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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 272 Seiten

Reihe: Adra-Trilogie

Klein Mahrla

Der erste Teil der Adra-Trilogie
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7407-2410-8
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der erste Teil der Adra-Trilogie

E-Book, Deutsch, Band 1, 272 Seiten

Reihe: Adra-Trilogie

ISBN: 978-3-7407-2410-8
Verlag: TWENTYSIX LOVE
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die siebzehnjährige Tahira musste in ihrem Leben viele Verluste erleiden: Ihren Vater lernte sie nie kennen, ihre Mutter verschwand eines Abends spurlos, ebenso ihre Schwester. Ihre Stiefmutter Susanna und ihr bester Freund Jannik sind der einzige Halt in Tahiras Leben - bis sie plötzlich auf ein Familiengeheimnis stößt, welches das Verschwinden ihrer Verwandten erklären könnte. Gemeinsam mit Jannik begibt sie sich auf eine gefährliche Reise in eine unbekannte Welt. Auf der Suche nach ihrer Familie findet sie nicht nur einen Teil von sich selbst, sondern auch die Liebe und sämtliche Probleme, die diese mit sich bringt. Doch sollte sie sich nicht besser von dem geheimnisvollen Darihn fernhalten, der ihr Herz so hochschlagen lässt? Kann sie ihm vertrauen?

Sabrina Laura Klein, geboren 1999 in Saarbrücken, widmet sich neben dem Psychologie-Studium mit großer Freude dem Schreiben. Fantasie und Kreativität waren immer ein wichtiger Teil ihres Lebens. Bereits in ihrer Kindheit fing sie an, Texte und Gedichte zu verfassen, bis sie schließlich im Alter von fünfzehn Jahren den Roman Mahrla zu schreiben begann. Nach einer Pausierung griff sie diesen nach dem Abitur 2018 wieder auf und brachte ihn zu Ende. Es stand bereits fest, dass er Teil einer Trilogie werden sollte - die folgenden Bände Palela und Kavala der Adra-Trilogie schrieb sie im Anschluss bis Ende 2022 fertig.
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Kapitel 1


Ich spüre den kühlen Abendwind und höre in seinen Böen die Blätter der Bäume über mir bedrohlich rauschen. Der Luftzug nimmt immer stärker zu und mich beginnt es zu frösteln. Ich weiß nicht, wo ich bin - oder wie ich hierhergekommen bin. Um mich herum wird es immer dunkler und ein Schauder kriecht mir über den Rücken. Die Nachtluft umhüllt mich wie ein Kokon, doch ich muss mich vor der schaurig-schönen Illusion in Acht nehmen. In der Ferne höre ich die Schreie der Fledermäuse – verwunderlich, dass ich mich nach dieser langen Zeit noch so gut an die Geräusche des Waldes erinnern kann. Die dunklen Wolken am Himmel kann ich in der Dunkelheit mehr erahnen als wirklich sehen, doch schon bald spüre ich die ersten Regentropfen im Gesicht. Ich weiß, dass ich schleunigst hier weg muss, mit einem Gewitter im Wald ist nicht zu spaßen. Es ist egal, in welche Richtung ich gehe, Hauptsache, ich finde einen Unterschlupf. Ich laufe los, obwohl ich nicht weiß, wohin ich gehen soll. Meine Füße tragen mich fast lautlos durch das immer düsterer werdende Unterholz. Früher weckte der Wald noch fröhliche Erinnerungen in mir, jetzt habe ich einfach nur noch Angst.

Nasse Zweige schlagen mir ins Gesicht, meine Haare verfangen sich in den Ästen. Wurzeln und Pflanzen versperren mir den Weg, doch durch meine plötzlich aufkommende Panik lasse ich mich durch nichts aufhalten. Immer schneller und immer weiter laufe ich, als ich über eine Wurzel stolpere und das Gleichgewicht verliere. Kurz denke ich, ich müsste sterben, doch dann schlage ich mit einem dumpfen Knall auf einen harten Untergrund auf. Ich höre ein Geräusch, fast wie von brechendem Holz und weiß, noch bevor ich den höllischen Schmerz spüren kann, dass es mein Fuß ist. Vor Pein gekrümmt beginne ich zu wimmern. Ich habe schreckliche Angst. Wie soll ich nur jemals wieder nach Hause kommen? Verzweifelt und hilflos schlinge ich die Arme um meine Knie und bleibe auf dem kalten, feuchten Waldboden sitzen. Erst nach einer sehr langen Zeit - zumindest kommt es mir so vor - kann ich mich wieder einigermaßen aufrichten und bemerke vor mir einen großen Baum mit weit nach unten hängenden Zweigen. In der Hoffnung, dort etwas Schutz vor dem Regen zu finden, schiebe ich die Äste zur Seite und humple geduckt unter das große Blätterdach. Ich höre, wie der Regen draußen auf den Boden prasselt und fühle mich für einen kurzen Moment sicher, fast als würde ich in der warmen Schulbibliothek sitzen und den Regentropfen bei ihren Wettrennen an der Fensterscheibe zusehen. Ein lauter, alles übertönender Donner versetzt mich zurück in die Wirklichkeit und lässt mich noch weiter zurückweichen. Ich erwarte, jeden Moment an den Baumstamm zu stoßen, doch es fühlt sich eher so an, als würde ich leicht bergab gehen. Als ich mich herumdrehe, um nachzusehen, stelle ich fest, dass dies keine Einbildung ist: Ich bin wirklich ein gutes Stück nach unten gegangen, es scheint als wäre ich in einer Art Tunnel gelandet. Plötzlich erhellt sich der Raum um mich herum durch einen Blitz, sodass ich kurz Zeit habe, einen Blick auf meine Umgebung zu erhaschen. Voller Überraschung kann ich gerade noch feststellen, dass ich mich in einer Art kleinen Höhle befinden muss, die nach unten hin noch weiter zu verlaufen scheint. Humpelnd schleppe ich mich zur Höhlenwand, an die ich circa einen Meter links von mir gelangen müsste. Mein Fuß schmerzt immer noch höllisch, aber trotzdem beiße ich die Zähne zusammen und humpele weiter. Als plötzlich hinter mir ein schrilles Piepsen erklingt, entfährt mir ein überraschter Schrei.

Erschrocken springe ich auf. Um mich herum herrscht zwar immer noch bedrohliche Dunkelheit, aber erfreulicherweise kann ich die weichen, vertrauten Daunen meines kuscheligen Bettes spüren. Nachdem ich meine Ohren von dem schmerzhaften Klingelgeräusch befreit habe, taste ich unbeholfen nach dem Lichtschalter, der sich eigentlich direkt neben meinem Kopf befinden müsste. Als es wieder hell um mich herum wird, kann ich endlich erleichtert ausatmen. Immer noch hallt der Traum in meinen Gedanken nach. Seltsam, ich habe in letzter Zeit schon öfter von diesem Ort, dieser Höhle, geträumt, dabei kann ich mich gar nicht daran erinnern, diese jemals gesehen zu haben. Ob das etwas zu bedeuten hat? Mitten in meinen Überlegungen merke ich, dass mein linker Fuß wirklich schmerzt. Wahrscheinlich habe ich ihn mir beim Schlafen an der Bettkante angestoßen, denke ich noch, als ich auch schon die rote Stelle am Knöchel ausmachen kann, die sich wahrscheinlich in einen blauen Flecken verwandeln wird. Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt mir jedoch nicht mehr: Wenn ich mich nicht beeile, komme ich wieder zu spät zur Schule und das sollte ich mir dieses Jahr wirklich nicht mehr allzu oft erlauben. Auch wenn ich mit meinen fast siebzehn Jahren die Jüngste in der Zwölften bin, da ich die erste Klasse übersprungen habe, muss ich trotzdem etwas vom Stoff mitbekommen, um den Abschluss zu schaffen. Meine Stiefmutter Susanna bezeichnet mich gerne als hochbegabt und meint, ich dürfte mein Potenzial nicht verschwenden. Manchmal übertreibt sie aber einfach gerne, obwohl sie ansonsten ein relativ unkomplizierter Mensch ist. Mit ihrer fürsorglichen und sozialen Art muss sie auch einfach jeder gernhaben.

Nachdem ich Jeans, Sneakers und mein grünes Lieblingstop angezogen habe, versuche ich im Bad meine widerspenstigen braunen Haare zu bändigen, die mir mittlerweile bis zur Hüfte reichen. Eigentlich würde ich sie mir gerne kürzer schneiden lassen, aber ich weiß, wie sehr meine Mutter es geliebt hatte, sie durchzubürsten, weshalb ich es einfach nicht übers Herz bringe, sie zu kürzen. Als ich in den Spiegel schaue, bemerke ich mal wieder meine viel zu blasse Haut und die großen grünen Augen. Früher waren sie das Einzige an mir, was ich wirklich mochte. Jetzt weckt ihre Farbe nur noch die traurige Erinnerung an meine Schwester in mir.

Als ich um Viertel vor acht endlich meine Stiefmutter Sanna - ich nenne Susanna schon so, seit ich sprechen kann - abgeschüttelt habe, verlasse ich mit einem Stück Croissant im Mund und offenen Schuhen die Wohnung, krame mein Fahrrad aus der Garage und fahre schneller los, als ich es in meinem noch halb benebelten Zustand tun sollte. Ich schaffe es einfach fast täglich, wegen meiner Grübeleien zu spät zu kommen. Zum Glück nimmt Sanna das ziemlich entspannt, immerhin schreibe ich ja auch gute Noten. In einiger Entfernung erscheint vor mir das Gymnasium und ich fahre etwas langsamer. Eigentlich mag ich die Schule, aber ich will mich mit den Leuten dort nicht früher als nötig abgeben. Ich bin nicht unbedingt eine Außenseiterin, aber viele Freunde habe ich auch nicht gerade. Um genau zu sein, nur einen. Eigentlich bin ich selbst daran schuld, große Mühe gebe ich mir nicht. Aber vielleicht will ich gar keinen großen Freundeskreis. Oder ich bin einfach anders als die anderen Schüler.

Als der Gong ertönt, betrete ich gerade noch pünktlich das Klassenzimmer, ignoriere das spöttische, hohe Kichern aus der letzten Reihe und will mich schon neben Jan auf meinen Platz fallen lassen, als ich merke, dass auch dieser leer ist.

„Mist!", entfährt es mir etwas zu laut, als gerade Frau Schenk das Klassenzimmer betritt.

„Natürlich, mal wieder unsere liebe Tahira Schwartz", beginnt mich meine Lehrerin in einer ihrer gewöhnlich länger dauernden Sprechtiraden schon zu tadeln, doch ich muss sie unterbrechen. „Es tut mir wirklich leid, aber ich muss kurz telefonieren."

Wie konnte ich Jan nur schon wieder vergessen? Ich habe doch verabredet, mich vor der Schule mit ihm zu treffen, zusammen hinzufahren. Verärgert über mich selbst will ich schon aufspringen, aber das energische „Stopp!" von Frau Schenk hält mich auf.

„Du bleibst schön hier! Auch wenn du noch so intelligent bist, kannst du es dir nicht leisten, den Unterricht im Abschlussjahr zu vernachlässigen. Im letzten Jahr hast du schon viel zu oft gefehlt! Wenn du deinen Zeitplan nicht richtig regeln kannst - “.

Das schadenfrohe Lachen aus dem hinteren Teil des Klassenzimmers unterbricht den Redefluss für einen Moment.

„Samanta Schmidt und Cecilia Fuchs! Dürfte ich die Damen wohl zur Ruhe bitten oder spricht das etwa gegen eure Würde?"

Kurz kann ich mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen, was mir einen bösen Blick von Celi-Zicke und ein verachtendes Schnauben von Sankt Samanta einbringt.

„Wirklich schlimm, diese Klasse", motzt Frau Schenk ohne viel Beachtung weiter, wirft uns allen noch einen strengen Blick zu, was mich zurück in die Realität bringt.

„Tut mir wirklich leid, aber ich gehe jetzt telefonieren", wiederhole ich und verlasse den Klassensaal, bevor sie mich noch aufhalten kann. Soll sie mich doch ins Klassenbuch eintragen. Sauer auf mich selbst und meine Lehrerin, wähle ich auf dem Schulflur Jans Nummer. Hoffentlich ist er nicht böse auf mich. Ich bin wirklich eine schlechte Freundin.

„Hast du mich schon wieder vergessen?", meldet sich eine vorwurfsvolle,...



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