der sich ein? Gar nichts bekommt der zurück! Das wäre ja noch schöner.«

»Zufriedene Kunden sind die beste Werbung. War das nicht von dir?«

Über ihre Augen legte sich ein dunkler Schatten.

»Ich habe den Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt. Was kann ich dafür, wenn seine Frau keinen Liebhaber hat?«

»Warum fordert er dann sein Geld zurück? Er müsste doch mit dem Ergebnis zufrieden sein.«

»Zufrieden? Der?«

Sie setzte sich zu ihm, beugte sich leicht über den runden Tisch und stützte die Ellenbogen auf.

»Das ist ein Schuft, wie er im Buche steht. Während er ein Detektivbüro damit beauftragt, seine Frau zu beschatten, trifft er sich mit seiner Geliebten!«

Unerwartet sprang sie wieder auf, kletterte umständlich über den am Boden liegenden Schrank zum Schreibtisch und kam mit einem Stapel Fotos zurück. Sie warf die Bilder derart schwungvoll auf den Tisch, dass einige über die Kante rutschten und auf den Boden fielen. Heinrich erkannte auf dem obersten Foto ein Paar, das sich hinter zwei großen Eisbechern eng umschlungen küsste.

»Dabei hat er so eine liebe Frau. Die Gute hatte nicht die geringste Ahnung von den skrupellosen Machenschaften ihres Gatten. Ist das nicht furchtbar?«

»Moment … Du hast es ihr gesagt?«

Sie seufzte theatralisch, als halte sie die Frage für ausgesprochen naiv.

»Zuerst natürlich nicht. Ich bin ja nicht blöd und verschenke Geld. Ein paar Andeutungen haben aber schon gereicht, da hatte ich den Auftrag.«

»Sag mal, bist du jetzt total verrückt geworden?«

»Im Gegenteil. Der Björn, Friedas Ältester, studiert doch Betriebswirtschaft … «

»Ja, seit zwölf Jahren«, warf Heinrich trocken ein.

»Quatsch. Also, der Björn hat gesagt, man muss Kunden antiquieren, wenn man erfolgreich sein will.«

»Antiquieren?«

»Na ja, sich welche besorgen eben. Und das habe ich gemacht.«

»Aber du kannst doch nicht die Frau deines Auftraggebers als … als Doppeldetektivin, ich meine … «

»Wieso nicht, es gibt doch auch Doppelagenten.«

Heinrich schüttelte den Kopf. Er spürte einen inneren Drang, lauthals zu lachen. Dann fiel ihm ein, dass die Detektei immer noch auf seinen Namen angemeldet war.

»Du wirst dem Mann das Honorar zurückerstatten und dich bei ihm entschuldigen. Andernfalls melde ich das Gewerbe ab. Ich lasse mich von dir doch nicht zum Gespött der Leute machen!«

»Von wegen. Dem Kerl werde ich … «

In diesem Augenblick klingelte es einmal kurz an der Haustür. Gertrud Grimm schien nur darauf gewartet zu haben. Voller Elan stand sie auf.

»Da ist er wieder. Na warte, Bürschchen … «

Kaum hatte sie die Haustüre losgerissen, legte sie los.

»Sie mieser Schuft, Sie … « Ihre Stimme brach ab, als ihr Blick eine ältere Dame erfasste, die verunsichert an ihrer Jacke nestelte.

»Ähem … Ges … Gesdonk … Charlotte Gesdonk … Guten Tag, Frau Grimm.«

Gertrud Grimm räusperte sich betreten.

»Guten Tag, Frau Gesdonk. Entschuldigung, aber ich hatte jemand anderen erwartet. Bitte kommen Sie herein.«

Heinrich räumte die Fotos vom Tisch und bot Frau Gesdonk einen Stuhl an, nachdem die beiden Damen sich an der Wand entlang am Schrank vorbeigetastet hatten.

»Sie müssen entschuldigen. Eigentlich sollte mein Sohn längst mit der Arbeit fertig sein. Aber er ist halt auch nicht mehr der Jüngste, nicht wahr, Heinrich?«

Der Angesprochene presste die Lippen aufeinander. Nachdem sie sich begrüßt hatten, kam Charlotte Gesdonk zum Grund ihres Anliegens.

»Ich weiß, es klingt unglaublich. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Ich … nun … ich fürchte, man hat meinen Mann gestohlen.«

Heinrich, der auf Wunsch seiner Mutter den Kaffeeautomaten bediente und währenddessen seine Rolle in der Detektei Grimm hinterfragte, drehte sich neugierig um.

»Sie meinen, man hat Ihren Mann entführt?«, hakte Frau Grimm nach.

»Nein, das ist nicht mehr möglich. Mein Mann ist vor drei Monaten gestorben.«

Die einsetzende Stille wurde nur gelegentlich vom Röcheln des Kaffeeautomaten unterbrochen, der die letzten heißen Tropfen in die Tassen spie. Während Heinrich den Kaffee servierte, wanderte sein Blick zu Charlotte Gesdonk. Der verzweifelte Ausdruck, die leise, ängstliche Stimme, ihre Nervosität, all das ließ keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens.

»Wie kommen Sie zu der Annahme, man hätte möglicherweise den Leichnam Ihres Mannes gestohlen?«, fragte er leise.

»Mein Sohn und meine Schwiegertochter haben das Wochenende anlässlich ihres Hochzeitstages in Wien verbracht. Sie haben sich dort vor über zwanzig Jahren kennengelernt. Ich habe in Rheinberg auf das Haus und die Kinder aufgepasst, das mache ich seit dem Tod meines Mannes oft. Ich … habe ja sonst niemanden mehr. Was soll ich auch alleine hier in Wesel«, sie wischte sich mit einem Taschentuch eine Träne aus dem linken Auge.

»Heute Morgen um halb acht klingelten Herr und Frau Klostermann bei mir, die Nachbarn von gegenüber. Herr Klostermann war völlig aufgelöst. Er war gestern Abend mit Sissi, ihrem Dackel, Gassi gegangen. Über den Friedhof, das macht er öfter. Dabei waren ihm seltsame Geräusche und Männerstimmen auf dem neuen Friedhofsteil aufgefallen. Er ist sofort hingegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Die Männer waren ihm entwischt, aber«, sie schluckte, »sie haben sich offensichtlich am Grab meines Mannes zu schaffen gemacht. Es war einen halben Meter tief ausgehoben, die Erde lag auf dem Nachbargrab … « Ihre Stimme versagte, sie weinte leise. Frau Grimm legte ihre Hand auf den Unterarm von Frau Gesdonk. Es dauerte eine Weile, bis sie weitersprechen konnte.

»Ich bin sofort zum Friedhof gelaufen. Hilde und Ewald … ich meine, das Ehepaar Klostermann hat mich begleitet. Auf den ersten Blick war alles wie immer. Nur eine Vase fehlte. Sie sah zwar wie eine teure Kupfervase aus, war allerdings kaum was wert. Herrn Klostermann war es sehr peinlich. Dann habe ich mir das Grab näher angesehen, und … « Sie bekam einen Hustenanfall. Frau Grimm klopfte ihr zaghaft auf den Rücken.

»Die Herbstmargeriten hatte ich auf die Seite meines Mannes gepflanzt. Es ist eine Familiengruft, damit wir irgendwann wieder zusammen sind, er mochte sie so sehr. Daneben, auf der anderen Seite, habe ich Hornveilchen eingesetzt. Das sind meine Lieblingsblumen.«

Während sie zitternd die Kaffeetasse zum Mund führte und einen winzigen Schluck trank, fragte Heinrich sich, worauf sie eigentlich hinauswollte.

»Sie wurden vertauscht. Außerdem ist alles frisch geharkt und von Unkraut befreit. Das wollte ich heute machen. Mit den beiden Kindern wäre das zu anstrengend gewesen.«

Heinrich runzelte die Stirn.

»Für den nächtlichen Vorfall habe ich keine Erklärung. Aber wäre es vielleicht möglich,...



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