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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 560 Seiten

Reihe: Legacy of Gods

Kent God of War

Entfesselte Liebe
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98718-610-3
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Entfesselte Liebe

E-Book, Deutsch, Band 6, 560 Seiten

Reihe: Legacy of Gods

ISBN: 978-3-98718-610-3
Verlag: VAJONA
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich habe mich in den Bösewicht verliebt. Damals, als ich noch ein ahnungsloses Mädchen war. Doch dann brach er mir gnadenlos das Herz und sperrte es in ein Glas. Seitdem habe ich mir geschworen, ihn bis ans Ende meiner Tage zu hassen. Eli King mag ein wilder Teufel sein, doch ich werde seinen Weg nicht mehr kreuzen. Das heißt, bis ich im Krankenhaus aufwache und er meine Hand hält. Dann sagt er die Worte, die mein Leben für immer verändern. »Wir haben vor zwei Jahren geheiratet, Mrs. King.« Also mache ich es mir zur Aufgabe, herauszufinden, wie ich in dieser Ehe landen konnte. Wie sich herausstellt, sind meine Erinnerungen noch finsterer als meine Gegenwart. Ich dachte, ich wäre bereit für den Sturm. Ich dachte, ich könnte seine seelenlosen Augen und die kalte Schulter ertragen. Ich habe mich geirrt. Leseempfehlung: ab 18 Jahre

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EINS


Ava

Die widerliche Mischung aus Alkohol, der neuesten Droge auf dem Markt und einem Anflug von Euphorie rauscht durch meinen Körper, während ich mich zur lauten Musik bewege.

Hier geht es mir gut.

Hier, mitten unter verlorenen verwandten Seelen und leeren Hüllen, fühle ich mich nicht fremd.

Kein Druck. Kein verlorenes Potenzial.

Keine verstörenden Bilder. Nichts.

Genau so, wie ich es mag.

Ich hebe den doppelten Tequila an die Lippen und schlürfe die Hälfte. Bitter legt er sich auf meine Zunge und hinterlässt einen lang anhaltenden Nachgeschmack, der meinen Mund ausfüllt. Aber er bringt auch ein Gefühl von Aufregung und hemmungsloser Gleichgültigkeit mit sich. Das Brennen rauscht meine Kehle hinunter und übertüncht die unheilvolle Dosis Beruhigungsmittel, mit der ich meinen Magen geflutet habe.

Meine Lösung? Mehr Alkohol, Drogen – alles, was ich in die Finger kriegen kann.

Irgendetwas. Hauptsache, es lindert den Druck der neusten Bilder, die sich in meinem Kopf drängen.

Verschwommene Gesichter mit verschwommenen Stimmen in verschwommenen Clubs.

Das Letzte, was ich jetzt brauche, ist eine Erinnerung an meinen Geisteszustand oder an das Schlamassel, in das ich mich zuletzt manövriert habe.

Also ziehe ich es vor, es unter den Teppich zu kehren und so zu tun, als wäre alles fantastisch.

Normal.

Meine Freunde haben diesen angesagten neuen Club im Norden Londons für heute ausgewählt. Die rauen Backsteinwände leuchten in einem wunderschönen Mix aus verschiedenen Blautönen.

Violette Laserstrahlen tanzen über die Menge, die den riesigen Saal im Erdgeschoss füllt. Obwohl wir oben einen VIP-Raum haben, macht es einfach mehr Spaß, sich ins Getümmel zu stürzen.

Je wilder, desto besser.

Gerade will ich das halbvolle Tequilaglas an meine Lippen setzen, da schnappt eine schlanke Hand mit milchig pfirsichfarbenen Nägeln es mir weg und bringt es außer Reichweite. Ich bin schon dabei, ein paar Schimpfwörter rauszuhauen, als meine Augen auf ihre ruhigen, grünen treffen. Sofort trifft mich ein Hauch von stillem Urteil und eine gewaltige Welle bedingungsloser Liebe.

»Cecy!«, rufe ich über die Musik hinweg, wobei meine Stimme erstaunlich nüchtern klingt. »Was machst du denn hier?«

Sie trägt ein wunderschönes pastell-orangefarbenes Kleid mit dünnen Trägern. Ihr silbernes Haar ist zu einem zierlichen Pferdeschwanz gebunden und ihr Gesicht strahlt mehr denn je.

Mir entgeht nicht, dass sie jetzt ganz selbstverständlich Kleider trägt – obwohl sie früher immer der Jeans-und-T-Shirt-Typ war.

Oder die Tatsache, dass sie einen dezenten Hauch Make-up aufgelegt hat. Sie will schön aussehen. Sie liebt sich selbst mehr.

Und zu meiner Schande liegt es nicht an etwas, das ich getan oder beigetragen hätte. Es hat viel zu lange gedauert, bis ich überhaupt gemerkt habe, dass etwas nicht stimmt. Ich könnte meine eigene Verfassung dafür verantwortlich machen, aber das wäre eine billige Ausrede. Zumal sie mein ganzes Leben lang für mich da war.

»Du hast genug getrunken, Ava.«

»Wovon sprichst du? Ich habe noch nicht mal angefangen.« Ich greife nach dem Glas, aber sie hält es hinter ihrem Rücken fest.

»Denk nicht mal dran.« Sie packt mich am Ellbogen und zieht mich aus der Mitte der Menge, in dir ich mich gerade noch zufrieden getummelt hatte.

Ich liebe die Aufmerksamkeit, die hungrigen Blicke, das unwiderstehliche Bedürfnis, mir jeden Wunsch, jedes Verlangen, jede Forderung zu erfüllen.

Ich werfe ihnen Küsse und einigen der Jungs vielsagende Blicke zu, obwohl ich deren Namen kaum noch kenne.

Es ist alles Teil meines Abwehrmechanismus. Mein Charme, mein Aussehen, meine Beliebtheit.

Ich bin, was auch immer sie wollen. Eine Flirtmaschine. Ein sozialer Schmetterling. Ein nutzloses Waisenkind.

Alles.

Solange ich ihre Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Das stört mich nicht.

Aufmerksamkeit hält die Leere fern.

Viel wichtiger: Die lauten Komplimente und die nicht ganz so unschuldigen Berührungen vertreiben die dunklen Gedanken.

Vorübergehend.

Meine beste Freundin Cecily stellt den Tequila auf einem Tisch ab und drängt sich mit mir im Schlepptau weiter durch die Menge.

Ich halte sie auf und schlinge meine Arme um ihren Hals, während ich mich zu der lauten Clubmusik wiege. »Komm schon, lass uns tanzen!«

»Das ist nicht meine Szene, Ava.«

»Bitte, Cecy. Für mich?« Ich klimpere mit den Wimpern und wirble sie herum.

Sie seufzt und bewegt sich langsam, passt sich meiner Energie in keiner Weise an. Ich schwinge meine Hüften und das schimmernde Pink meines Kleids fängt das flackernde Licht ein. Es ist so kurz, dass die Leute hinter mir garantiert freie Sicht auf meinen Hintern haben.

Ein paar Typen johlen und ich schicke ihnen Luftküsse, werfe den Kopf zurück und lache, versinke in der Trunkenheit. Im Wahnsinn.

Im Nichts.

Einige Jungs umringen uns und Cecily verspannt sich, ihre Hände legen sich schützend um meine Taille.

Früher habe ich diese subtile Veränderung auf die leichte Schulter genommen, aber jetzt nicht mehr. Diesmal bin ich es, die die Nachtschwärmer beiseiteschiebt und meine Freundin durch den Flur zieht, der zu den Toiletten führt.

Die dunklen Wände sind mit grungigen Neonzeichen von London geschmückt, das rote Licht taucht den sonst düsteren Raum in einen warmen Schein.

Der Lärm bleibt hinter uns zurück, die Musik wird etwas leiser und Cecily atmet hörbar aus, während sie sich gegen die Wand lehnt.

»Können wir jetzt nach Hause gehen?«, fragt sie langsam, fast hoffnungsvoll.

»Du kennst die genaue Antwort darauf.« Ich kneife sie in die Wange. »Du gehst. Ich weiß, du magst es hier nicht.«

»Ich lasse dich hier auf keinen Fall allein, wenn du angetrunken bist, Ava. Dieser Club liegt mitten im Nirgendwo und ist viel zu düster für meinen Geschmack. Keine Ahnung, warum du den ganzen Weg hierhergekommen bist.«

»Ich wollte mal etwas anderes als die üblichen Soho-Clubs sehen. Ich bin immer für Abenteuer bereit.«

»Bist du sicher, dass es nicht um deine letzte Teilnahme am internationalen Cello-Wettbewerb geht?«

Phantomschmerz drückt auf meine Brust, aber ich setze mein bestes Lächeln auf. »Nope. Vielleicht bin ich nicht für klassische Musik gemacht und sollte zum DJing wechseln. Das macht sowieso viel mehr Spaß.«

»Ava …« Sie wird von einer Gruppe betrunkener Mädchen unterbrochen, die sich kichernd und schunkelnd zwischen uns zur Toilettenschlange bewegen.

Cecily nimmt meine Hand in ihre. »Willst du etwas Junkfood kaufen und noch mal anschauen?«

»Hast du nicht einen Freund, mit dem du, keine Ahnung, nach New York fliegen musst?«

Okay, vielleicht bin ich etwas bissig, aber ich weiß, dass ich kein Recht dazu habe. Ich dachte immer, Cecily wäre mein Gegenstück. Meine Person. Meine Schwester. Die eine, die immer auf meiner Seite stand.

Aber das war, bevor ich merkte, wie abhängig ich von ihr war. Wie lästig ich für sie gewesen sein muss. Sie hat sich um all meine bescheuerten, betrunkenen Eskapaden gekümmert. Hat mich beschützt, beruhigt, mir die Stirn gewischt, wenn mir schlecht war, und mich dann im Schlaf gehalten. Sie hat sich meinen Unsinn angehört und mich in ihren Raum gelassen, ohne zu klagen.

Nachdem sie die Liebe ihres Lebens gefunden und er sie darauf hingewiesen hatte, dass ich ihr alles Gute wegnehme und nichts zurückgebe, hasste ich ihn.

Ich dachte, das sei logisch. Er nahm mir meine beste Freundin und niemand verdient meine beste Freundin. Aber nein, der wahre Grund, warum ich Jeremy nicht ausstehen konnte, war, dass er mir die Wahrheit sagte, die ich die ganze Zeit nicht sehen wollte.

Er hatte recht. Ich habe mich zu sehr auf Cecily verlassen. War zu anhänglich. Zu kindisch. Ein episches Chaos, wenn man so will. Aber es ist nicht Cecilys Verantwortung, mich zusammenzuhalten.

Deshalb habe ich auch geschwiegen, als sie mir sagte, dass sie mit besagtem Freund in die USA zieht, obwohl es mich innerlich zerreißt.

Der Ausrutscher eben? Lag am Alkohol.

Ich beiße mir so fest auf die Lippe, dass es ein Wunder ist, dass kein Blut fließt.

»Du bist also doch nicht damit einverstanden?« Sie beobachtet mich aufmerksam. »Ich wusste es. Ich war überrascht, dass du keinen Wutanfall bekommen hast.«

»Das war nur ein Scherz«, presse ich hervor. »Geh und lebe dein Leben, Cecy.«

»Ich kann noch ein paar Wochen bleiben.«

»Nein. Halte dein Leben nicht wegen mir auf.«

»Du bist keine Last.« Sie legte ihre Hände auf meine Schultern. »Ich mache mir Sorgen um dich. Wirklich Sorgen. Du trinkst so viel, dass es schon fast eine Sucht ist. Du nimmst deine Medikamente nicht mehr regelmäßig und gerätst immer öfter in diese selbstzerstörerischen Muster.«

»Das nennt man Spaß haben.«

»Sich irgendwelche Pillen von Fremden einzuwerfen, ist kein Spaß. Das ist Selbstmord.«

»Sie sind keine Fremden. Sie sind Freunde.«

»Keine guten.« Sie seufzt. »Ich bin nicht die Einzige, die sich Sorgen macht, Ava. Deine Mutter und dein Vater auch. Stimmt es, dass du seit dem Wettbewerb nicht mehr mit ihnen gesprochen hast?«

»Ich habe eine SMS geschrieben.« Meine Stimme bricht und ich schlucke, dann atme ich tief aus, um die...



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