E-Book, Deutsch, Band 3, 120 Seiten
Reihe: Erfolgsformel Trilogie
Klein Erfolgsformel Ruhestandsplanung
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-7992-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie Ihr Wissensstand Ihre finanziellen Entscheidungen zur Altersvorsorge beeinflusst und optimiert
E-Book, Deutsch, Band 3, 120 Seiten
Reihe: Erfolgsformel Trilogie
ISBN: 978-3-6951-7992-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rolf Klein, Jahrgang 1960, ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Neutralis Kapitalberatung GmbH sowie von RK Insight, finanzielle Bildung, Aufklärung, Lösungen. Als zertifizierter Finanzplaner und Vermögensberater unterstützt er Privatpersonen und Unternehmer dabei, ihre finanzielle Zukunft sicher und nachhaltig zu gestalten. Mit seinem vertrauensvollen Netzwerk und jahrzehntelanger Erfahrung entwickelt Rolf Klein maßgeschneiderte, durchdachte Konzepte für Vermögensbewertung, Neustrukturierung und Ruhestandsplanung, stets abgestimmt auf die individuellen Lebensphasen seiner Kunden. Sein Fokus liegt darauf, finanzielle Sicherheit und Wohlstand langfristig zu sichern. Neben seiner Beratungstätigkeit hat Rolf Klein zahlreiche Bücher und E-Books veröffentlicht, die sich mit Vermögensschutz, Nachlassregelung und Vermögensmanagement beschäftigen. Sein neues Buch widmet sich der sorgfältigen Planung des Ruhestands und bietet wertvolle Impulse für eine sorgenfreie finanzielle Zukunft.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
4.3 Garantiezins und Überschussbeteiligung
Das müssen Versicherungskunden wissen
Der Höchstrechnungszins steigt ab 2025 auf 1 % - die erste Erhöhung seit 30 Jahren. Mein Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen Garantie- und Höchstrechnungszins und welche Bedeutung er für Sparer hat.
Was ist der Garantiezins?
Der Garantiezins ist ein Teil der Gesamtverzinsung von kapitalbildenden Renten- und Lebensversicherungen. Er steht bei der klassischen Variante zu Vertragsbeginn fest und gilt für die gesamte Laufzeit der Lebens- oder Rentenversicherung. Das bedeutet, dass der Versicherer Jahr für Jahr mindestens diesen Zins der Kundin bzw. dem Kunden auf das Angesparte gutschreibt. Wichtig zu wissen: Der Garantiezins bezieht sich auf den Sparanteil. Das ist der Teil des Beitrags, der nach Abzug der Kosten für Vertrieb, Verwaltung und – im Fall von Lebensversicherungen – für den Todesfall- und Hinterbliebenenschutz verbleibt.
Haben alle Lebens- und Rentenversicherungen einen Garantiezins?
Nein. Eine wachsende Rolle spielen Renten- und Lebensversicherungen mit modifizierten Garantien. Bei diesen Produkten wird ein bestimmter Euro-Betrag – etwa die Summe oder ein Teil der eingezahlten Beiträge – zum Vertragsablauf oder Rentenbeginn fest zugesagt, aber keine konstante jährliche Verzinsung. Dadurch steigt die Anlagefreiheit und der Versicherer kann die Kundengelder rentabler anlegen. Rund 65 % der neu abgeschlossenen Lebens- und Rentenversicherungen entfallen auf Produkte mit modifizierten Garantien.
Der Garantiezins ist ein typisches Merkmal klassischer Renten- und Lebensversicherungen. Daneben gibt es noch fondsgebundene Versicherungen, bei denen die Ablaufleistung zum Ende des Vertrages vom Börsenverlauf abhängt – beziehungsweise vom zugrunde liegenden Anlageprodukt, etwa einem Fonds. Großer Beliebtheit erfreuen sich Hybridprodukte mit modifizierten Garantien. Sie legen die Gelder in Kombination klassisch und fondsgebunden an.
Der Unterschied zwischen Garantiezins und Höchstrechnungszins
Anbieter von klassischen Renten- oder Lebensversicherungen können den Garantiezins nicht nach Belieben selbst bestimmen. Seine Höhe wird indirekt durch den sogenannten Höchstrechnungszins begrenzt. Dieser wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt – auf Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie geben jährlich unabhängig voneinander eine Einschätzung ab, wie hoch dieser Zins maximal sein sollte. In der Vergangenheit haben die Versicherer die gesetzliche Obergrenze für ihre Verträge in der Regel übernommen. Daher werden Höchstrechnungszins und Garantiezins oft synonym verwendet.
Der Höchstrechnungszins ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Lag er in den 1990er-Jahren in der Spitze noch bei 4 %, wurde er zuletzt ab 2022 auf 0,25 % abgesenkt. Ab 2025 gibt es einen Positivtrend. Der Höchstrechnungszins wird auf 1 % erhöht.
Bestehende Verträge sind von einer Änderung des Höchstrechnungszinses nicht betroffen: Die zum Abschluss der Versicherung versprochene Mindestverzinsung gilt für die gesamte Vertragslaufzeit. Wer zum Beispiel 2011 eine klassische Lebensversicherung abgeschlossen hat, erhält den damals vereinbarten Zins von 2,25 % auch heute noch auf seinen Sparanteil gutgeschrieben.
Ist der Garantiezins gleichbedeutend mit der Gesamtverzinsung einer Lebensversicherung?
Nein, er ist die Untergrenze. Die gesamte Rendite einer Lebens- bzw. Rentenversicherung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Neben dem garantierten Zinssatz oder der modifizierten Garantie gibt es im Normalfall noch Überschüsse.
Überschüsse entstehen,
- wenn Versicherer mit ihren Kapitalanlagen höhere Erträge erwirtschaften als für den Garantiezins notwendig sind (Kapitalanlageüberschuss),
- wenn der Versicherer sparsam wirtschaftet und geringere Kosten anfallen als ursprünglich kalkuliert (Kostenüberschuss),
- oder wenn sich die Sterblichkeit aus Sicht des Versichertenkollektivs günstiger entwickelt als bei Vertragsabschluss kalkuliert (Risikoüberschuss).
Garantiezins und Überschussbeteiligung ergeben die theoretische Gesamtverzinsung des Produkts. Anders als der garantierte Zinssatz ist die Höhe der Überschüsse zu Vertragsbeginn jedoch nicht sicher. Die deutschen Lebensversicherer sind aber gesetzlich verpflichtet, die Beiträge ihrer Kunden vorsichtig zu kalkulieren, so dass Überschüsse in aller Regel zu erwarten sind. Im langjährigen Mittel geben die Lebensversicherer mehr als 95 % der Kapitalerträge, Risiko- und Kostenüberschüsse an die Versichertengemeinschaft weiter.
Die Überschussbeteiligung 2024
Laut der Assekurata-Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien 2024 betrug die durchschnittliche laufende Verzinsung im Jahr 2024 2,77 %, was einem Anstieg von 0,16 %punkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Überschussbeteiligung 2025
Für 2025 haben mehrere Lebensversicherer ihre Überschussbeteiligungen weiter erhöht. Diese Erhöhungen deuten darauf hin, dass der Branchendurchschnitt für die Überschussbeteiligung im Jahr 2025 voraussichtlich über dem Niveau von 2024 liegen wird.
Hinweis: Die Überschussbeteiligung variiert je nach Versicherer und Tarif. Für genaue Informationen empfiehlt es sich, die aktuellen Deklarationen der jeweiligen Versicherungsunternehmen zu konsultieren.
Achtung: Worauf bezieht sich eigentlich die Verzinsung?
Meist liegt hier eine große Wissenslücke vor. Denn die Verzinsung bei Lebens- und Rentenversicherungen bezieht sich auf den sogenannten Sparanteil der eingezahlten Beiträge – nicht auf den Beitrag!
Dieser Sparanteil wird nach Abzug von Kosten (z. B. für Verwaltung, Abschluss und Risikoschutz) verzinst und in der Kapitalanlage der Versicherungsgesellschaft angelegt.
Mein Fazit:
Die o.a. Beschreibung ist die theoretische Beschreibung von Lebens- und Rentenversicherungstarifen. Ob diese im Kontext der zukünftigen Entwicklungen auch so eintreffen, ist m.E. zumindest infrage zu stellen.
4.4 Staatsverschuldung und Inflation
„Früher oder später muss es zum Zusammenbruch des durch die Kreditausweitung ausgelösten Aufschwungs kommen, und der Anpassungsprozess, den man Niedergang der Konjunktur nennt, wird umso schmerzlicher sein und umso mehr Zeit beanspruchen, je länger die Kreditausweitung fortgesetzt worden war ...“
Ludwig von Mises (1883–1971), Nationalökonomie, 1940
Die Staatsverschuldung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Inflation. Hier sind die wesentlichen Punkte:
1. Erhöhung der Geldmenge (Monetarisierung von Schulden): Wenn Regierungen ihre Schulden durch die Ausgabe neuer Anleihen finanzieren, kaufen Zentralbanken oft diese Anleihen und geben im Gegenzug neues Geld in die Wirtschaft. Diese Erhöhung der Geldmenge kann inflationäre Effekte haben, da mehr Geld für dieselbe Menge an Gütern und Dienstleistungen zur Verfügung steht. Ein klassisches Beispiel ist die sogenannte „Geldmengeninflation“, bei der die Ausweitung der Geldmenge zu einem Wertverlust des Geldes führt.
2. Staatsausgaben und Nachfrageinflation: Hohe Staatsausgaben, die über Schulden finanziert werden, können die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen über das Produktionspotenzial hinaus steigern. Dies führt zu einer „Nachfrageinflation“, bei der die Preise steigen, weil das Angebot mit der gestiegenen Nachfrage nicht mithalten kann.
3. Vertrauensverlust in die Währung: Wenn ein Staat zu hohe Schulden aufnimmt, steigt das Risiko, dass er diese Schulden nicht zurückzahlen kann. Dies kann das Vertrauen in die Währung schwächen und zu einer Entwertung führen. Eine schwächere Währung führt wiederum zu teureren Importen, was die importierte Inflation erhöht.
4. Zinszahlungen und Fiskalpolitik: Höhere Staatsschulden bedeuten in der Regel auch höhere Zinszahlungen. Wenn der Staat einen großen Teil seines Budgets für Zinszahlungen verwenden muss, bleibt weniger Spielraum für Investitionen oder soziale Ausgaben. Um dennoch finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen, könnte die Regierung versucht sein, die Geldmenge weiter zu erhöhen, was ebenfalls inflationäre Tendenzen verstärken kann.
5. Crowding-out-Effekt: Hohe Staatsverschuldung kann private Investitionen verdrängen („crowding out“), weil der Staat Kapital absorbiert, das ansonsten für private Investitionen genutzt würde. Wenn Investitionen und Produktivität sinken, können Angebotsschocks entstehen, die wiederum die Inflation befeuern.
Insgesamt kann eine hohe Staatsverschuldung über verschiedene Mechanismen direkt und indirekt zur Inflation beitragen. Es hängt stark davon...




