Kneifel | Mythor 110: Der neue Herrscher | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 110, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Kneifel Mythor 110: Der neue Herrscher


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-9862-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 110, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9862-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Mythor, der Sohn des Kometen, begann seinen Kampf gegen die Mächte des Dunkels und des Bösen in Gorgan, der nördlichen Hälfte der Welt. Dann, nach einer relativ kurzen Zeit des Wirkens, in der er dennoch Großes vollbrachte, wurde der junge Held nach Vanga verschlagen, der von den Frauen beherrschten Südhälfte der Lichtwelt. Und obwohl in Vanga ein Mann nichts gilt, verstand Mythor es nichtsdestoweniger, sich bei den Amazonen Achtung zu verschaffen und den Hexenstern zu erreichen, wo er endlich mit seiner geliebten Fronja zusammenkam. Gegenwärtig befinden sich der Sohn des Kometen und seine Gefährten, zu denen inzwischen auch Fronja, die ehemalige Erste Frau von Vanga, und Burra, die Amazone, gehören, inmitten der Schattenzone. Bislang ist es der Gruppe um Mythor gelungen, gegen all die Schrecken zu bestehen, die die Dämonen und ihre Helfer gegen die Eindringlinge aufzubieten haben. Selbst die Haryien haben den Sohn des Kometen nicht halten können - vielmehr erhielt Mythor bei ihnen wichtige Informationen über Carlumen, dem seine neue Suche gilt. Indessen ist im Süden Gorgans, im Shalladad, eine neue Zeit angebrochen. Luxon, der vor zwei Monden Hadamur besiegt hat, versteht sich als DER NEUE HERRSCHER ...

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1.


Das Licht des vollen Mondes fiel über die Häuser, die Palastterrassen und wetteiferte mit der Neuen Flamme des Lichtboten-Grabmals.

Der dritte Mond im Jahr zwei des Lichts hatte begonnen.

Luxon hörte schwach den Lärm, der aus den Gassen der Ewigen Stadt zu ihm heraufdrang. Der Tag der Krönungsfeierlichkeiten war nicht fern, und die Menschenmassen, die sich versammelt hatten, besaßen keinen Grund zur Traurigkeit. Aber im Gesicht des Mädchens, das neben ihm lag, entdeckte Luxon die Schatten der Trauer.

»Du sollst fröhlich sein, Shiran«, sagte Luxon leise. »Wie alle die Frauen und Männer, die meine Krönung vorbereiten.«

»Ich denke an unseren Abschied«, sagte die junge Frau, die Luxon im Palast des alten Shallad getroffen hatte. Shiran war es gewesen, die das schier Unmögliche fertiggebracht hatte – ihr war es gelungen, Luxons Entsetzen und den Schmerz über das grässliche Ende von Kalathee und die Erinnerung an die lange Zeit im Salz zu mildern und zu verdrängen.

»Es muss keinen Abschied geben«, sagte er und streichelte ihr langes Haar. »Ich werde Shallad, aber dadurch noch lange nicht zu einem anderen Mann.«

Shiran schüttelte den Kopf und klammerte sich an ihn.

»Überall jubeln dir die Menschen voller Begeisterung zu. Wer bin ich? Nur ein Schatten an deiner Seite, Luxon.«

Diesmal war es an ihm, den Kopf zu schütteln. Beruhigend sprach er auf Shiran ein, aber seine Worte richteten nichts aus. Die leidenschaftliche Frau glaubte nicht daran, dass der Shallad sie behalten würde. Sie wusste, dass Luxon nicht daran dachte, eine Gemahlin zu nehmen; noch nicht.

»Ich werde es nicht sein«, stieß Shiran hervor, »die dir Steine in den Weg legt.«

»Wie könntest du das?«, fragte er verwundert.

»In wenigen Tagen bist du Shallad. Du wirst keine ruhige Stunde mehr haben. Überall im Shalladad wartet man darauf, dass du mit den Ungerechtigkeiten aufräumst. Es wird alle deine Kraft und Zeit brauchen, um ein guter Herrscher zu sein. Und ich werde dich nicht daran hindern, indem du meine Sorgen mit mir teilen musst.

Deswegen werde ich gehen. Ebenso still, wie ich gekommen bin.«

Luxon musste sich sagen, dass sie nicht unrecht hatte. Aber der Grund lag tiefer. Außer ganz wenigen Vertrauten und natürlich Necron wusste niemand, dass er, Luxon, zu den Albtraumrittern gehörte. Erst vor kurzer Zeit war Prinz Odam an ihn herangetreten und hatte ihm die Botschaft von Shaer O'Ghallun überbracht.

Du sollst genügend Zeit haben, deine Herrschaft zu gründen. Aber niemals sollst du deinen feierlichen Eid vergessen. Du, Albtraumritter Luxon, sollst mit Schwert und Magie gegen die Dunkelmächte kämpfen, selbst dann, wenn es die Geschäfte deiner Herrschaft stört! Denke stets an dein Versprechen!

Luxon hatte nicht die Absicht, seinen Schwur zu brechen. Aber er wusste, dass es Zeiten geben würde, in denen beides schwer oder gar nicht miteinander zu vereinbaren sein würde.

Er fasste die bebenden Schultern des Mädchens und zog Shiran zu sich aufs Lager herunter.

»Weine nicht«, sagte er eindringlich. »Auch wenn es einen Abschied geben muss, sollst du nicht traurig von mir weggehen.«

»In zwei Tagen brechen die Feiern der Sieben Tage an!«, schluchzte sie und beruhigte sich nur langsam.

»Richtig. Alle wissen es. Was willst du damit sagen?«

»Wenn der erste Tag anfängt, wirst du mich nicht mehr sehen.«

»Du willst es wirklich so?«, fragte er, seltsam berührt. »Ich kann dich nicht begreifen, Shiran.«

»Denke nicht darüber nach«, sagte sie und küsste ihn mit verzehrender Wildheit. »Ich gehe meinen Weg allein weiter.«

Er überließ sich gern ihrer Leidenschaft. Aber immer wieder kreisten seine Gedanken um das Geschehen der nächsten Tage und um die gewaltige Aufgabe, die vor ihm lag. Seine Freunde unterstützten ihn zwar – aber das machte den gewaltigen Berg von Problemen und Fragen nicht geringer.

Die Magier, die das Grabmal des Lichtboten hüteten, unterstützten ihn ebenso wie die Chronisten.

Der Kriegsheld von Logghard, Gamhed der Silberne, wachte mit seinen Männern sowohl über Luxon und den Palast als auch über die Ruhe in der Ewigen Stadt. Luxon fühlte sich absolut sicher.

Was ihm selbst an der Seite Mythors nicht gelungen war, nämlich den Lichtvorhang am Grabmal des Lichtboten unbeschadet zu durchschreiten – jetzt hatte er es geschafft. Für ihn und alle Loggharder war es ein wichtiges Omen, dass er der rechtmäßige Shallad war und die wahre Inkarnation des Lichtboten.

Auch diese Wahrheit hatte sich in Windeseile überall herumgesprochen.

In der Morgendämmerung schliefen Shiran und Luxon ein. Als er später aufwachte, hatte sie ihn verlassen. Aber er wusste, dass sie in der Nacht vor seiner Krönung wiederkommen würde.

*

Gamhed hob den halbgefüllten Pokal. Tiefdunkler Wein war darinnen, mit eiskaltem Quellwasser gemischt, das einen Geruch nach Rosenblättern verströmte. Sein markantes Gesicht verzog sich zu einem knappen Lächeln, als er ausführte:

»Die Gassen, die Schenken und Herbergen und die Zeltlager vor den Mauern füllen sich mit begeisterten Menschen aus allen Teilen des Landes, Luxon.«

Die Sonne brannte senkrecht auf die Stadt herunter. Die Neue Flamme hatte ihr Leuchten in diesem Licht eingebüßt, aber man sah die erhitzten Luftmassen um den Schaft der Flamme herum flimmern.

»So soll es sein«, stimmte Luxon zu. »Ich weiß, dass nicht alle Länder des Shalladad mit Abordnungen vertreten sein werden.«

Lange hatten sie überlegt, ob die Krönungsfeierlichkeiten mit dem größten möglichen Pomp und Aufwand durchgeführt werden sollten oder ob der neue Shallad sich als sparsamer Herrscher einführen sollte. Alle Berater und zum Schluss auch Luxon, der trotz seiner schweren Bürde der Fröhlichkeit nicht entsagen wollte, waren sich schließlich einig geworden:

Eine heitere, große Feier, aber keine Verschwendung. Es würde für jeden gewürzten Braten geben, frisches Brot und Wein, ebenso wie Früchte, Würste und Gesottenes. Schon heute saßen an den Brunnen und den Straßenecken die Barden und die fahrenden Musikanten, und um sie herum scharten sich Kinder, Frauen und Männer, die ihren Liedern und Versen begeistert zuhörten.

»Was bringen die Boten an Neuigkeiten?«, wollte Luxon wissen und blickte, die Ellbogen aufgestützt, über den Rand seines Bechers hinüber zur aufragenden Mauer.

»Hadam wird mehr und mehr zu einer toten Stadt, zu einer Niederlassung der umherirrenden Geister«, fasste der Silberne zusammen.

»Die Stadt des alten Shallad hat ihre Bedeutung verloren. Eines Tages wird sie wohl nur noch von Ratten und Gewürm bewohnt sein und von schwarzen Vögeln«, mutmaßte Luxon, der die Vergänglichkeit der Schönheit sehr genau kannte.

»Achars Rachetempel wird, fürchte ich, bestehen bleiben.«

Luxon lachte bitter auf.

»Wenn wir längst nicht mehr leben, mein Freund, werden die Wellen des Westmeers auch diesen Turm unterspülen und umwerfen!«

»Ein Problem, das unsere Nachkommen beschäftigt«, fügte Gamhed hinzu. Wieder schwiegen sie nachdenklich.

Der Kriegsherr Logghards erinnerte sich an den Tag, an dem die Mumie von Luxons Vater Rhiad wieder in die Reihe der Grabmäler zurückgebracht worden war, in denen die verstorbenen und legendären Shallade lagen.

»Von unseren Truppen in Hadam ... was sagen die Kuriere?«

»Der Hafen und einige Teile des Palasts, der geräumt wird, sind noch Zonen des Lebens. Du weißt, dass sich die ayischen Magier Moihog und Daerog inmitten der Ay-Krieger dort befinden, und sie werden dort bleiben, bis du andere Anordnungen triffst.«

»Gut«, murmelte Luxon.

Die Magier besaßen die Similisteine, deren Magie Luxon geschützt und seinen Sieg ermöglicht hatte. Den wahren DRAGOMAE-Kristall aber, der sich darunter befand, hatte Necron an sich genommen, und keine Macht der Welt konnte ihn dazu bewegen, ihn wieder herzugeben. Necron! Albtraumritter, Augenpartner und Gefährte zahlloser Abenteuer! Er würde an der Feier der Sieben Tage nicht teilnehmen.

Ausgerechnet er!

Gamhed schien Luxons Gedanken erraten zu können, denn er sagte mit mildem Spott:

»Die Tage deines wilden Lebens sind vorbei, Luxon! In jeder Stadt eine Geliebte, in jeder Schenke ein Trunkenbold, immer gut für eine verschlagene List. Tausende Augen beobachten den Shallad. Nimm Abschied von diesem Leben, denn es wird sich ändern. Deine Schultern werden krumm unter der Last der Verantwortung!«

Luxon wirbelte herum und verschüttete etwas von dem Wein.

Nicht ohne zornige Härte in der Stimme und mit trotzigem Gesichtsausdruck stieß er hervor:

»Eines verspreche ich dir, Gamhed. Und ich schwöre es auch jedem einzelnen Mann im Shalladad: ich werde nicht auf meinem gepolsterten Thron verdorren! Ich bin der Mann der vielen Masken, und ich habe nichts verlernt. Ich werde wie Arruf seinerzeit durch die Gassen gehen, werde meinen Untertanen aufmerksam zuhören und mit ihnen zusammen auf den jungen Shallad schimpfen.«

»Und mit ihren Töchtern und Mägden tändeln, wie ich zu wissen glaube«, murmelte Gamhed kopfschüttelnd.

»So sei es!«, stimmte Luxon zu. Er begegnete einem außerordentlich deutlichen Blick des Unglaubens.

»Die Wirklichkeit wird dich einholen und dich eines Besseren belehren«, versprach ihm der alte Kampfgefährte. »Oder, in deinem Sinn, eines Schlechteren.«

»Abwarten«, brummte Luxon. Gamhed hatte eine empfindliche Stelle getroffen. Rasch lenkte Luxon die Unterhaltung wieder auf einen Pfad, der ihm angenehmer und weniger...



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