Buch, Deutsch, 194 Seiten, Format (B × H): 204 mm x 173 mm, Gewicht: 558 g
Warum ich New York verließ und Metzgerin in Calden wurde
Buch, Deutsch, 194 Seiten, Format (B × H): 204 mm x 173 mm, Gewicht: 558 g
ISBN: 978-3-98595-162-8
Verlag: NOVA MD
Katharina Koch hat bei den Vereinten Nationen in New York gearbeitet, bis ihr Vater sagte, dass er die historische Familienmetzgerei verkaufen will. Und so fasste sie den mutigen Entschluss ins hessische Calden zurückzukehren, Metzgermeisterin zu werden und den elterlichen Betrieb zu übernehmen.
Eigentlich waren ihre älteren Brüder für die Betriebsnachfolge vorgesehen, aber zwischen Katharinas Vater und ihren Brüdern lief es nicht rund. Keine acht Wochen später verzichtete sie auf die Chance einer diplomatischen Karriere, setzte sich ins Flugzeug und leitet seitdem die Landfleischerei Koch in fünfter Generation. Bei ihr entsteht eine seltene Delikatesse: Unter den Dächern der Fachwerkhäuser im „Wurstehimmel“ reift luftgetrocknete Ahle Wurst heran. In ihrer Erzählung gibt Katharina Koch tiefe Einblicke in die Geheimnisse authentischer Wurstproduktion mit uralter Tradition, abseits von geldgierigen Schweinebaronen und skrupellosen Industriemetzgern.
Ihr Entschluss zeigt auch, dass sie sich in der von Männern dominierten Metzgerszene durchzusetzen vermag und sich auf das besinnt, was nur Handwerker leisten können: Denn nur kleine Betriebe können für echte Nachhaltigkeit, Regionalität und solidarische Landwirtschaft sorgen und die dringend notwendige Trendwende in der Fleischwirtschaft herbeiführen. Fleisch ist eben doch kein Gemüse. Wir sollten uns bewusst sein, woher es kommt, wer es verarbeitet und was es uns am Ende Wert sein muss.
Katharina Kochs Buch ist ein Plädoyer für echtes Handwerk und zeigt, dass eine gesunde Beziehung zwischen Nutztieren, Bauern, Metzgern und Genießern möglich ist.
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Rückblickend kann ich sagen, dass der Weg ganz schön weit war von New York nach Calden, jedenfalls viel weiter als die 6.500 Kilometer, die beide Orte voneinander trennen. Ich meine das im übertragenen Sinne, denn was meinen Brüdern nicht leichtgefallen ist, das musste auch ich mir langsam und manchmal auch ziemlich mühsam aneignen.
An manchen Tagen frage ich mich, was wohl passiert wäre, wenn das Telefon damals in New York nicht geklingelt hätte. Dieses eine Telefonat, das mein Leben komplett verändert hat. Kein Headhunter war hinter mir her, niemand, der mich unbedingt in meiner Karriere nach oben befördern wollte, vielleicht wäre ich eines Tages als Botschaftsangehörige in Neu-Delhi oder Buenos Aires gelandet, wer weiß?
Zum Glück hatte ich immer die Freiheit selbst zu entscheiden, ob ich gehe oder bleibe. Das war bei meinem Weggang aus Calden und dem Entschluss, Politikwissenschaften in Berlin und Paris zu studieren so, und auch bei meiner Entscheidung für die endgültige Rückkehr nach Calden.
Zwischen diesen beiden Ereignissen liegt ein wichtiger Lebensabschnitt für mich, der mich geprägt und auch darin bestärkt hat, die Weltstadt gegen das Dorf zu tauschen. Hier finde ich so viele schöne Momente, die einem nur das Dorfleben schenken kann. Die Nähe zur Natur, die Langsamkeit, die Stille, das Licht, die Jahreszeiten, und ganz wichtig, die Dorfgemeinschaft und ihre Feste. Und ich bin mittendrin, als Inhaberin der letzten noch existierenden Familienmetzgerei in Calden.




