Buch, Deutsch, 144 Seiten, PB, Format (B × H): 120 mm x 190 mm, Gewicht: 155 g
Spreewaldkrimi Nr. 5
Buch, Deutsch, 144 Seiten, PB, Format (B × H): 120 mm x 190 mm, Gewicht: 155 g
ISBN: 978-3-929600-36-0
Verlag: Heimat-Verlag Lübben
mord & totschlag & mehr
nichts ist mehr so im spreewald, wie es einst mal war.
mit dem fall des antifaschistischen schutzwalles, „die mauer“, kamen nicht nur goldwäscher und glücksritter in den romantischen spreewald - eine region in brandenburg, jahrhunderte lang geprägt von gurken und mücken, in der saison überlaufen von einer schar wild umherwuselnder, ruhesuchender touristen. nein, auch neid und gier, intrigen und rache, mord und totschlag und noch vieles anderes verirrten sich in das ach so beschauliche „venedig brandenburgs“.
an die öffentlichkeit gebracht von einem kleinen, zunächst unscheinbaren mann, der eines tages im lübbenauer polizeipräsidium stand mit dem geständnis: „ich habe ihren libero umgebracht."
seit dem gibt es immer wieder arbeit für die wasserschutzpolizei um kommisar kieselbach, treiben, neben den überbleibseln der spreewaldtouristen wie plastetüten und leeren coladosen, auch immer wieder leichen in den spreefließen.
rätselhafte todesursachen, geld- und machtgierige ex-stasi- und jungkapitalisten, sportler mit einem drang nach dem schnöden mammon und viele andere zwielichtige gestalten und protagonisten hat die literarische ader von heinz-michael klein bisher in den spreewald geführt.
mit für einen „wessi“ beeindruckenden ortskenntnissen, dem draht zum sonst so schweigsamen spreewälder, dem er bei einem spreewaldbitter die ein oder andere „frei erfundene“ geschichte abluchst und einer gehörigen prise rheinischer frohnatur bringt klein seit einigen jahre literarische kleinode mit tödlichem ausgang zu papier.
kleiner autor - klein geschrieben - aber ganz GROSSER LESESPASS.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
vorwort
sagen, märchen und schauerliche geschichten belegen eindeutig
- im spreewald wurde anständig gespukt und unfug getrieben, über
jahrhunderte und vornehmlich zu nachtschlafender zeit. der schlangenkönig
schlich umher, belohnte und bestrafte gute und böse menschen,
moorhexen und irrlichter brachten verspätete reisende um orientierung
und verstand. wer glück hatte und den beiden – moorhexe
und irrlicht – entwischte, war allerdings noch längst nicht aus dem
schneider, denn es konnte jederzeit passieren, dass man dem ´nachtjäger
´ begegnete. da waren dann plötzlich in stockfinsterer nacht hundemeuten,
pferde und reiter unterwegs, die lärmten, kläfften, brüllten
und herumböllerten. peitschen knallten, hörner dröhnten und die ganze
veranstaltung rauschte wie ein intercity – allerdings unsichtbar – am
verstörten wanderer vorbei.
dass dieser nachtjäger trotz seiner klobigen performance anständiger
war als mancher gebrauchtwagenhändler oder anlageberater erfuhr
ein mensch, der zu später stunde weitab in burg auf dem weg nach
hause mit diesem nachtjäger kollidierte. um seine panik zu besiegen
dachte sich der mann, du möchtest mitschreien und mitbellen, so gut
und so laut es eben geht. er tat dies mit aller macht und ausdauer, bis
er sein anwesen in burg-kauper erreicht hatte. als er endlich die klinke
seiner haustür in der hand hatte, erscholl eine grobe stimme von hoch
oben aus den wolken und verkündete: „he kerl, wer so gewaltig mitjagt
wie du, der soll auch seinen gerechten anteil an der beute haben.“ und
im gleichen augenblick schlug ein halber hirsch direkt vor den füßen
des mannes auf dem erdboden nieder. wir lernen: - geister sind mitunter
anständiger als börsennotierte unternehmen.
wie sich sagen, märchen und nächtlicher spuk in den modernen
spreewald hinübergerettet haben, zeigt die folgende schauerliche
geschichte.
lehde, ostern 2009




