E-Book, Deutsch, Band 1, 452 Seiten
Reihe: Safe Harbor
Kingston Darkest Glory: Ich will nur dich
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86495-339-2
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, Band 1, 452 Seiten
Reihe: Safe Harbor
ISBN: 978-3-86495-339-2
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ein Mordversuch auf die Escortdame Olivia Shepard bringt diese dazu, den verhassten Job an den Nagel zu hängen. Gleichzeitig errichtet sie meterhohe Schutzmauern um sich. Mauern, die noch Jahre später kaum zu durchdringen sind - bis Kane Tribe in ihr Leben stolpert.
Der verboten heiße Finanzinvestor teilt nicht nur ihre Leidenschaft für schnelle Autos, sondern kratzt außerdem mit all seinem betörenden Charme an ihrer betonharten Fassade. Ohne seine Zielstrebigkeit wäre er nicht der erfolgreiche Geschäftsmann, der er ist: Sein neues Ziel? Olivias Herz!
Doch als Olivia beginnt, ihm zögerlich ihr Vertrauen zu schenken und sich für ihn zu öffnen, muss sie erfahren, dass selbst der schnellste Fluchtwagen nicht reicht, um ihrer düsteren Vergangenheit zu entkommen.
Plötzlich scheint sie alles zu verlieren, dabei wollte sie nur eins – endlich wieder lieben.
Teil 1 der "Safe Harbor"-Reihe.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Blutrote Lippen. Künstliche Wimpern. Manikürte Nägel. Gebleichte Zähne. Strapse und Spitze unter einem hautengen, viel zu gewagten Kleid. Ich sehe aus wie eine Nutte. Ich bin eine! Wie hat es so weit mit mir kommen können? Verschwommen sehe ich mein Spiegelbild. Ich darf nicht weinen, doch die Tränen drohen mich zu ersticken. Tief atme ich durch, pudere mein Gesicht noch mal nach und verlasse das Badezimmer der extrem vornehmen Suite eines Luxushotels. Mit einem künstlichen, aber dennoch überzeugenden Lächeln kehre ich zu meinem Kunden zurück. »Pandora, da bist du ja endlich wieder. Ich habe deine Gesellschaft vermisst.« Magnus strahlt mich an. Er ist Ende vierzig, attraktiv und sehr wohlhabend. Man sollte eigentlich meinen, dass so ein Mann keinen Escortservice nötig hat, aber was weiß ich von Männern? Mich verwundert jedoch die Tatsache, dass er, noch mehr als jeder andere Kunde, den ich bisher getroffen habe, so sehr auf seine Anonymität bedacht ist. Magnus wirkt fast schon neurotisch, und das obwohl ich zu Beginn meines Jobs eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben musste, damit unsere Kunden sicher sein können, dass niemand von dem Service, den sie in Anspruch nehmen, erfährt. Im Grunde ist mir seine überzogene Vorsicht egal, mir geht es ausschließlich ums Geld. Magnus soll ein ganz besonderer Stammkunde sein und Lust auf Frischfleisch haben, wie meine Chefin Cecil es nannte. Offiziell sind wir ein Escortservice, aber für manche Kunden macht sie Ausnahmen und vermittelt die Männer mit Extrawünschen an Mädchen, die bereit sind, für Geld Sex zu haben. Was sie genau genommen nicht nur zur Geschäftsfrau, sondern auch zur Zuhälterin macht. Ihr Anteil an unserem monatlichen Verdienst ist mit dreißig Prozent nicht wenig. Heute wird mein erstes Mal sein, nicht das erste Mal, aber das erste Mal für Geld. Bei dem Gedanken habe ich wieder das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Doch ich kann keinen Rückzieher machen. Nicht jetzt und auch zukünftig nicht mehr. Magnus nimmt meine Hand in seine und gibt mir einen Handkuss. Mein Instinkt sagt, dass ich sie ihm sofort entreißen soll, stattdessen kichere ich und lasse mich auf meinem Stuhl nieder. Der Mann mir gegenüber ist nett und wirklich charmant, wenn man auf diesen Typ Mann steht. Trotzdem fühle ich mich schrecklich. Ich will das nicht tun, aber ich muss! Es sind mittlerweile zwei Stunden vergangen. Magnus und ich haben uns etwas zu essen aus der Küche des Fünf–Sterne–Hotels aufs Zimmer kommen lassen und uns durch Unterhaltungen während des Essens angenähert. Der Wein hat mich entspannt und ich konnte für einige Zeit den eigentlichen Grund dieses Treffens verdrängen. Nun, nachdem der erste Teil des Abends beendet ist, kehrt der Knoten in meinem Bauch mit einem Schlag wieder zurück. Muss ich wirklich mit diesem Mann Sex haben? »Was hältst du davon, wenn wir es uns bequem machen und uns auf dem Sofa weiter unterhalten?«, fragt Magnus und deutet auf die große Ledercouch. »Vielleicht noch ein Schlückchen Wein oder hättest du lieber etwas Härteres?« Er sagt seine Worte zwar ohne irgendeine Art von Unterton in der Stimme, dennoch ist uns beiden die Zweideutigkeit seines Satzes durchaus bewusst. »Das wäre sehr nett.« Ich bin erstaunt, wie fest meine Stimme klingt. »Gut, aber vielleicht sollten wir zuerst das Geschäftliche klären, dann hätten wir das erledigt und können den restlichen Abend genießen.« Lässig, regelrecht gönnerhaft, zieht er eine Geldklammer aus seiner Anzugtasche hervor und zählt erst fünfzehn 100–Dollar–Scheine ab, dann weitere drei – scheinbar Trinkgeld. Mit einem Blick, den ich nicht genau definieren kann, der mir aber eine Gänsehaut verursacht, reicht er mir das Geld. Ohne etwas zu erwidern, nehme ich das Bündel und verstaue es in meiner Clutch. Während ich mich sortiere, hat Magnus bereits sein Jackett ausgezogen und gießt uns nun jeweils zwei Fingerbreit Whisky ein. Ich habe bisher nicht viele Erfahrungen mit Alkohol gemacht, schließlich bin ich noch nicht lange einundzwanzig, dennoch kenne ich das brennende Gefühl, das die bernsteinfarbene Flüssigkeit in meinem Hals hinterlassen wird – ein äußerst willkommenes Brennen. »Setz dich zu mir. Ich beiße nicht, versprochen«, versucht er mich zu beschwichtigen und deutet, nachdem er sich auf dem Sofa niedergelassen hat, auf den Platz neben sich. Warum beunruhigt mich sein Tonfall nun erst recht? »Danke.« Ich nehme ihm das Glas ab, welches er mir entgegenhält, und setze mich neben ihn. »Entspann dich.« Mein Kunde lehnt sich auf dem Sofa zurück und betrachtet mich, während er den ersten Schluck trinkt. »Cecil sagte, du wärst noch sehr jung und eine von den sexuell eher unerfahrenen Ladys.« »Alter ist relativ. Ich bin auf jeden Fall alt und erfahren genug, damit wir Spaß miteinander haben können«, kokettiere ich und nehme nun ebenfalls einen Schluck. Wenn man die Körperhaltung des Gegenübers spiegelt, führt dies dazu, dass sich der andere wohler fühlt, und ich will, dass Magnus sich wohlfühlt. Ich kann es mir nicht leisten, ihn zu enttäuschen. Er zahlt gut, und ich hoffe, dass er mich auch in Zukunft buchen wird. »Und ja, ich bin noch nicht allzu lange in dem Job, aber ich habe durchaus meine Vorzüge und bin mehr als motiviert, Neues zu lernen.« »Ja, Cecil hat seit Jahren die besten Mädchen.« Wieder schaut er mich lange an, fast so, als würde er sich überlegen, was er als Nächstes machen soll – mit mir machen soll. Ich leere sehr undamenhaft mein Glas und ergreife die Initiative, um den Abend voranzutreiben und den Sex mit ihm endlich hinter mich zu bringen. So kann ich mir wenigstens vormachen, dass ich die Kontrolle über mein Tun habe. »Wir sollten uns dem wirklich interessanten Teil des Abends zuwenden«, gurre ich und stehe vom Sofa auf. Auch wenn Blair, meine beste Freundin und ebenfalls Escort, mich gecoacht hat, weiß ich absolut nicht, was ich hier mache. Dennoch greife ich beherzt nach dem Reißverschluss meines Kleides. Ein kurzer Handgriff und es gleitet an meinem Körper hinab auf den Boden. Ich hatte noch nie zuvor so etwas wie Reizwäsche an, dementsprechend schwer ist es mir gefallen, welche auszusuchen. Magnus scheint meine Wahl aber sehr zuzusagen. Nur zu deutlich sehe ich die Erregung in ihm brodeln, seine Nasenlöcher blähen sich immer wieder auf und die Pupillen sind vergrößert. »Dreh dich für mich!«, fordert er und macht mit dem Finger eine kreisende Bewegung. Als er mir mit der flachen Hand einen leichten Klaps auf den Po gibt und ihn dann knetet, zucke ich zusammen. Durch ein weiteres Kichern, das ich nun seit vier Monaten perfektioniere, überspiele ich gekonnt meine kurzzeitige Unsicherheit. Magnus ist vielleicht der erste Kunde, mit dem ich Sex haben werde, aber es gab bereits vor ihm Kunden, die mich angefasst haben. Anfangs ist es ein innerer Kampf gewesen, mich mit fremden Männern zu treffen, doch mittlerweile schaffe ich es, zumindest bis mein Job erledigt ist, Pandora, das Escortmädchen, zu bleiben. Magnus greift nach meinem Handgelenk und zieht mich auf seinen Schoß. Sofort fühle ich die riesige Beule, die sich an meinen Schritt presst, und muss schlucken. Sie macht mir Angst! Jungfrau bin ich nicht mehr, aber meine Erfahrungen halten sich dennoch in Grenzen. Jetzt bin ich froh, dass ich vorhin Blairs Ratschlag befolgt und mich vorsorglich mit Gleitgel vorbereitet habe. Bisher mochte ich Sex und hatte nie Probleme damit, feucht zu werden, aber ob das in so einer Situation auch so ist, weiß ich nicht. Vor allem weiß ich nicht, wie er mit mir umgehen wird – zärtlich oder bestimmend? Natürlich habe ich vorab mit Cecil geklärt, welche Tabus ich habe, zum Beispiel, dass ich nicht gefesselt oder geschlagen werden will. Aber was für ein Typ Mann er ist, weiß ich dennoch nicht. Plötzlich sind seine Hände überall auf meinem Körper, ertasten, erkunden mich, und zu meinem Erstaunen muss ich zugeben, dass Magnus geduldig und zärtlich ist. Als er mir jedoch die Hand in den Nacken legt und mich küssen will, drehe ich den Kopf weg. »Keine Küsse auf die Lippen!« Selbst mir kommt meine Stimme komisch vor, so hoch ist sie, ihn scheint es nicht zu stören. Kommentarlos geht er dazu über, meinen Hals, meine Schlüsselbeine und den Ansatz meiner Brüste zu liebkosen. So schlimm fühlt es sich gar nicht an, es kribbelt sogar ein wenig. Aber das ist bloß meine körperliche Reaktion, denn mein Hirn läuft immer noch auf Hochtouren, und wieder frage ich mich, warum ein Mann Geld für Sex bezahlt. Beziehungsweise, warum sich ältere Männer Frauen wünschen, die in manchen Fällen sogar jünger sind als ihre eigenen Kinder. Seine Finger im Bund meines Höschens zerren mich in die Realität zurück, instinktiv verkrampfe ich mich und jegliches positive Gefühl verpufft wieder. »Entspann dich!«, fordert er und im Handumdrehen liege ich mit dem Rücken auf dem Sofa. »Ich bin kein egoistischer Teenager mehr und werde dafür sorgen, dass du den Sex mit mir genießt.« »Oh, davon bin ich überzeugt«, krächze ich und widerstehe dem Drang, meine Beine zusammenzupressen. »Spreiz die Beine für mich, ich will von dir kosten!« Erst als seine Zunge über meine Schamlippen streicht, verstehe ich, was er damit gemeint hat. Innerlich schüttle ich mich, denn die Art, wie er es sagt, ist widerlich. »Du schmeckst so gut und bist so glatt und weich. Ich liebe...




