Kneifel | ATLAN Monolith 3: Echo der Verlorenen | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3, 350 Seiten

Reihe: ATLAN Monolith

Kneifel ATLAN Monolith 3: Echo der Verlorenen


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-4944-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 3, 350 Seiten

Reihe: ATLAN Monolith

ISBN: 978-3-8453-4944-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



April 3112 alter Terranischer Zeitrechnung: In dieser Zeit geht die United Stars Organisation - kurz USO - gegen das organisierte Verbrechen vor. An ihrer Spitze steht der Arkonide Atlan, Perry Rhodans bester Freund. Ein Zellaktivator verleiht dem mehr als zehntausend Jahre alten einstigen Imperator des arkonidischen Imperiums die relative Unsterblichkeit. Lordadmiral Atlan heftet sich an die Spur des entführen Risiko-Spezialisten Santjun, der auf rätselhafte Weise mit ihm verbunden zu sein scheint. Auf dem Mond des Riesenplanten Ajatan erwartet ihn bereits die erste Überraschung: Sein Schiff wird abgeschossen. Atlan findet zwar Verbündete in den Eingeborenen, die mit Luftschiffen über den Dschungeln ihrer Welt dahinfliegen, dennoch droht ihm und den übrigen Schiffbrüchigen weiterhin Gefahr. Sie werden nicht nur von den Schergen der Silberherren gejagt - auf dem Mond Lumbagoo steht auch ein aktiver Monolith, und schreckliche Träume künden von einer Zeit des Krieges ... Folgende Romane sind Teil des Monolith-Zyklus: 1. 'Planet der Silberherren' von Uwe Anton 2. 'Todeszone Zartiryt' von Rüdiger Schäfer 3. 'Echo der Verlorenen' von Hans Kneifel 4. 'Der Silbermann' von Marc A. Herren 5. 'Ceres am Abgrund' von Manfred H. Rückert 6. 'Sprung ins Jenseits' von Achim Mehnert

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Asberfahns Unruhe
    Die Nacht über dem Rand der Schattenseite Lumbagoos löste den hellen Abend ab. Die Haltetaue mit den Kupferankern waren gefallen, hatten sich in Felsritzen und im Wurzelwerk verhakt und hielten, hart gespannt, das große Heißluftschiff GEWINN DES DELTAS schwebend einige Mannslängen über dem flachen, von Felstrümmern und windzerzausten Büschen bedeckten Bergrücken. Noch vor wenigen Stunden hatte der fünffache Kugelschatten des Schiffes auf den Kelchen der Trichterpflanzen des Dschungels gelegen. Jetzt leuchteten windgeschützte Öllampen in den Gondeln, an den Ecken der voll beladenen Lastfläche und den riedgeflochtenen Behältern der Ballastkohle. Aus jedem Compartment baumelten lange Strickleitern und klapperten leise im Wind. Die GEWINN DES DELTAS war nicht das neueste, aber sicherlich das größte Heißluftschiff, das den Angehörigen der Sippe »Schwebende Gutverdiener« bekannt war; die GEWINN war vor fünfundsiebzig Jahren im Delta von den Seruumi-Handwerkern vom Stamm der »Unentwegt Tüchtigen« erdacht und gebaut worden. Nur an einer Stelle, an der Vulkanberge, Urwald und Meer aufeinandertrafen, beim Mündungsdelta und der Bucht Ai Ventur lai Donkaussari, also der »Bucht der Reichen Gaben«, konnte ein solches technisches Wunderwerk gebaut werden. Asberfahn »Chepteyn«, Schiffesführer der »Gutverdiener«, ließ die letzte Sprosse der Leiter los, warf prüfende Blicke in die Höhe und schleppte seine Werkzeugtasche zur Seite. Er stellte sie neben einem Felsen ab und setzte sich auf den Stein, den Regen, Wind und Sand abgeschliffen hatten. Die Arbeit war getan, das Schiff würde morgen früh problemlos abheben können, und jetzt war Zeit, sich einer spätabendlichen Betrachtung und Entspannung hinzugeben. Er hatte sie sich verdient, fand er jedenfalls. »Immerhin«, murmelte Asberfahn zufrieden und nahm den ledernen Hut ab. Gedankenlos säuberte er die Gläser der Sturmbrille, die in die vordere Krempe eingearbeitet war. »Der Erfolg ist uns bis heute treu geblieben.« Er richtete den Blick auf den Planeten Ajatan, dessen helle Kugel den Himmel und die Nacht beherrschte.   Die Große Bucht war seit mehr als 350 Jahren die Heimat des Seruumi-Stammes. Gegenwärtig lebten dort ungefähr 7500 »Unentwegt Tüchtige«, deren Können und Reichtum von Jahr zu Jahr anwuchs. Vom westlichen »Kap der Hochwogen« vermochte man mit unbewaffnetem Auge gerade noch das gegenüberliegende »Kap der Dämmerungsstürme« erkennen. Zwischen ihnen erstreckte sich die Bucht, in die der Fluss Dortoprim mündete. Er hatte im Lauf der Zeiten ein fruchtbares Delta aus Schwemmland hinterlassen. Die Dortoprim kam aus den südlichen Dschungeln und ergoss sich in der Mitte der Bucht ins Meer. Zum Hochwogen-Kap hin, links des Deltas, erstreckten sich die Salinen des Stammes. Rechts, vor dem Rand des Dschungels, breitete sich ein tief ins Land reichender, wüstenähnlicher Sandstrand mit einigen sichelförmigen Dünen aus; der feine, weiße Sand gehörte zu den Handelswaren, die Asberfahns Mannschaft säckeweise mit sich führten. Die Trichterbäume des breiten Waldstreifens, der fast bis zum Wasser des Meeres reichte, wurden vom Stamm bewohnt. Dieser Teil des Dschungels war, bis auf wenige Ausnahmen, ruhig; nur noch selten erschreckten die heulenden Schreie des Großen Goolph, der noch nie wirklich gesichtet worden war, die Seruumi. Erst seit ungefähr 250 Jahren war die Namensfindung aller Teile der Heimat beendet; was davor gewesen war, hatte seinen Ursprung in Mythen und Legenden, Märchen und den Liedern der Alten und Urväter. Die Abenteuerlust und der Drang, das Stammesgebiet zu verlassen und andere Stämme kennenzulernen, mit ihnen zu handeln und die Schönheit fremder Frauen anzustaunen, hatten schon vor mehr als 200 Jahren eingesetzt. Aber es hatte fast ein Jahrhundert gedauert, bis das erste Heißluftschiff des Stammes gebaut werden konnte; die GEWINN DES DELTAS war vor 74 Jahren zum ersten Mal erfolgreich und weit geflogen, zuverlässig gesteuert und ohne Unfall. Inzwischen waren die großen milchig-transparenten Auftriebskörper mit vielen Flicken repariert und abgedichtet worden; das Material stammte von kleinen Blasen und leuchtete weithin in allen Farben dieser Meereslebewesen.   Der Gasriese Ajatan beherrschte den Himmel. Das machtvolle Bild strahlte gleichzeitig ungewisse Drohung, kosmische Schönheit und das lautlose Donnerwort aus, dass alles klein und unbedeutend war und blieb angesichts dieses reglosen Giganten. Eine Kugel aus fahlen Farben, die sich in langsamen Wirbeln auflösten und neu entstanden aus furchterregenden Strukturen um weiße, rote und giftgelbe Kerne. Seit Äonen kreiste der Trabant Lumbagoo um den Gasplaneten in einem Sonnensystem aus vierzig Planeten und ungefähr 250 Monden. Aus welcher fernen Quelle diese Zahlen stammten – viele Seruumi kannten sie aus den Legenden und den Erzählungen der ganz Alten – verlor sich im Dunkel der ebenfalls unbekannten Vorgeschichte. Seit sich Leben auf Lumbagoo ausgebreitet hatte, stand es unter dem ungeheuerlichen optischen Einfluss dieses monströsen Bildes. Aber nur in einem breiten Äquatorialband des Mondes war Ajatan in seiner vollkommenen sphärischen Form zu sehen; die Ränder der Kugeloberfläche schienen nur wenige Handbreit vom Rundum-Horizont entfernt zu sein. Am Äquator waren auch die Einflüsse der Radiostrahlung, der nichtthermischen und der Meterwellenstrahlung am größten. Sie betrafen alle Lebewesen, vom Einzeller über die Tiere im Meer, über die Seruumi und die Schlammkriecher bis hin zu den Träumern und den Zirkelkelchbäumen des Dschungels. An zwei Dutzend Stellen auf dem langen, schmalen Hochplateau des Berggipfels brannten kleine Feuer, kaum mehr als weißrote Gluthäufchen. Die fünf Dutzend Händler vom Volk der Seruumi lagerten um die Feuer, über denen Speisen und Wasser für Getränke erhitzt wurden. Im Schiff wachten die Posten; einige Mannschaftsmitglieder schliefen zwischen Felsen und Büschen auf haarigen Moospolstern, von denen Teile der ebenen Bereiche bedeckt waren. Asberfahn stand auf. Er spürte die Schwäche in seinen Armmuskeln. Er holte sich einen Becher heiße Draenq vom nächsten Feuer, sicherte sein klirrendes Werkzeug und entfernte sich schweigend einige Schritte vom qualmenden Feuer. Über seinem Kopf gähnte eine der runden, mit nassem Leder eingesäumten Öffnungen der Schiffeshülle. Darunter hingen die Feuerschalen, in denen im Flugstatus brennendes Holz, Öl und Kohlen die Luft erhitzten. Jetzt erzeugte die stumpfe Glut nur wenig Heißluft, sodass das Schiff ohne viel Auftrieb ruhig, aber stabil über dem Berg schwebte. »Heo! Wo willst du hin, Chepteyn Asber?«, rief der Sippenälteste und hustete im Rauch. »Zwickt dich wieder die Neugierde?« »Ich will in Ruhe die Wolken von Ajatan ansehen«, antwortete er und hob den Kopf. »Und ohne störendes Nebenlicht.« »Ohne unsere Gesellschaft«, warf Pailuten Tonfrödi ein. »Wir stören nur, wenn er von seinen Geistern, Legenden und Rätseln träumt. Oder von den Frauen der Waldschweber oder derjenigen vom Strom.« Richtig, dachte Asberfahn und grinste in sich hinein. Dabei hilft es, wenn man sich im Anblick der Wolken, Bänder und Strudel Ajatans verliert. Nur in der Äquatorregion des Mondes Lumbagoo hatte er dieses Erlebnis. Die Sippe hatte das Luftschiff auf einem Bergrücken gelandet, die zu Tausenden den äquatorialen Dschungel unterbrachen, meist einige hundert Mannslängen höher als die Ränder der Baumtrichter. Die steinernen Erhebungen waren Zeugen gewaltiger vulkanischer Ausbrüche, die vor unbezifferbar lang zurückliegender Zeit die Oberfläche Lumbagoos verändert hatten. Längst waren sie zu skurrilen Restschroffen und Zeugenbergen verwittert. In ihrem Schutt hatten sich die Wurzeln der Baumriesen ausgebreitet, denn das Gestein enthielt viele Nährstoffe aus der Tiefe des Mondes.   Zwischen dem Kap der Dämmerungsstürme, der östlichen, felsigen Begrenzung der Großen Bucht, und dem Urwaldstreifen ragten die wild gezackten Ausläufer der vulkanischen Berge auf. Soweit die Ältesten des Stammes zurückdenken konnten, hatte es stets einen kleinen, tätigen Vulkan gegeben. Vor Äonen hatte eine gewaltige Masse Lava eine ebenso riesige Masse Sand und ein großes Dschungelgebiet vor sich hergeschoben und unter sich begraben, denn sonst gäbe es weder die Naphta-Kohlenflöze noch die Erzgänge unterhalb der Kohle-Abbaustollen. Mit Kohle ließ sich Eisen aus dem Erzgestein schmelzen, aus Eisen fertigten die Schmiede viele Muster und unzählige Einzelteile an, und zwischen den Erzadern hatten die »Unentwegt Tüchtigen« in weit geringerem Maß andere Metalle gefunden und geschürft: Silber, Kupfer, Gold und Anderes, von dem man weder den Namen noch die beste Verarbeitungsart kannte. Aber die Dortoprim führte in ihren Flusssanden Zinn mit sich, das dem Kupfer beigemischt wurde und den Bronzegießern und Metallschmieden Arbeit gab, ebenso hatten die Verarbeiter des vulkanischen Schwefels viele nützliche Erfindungen geschaffen. Nahezu alles, was der Stamm entlang des Meeressaums gefunden hatte und gestalten konnte, befand sich als Handelsware in der Flechtwerkgondel des Luftschiffes: Kohle, Sand, körniges weißes Salz, Naphta und Schwefel war in Säcken aus Meeresblasenhäuten verpackt. Knochen von Tiefwasserwesen und Metallbarren dienten als Ballast und Gewichtsausgleich. Trockenfisch und Salzfisch lagerten in Flechtwerktruhen. Durchsichtige Blasenhäute junger Wesen, die als Dächer, Zeltwände oder Regenschutz dienen konnten, lagen zusammengerollt oder gefaltet in den Compartments. Bunte Blasenhäute waren wertvoller, ebenso wie die...



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