Kilian | Blockchain-Technologie zur Finanzierung von Unternehmen? Chancen und Risiken von Initial Coin Offering | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 88 Seiten

Kilian Blockchain-Technologie zur Finanzierung von Unternehmen? Chancen und Risiken von Initial Coin Offering


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96095-959-5
Verlag: GRIN Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 88 Seiten

ISBN: 978-3-96095-959-5
Verlag: GRIN Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Blockchain-Technologie gilt als eine der größten Innovationen der letzten Zeit und ist aus der Finanzwelt heutzutage nicht wegzudenken, da sie Geschäfte zwischen Parteien ohne Intermediär, wie z.B. einer Bank, ermöglicht. Auch Unternehmen nutzen verstärkt Finanzierungsmethoden, die auf der Blockchain-Technologie basieren. Eine davon ist das sogenannte Initial Coin Offering (ICO). Wie genau funktioniert das Finanzierungsinstrument Initial Coin Offering? Was sind die Vor- und Nachteile dieser Technologie? Und inwieweit eignet sich Initial Coin Offering besonders zur Finanzierung von jungen Unternehmen? Der Autor Michael Kilian klärt die wichtigsten Fragen zum Finanzierungsinstrument Initial Coin Offering. Er beleuchtet Chancen und Risiken dieser Technologie und erläutert, inwieweit sich Initial Coin Offering zur Finanzierung von jungen Unternehmen eignet. Kilian gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen und spricht sich für eine einheitliche Regulierung dieser Finanzierungsmethode aus. Aus dem Inhalt: -Token; -Kapitalbedarf; -Kryptowährungen; -Bitcoin; -Unternehmensgründung; -Start-up

Kilian Blockchain-Technologie zur Finanzierung von Unternehmen? Chancen und Risiken von Initial Coin Offering jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


3 Initial Coin Offering als Instrument zur Unternehmensfinanzierung
  Um die Frage beantworten zu können, ob es sich bei ICOs um ein adäquates Mittel zur Finanzierung junger Unternehmen handelt, bedarf es einer Auseinandersetzung mit Wesen und Phasen eines ICOs. Der Terminus Initial Coin Offering (ICO) ist phonetisch dem Begriff Initial Public Offering (IPO) (deutsch: erstmaliges öffentliches Angebot) ähnlich. Es wird dadurch der irreführende Eindruck einer Vergleichbarkeit mit einem Börsengang (IPO) bzw. einer Aktienemission erweckt. Bei einem ICO werden jedoch keine Aktien öffentlich angeboten, sondern Token. Weit weniger verbreitet, aber treffender sind daher die Bezeichnungen Token Sale oder Token Generating Event (TGE).[51]   Der Anglizismus Token (deutsch: Zeichen oder Marke) bezeichnet eine aus einem Zahlencode bestehende digitale Wertmarke, welche übertragbar, fälschungssicher und nicht reproduzierbar ist.[52] Ein Token kann dabei im Kontext eines ICOs als quantifizierbare Einheit die Identität beliebiger virtueller oder physischer Objekte abbilden.[53] VARMAZ/VARMAZ definieren einen Token als immaterielles Gut, dessen Rechte sich elektronisch übertragen lassen. Seine Übertragung dürfte ihrer Auffassung nach als Vertrag zu qualifizieren sein. Der rechtliche Status von Token ist derzeit nicht eindeutig geklärt und ist von dessen Ausgestaltung abhängig. Ihnen können je nach Ausprägung Merkmale von Wertpapieren, Gutscheinen, Crowdfunding-Spenden oder auch Rechte zur Nutzung von Online-Plattformen und Applikationen zugeschrieben werden.[54]   In der Vergangenheit wurden ICOs sowohl von Unternehmen als auch von einfachen Gruppen von Software-Entwicklern initiiert.[55] Vor diesem Hintergrund ist es umstritten, ob ein ICO eine Unternehmensfinanzierung darstellt oder eher als eine spezielle Projektfinanzierung von auf der Blockchain-Technik beruhenden Projekten aufzufassen ist.[56] Eine Projektfinanzierung kann als langfristige Finanzierung eines sich wirtschaftlich selbsttragenden und separierbaren Investitionsvorhaben definiert werden.[57] Es kommt demnach auf die Umstände des Einzelfalls an.   Hinsichtlich der Rechtsstellung der Investoren kann ein ICO eher mit einer klassischen Schwarmfinanzierung verglichen werden.[58] Dies gilt insbesondere dann, wenn sich das ICO an einen unbestimmten Kreis von Personen richtet, was in der Regel der Fall sein dürfte.[59] Eine Schwarmfinanzierung ist, wie auch ein ICO, eine rein internetspezifische Finanzierungsform, bei welcher über entsprechende Online-Plattformen von Internetnutzern viele kleine Beträge zur Umsetzung eines Projektes eingesammelt werden.[60]   Bei einem ICO werden durch die durchführende Organisation selbst programmierte Token gegen Kryptowährungen – in seltenen Fällen auch gegen reguläre FIAT-Währungen – eingetauscht.[61] In 99 Prozent aller in der Vergangenheit liegenden Fälle wurden jedoch Kryptowährungen[62] und keine staatlichen Währungen eingesammelt.[63] Dabei stellen die Investoren diese wie z. B. Bitcoin an eine Blockchain-Adresse zur Verfügung, welche durch einen Smart Contract verwaltet wird.[64]   Der Begriff Smart Contract (deutsch: intelligenter Vertrag) wurde von SZABO, einem US-amerikanischen Informatiker und Juristen, geprägt, der bereits Ende der 1990er-Jahre das Konzept rechtsrelevanter Computerprogramme beschrieb.[65] Es handelt sich dabei um programmierbare Verträge, die auch als kodierte und in einem Programm hinterlegte Ereignis-Wirkungs-Abfolgen definiert werden können. Die Bezeichnung Smart Contract ist dahingehend missverständlich, als es sich dabei um keinen Vertrag im rechtlichen Sinn handelt. Vielmehr ist es ein Algorithmus, der den realen Leistungsaustausch von ausschließlich digital referenzierten Gütern umsetzt. Man kann ihn etwa mit der digital abgebildeten Mechanik eines Warenautomaten vergleichen.[66] KAULARZ/HECKMANN definieren einen Smart Contract als eine Software, die „rechtlich relevante Handlungen (insbesondere einen tatsächlichen Leistungsaustausch) in Abhängigkeit von digital prüfbaren Ereignissen steuert, kontrolliert und/oder dokumentiert"[67]. Die Überwachung und Durchführung von im Programmcode implementierten Wenn-dann-Regeln wird durch das Blockchain-Protokoll sichergestellt. Damit kann die vollautomatisierte und autonome Abwicklung von einfachen bedingten Kaufverträgen bis hin zu hochkomplexen Regelwerken sichergestellt werden.[68] Das technologische Fundament dafür ist die Blockchain, auf die nachfolgend eingegangen werden soll.   3.1 Die Blockchain als technologische Grundlage
  Die Blockchain-Technologie wird in der Literatur auch als Distributed Ledger Technologie bezeichnet (deutsch: verteiltes Kassenbuch) und kann vereinfacht als dezentrales Kassen- oder Transaktionsbuch angesehen werden.[69] Der Begriff Blockchain-Technologie, verkürzt oft nur Blockchain (deutsch: Blockkette) genannt, repräsentiert eine Vielzahl von theoretischen und praktischen Variationen und Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Blockchain-Bausteine. Es kann daher nicht pauschal von der Blockchain-Technologie bzw. der Blockchain gesprochen werden. Je nach Anwendungsfall müssen ein passendes Blockchain-Modell erstellt und ein entsprechendes Blockchain-System entwickelt werden.[70] In dieser Arbeit sollen die Begriffe Blockchain und Blockchain-Technologie synonym verwendet werden.   Man kann die Blockchain-Technologie der gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatik zuordnen. Diese befasst sich mit der Konzeption und technischen Realisierung von Informationssystemen für Wirtschaft und Gesellschaft.[71] Das Fundament der Blockchain ist die Kryptographie.[72] Der Begriff entstammt dem Griechischen und umschreibt die Lehre der Verschlüsselung von Daten. Er setzt sich aus den Worten kryptein (deutsch: verstehen) und gráphein (deutsch: schreiben) zusammen.[73]   Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht definiert Blockchains als „fälschungssichere, verteilte Datenstrukturen, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert, nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind.“[74] Deren Funktionsprinzip kann man sich stark vereinfacht auch anhand einer verteilten Tabelle vorstellen. Diese wird in einem aus mehreren Computern bestehenden Netzwerk verteilt und regelmäßig fortgeschrieben. Änderungen werden fortlaufend dokumentiert. Die komplette Tabelle befindet sich dabei auf jedem einzelnen Rechner im Netzwerk und es existiert keine zentrale administrative Instanz.[75]   Die Ursprünge der Blockchain-Technologie reichen bis in das Jahr 1979 zurück. MERKLE patentierte in diesem Jahr das Konzept des Hash-Baums, auch Merkle-Baum genannt, welches er für ein Signaturverfahren entwickelte.[76] Der an das englische Verb to hash angelehnte Begriff kann mit zerhacken bzw. durchmischen übersetzt werden. Die Hash-Funktion rechnet die Bestandteile eines Datensatzes durch vorher festgelegte Regeln in einfache Zahlen um und setzt diese dann zu einer Prüfsumme (Hash) zusammen. Dabei kann jede beliebige Datei als eine Bitfolge beliebiger Länge in einen Hashwert mit einer Bitfolge fester Länge umgerechnet werden.[77] Das Prinzip des Hash-Baums ermöglicht es, Datenstrukturen vor Veränderung zu schützen, da damit auch die kleinste Änderung effizient aufgedeckt werden kann, ohne dabei den gesamten Datensatz überprüfen zu müssen.[78]   1991 stellten STORNETTA/HABER die Grundlagen einer kryptografischen Verkettung mittels eines Zeitstempels vor. Mit dieser Urform einer Blockchain können die Datensätze eines elektronischen Dokuments mit einer einzigartigen Identifikationsnummer versiegelt werden.[79]   Ein weiterer Meilenstein zur heute verwendeten Blockchain-Technologie stellt das 1997 von BACK entwickelte Proof-of-Work-Konzept (PoW) dar.[80] PoW war ursprünglich als Maßnahme gegen E-Mail-Spam gedacht. Die Idee dahinter war es, dass jemand der eine E-Mail versenden möchte, dazu eine bestimmte Rechenleistung aufzuwenden hat, um vom Empfänger akzeptiert zu werden. Dabei wurde der Inhalt der E-Mail einschließlich der Betreffzeile nach bestimmten Vorgaben in einen Hashwert umgerechnet und der E-Mail beigefügt. Der Empfänger rechnet die E-Mail ebenfalls um und vergleicht, ob das Ergebnis mit dem angehängten Hashwert übereinstimmt. Das zuvor nahezu kostenlose automatisierte Versenden von Massenmails wird durch das Verfahren für den Versender wirtschaftlich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.