E-Book, Deutsch, 75 Seiten
Knight Luminis-Das Schwert des Lichts
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7460-6088-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
17. Und tödlich grüßt Venetien
E-Book, Deutsch, 75 Seiten
ISBN: 978-3-7460-6088-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Einst war Lukas Schmidt nur ein ganz normaler Polizist in der Stadt München. Doch dann, in einem speziellen Fall geriet er in Berührung mit dem Paranormalen, dem abgrundtief Bösen. Seitdem kämpft er als Ritter des Lichts im Auftrag des Guten, gegen die Mächte der Finsternis, der Hölle und all ihren Dämonen. Es ist sein Schicksal... Der Auftrag einer besorgten Mutter, deren jugendliche Tochter auf mysteriöse Abwege geraten zu sein scheint. Diesbezügliche Ermittlungen in einem Luxusviertel führen ihn an eine exklusive Privatschule, über einem halbseidenen Schulpsychologen auf eine ominöse Insel und in das Gewölbe einer grausamen, skrupellosen Hexe...
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Luminis-Das Schwert des Lichts
Und tödlich grüßt Venetien
Die letzten Worte des Teufels:
„Diese Schlacht hast du gewonnen, Ritter des Lichts. Doch freue dich nicht zu früh. Du hast mir einen Gefallen getan. Vergiss nicht, heute tue ich dir einen Gefallen, doch morgen stehen wir uns wieder als erbitterte Todfeinde gegenüber.”
Sie klangen,in meinen Ohren, wie eine finstere Drohung – dröhnten in meinem Kopf, wie schicksalhaftes Glockengeläut. Dass der Kampf gegen das Böse niemals aufhören würde, war für mich von vornherein klar. Auch, dass ich ihm nicht ausweichen würde, denn schließlich hatte ich mich dazu verpflichtet. Damals in Rumänien, als ich das Luminis, das mächtige Schwert des Lichts, aus dem Stein zog.
Nur leider war ich zur Zeit nicht im Besitz des Schwertes der Erzengel. Eine gewaltige dunkle Mächte zerrten an mir, ich konnte sie bei meinem letzten Dimensionssprung, durch Raum und Zeit und Rückkehr in diese Welt, deutlich spüren. Weder wusste ich, wer es mir entrissen hatte, noch wo es sich befand.
Seit meinem letzten Zusammenstoß mit den Mächten der Finsternis lagen mittlerweile schon fast zwei Wochen. Es war ruhig, etwas zu ruhig. Es kam mir vor, wie die Ruhe vor dem Sturm. Vielleicht lag es aber auch nur am Verlust des Schwertes und dem Bewusstsein, im Falle eines Angriffs, den Dämonen quasi waffenlos gegenüberzustehen, ihnen buchstäblich ausgeliefert zu sein. Ein gleichermaßen höchst beunruhigender und beängstigender Gedanke.
Des weiteren hatte mein bester Freund, Kriminalhauptkommissar Ben Scharf, mir erzählt, dass während meiner letzteren Abwesenheit, dem Kampf in der Schreckensdimension, plötzlich ein grauenhafter Dämon mit blankem Totenschädel und dunkler Kapuze aufgetaucht wäre, der meinen 1911er Colt Gold Cup, geradezu wie eine Recyclingdose, zerquetschte. Im Vergleich mit dem Verlust des Luminis war das zwar eher ein geringer Ausfall, eine Lappalie, wie beispielsweise ein Schluckauf, trotzdem bereitete es mir zusätzliches Unbehagen.
Zusammen mit mir in meiner kleinen Detektei war Susi. Meine Sekretärin und schon eine ganze Weile meine Verlobte saß am Schreibtisch, hinter dem Computer und versuchte dort die Buchhaltung in den Griff zu kriegen.
„Aagnnh“, rief sie verärgert und schlug furios in die Tastatur, „jetzt hab ich schon wieder Soll und Haben vertauscht! Ist ja auch kein Wunder, wenn du hier im Büro auf und ab läufst, wie son verdammter Duracellhase auf Koks.“
Dabei schleuderte sie mir einen stechenden, apodiktischen Blick entgegen und in ihren rehbraunen Augen funkelte es gefährlich.
„Hey hey, bei deinem Blick, da gefriert mir ja fast das Blut in den Adern. Da kann ja sogar noch der Teufel selbst noch Angst kriegen“, meinte ich ironisch und erntete dafür ein süß-säuerliches Lächeln.
„Jaa, Lukas. Tut mir ja auch leid. Ich versteh ja, dass dich das mit dem Schwert und das alles beunruhigt und wir haben auch zur Zeit keinen Auftrag oder sonstiges, was dich ablenken könnte, aber mich machst du hier ganz nervös, so krieg ich diese Buchführungsscheiße einfach nicht hin...“
„...verdammter Duracellhase...und...Buchführungscheiße...“, fiel ich meiner Verlobten lachend ins Wort, „mit was für einer zarten Seele ich doch...“
„Ja ja ja, verarschen kann ich mich auch selber. Mach dein Tai Chi, geh ne Runde joggen oder fahr zu Ben ins LKA, geh dem auf die Nerven. Aber verschwinde! Ich brauch hier jetzt mal ein oder zwei Stunden Ruhe.“
„Na schön, also dann geh ich halt mal joggen.“
„Ja ja“, antwortete Susi flüchtig und winkte ab.
Eigentlich hätte ich draußen sofort los joggen können, aber nur durch geteerte Straßen, vorbei an Wohn- und Geschäftsgebäuden im hektischen Großstadtdschungel, wollte ich dann doch nicht. Stattdessen fuhr ich auf meiner Harley raus nach Brunnthal, in den nicht ganz 19 Kilometer entfernten Hofoldinger Forst, wo ich dann im gemächlichem Tempo etwa 17 Kilometer durch den Wald trabte. Es war ganz nett, mal so in einem Wald unterwegs zu sein. Damit meine ich tagsüber und ohne ständig mit hinterhältigen Angriffen rechnen zu müssen. Nichts um mich außer im satten grün stehende Bäume, fröhliches Vogelgezwitscher, frischer Luft und im Anschluss ging ging ich noch eine Pizza essen.
Ich ließ mir Zeit und kam erst wieder, nach einer ausgiebigen Dusche, in meine Detektei. Inzwischen war dort Ben. Bis ich wieder zurück von meinem kleinen Ausflug war, hatte mein Freund sich mit meiner Verlobten Susi unterhalten.
„Hallo Ben“, begrüßte ich ihn, als ich die verglaste Eingangstür öffnete, „na, was treibt dich hierher? Hast du als Beamter mal wieder nichts zu tun? Ist dir langweilig?“
„Hahaha, ich lach mich tot“, antwortete Ben trocken.
„War ja auch nur`n Scherz“, sagte ich schnell, „aber ganz ohne Grund bist du wohl doch nicht da.“
„Da hast du wohl recht, Kleiner“, meinte Ben und legte ein etwa schuhkartongroßes Paket auf den Tisch und erklärte, „da letztens dieser Välledingsda oder wie auch immer du diesen Knochenheini nennst, deinen Colt zusammengefaltet hat, hab ich mir gedacht, ich besorg dir mal ne neue Knarre.“
„Cool Ben, lass sehn“, und er öffnete den Karton.
„Ey Mann boah ey, würd ich jetzt sagen, wenn ich`n Mantafahrer wär. Das ist ja ne Walther“, strahlte ich.
„Gelle, hab ichs mir doch gedacht, dass da das große Grinsen eintritt“, feixte Ben und fügte wieder ernst hinzu, „eine Walther P99, wie James Bond. Neun Millimeter, Magazinkapazität 15 Schuss, Schulterholster und Schalldämpfer. Dazu gibts vier Magazine. Zwei mit normaler, die anderen zwei mit geweihten Silberbohnen. Mit Agescu hab ich auch schon alles geregelt, null Problemo, hat der gesagt.“
Darauf nahm ich die Waffe aus der Schachtel – wippte sie in der Hand. Sie fühlte sich gut an, lag gut in der Hand. Fast so, als wäre die Pistole extra für mich gemacht worden.
„Ja, damit machst du den Dämonen ordentlich Feuer unterm Arsch“, lachte Ben und ich sagte, „ja danke dir, Ben, darauf trinken wir jetzt. Susi hol doch mal eine Flasche Scotch und drei Gläser.“
„Gerne, aber wieso drei Gläser – ihr seit doch nur zu zweit“, fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ich dachte, du trinkst vielleicht auch mal einen mit“, erklärte ich der charmanten Brünette.
„Ach Lukas“, winkte sie ab, „ich trink doch nie Whiskey. Das weißt du doch.“
„Na gut meine Liebste, dann bring aber doch drei Gläser, dann trink ich für dich einen mit.“
„Vier Gläser“, rief Ben.
Am nächsten Morgen, ich war gerade vertieft in eine Partie Solitär, öffnete sich die Tür zu meiner Detektei und eine Frau mittleren Alters, schätzungsweise Ende 30 oder Anfang 40, trat herein.
„Grüß Gott, bin ich hier richtig bei Privatdetektiv Schmidt“, fragte sie.
„Ja da sind Sie hier richtig. Ich bin Herr Schmidt und hier ist meine Kollegin, die Frau Lieblein. Was können wir denn für Sie tun, verehrte Frau …äh...“, antwortete ich nach einem kurzen Moment.
„Oh bitte entschuldigen Sie, ich vergaß, mich vorzustellen. Mein Name lautet Kronawitter.“
„Ah sehr erfreut“, sagte ich und schüttelte ihre Hand. Sie war feucht und kalt, was akute Nervosität hindeutete. Die Frau war anscheinend wegen irgendetwas beunruhigt, in Sorge, vielleicht sogar verängstigt. Höflich forderte ich sie auf, mehr zu erzählen.
„Es geht um meine älteste Tochter, Anja“, begann Frau Kronawitter mit schwacher, leicht zittriger Stimme. Über ihre Sorgen zu sprechen fiel der Frau, deren Gesicht zahlreiche Sorgenfalten aufwies, offenbar nicht leicht, „sie ist 16, wissen sie. Angefangen hatte das schon vor ein paar Monaten, kurz nach dem Tod meines Mannes. Aber dann wurde es immer schlimmer und seit knapp zwei Wochen komm ich so gut wie gar nicht mehr an sie ran.“
„Tut mir leid, wenn ich Sie unterbreche, Frau Kronawitter. Aber was wurde immer schlimmer“, warf ich die Frage ein und lehnte mich interessiert nach vorne.
„Sie kleidete sich mehr und mehr nur noch in tristen, dunklen Farben, wie schwarz und braun. Auch wurde sie immer wortkarger und zunehmend distanziert.“
„Haben Sie versucht, ihre Tochter mal darauf anzusprechen.“
„Natürlich hab ich das, Frau Lieblein. Mehrere Male sogar. Aber darauf reagierte sie immer nur erst ausweichend. Inzwischen aber nur noch abweisend, gereizt. Vor allem ihre kleine Schwester, die sechsjährige Saskia leidet drunter und versteht die Welt nicht mehr. Früher haben sich die beiden so gut verstanden und jetzt wird sie von ihrer großen Schwester nur noch angeschrien oder zurückgestoßen und dabei haben sie früher immer zusammen mit ihren Puppen gespielt und jetzt...“
Das Reden fiel Frau Kronawitter zunehmend schwerer. Immer schwächer und zittriger wurde ihre Stimme. Die arme Frau schien mit den Nerven völlig am Ende zu sein. Kummer, Sorge Tochter einhergehend mit innerer Unruhe nagten an der armen Frau, wie eine Ratte und schließlich begann die Witwe zu schluchzen und dicke Tränen liefen ihr über die Wangen. Ein zutiefst bedauernswertes Bild und nicht nur ich empfand in diesem Moment Mitleid, auch Susi.
„Frau Kronawitter, nehmen sies nicht so schwer“, sagte Susi mit tröstender Stimme, „wollen Sie einen Tee?“
„Nein danke, es geht schon wieder.“
Mehrmals holte die in gewisser Weise ausgezehrt wirkende Enddreißigerin, die in diesem Moment eher wirkte wie eine Endvierzigerin tief Luft. Sie bot wahrlich ein Bild des Jammers und ich sah, dieser armen Frau musste geholfen werden.
„Frau...




