Buch, Deutsch, 255 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 237 mm, Gewicht: 553 g
DDR-Autoren vor und nach der Wiedervereinigung
Buch, Deutsch, 255 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 237 mm, Gewicht: 553 g
ISBN: 978-3-525-20853-3
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Das Buch bietet werkbiografische Längsschnitte von sieben Schriftstellern der ehemaligen DDR über die historische Zäsur von 'Wende' und Wiedervereinigung 1989/90 hinweg. Hat bisher in der öffentlichen Wahrnehmung die Zäsur im Schreiben solcher Autoren interessiert, geht es hier darum, die Kontinuitäten aufzuzeigen. Schon zu Beginn der 90er Jahre finden die Schriftsteller zu ihren erprobten Schreibweisen zurück, knüpfen daran an, entwickeln sie gegebenenfalls weiter und sorgen dafür, dass die nun entstehende post-DDR-Literatur einen distinkten Charakter behält. Diese Kontinuität stellt zugleich die ästhetische Haltbarkeit und thematische Tragweite der schon zu DDR-Zeiten entstandenen Arbeiten unter Beweis. Dies zu belegen, ist ein Hauptanliegen des Buches.
Zielgruppe
Studierende der neueren deutschen Literatur, Forscher und Lehrende (auch Sekundarschullehrer) im Bereich Gegenwartsliteratur, DDR-Literatur-Kenner und -Interessenten.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Weltgeschichte & Geschichte einzelner Länder und Gebietsräume Weltgeschichte
- Geisteswissenschaften Literaturwissenschaft Deutsche Literatur
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Weltgeschichte & Geschichte einzelner Länder und Gebietsräume Deutsche Geschichte
Weitere Infos & Material
Einleitung: Es geht nicht (nur) um die DDR
1. Christa Wolf: »Was ist das: dieses Zu-sich-selber-Kommen
des Menschen?«
1.1. Die »ihre Stirnen an den gesellschaftlichen Mauern
wund rieben«: Kein Ort. Nirgends (1979),
Sommerstück (1989) und Was bleibt (1990)
1.2 »Wie können wir Frauen ›befreit‹ sein, solange nicht alle Menschen es sind?«: Kassandra (1983) und
Medea. Stimmen (1996)
1.3 »Jetzt bricht die Heilung aus, als schwere Krankheit.«:
Der geteilte Himmel (1963) und Leibhaftig (2002)
1.4 »Auf welche Weise wird man Gedanken los.
Indem man sie denkt. Denkt und wieder denkt.
Durchdenkt. Zu Ende denkt.«
2. Klaus Schlesinger: Nachdenken über Geschichte
2.1. Wer sind unsere Väter? Wer sind wir?:
Michael (1965/1971), Die Sache mit Randow (1996),
Die Seele der Männer (2001/3)
2.2 Mauerspringergeschichten:
»Die Spaltung des Erwin Racholl« (1977),
»Am Ende der Jugend« (1977) und Trug (2000)
2.3 »Und wie besser sollte man sonst Geschichte schreiben,
als dass man solche Geschichten erzählt?«
3. Ulrich Plenzdorf: Die Widerspenstigen und die Zähmungsmechanismen
3.1. Karla, Paula und Anita (1964, 1979, 1999):
Eigensinn als Subversion
3.2 Edgar, Fleischmann, Karl und Axel (1972, 1978, 1994, 1997): Welten des (Nicht)Verstehens
3.3 »Es ist für mich keine Frage, daß die Wirklichkeit
nach ihrer Deckung mit den Idealen immer wieder
befragt werden muß.«
4. Irina Liebmann: Berliner Kindl, oder:
»Der Erzähler ist mit im Bild.«
4.1. Berliner Mietshaus (1982): »Was käme heraus, wenn
man sich Zeit ließe, dem Alltag zuzusehen?«
4.2 Stille Mitte von Berlin (1982-2002):
»Das Verbindungsstück! Es fehlte.«
4.3 Mitten im Krieg (1989):
»Was machen wir jetzt, frage ich dich.«
4.4 In Berlin (1994): »Es ist etwas Schreckliches geschehen,
aber ich weiß nicht was.«
4.5 Die freien Frauen (2004): »Du weißt, wo wir uns treffen,
wenn wir uns verlieren?«
4.6 Stadt und Seele: verwandte Orte
5. Christoph Hein: »Das Vergangene ist nicht tot;
es ist nicht einmal vergangen.«
5.1. Der fremde Freund (1982) und Willenbrock (2000):
»Jeder für sich.«
5.2 Horns Ende (1985), Von allem Anfang an (1997) und Landnahme (2004): »Was geschehen ist, bleibt.«
5.3 Der Tangospieler (1989) und Das Napoleon-Spiel (1993):
»Ohne diese Spiele ist unser kurzes Leben doch
entsetzlich langweilig.«
5.4 In seiner frühen Kindheit ein Garten (2005):
»Was ist heute schon sicher?«
5.5 »Ohne Vergangenheit gibt es keine Zukunft.«
6. Angela Krauß: »Eine Form finden für das, was uns widerfährt.«
6.1. Das Vergnügen (1984):
»Dem Sichtbaren ist nicht zu trauen.«
6.2 Glashaus (1988): Anfang und Übergang
6.3 Der Dienst (1988/90) und
Dienst Jahre (1991): freigeschrieben
6.4 Die Überfliegerin (1995) und Milliarden neuer Sterne
(1999): »In welcher Welt wollte ich wer sein,
wenn man schon die Wahl hat?«
6.5 Sommer auf dem Eis (1998): »Die Kunst ist der Traum
im Leben des Menschen.«
6.6 Weggeküßt (2002) und Wie weiter (2006):
Wider die Auflösung des Ich
6.7 Form und Eigensinn
7. Kerstin Hensel: Geschichten vom Irrsinn des Alltags
7.1. Zeit und Perspektive
7.2 Figurentypen und -biografien 198
7.3 Themengestaltung und Umgang
mit literarischer Tradition
7.4 »Ein Gelächter auslösendes Denk-Werk.«
8. »Das ist Literatur, von der ich meine, sie bleibt«: Schluss
Anhang
1. Kurzbiografien der behandelten Autoren
2. Auswahlbibliografie
2.1 Texte von und zu den hier behandelten Autoren
2.2 Primärtexte anderer Autoren
2.3 Übergreifende Sekundärliteratur
3. Register
The book reassesses the works of seven East German authors who bridge the historical caesura of German re-unification in 1990, and stresses hitherto neglected continuities in aesthetic practice.>




