Kobek | Ich hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

Kobek Ich hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-10-490319-4
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 368 Seiten

ISBN: 978-3-10-490319-4
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das Kultbuch aus den USA über die schöne neue Netzwelt Mit rasender Energie wütet Jarett Kobek in seinem Debütroman 'Ich hasse dieses Internet' gegen das Internet. In San Francisco, Kalifornien, virbrieren die Cafés von Millionen von Tweets, die Gentrifizierung jagt die Loser aus der Stadt, und eine Gruppe von Freunden kollidiert hart mit der digitalen Gegenwart. Adeline hat einen Shitstorm am Hals, und Ellen findet sich nackt im Netz wieder. Kobeks Roman ist das Buch der Stunde: ein Aufschrei gegen Macht und Gewalt in unserer globalisierten Welt, irrwitzig, böse, schnell - ein Must-Read.

Jarett Kobek hat an der NYU in New York City studiert und in der kalifornischen Techie-Szene gearbeitet. Mit seinen Texten wurde er für den Pushcart Prize nominiert. Sein Roman ?Ich hasse dieses Internet? wurde zu einem internationalen Überraschungserfolg und erscheint in sieben Sprachen. Jarett Kobek lebt in Los Angeles.
Kobek Ich hasse dieses Internet. Ein nützlicher Roman jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


drei


Als Adeline und Jeremy Winterbloss Anfang der Achtziger beschlossen, zu veröffentlichen, erkannten sie, dass sie mit ihrem Projekt zwei strukturelle Probleme hatten.

Strukturelles Problem Nr. 1: Das Haupterzeugnis der Comicbranche waren 32-seitige monatlich erscheinende Hefte mit Zeichnungen von Frauen mit gewaltigen Brüsten. Diese Brüste ähnelten übermäßig aufgepumpten Volleybällen, ganz wie die Bälle, die von der Besetzung von geschmettert und gebaggert wurden.

Diese Fixierung auf gewaltige Brüste bedeutete, dass die Produkte der Branche als verschämte Pornographie für die geistig Unterentwickelten dienten.

Es gab einige erfolgreiche Comics, in denen sprechende Tiere auftraten, aber Jeremy fiel nur ein einziger halbwegs erfolgreicher Comic über eine anthropomorphe Katze ein. Diese Reihe hieß .

Omaha war von Reed Waller und Kate Worley erschaffen worden. Omaha war eine Stripperin in einem urbanen Milieu. Als strippende Katze geriet Omaha in allerlei Schwierigkeiten.

Die Pornographie in war nicht verschämt. In den meisten Heften wurde gezeigt, wie Omaha mit anderen anthropomorphen Tieren diverser Arten und Geschlechter Sex hatte.

Jeremy zeigte Adeline ein paar Ausgaben von . Adeline fand es seltsam, dass Omaha, eine Katze, ein dichtes Haarbüschel auf dem Schamhügel trug. Aber so war das eben in Comics.

Strukturelles Problem Nr. 2: So wie in jeder Branche herrschte in der Comicwelt eine ganz eigene Kultur, und diese Kultur war getränkt von Sexismus und Rassismus wie ein Weihnachtsschinken von Sirup und Ingwer.

Jeremy hatte den Sexismus und Rassismus hautnah miterlebt, als er Ende der Achtziger mehrere Jahre lang als Praktikant bei Marvel Comics arbeitete.

Jeremy Winterbloss war ein afroamerikanischer Mann, was bedeutete, dass einige seiner Vorfahren in Ketten in die USA geschafft worden waren und für seine anderen Vorfahren arbeiten mussten. Diese zweite Gruppe Vorfahren besaß die erste Gruppe.

Viele von Jeremys Vorfahren hatten dem sozialen Konstrukt der sogenannten weißen Rasse angehört, und sie hatten viele von Jeremys Vorfahren vergewaltigt, nämlich diejenigen, die als Besitz galten und dem sozialen Konstrukt der sogenannten schwarzen Rasse angehörten, deren Mitglieder auch als Farbige oder Neger oder Nigras oder mit einem von Hunderten anderer herabwürdigender Begriffe bezeichnet wurden.

Für die Mitglieder des sozialen Konstrukts der sogenannten weißen Rasse gab es nicht viele herabwürdigende Begriffe. Die wenigen, die es gab, waren ziemlich unnütz und besaßen kaum beleidigendes Potenzial. Sie lauteten: ging. Die anderen Begriffe waren einfach nur armselig.

Wenn Jeremys männliche Vorfahren seine weiblichen Vorfahren vergewaltigten, brachten die entsprechenden biologischen Abläufe manchmal Kinder hervor. Wenn diese Kinder auf die Welt kamen, wurden sie zum Besitz ihres Vaters oder der Familie ihres Vaters.

Man konnte seinen Besitz vergewaltigen und neuen Besitz erzeugen, und dieser neue Besitz brachte einem mehr Geld ein. Es war eine feine Zeit, um Menschen zu besitzen. Es war eine schlechte Zeit, um Besitz zu sein.

Das soziale Konstrukt der weißen Rasse basierte auf einer Pseudowissenschaft, in deren Mittelpunkt die irrige Annahme stand, unwesentliche physische Merkmale würden biologische Unterschiede zwischen Mitgliedern der Spezies Mensch darstellen.

Von allen unwesentlichen Merkmalen, die zum sozialen Konstrukt der weißen Rasse führten, waren die markantesten die Unterschiede in der Hautpigmentierung.

Unter Mitgliedern der weißen Rasse war der Glaube verbreitet, ihre Haut sei ungefärbt und damit . Tatsächlich hatten Mitglieder der weißen Rasse einen unseligen rosa Hautton, ähnlich dem eines neugeborenen Ferkels.

Laut gewisser Menschen, die sich selbst als bezeichneten, was ein außerordentlich anstößiger und unreflektierter Ausdruck war, und Mitgliedern der weißen Rasse, war Haut das sichtbare Nebenprodukt von Eumelanin in der Basalschicht der Epidermis.

Eumelanin wird in den Melanozyten produziert, einer Zellart, die neben den Basalzellen in der Basalschicht der Epidermis sitzt. Bei histologischen Untersuchungen sieht Eumelanin ein wenig wie ein getrockneter Senffleck aus.

Die meisten Mitglieder der weißen Rasse waren so an ihr Schweinchenrosa gewöhnt, dass sie das Rosa an sich gar nicht mehr wahrnahmen. Ihr Schweinchenrosa war für sie so unsichtbar wie die Genozide, die ihre Vorväter begangen hatten.

Eine komplette Gesellschaftsordnung baute auf der Unfähigkeit auf, zu sehen, was die Menschen direkt vor und an sich hatten. Eine komplette Gesellschaftsordnung baute auf Senfflecken in der Epidermis auf.

Das ist einer der Gründe, warum viele Leute die Spezies Mensch für einen Haufen dämlicher Arschlöcher halten.

Das Element der Rasse in der gesellschaftlichen Hierarchie war natürlich nichts anderes als ein weitreichendes Ablenkungsmanöver, um nicht über den einzigen Faktor sprechen zu müssen, der tatsächlich die Rangordnung festlegte. Das heißt, über .

Laut zahlreicher Doktoranden der Wirtschaftswissenschaft definiert sich als allgemeine Übereinkunft einer Gruppe von Menschen darüber, dass bestimmte materielle oder immaterielle Güter in eine Rangfolge der Wertigkeit eingeordnet werden können.

Tatsächlich ist die Einheit, in der Demütigung gemessen wird.

Was würden Sie für einen Dollar tun?

Was würden Sie für zehn Dollar tun?

Was würden Sie für eine Million Dollar tun?

Was würden Sie für eine Milliarde Dollar tun?

Adeline hatte kein Eumelanin in der Basalschicht ihrer Epidermis und war daher ein Mitglied der weißen Rasse.

Dadurch besaß sie hohes gesellschaftliches Ansehen, vor allem, da sie aus einer reichen Familie stammte. Allerdings war sie eine Frau. Dieser Umstand beeinträchtigte ihr gesellschaftliches Ansehen.

Allen Frauen in Amerika, sogar den reichen weißen Frauen, schlug eine Unmenge Scheiße entgegen. Was sie auch taten, es war verkehrt.

Männer hatten Frauen jahrtausendelang wie Dreck behandelt. Einer Theorie zufolge hatte sich diese gesellschaftliche Ordnung aus dem Umstand entwickelt, dass Frauen aufgrund ihres weniger kräftigen Oberkörpers weniger gut dazu geeignet waren, Felder zu pflügen und Schwerter zu schwingen.

Gepflügte Felder sorgten für Nahrung.

Geschwungene Schwerter sorgten für tote Menschen.

Die meisten Gesellschaften, die von Männern beherrscht wurden, maßen dem Essen und Töten höchsten Wert bei. Indem man Kraft so viel höher bewertete als Intelligenz, ging man geschickt darüber hinweg, dass Frauen klüger waren als Männer.

Der schwächere Oberkörper von Frauen ist nur eine mögliche Erklärung für die gesellschaftliche Rangordnung. Es gab Hunderte Deutungsversuche darüber, warum Frauen wie Dreck behandelt wurden, aber nur wenige praktikable Lösungen.

Kurz bevor Adeline ihren unverzeihlichen Fehler beging, schrieb eine Milliardärin namens Sheryl Sandberg ein Buch mit dem Titel . Sheryl Sandberg hatte nicht viel Eumelanin in der Basalschicht ihrer Epidermis.

In ihrem Buch behauptete Sheryl Sandberg, Frauen ohne Milliardenvermögen könnten dafür sorgen, dass sie am Arbeitsplatz von Männern nicht mehr wie Dreck behandelt wurden, indem sie einfach mehr lächelten und härter arbeiteten und sich mehr wie die Männer benähmen, die sie wie Dreck behandelten.

Ständig erklären Milliardäre Menschen, die keine Milliardäre sind, wie man Milliardär werden kann.

Fast immer ist das unerträglicher Schwachsinn.

Sandberg war Milliardärin geworden, weil sie für eine Firma namens Facebook arbeitete.

Facebook verdiente Geld mit einer Internetplattform für Computer und mobile Geräte, die Handys, Hygieneartikel für Frauen und Frühstücksflocken bewarb.

Diese Plattform für Computer und mobile Geräte war gleichzeitig ein Ort, an dem Hunderte Millionen Menschen zu viel über ihr Privatleben preisgaben.

Facebook war von Mark Zuckerberg erfunden worden, der nicht viel Eumelanin in der Basalschicht seiner Epidermis hatte.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

, fragte Facebook.

Adelines Freund, der Autor J. Karacehennem, dessen Nachname auf Türkisch bedeutet, hatte einen Essay mit dem Titel »Generation Warum?« von Zadie Smith gelesen, einer britischen Autorin mit einer Menge Eumelanin in der Basalschicht ihrer Epidermis. Zadie Smith wies in ihrem Essay darauf hin, dass die Fragen, die Facebook seinen Nutzern stellte, klangen, als stammten sie von einem Zwölfjährigen.

Allerdings stammten diese Fragen nicht von einem Zwölfjährigen. Sie stammten von Mark Zuckerberg.

Mark Zuckerberg war Milliardär. Mark...


Kemper, Eva
Eva Kemper, geboren 1972 in Bochum, studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen. Neben Junot Díaz‘ ›Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao‹ übersetzte sie aus dem Englischen u. a. Werke von Peter Carey, Louis de Bernières, Tom Rob Smith, Martin Millar und Penny Hancock.

Kobek, Jarett
Jarett Kobek hat an der NYU in New York City studiert und in der kalifornischen Techie-Szene gearbeitet. Mit seinen Texten wurde er für den Pushcart Prize nominiert. Sein Roman ›Ich hasse dieses Internet‹ wurde zu einem internationalen Überraschungserfolg und erscheint in sieben Sprachen. Jarett Kobek lebt in Los Angeles.

Jarett KobekJarett Kobek hat an der NYU in New York City studiert und in der kalifornischen Techie-Szene gearbeitet. Mit seinen Texten wurde er für den Pushcart Prize nominiert. Sein Roman ›Ich hasse dieses Internet‹ wurde zu einem internationalen Überraschungserfolg und erscheint in sieben Sprachen. Jarett Kobek lebt in Los Angeles.
Eva KemperEva Kemper, geboren 1972 in Bochum, studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen. Neben Junot Díaz‘ ›Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao‹ übersetzte sie aus dem Englischen u. a. Werke von Peter Carey, Louis de Bernières, Tom Rob Smith, Martin Millar und Penny Hancock.

Jarett Kobek hat an der NYU in New York City studiert und in der kalifornischen Techie-Szene gearbeitet. Mit seinen Texten wurde er für den Pushcart Prize nominiert. Sein Roman ›Ich hasse dieses Internet‹ wurde zu einem internationalen Überraschungserfolg und erscheint in sieben Sprachen. Jarett Kobek lebt in Los Angeles.
Eva Kemper, geboren 1972 in Bochum, studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen. Neben Junot Díaz' »Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao« übersetzte sie aus dem Englischen u. a. Werke von Peter Carey, Louis de Bernières, Tom Rob Smith, Martin Millar und Penny Hancock.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.