E-Book, Deutsch, Band 1746, 160 Seiten
Reihe: Julia
Kendrick Ein verführerisches Angebot
1. Auflage 2006
ISBN: 978-3-86295-764-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1746, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-764-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Ehe zwischen Victoria und dem vermögenden griechischen Reeder Alexei besteht nur noch auf dem Papier: Sie lebt seit Jahren in London, er in Griechenland. Bis Victoria sich scheiden lassen will. Plötzlich verlangt Alexei, sie wiederzusehen. In Athen verspürt Victoria überraschend für immer verloren geglaubte Gefühle. So stark ist die erotische Anziehungskraft zwischen ihnen, dass Alexei ihr ein Angebot macht: Sie bekommt eine großzügige Abfindung, wenn sie für eine Woche seine Geliebte ist. Pure Erpressung oder eine prickelnde zweite Chance für die Liebe?
Fast ihr ganzes Leben lang hat sich Sharon Kendrick Geschichten ausgedacht. Ihr erstes Buch, das von eineiigen Zwillingen handelte, die böse Mächte in ihrem Internat bekämpften, schrieb sie mit elf Jahren! Allerdings wurde der Roman nie veröffentlicht, und das Manuskript existiert leider nicht mehr. Sharon träumte davon, Journalistin zu werden, doch leider kam immer irgendetwas dazwischen, und sie musste sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten. Sie arbeitete als Kellnerin, Köchin, Tänzerin und Fotografin - und hat sogar in Bars gesungen. Schließlich wurde sie Krankenschwester und war mit dem Rettungswagen in der australischen Wüste im Einsatz. Ihr eigenes Happy End fand sie, als sie einen attraktiven Arzt heiratete. Noch immer verspürte sie den Wunsch zu schreiben - nicht einfach für eine Mutter mit einem lebhaften Kleinkind und einem sechs Monate alten Baby. Aber sie zog es durch, und schon bald wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Bis heute folgten viele weitere Liebesromane, die inzwischen weltweit Fans gefunden haben. Sharon ist eine begeisterte Romance-Autorin und sehr glücklich darüber, den, wie sie sagt, "besten Job der Welt" zu haben.
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1. KAPITEL
Im Konferenzraum des gigantischen Schifffahrtsunternehmens lehnte sich Alexei Christou in seinem Chefsessel zurück und schloss genießerisch die Augen, während die schöne Brünette sich kniend an seiner Hose zu schaffen machte.
Ein Stöhnen kam über seine Lippen, und er gab sich den Wonnen hin, die ihm die eifrige junge Frau bescherte. Just in diesem Moment klingelte das Telefon. Ungläubig presste er die Lippen zusammen und versuchte, das Geräusch zu ignorieren. Doch vergeblich.
„Was zum Teufel gibt es?“, rief er erbost in den Hörer. „Hatte ich nicht klar und deutlich gesagt, dass ich unter keinen Umständen gestört werden will?!“
Am anderen Ende hüstelte sein Assistent nervös. „Verzeihen Sie, Kyrios Christou, aber in diesem Fall dachte ich …“
„Was?“, zischte Alexei ungehalten.
„Ich habe … Ihre Frau in der Leitung.“
Einen Moment herrschte Schweigen.
„Meine Frau?”, wiederholte Alexei, und die Brünette hob erschrocken den Kopf.
„Ja, Kyrios, was soll ich ihr sagen?“
Dass er sie für eine herzlose untreue Hexe hielt? Dass sie der größte Fehler war, den er in seinem Leben gemacht hatte, und dass er sich diesen Fehler nie verzeihen würde.
Alexeis Augen verengten sich. Sicher bezog sich dieser Anruf auf den Brief, den er aus England erhalten hatte, und daher kam er nicht gänzlich unerwartet. Dennoch war es erstaunlich, nach sieben Jahren überhaupt noch einmal von ihr zu hören. Von der Frau, die Alexeis Herz und seine Seele zerrissen hatte. Der Frau, die ihn erst umgarnt und dann schamlos betrogen hatte. Jetzt war Alexeis Aufmerksamkeit voll da.
Er gab der Brünetten ein Zeichen innezuhalten. Nur einen Moment. Sich bei einem solchen Gespräch von den schönen Dingen des Lebens ablenken zu lassen, wäre nicht klug. Andererseits war es sicher eine gelungene Rache, wenn sie mitbekäme, was er tat. Oder würde es ihr gar nichts mehr ausmachen?
Doch Alexei widerstand der Versuchung. Nicht ohne Grund entsagten erfolgreiche Schlachtherren vor dem Kampf der Liebe. Sex schwächte selbst die stärksten Männer, und Alexei gestand sich keine Schwächen zu. Nicht mehr, seit ihn die Betrügerin, die er einst seine Frau genannt hatte, wegen eines anderen verlassen hatte.
„Stell sie durch“, sagte er.
In ihrem kleinen Londoner Apartment wartete Victoria darauf, mit Alexei verbunden zu werden. Nervös spielte sie mit der Telefonschnur. Mit jeder Sekunde fühlte sie sich unbehaglicher. Sie hasste das alles, aber vielleicht war sie ihm gegenüber ja inzwischen immun. Immun gegenüber seiner männlichen Ausstrahlung und seinen unrealistischen Ansichten über sie als seine Ehefrau. Seine Frau war sie sowieso nur noch dem Namen nach, und auch das war hoffentlich bald vorbei. Sie wollte sich aus dem goldenen Käfig der Ehe mit dem grandiosen Griechen befreien. Alexeis Meinung war nicht länger von Bedeutung. Von nun an sollte er keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen.
Bleib einfach bei den Fakten, ermahnte sie sich und starrte auf den immer größer werdenden Packen Rechnungen. Stell deine Forderungen, sag klar und deutlich, was du willst, und mach dem Ganzen rasch ein Ende. Ihr Verstand war ruhig und kühl, doch ihr verräterisches Herz schlug schneller, und unwillkürlich brach ihr der Schweiß aus.
Endlich hörte sie ein Klicken in der Leitung und dann seine kalte Stimme. „Ja?“ Eine vertraute gefährliche Stimme, die einst ihre Haut zum Kribbeln und ihren Puls zum Rasen gebracht hatte. Immun? Victoria schluckte. Von wegen.
„Hallo, Alexei.“
Beim Klang ihrer weichen englischen Stimme funkelten seine schwarzen Augen. Er versuchte, seiner Stimme den neutralen Ton zu verleihen, den er jedem beliebigen Gegner entgegenbrachte. Doch es fiel ihm schwer. „Du bist es also. Was willst du?“
Kein ‚Hallo, Victoria, wie geht es dir?‘. Nicht einmal der Versuch einer höflichen Begrüßung nach den Beschimpfungen, die er ihr bei der letzten Begegnung an den Kopf geworfen hatte … Ganz gewiss würde er es ihr nicht leicht machen. Sie musste mit einem harten Kampf rechnen. Energisch straffte Victoria die schmalen Schultern.
„Ich … ich muss mit dir sprechen.“
„Wie faszinierend.“ Das klang gefährlich leise. „Worüber möchten Madame denn mit mir sprechen, wenn ich fragen darf?“
Victoria schloss die Augen und dachte an die Worte ihrer Anwältin.
Wenn Sie eine glatte Abwicklung der Scheidung wünschen, sollten Sie vorsichtig vorgehen, Mrs. Christou. Ihr Mann hat die Oberhand, nicht weil er im Recht ist, sondern weil er wohlhabend ist. Sehr wohlhabend.
Natürlich war er reich. Und reiche Männer gewannen immer, denn sie konnten die besten Anwälte bezahlen und sich einen langen Atem leisten. Victoria wollte keine Schlammschlacht um jeden Preis, sondern einfach nur ihr Recht. Als seine Frau hatte sie bei der Scheidung ein Recht auf Unterhalt oder eine Abfindung. Also musste sie vorsichtig sein …
Sie zwang sich, die Augen wieder zu öffnen, und sah aus dem Fenster. Immerhin war sie weit genug entfernt, um sich einzureden, sie spreche nur mit einem Anrufbeantworter und nicht mit dem charismatischen Griechen, den sie einst geheiratet hatte.
Dennoch blieben ihr die Worte, die sie sich überlegt hatte, im Hals stecken. Zögerte sie, weil sie sich dann eingestehen musste, dass es wirklich vorbei war? Warum an einer schlechten Ehe festhalten, die sowieso nur noch auf dem Papier bestand? Bei einem Fremden wäre sie über eine solche Unhöflichkeit einfach verärgert gewesen, hätte sich diesen Ton verbeten und wäre dann zum Punkt gekommen. In diesem Fall jedoch kam beim Klang seiner Stimme völlig unerwartet wieder die ganze Vergangenheit ans Licht und stürzte sie in ein Gefühlschaos, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hatte.
„Ich …“
„Victoria, du machst einen recht nervösen Eindruck.“
Er machte sich über sie lustig. „Nervös nicht gerade“, berichtigte sie ihn. „Eher aufgeregt. Wir haben so lange nicht miteinander gesprochen.“
„Das ist wahr.“ Als die Brünette ihn aufreizend streichelte, unterdrückte Alexei ein Stöhnen. Er versuchte, das Bild von Victoria aus seinen Gedanken zu verdrängen. Er wollte nicht daran zurückdenken, wie er sie nach allen Regeln der Kunst in die Liebe eingeführt hatte. Wie wunderbar sie damals harmoniert hatten. Allein bei dem Gedanken daran bekam er eine Gänsehaut.
„Alexei?“
Die Stimme am anderen Ende der Leitung holte Alexei in die Wirklichkeit zurück. Mit einem leisen Stöhnen schob er die junge Frau zu seinen Füßen beiseite. Sie zog einen Schmollmund, als er den Kopf schüttelte.
„Alexei?“ Victoria runzelte die Stirn. „Bist du noch da?“
„Sicher.“ Er lächelte der Brünetten verschwörerisch zu. „Aber ich bin beschäftigt.“
Also war alles beim alten. Alexei Christou, der Mann, der mit seinem unfehlbaren Tunnelblick nur den Erfolg der eigenen Firma im Visier hatte, durfte nicht mit anderen Dingen behelligt werden. Von seinem Erfolgsstreben berichteten die Zeitungen fast wöchentlich. Victoria selbst hatte diesen Ehrgeiz lediglich im Anfangsstadium erlebt. Damals war eben dieser Ehrgeiz der Grund für ihre Trennung gewesen.
„Was willst du?”, wollte Alexei ungeduldig wissen und schüttelte erneut den Kopf, als die Brünette Anstalten machte, sich selbst zu streicheln. Warte, flüsterte er tonlos. Erneut zog sie einen Schmollmund.
„Wir müssen ein paar Dinge besprechen. Hast du meinen Brief erhalten?“
„Welchen Brief? Ich bekomme viele Briefe. Du wirst meine Erinnerung also auffrischen müssen, Victoria. Was stand drin?“
Lass dich nicht einschüchtern. Du bist keine neunzehn mehr. Du bist eine unabhängige Geschäftsfrau, wenn auch derzeit nicht besonders erfolgreich …
„Du weißt genau, was darin steht. Es ist ein Brief meiner Anwältin. Ich möchte die Scheidung.“ Sie atmete tief durch. „Das zu ignorieren, nützt nichts. So funktioniert das nicht, Alexei.“
„Du willst die Scheidung?“ Er lachte. „Und wie kommst du darauf, dass ich da mitspiele?“
„Mitspielen?”, wiederholte sie. „Das hängt nicht von deiner Kooperation ab. Du hast keine Wahl.“
Sie hatten jung geheiratet. Alexei hatte gerade erst das Studium beendet, doch mittlerweile war er ein erwachsener Mann. Es gab nicht viele Menschen, die so mit ihm sprachen, wie Victoria es wagte. Während ihm die Zornesröte ins Gesicht stieg, prickelte seine Haut erregt. War es nicht immer köstlich gewesen, mit ihr hitzige Diskussionen zu führen? Früher hatte er sie nie besiegt. Diesmal jedoch verdiente sie es. Die Frau, die ihm Hörner aufgesetzt hatte!
„Es gibt immer Auswege, meine Liebe. Woher übrigens die plötzliche Eile? Sieben Jahre lang hat es dich nicht gestört, an mich gebunden zu sein. Hast du dich entschieden, erneut zu heiraten?“ Er sagte etwas Barsches auf Griechisch, bei dem die Brünette zusammenfuhr. „Willst du deinen Liebhaber heiraten?“ Dabei sprach er das Wort Liebhaber so aus, als hätte es ganz und gar nichts mit dem Gefühl Liebe zu tun. Es klang schmutzig und verächtlich.
„Willst du darum die Scheidung, Victoria? Um dem Mann zu gefallen, der in meine Fußstapfen getreten ist? Ist es noch derselbe, mit dem du mich damals betrogen hast? Der, dem du dich hingegeben hast, obwohl wir kaum ein Jahr verheiratet waren?“
Victoria wurde übel. Es war sinnlos, ihn zurechtzuweisen und seine Worte zu korrigieren....




