Knigge | Jenseits der Erinnerung - Verbrechensgeschichte begreifen | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 4, 429 Seiten

Reihe: Buchenwald und Mittelbau-Dora - Forschungen und Reflexionen

Knigge Jenseits der Erinnerung - Verbrechensgeschichte begreifen

Impulse für die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach dem Ende der Zeitgenossenschaft

E-Book, Deutsch, Band 4, 429 Seiten

Reihe: Buchenwald und Mittelbau-Dora - Forschungen und Reflexionen

ISBN: 978-3-8353-4261-3
Verlag: Wallstein
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



70 Jahre danach - Wie lassen sich historisches Begreifen und politisch-ethische Orientierung substantiell verknüpfen?

Die Geschichtskultur in Deutschland hat sich in den letzten 30 Jahren einschneidend verändert. Die Bewahrung des Gedächtnisses an die Opfer des Nationalsozialismus gehört zur Staatsräson der Bundesrepublik. Aus vielen einst vergessenen Konzentrationslagern sind institutionalisierte Gedenkstätten geworden. Mit der 1999 etablierten Gedenkstättenkonzeption ist der Bund an der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und auch des DDR-Kommunismus beteiligt.
Unverkennbar ist jedoch der Trend, Geschichte und Geschichtsbewusstsein auf Erinnerung zu reduzieren und Erinnerung als solche für den Königsweg der Demokratie- und Menschenrechtserziehung zu halten.
Im Gegensatz dazu wird in diesem Band davon ausgegangen, dass weder das individuelle noch das historische Erinnern als solche automatisch identisch sind mit kritischem Lernen aus unannehmbarer Geschichte. Zur Debatte stehen neue didaktisch-pädagogische Herausforderungen. Wie lässt sich die Relevanz der Auseinandersetzung jenseits vordergründiger Analogien zukünftig begründen? Wie wirken sich Medialisierung, Digitalisierung und Kommerzialisierung aus? Was kann und soll die Auseinandersetzung mit im Kern deutscher Geschichte in der Migrationsgesellschaft leisten?
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Umschlag;1
2;Titel;4
3;Impressum;5
4;Inhalt;6
5;Volkhard Knigge: Statt einer Einleitung. Jenseits der Erinnerung – Verbrechensgeschichte begreifen. Impulse für die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nach der Zeitgenossenschaft;10
6;Ivan Ivanji: Warum ich kein Zeitzeuge mehr sein will;36
7;I. Theoretische Interventionen und Orientierungen;40
7.1;Lutz Niethammer: Erinnerung ohne Geschichte – Geschichte ohne Erinnerung?;42
7.2;Daniel Bogner: Historische Erfahrung und die Begru?ndung von Werten. Religiöse und säkulare Erinnerungsmodelle im Vergleich;47
7.3;Werner Bohleber: Vom Unbehagen an der Geschichte. Aporien und Widerstände in der Auseinandersetzung mit beängstigender Vergangenheit;57
7.4;Jörn Rüsen: Über einige theoretische Fragen der Gedenkstättenarbeit;64
7.5;Volkhard Knigge: »Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren du?rfen«. Unannehmbare Geschichte begreifen;72
8;II. Kontexte im Wandel;84
8.1;Dietmar Süß: Muss man aus der Geschichte des Nationalsozialismus lernen? Geschichts- und politikwissenschaftliche Kontroversen in der »alten« Bundesrepublik;86
8.2;Thomas Sandkühler: Vergangene Fehler nicht aus Gedankenlosigkeit wiederholen. Die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und die Konzeptualisierung von historisch-politischer Bildung und Gedenkstättenarbeit in der »alten« Bundesrepublik;101
8.3;Cornelia Siebeck: Nach der »Erfolgsgeschichte«. Die Gedenkstättenarbeit zu den NS-Verbrechen muss ihre Zukunft zuru?ckgewinnen;121
8.4;Detlef Garbe: Von der »Nestbeschmutzung« zur Identitätsstiftung. Zivilgesellschaftliche Impulse in der Entstehungsgeschichte der bundesdeutschen KZ-Gedenkstätten;138
8.5;Norbert Frei: Infrastruktur und Engagement. Nationale Identität und Erinnerungspolitik in Deutschland nach 1989/90;159
8.6;Martin Sabrow: Von der Aufklärung zur Sakralisierung? Versuch u?ber historisches Begreifen in der Gegenwart;166
8.7;Klaus-Dietmar Henke: Gedächtnisverschiebung? Fu?r eine kategoriale Asymmetrie bei der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und der SED-Zeit;190
8.8;Hans-Joachim Veen: Impulse für die zukünftige Aufarbeitung der SED-Diktatur;202
8.9;Andreas Wirsching: Totalitarismustheorie und europäische Erinnerungspolitik;211
9;III. Reflektierte Praxis;222
9.1;Jörg Skriebeleit: Historisierung und Entkonkretisierung. Diktaturgeschichte als moralische Fabel;224
9.2;Axel Doßmann: Überforderte Zeugenschaft. Holocaust-Interviews in der Geschichtskultur und historischen Bildung;235
9.3;Falk Pingel: Geschichtsdidaktik und NS-Gedenkstätten. Theoretische Prämissen fu?r praktische Folgerungen;260
9.4;Holger Thünemann: Lernen aus der Geschichte?Überlegungen zur historischen Auseinandersetzung mit NS-Vergangenheit und Holocaust;287
9.5;Matthias Proske/Verena Haug: Das moralpädagogische Projekt »Aus der Geschichte lernen« und die Gedenkstättenpädagogik. Kontexte, Wirkungen, Risiken;297
9.6;Béatrice Ziegler: Die Sprachlosigkeit der Geschichtsdidaktik gegenüber dem »Holocaust-Erinnern«;310
9.7;Wulf Kansteiner: Ästhetisierung von Gewalt zum Zwecke der Aufklärung. Die NS-Gedenkstätten im medialen Erinnerungsgeflecht des 20. und 21. Jahrhunderts;325
9.8;Axel Drecoll: Von der Anwesenheit und Abwesenheit von Geschichte. Überlegungen zur Definition und Konzeption von NS-Geschichtsorten;341
9.9;Volkhard Knigge: Geschichte von gestern für Deutsche von morgen? Die Erfahrung des Nationalsozialismus und historisch-politisches Lernen in der (Post-)Migrationsgesellschaft. Ein Problemaufriss;358
9.10;Astrid Messerschmidt: Geschichtsbewusstsein ohne Identitätsbesetzungen. Kritische Gedenkstättenpädagogik in der Migrationsgesellschaft;374
9.11;Omar Kamil: Verknu?pfte Gedächtnisse. Zum Antisemitismus bei arabischen Migranten und Migrantinnen in Deutschland;389
9.12;Micha Brumlik: Kosmopolitische Moral. Globales Gedächtnis und Menschenrechtsbildung;410
10;Editorische Bemerkung und Dank;424
11;Verzeichnis der Autorinnen und Autoren;426


Knigge, Volkhard
Volkhard Knigge, Prof. em., Dr. phil., geb. 1954, Historiker, Geschichtsdidaktiker, Psychoanalytiker. Von 1994 bis April 2020 Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, kuratierte und leitete zahlreiche Ausstellungen, 2002 Ernennung zum Honorarprofessor, 2008 bis 2020 Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen (2005), der Carl-von-Ossietzky-Preis für Politik und Zeitgeschichte der Stadt Oldenburg (2006), das Bundesverdienstkreuz (2006) sowie der Heinz-Galinski-Preis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (2007), 2013 ernannte ihn die Republik Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion.


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