E-Book, Deutsch, 112 Seiten
Klauser Reflactive Leadership - from purpose to impact
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-45957-1
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Leitfaden zum Führen mit Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit
E-Book, Deutsch, 112 Seiten
ISBN: 978-3-347-45957-1
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Marius Klauser, Jahrgang 1976, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG) und leitete bereits in jungen Jahren eine selbst gegründete Internet- und Kommunikationsagentur. Von 2002 bis 2011 war er bei einer der führenden Strategie- und Managementberatungsfirmen als Berater, Trainer und Partner verantwortlich für namhafte Kunden, Mitarbeitende und Methodenentwicklungen. Seit 2011 ist Marius Klauser Direktor von EXPERTsuisse - dem Verband der Prüfungs- und Beratungsbranche der Schweiz - sowie Verwaltungsratsdelegierter der EXPERTsuisse AG, dem schweizweit führenden Bildungsanbieter in Audit, Assurance und Advisory. Seit 2016 ist er zudem Geschäftsführer der allianz denkplatz schweiz (New Work) und seit 2021 Präsident der REFLACTSHIP association (New Leadership). Seine über 20 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Branchen, Unternehmen und Funktionen waren immer geprägt von der Frage, was heute zu tun ist, um auch morgen erfolgreich zu sein. Seine Expertise dreht sich um die Themen Governance, Leadership und Transformation, zu denen er regelmässig publiziert und auftritt. Mit Reflactive Leadership weist er Unternehmen den Weg zu Menschlichkeit UND Wirtschaftlichkeit.
Autoren/Hrsg.
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2. Die Eckpfeiler von Reflactive Leadership
2.1 Fundament wirksamer Führung – 8 Prinzipien
Der Reflactive Leadership-Ansatz basiert grundsätzlich auf 8 Funktionsprinzipien, die für alle Führungsebenen – Selbstführung, Führung von Menschen, Führung von Unternehmen bis hin zur Führung von Netzwerken – prägend sind. In der folgenden Erläuterung der acht Prinzipien betreffen die ersten vier Prinzipien die «Systemische Einbettung» der Führungsebenen (gemäss Kapitel 2.4) und die zweiten vier Prinzipien den zirkulären Lösungsprozess (gemäss Kapitel 2.2).
1. Sinnstiftender Beitrag zum Ganzen:
Menschen empfinden insbesondere dann Sinn, wenn sie einen in ihrer Wahrnehmung positiven Beitrag zu einem grösseren Ganzen resp. für andere leisten können. Dabei ist die Orientierung am Grundbedürfnis der anderen – sprich der relevanten Ziel-/Dialogpartnergruppe – entscheidend.
(? Take out: Zuerst an andere und Immaterielles statt an sich und Materielles denken.)
2. Konsequente Orientierung am Nutzen/Resultat:
Menschen und Organisationen erneuern immer wieder ihre Daseinsberechtigung resp. ihren Wert, indem sie Nutzen für ihre Dialogpartner schaffen. Es geht dabei nicht um blosse Ideen und investierte Stunden, sondern umgesetzte Ideen und ausgelöste Wirkungen.
(? Take out: Primär Orientierung an Wirkung/Nutzen/Output statt an Input)
3. Stärkenorientierte Fokussierung:
Wer sich auf Weniges aber Wesentliches konzentriert, bei dem die eigenen Stärken zum Tragen kommen, erreicht Grosses und kann seine Stärken stetig ausbauen. Dazu gehören auch Mut und Selbstvertrauen, anders zu sein, sowie Disziplin und Ausdauer, Taten folgen zu lassen, um etwas zu erreichen.
(? Take out: Stärken stärken hin zum «Anders-/Verschiedensein», statt sich undiszipliniert zu verzetteln resp. ausbremsen zu lassen.)
4. Wertschätzendes Vertrauen:
Die menschliche Interaktionsqualität basiert zum einen auf der Grundwertschätzung resp. dem Grundvertrauen jedes Menschen (in sich und andere) und, zum andern, auf gegenseitig erarbeitetem Vertrauen. Gemäss der Vertrauensformel von Maister/Green/Galford gilt: Vertrauenswürdigkeit = (Glaubwürdigkeit + Zuverlässigkeit + Vertrautheit) ÷ Selbstorientierung.
(? Take out: Fokus auf Menschen/Interaktionen statt Sachen/Dokumente.)
5. Konstruktiv-evolutives Denken: Wer optimistisch-konstruktiv denkt, sieht primär Chancen und Lösungen und kann situativ-evolutiv auf Veränderung hin reagieren resp. selbst Veränderungen herbeiführen.
(? Take out: Optimistisches HinterFRAGEn statt negativ-bremsende Denkmuster.)
6. Fundiertes Entscheiden: Weil Entscheide auch bei sorgfältiger Informationsaufbereitung unter Unsicherheit (gerade auch bzgl. der Entscheidungsauswirkung) stattfinden, ist wichtig, dass man zum richtigen Zeitpunkt richtig entscheidet (nicht möglichst früh und falsch) und im weiteren Verlauf Adjustierungen am Entscheid vornehmen kann.
(? Take out: Zirkuläre Entscheidungslogik nutzen statt Entscheide in Stein meisseln.)
7. Verantwortungsvoll-evolutives Handeln: Unerwünschte resp. ausbleibende Wirkung ist nur teilweise durch falsche Entscheide verursacht, oft ist die Entscheidungsumsetzung nicht richtig erfolgt; daher braucht es ein schrittweises, an der verANTWORTung ausgerichtetes Handeln.
(? Take out: VerANTWORTungsvoll handeln statt operativer Hektik an der Wirkung vorbei)
8. Empfängerorientiertes Kommunizieren: Führen ist Kommunizieren resp. Führen von Dialogen mit anderen (und sich selbst) mit Blick auf Verständigung, weshalb nicht nur der Sach-, sondern auch der Beziehungsebene in der Kommunikation grösste Bedeutung zukommt.
(? Take out: Transparente Feedforwards und Feedbacks statt widersprüchlicher Informationen.)
Diese 8 Prinzipien können auch als grundlegende Funktionsmechanismen von lebensfähigen, sozialen Systemen bezeichnet werden. Sie sind für Menschen und Organisationen aller Länder und Branchen weltweit universell zutreffend, da sie sich aus den drei Komplexitätswissenschaften Systemtheorie, Kybernetik und Bionik ableiten. Die vorgestellten Funktionsprinzipien prägen die Führungskultur, als ein Bestandteil einer Kultur in Teams oder ganzen Organisationen. Entsprechend sind sie nicht den Werten gleichzusetzen, welche beispielsweise mit Blick auf eine Produkt-/Unternehmensmarke oder mit Blick auf die Zusammenarbeit gemeinsam besprochen und dokumentiert werden. Selbstverständlich sollte jedoch eine Kompatibilität zwischen diesen Aspekten bestehen und daher können die acht Führungsprinzipien auch genutzt werden, um davon gewisse Werte abzuleiten.
2.2 Der Solution Cycle zur Lösungsfindung – 4 «V» Phasen
Leben ist Lösungsfindung. Und darum geht es auch im Kontext von verantwortungsvollem und zukunftsgerichtetem Führungsverhalten. Deshalb bildet der sogenannte Solution Cycle den Kern von Reflactive Leadership. Der Wechsel weg vom linear-reduktionistischen hin zum zirkulär-systemischen Denken und Handeln ermöglicht auf einzigartige Weise evolutive, nachhaltige Entwicklungen. Sich an beste Lösungen schrittweise heranzutasten ist vielerorts ein wirksamer Weg, weshalb dem Experimentieren eine grosse Bedeutung zukommt: Reflactive Leadership ist (r)evolutionäres Führungsdenken und -handeln hin zu nachhaltigem Erfolg von Menschen und Organisationen.
Die 4 «V» der Lösungsfindung:
• Verstehen: Problemsymptome, Chancen oder ganz allgemein Spannungen führen zu einem neuen Wunschzustand und zum Eintauchen in die Phase des «Verstehens/Identifizierens». In dieser werden, mittels geeigneter Analysen, Fakten und Einsichten geschaffen – immer orientiert am Erreichen eines neuen Zustands. Meist wird eine Analyse als sachlich, trocken und getrieben vom Verstand eingeordnet. Doch wer richtig gut analysieren will, braucht viel Empathie, Achtsamkeit und Zuhören, um an die wirklichen Ursachen und Erkenntnisse zu gelangen. Diese gilt es dann sachlich-komprimiert aufzubereiten, was zu einem neuen Verstehen und dem Erkennen von Erneuerungsfeldern führt. Je komplexer die Problemsituation, desto mehr sollte man traditionelles, lineares Ursache-Wirkungs-Denken verlassen und die Problemsituations-Elemente vernetzt im Sinne eines Wirkungsgefüges darstellen und analysieren. Die Elemente können in einer Einflussmatrix auf deren gegenseitige Wirkung hin beschrieben und somit das Gesamtsystem resp. die Problemsituation auf die wesentlichen Mechaniken hin analysiert werden.
[? Mikro-Methode «Warum» (reflactship.net/file/0-1) und Mikro-Methode «Wirkungsgefüge» (reflactship.net/file/0-2)]
• «Vorwegdenken»: Erneuerungsfelder sind der Ausgangspunkt des «Vorwegdenkens/Kreierens», bei dem mit viel Herz resp. Kreativität und Vernetzung eine Vielzahl von Lösungsoptionen zu erarbeiten sind, wie der erst grob formulierbare Wunschzustand erreicht werden könnte. Hierzu dienen verschiedene Kreativitätstechniken. Im Anschluss sind die kreativ hergeleiteten Lösungsoptionen nüchtern mit Verstand zu beurteilen hinsichtlich erwarteten Nutzens/Wirkung/Nebenwirkung und erwarteten Kosten/Aufwand/Ressourcen, wozu Nutzwertanalysen und Prioritätsmatrizen geeignet sind. Dadurch entsteht die Lösungspräferenz als konkrete Massnahme/Option resp. als Bündel von aufeinander abgestimmten Massnahmen/Optionen.
[? Mikro-Methode «Kreativität» (reflactship.net/file/0-3), Mikro-Methode «Nutzwertanalyse» (reflactship.net/file/0-4) und Mikro-Methode «Prioritätsmatrix» (reflactship.net/file/0-5)]
• «Vorweggestalten»: In der Phase des «Vorweggestaltens/Konkretisierens» ist es wichtig, mit Herz und Kopf zu beurteilen, was alles mit Blick auf die beabsichtigte Veränderung hin zum Wunschzustand beachtet werden muss, um dort Hand anzulegen, wo die Realisation die grösste Wirkung entfaltet. Es ist konkret zu definieren, wer, was, bis wann umsetzt. Im Rahmen dieser Handlungsplanung eignen sich auch Experimentieren und Testen – in Gedanken (Gedankenexperiment) oder in der konkreten Umsetzung (Realexperiment). Beispielsweise können in Wirkungsgefügen Lösungsoptionen gedanklich durchsimuliert werden, um deren Wirkung abschätzen zu können. Oder man überlegt sich eine teilweise, pilothafte reale Durchführung und gewinnt Rückschlüsse für eine wirksame Umsetzung des ganzen Vorhabens.
[? Mikro-Methode «Massnahmenplan» (reflactship.net/file/0-6) und Mikro-Methode «Gedankenexperiment»...




