Kneifel | Mythor 38: Der Meisterdieb | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 38, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Kneifel Mythor 38: Der Meisterdieb


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9790-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 38, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9790-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
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Seit dem Tag der Wintersonnenwende, dem Tag der entscheidenden Schlacht, die auf dem Hochmoor von Dhuannin zwischen den Streitern der Lichtwelt und den Kräften des Dunkels ausgetragen wurde, sind Wochen vergangen. Mit der Unterstützung Drudins, des obersten Dämonenpriesters, der die Kräfte der Finsternis mobilisierte, haben die eroberungssüchtigen Caer über die Kämpfer der Lichtwelt triumphiert und die große Schlacht für sich entschieden. Damit halten Tod und Verderben ihren Einzug auch in solchen Ländern, die bisher vom Krieg verschont geblieben sind. Massen von Menschen, unter ihnen die demoralisierten Besiegten der Schlacht, streben in heilloser Flucht nach Süden, die Herzen von Trauer und Hass erfüllt. Auch Mythor zieht südwärts. Dabei stößt der junge Held der Lichtwelt wieder auf Luxon, seinen Gegenspieler, der ihn schon mehr als einmal erfolgreich hintergangen hat. Diesmal scheint Luxon es jedoch ehrlich zu meinen. Er bringt Mythor sicher nach Sarphand, der goldenen Stadt, und breitet seine Vergangenheit vor Mythor aus. In dieser Vergangenheit ist Luxon DER MEISTERDIEB ...

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2.


Schon an Bord von Garaschis Galeere hatten sich seine aufgeregten Gedanken beruhigt. Zahllose neue Abenteuer hatten in seinem Bewusstsein unauslöschliche Spuren hinterlassen. Und nun war in Mythor die Überzeugung, wirklich der Sohn des Kometen zu sein, weiterhin gewachsen. Es war eine zwangsläufige Folge der Ereignisse, die mit der Bekanntschaft des Süders Vangard am Koloss von Tillorn ihre logische Fortsetzung gefunden hatte.

Jetzt, im wohltuenden Schatten der duftenden Bäume, ein Glas kühlen Weines in der Hand, gab es abermals eine Gelegenheit, nachzudenken und die Einzelheiten der Expedition nach Logghard zu planen, die Zukunft, die Gegenwart und die eigenen Empfindungen mit der wahrscheinlichen Zukunft zu verbinden. Fronja! Logghard! Der Sonnenschild. Und schließlich, nach den Andeutungen des Stummen Großen Vierfaust, das Erlebnis am Meteorstein – das alles hatte schwerwiegende Gründe. Nichts geschah aus Zufall. Die Regeln dieser Welt mochten verwirrend und ihre Auswirkungen mehr als rätselhaft und verschlungen sein, aber es gab jene Regeln.

»Eine davon«, sagte sich Mythor leise und blickte über die abfallenden Ränge und Terrassen der Stadt hinunter, »ist sicherlich auch die Bereitschaft Luxons, mir den Bogen und den Köcher zu geben.«

Am nachhaltigsten hatte ihn das Erlebnis am Meteorstein berührt, dort, wo ihn die Marn vor siebzehn Sommern beim Schrei seines Bitterwolfs aufgefunden hatten. Er, Mythor, war ein Ausgesetzter, verlassen in der Steppe von Salamos. Der Bitterwolf hatte damals seine Warnung hinausgeschrien – und das hatte ihn vor siebzehn Jahren gerettet.

Hastig stürzte er einen großen Schluck aus dem Becher hinunter.

In ihm hatte vor kurzer Zeit jenes fremde Bewusstsein – oder was immer es war – getobt. Er nannte es in Gedanken manchmal den Feind, manchmal den Schatten oder den Feind im Dunklen.

»Und jetzt ...?«, fragte er sich.

Nun, er hatte den Sonnenschild, das Schwert, den Helm der Gerechten sowie den Sternenbogen und den Mondköcher. Er schien frei zu sein von den Fesseln, die ihn an seine unmittelbare Vergangenheit banden. Bevor er versuchte, den siebenten Kristallisationspunkt des Lichtboten aufzusuchen, musste er in Sarphand versuchen, von den Großen die letzten Rätsel seiner Herkunft zu erfahren.

»Ich ahne«, sagte er leise und bewegte unruhig den Pokal in seinen Fingern, »dass sie vor meiner Zeit bei den Marn mit mir in einem bestimmten Zusammenhang stehen. Irgendwie kennen wir uns.«

Auch der neue »Freund«, Luxon, der Mann vieler Rätsel, hatte ihn dazu ermuntert. Er war sicher, dass die Großen sagen und beweisen konnten, ob Mythor wirklich der Sohn des Kometen war. Mythor war weit davon entfernt, an einen klaren und andauernden Sinneswandel seines Konkurrenten glauben zu können – zu oft war er schon von Luxon betrogen worden.

Trotzdem hatten Steinmann Sadagar, Luxon und Mythor die Lichtsplitterinseln verlassen und waren von Bord der Galeere gegangen.

Gestern Nacht hatten sie die Stadt betreten.

Sie hatten einen schmalen Weg gewählt und waren zu Fuß gekommen, nachdem sie die Waffen und die Ausrüstung bis zur Unkenntlichkeit verkleidet und sich selbst mit Hilfe von Farbe und Kleidungsfetzen maskiert hatten. Sowohl für Luxon-Arruf als auch für Mythor bedeutete die Stadt ein mehr als gefährliches Pflaster. Im Sternenlicht schlichen sie über den Pfad, wichen den dunklen Stellen aus, und Luxon führte sie auf ein Gebäude zu, das von Bäumen umgeben auf einer der obersten Plattformen oder Stufen lag.

»Hier gibt es Dutzende von Männern«, flüsterte Luxon in der Dunkelheit, »die nichts lieber täten, als sich an mir zu rächen. Ich habe ihnen in meiner Jugend zum Teil recht übel mitgespielt.«

Zwischen Büschen, in denen Leuchtkäfer umherschwirrten, tappten sie eine grasbewachsene Treppe aufwärts. Von rechts waren die bedächtigen Schritte einer Doppelwache zu hören.

»Und ich gelte als Frevler wider Shallad Hadamur«, knurrte Mythor, während Sadagar um sich schaute und die Finger an den Griffen seiner Wurfmesser entlanggleiten ließ.

Stundenlang waren sie über Pfade, die nur Luxon kannte, durch die Nacht geschlichen.

Hadamur ließ sich als die Reinkarnation des Lichtboten vergöttern. Jeder andere Mann, besonders ein Einzelgänger wie Mythor, würde seinen Zorn herausfordern. Und in einer Stadt, die Mythor nur vom Hörensagen und aus Luxons Erzählungen kannte, waren Gefangenschaft und Tod näher als an anderen Orten.

Und schließlich hatte sich im ersten Morgenlicht eine schmale, eiserne Pforte vor ihnen geöffnet.

Luxon flüsterte mit einer Wache unverständliche Worte. Dann ließ man sie ein. Todmüde sanken sie auf die üppigen Lagerstätten. Sie wussten nicht, in welchem Bauwerk dieser Felsenstadt sie sich befanden. Aber wenigstens in diesem Punkt vertraute Mythor ihrem Anführer Luxon: sie waren in Sicherheit.

Mythor hörte hinter sich ein leises Klirren und leichte Schritte. Durch einen weißen Vorhang kam ein junges Mädchen auf die Terrasse, die im Schatten lag. Das Mädchen trug einen gläsernen Krug, in dem bernsteinfarbener Wein schimmerte.

»Herr«, sagte sie. »Dein Gastgeber wünscht, dass es dir an nichts fehlen soll. Noch einen Schluck Wein?«

Mythor erwiderte ihr Lächeln und sagte:

»Danke. Nicht nur einen Schluck, sondern einen vollen Pokal. Wer ist mein Gastgeber? Ich habe zahllose Fragen.«

Er kannte einen Teil dieses Palasts. Der Besitzer musste reich sein, fast unermesslich reich. Das Haus war aus den Felsen geschlagen, teilweise aus Bruchstein und zu anderen Teilen aus glatten, weißen Mauern erbaut. Jeder einzelne Raum war kostbar eingerichtet, und überall herrschten Ruhe und Kühle.

»Dein Gastgeber und mein Herr ist Croesus«, sagte das Mädchen, beugte sich vor und goss Mythors Pokal voll. Der Geruch des Weines und des Öls, mit dem der Körper des Mädchens eingerieben war, vermischten sich.

»Was hat Croesus mit Luxon zu tun?«, wunderte sich Mythor. »Und wo ist Sadagar?«

»Er sucht dich, und gleich wird er hier sein«, meinte das Mädchen. »Croesus ist ein Mann voller Rätsel. Er kommt von weither, und in der Stadt gibt es tausend Gerüchte über ihn. Selbst ich habe ihn niemals von Angesicht gesehen. Aber nur selten wohnt er in seinem Palast.«

Mythor hatte den überhängenden Felsen und die unzähligen Hausboote im Hafen gesehen und versucht, sich ein Bild von Sarphand zu machen. Das Leben in dieser Stadt bewegte sich auf den vielen Ebenen und Stufen. Überall gab es Treppen, Rampen und breite, brückenartige Stege. Der rote Felsen war im Lauf der Jahrtausende von der Brandung der Strudelsee ausgewaschen worden, und bevor sie sich auf den nächtlichen Weg gemacht hatten, konnten sie noch erkennen, dass ein phantastisches Gebilde aus steinernen Formen entstanden war, ein Netzwerk aus Grotten, Höhlungen und Scheinbildnissen, die ihr Aussehen beim schwindenden Licht oder unter den Strahlen der wandernden Sonne ständig veränderten. In einer gigantischen Grotte lag der Hafen, dessen Becken durch starke Mauern geschützt war.

»Wo ist dieser Croesus, offenbar ein Mann großen Reichtums, jetzt gerade?«, fragte Mythor. Der Felsen der Goldstadt mochte, ebenso wie viele Gebäude, voller geheimer Tunnels und großer Schächte sein, in denen man die Waren aus dem Hafen heraufzog oder sich ungehindert und ungesehen von einem Ort Sarphands zum anderen bewegen konnte. Jeder Fremde war hier dem Wissen weniger Eingeweihter schutzlos ausgeliefert. Ihr seid in Sicherheit, hatte Luxon gesagt. Ihr könnt ruhig schlafen.

Mythor wandte sich wieder an das Mädchen, das abwartend lächelnd vor ihm stand.

»Du gibst keine Antwort?«

Sie hob die runden, gebräunten Schultern und antwortete verlegen:

»Unser Herr weiht uns nicht in seine Geheimnisse ein. Aber er verließ mit seinen Wachen vor kurzem das Haus. Es heißt, dass er bald zurückkommen wird.«

»Also muss ich auf ihn warten. Oder auf seinen Boten.«

»So ist es, Herr.«

Ihre Augen wanderten von seinem Gesicht und hefteten sich auf einen Torbogen. Mythor drehte sich langsam um und hob die Hand, als er Steinmann Sadagar erkannte, für den eine andere Sklavin den Vorhang zur Seite zog. Auch Sadagar wirkte ausgeschlafen, erholt und verwundert.

»Wir sind hier im Luxus und Reichtum gelandet«, bemerkte der Steinmann trocken und nahm aus der Hand des Mädchens einen gefüllten Pokal entgegen. »Es muss ein Traum sein, der schnell im Sonnenlicht vergeht, Mythor.«

»Das mag sein. Aber davor werden wir vielleicht noch unseren Gastgeber Croesus kennenlernen«, entgegnete Mythor. »Was weißt du?«

Steinmann schüttelte den Kopf.

»Nichts. Ich stellte viele Fragen, aber ich bekam kaum eine brauchbare Antwort.«

»So erging es mir auch«, beschied ihn Mythor und entspannte sich. »Aber jetzt höre ich aus dem Innern dieses Hauses gewisse Geräusche. Mir scheint es, als ob ein hoher Herr mit Gefolge erschienen ist.«

Die Sklavin huschte davon und flüsterte voller Begeisterung:

»Croesus ist zurückgekommen!«

Der Vorhang schlug hinter ihr zu. Sadagar und Mythor wechselten einen überraschten Blick.

»Wenigstens scheint dieser Croesus seine Sklaven oder Diener nicht zu peitschen.«

Langsam folgte Mythor dem jungen Mädchen. Der Palast war an die Südseite des Stadtfelsens gebaut. Unterhalb von ihm schmiegten sich viele Gebäude an den Fels, die wie Kaufmannshäuser und Lagerhallen aussahen. Zahlreiche kleine und große Terrassen sprangen an allen Mauern des Croesus-Palasts vor. Die Wurzeln uralter Bäume...



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