Kendrick | Ein Geschenk des Himmels | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Kendrick Ein Geschenk des Himmels


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7515-0470-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0470-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was für ein Zufall! Als Clemmie ihren neuen Nachbarn kennenlernt, trifft es sie wie ein Blitz: Vor ihr steht Alec, der Mann, den sie einst über alles geliebt hat. Aber ist es wirklich nur ein Zufall? Oder hat ihr ein Weihnachtsengel den Mann ihrer Träume geschickt?



Fast ihr ganzes Leben lang hat sich Sharon Kendrick Geschichten ausgedacht. Ihr erstes Buch, das von eineiigen Zwillingen handelte, die böse Mächte in ihrem Internat bekämpften, schrieb sie mit elf Jahren! Allerdings wurde der Roman nie veröffentlicht, und das Manuskript existiert leider nicht mehr. Sharon träumte davon, Journalistin zu werden, doch leider kam immer irgendetwas dazwischen, und sie musste sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten. Sie arbeitete als Kellnerin, Köchin, Tänzerin und Fotografin - und hat sogar in Bars gesungen. Schließlich wurde sie Krankenschwester und war mit dem Rettungswagen in der australischen Wüste im Einsatz. Ihr eigenes Happy End fand sie, als sie einen attraktiven Arzt heiratete. Noch immer verspürte sie den Wunsch zu schreiben - nicht einfach für eine Mutter mit einem lebhaften Kleinkind und einem sechs Monate alten Baby. Aber sie zog es durch, und schon bald wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Bis heute folgten viele weitere Liebesromane, die inzwischen weltweit Fans gefunden haben. Sharon ist eine begeisterte Romance-Autorin und sehr glücklich darüber, den, wie sie sagt, "besten Job der Welt" zu haben.

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1. KAPITEL

Dieser Junge musste unbedingt ihr Freund werden. Schon beim ersten Anblick von Alec Cutler war Clemmie sicher, dass er genau der Richtige war.

Nur ein winziges Hindernis stand dem Ganzen im Weg: Er war leider mit einer anderen zusammen.

Schlimmer noch. Obwohl er erst achtzehn Jahre alt war, schien es ihm ernst mit seiner Mitschülerin zu sein. Sehr, sehr ernst sogar. Alle behaupteten es.

Clemmie glaubte es trotzdem nicht. Wenigstens zunächst nicht. In dem Alter dachte niemand an die Ehe – so ernst konnte es also nicht sein, oder? Okay, man konnte sich mit achtzehn verlieben. Aber deshalb heiratete man normalerweise nicht. Wozu sollte das gut sein?

Und überhaupt, dachte Clemmie und starrte auf ihren Füllfederhalter. Alec konnte unmöglich in Alison Fleming verliebt sein, selbst wenn er das meinte. Es passte nicht zu Clemmies Lebensplan. Er sollte sich in sie verlieben, ebenso wie sie sich auf Anhieb in ihn verliebt hatte. An ihrem ersten Schultag, als er ihr die Tür aufgehalten und „Hi“ gesagt hatte. Winzige Fältchen hatten sich an den Winkeln seiner blaugrünen Augen gebildet, während er sie absolut umwerfend angelächelt hatte.

Es war, als sei sie verzaubert worden – es gab kein anderes Wort dafür. Leider hatte Alec bisher nicht erkannt, was für sie mehr als offensichtlich war: dass sie beide füreinander bestimmt waren. Doch das würde sich bald ändern.

Clemmie seufzte tief und blickte in das Lehrbuch, das geöffnet vor ihr lag. Sie langweilte sich, das war das Problem. Sie langweilte sich schon einen ganzen Monat, seit sie in die Oberstufe der Highschool von Ashfield gekommen war. Seit einem Monat versuchte sie, sich an das neue Haus, die neue Stadt, die neue Schule, den neuen Stiefvater zu gewöhnen …

Clemmie biss sich auf die Unterlippe und nahm den Füller in die Hand. Sie konnte sich jedoch nicht aufs Schreiben konzentrieren und legte ihn kurz darauf wieder hin. Gedankenverloren blickte sie aus dem Fenster zu den Rasenflächen und den Sportplätzen des Schulgeländes.

Es lag nicht daran, dass sie ihren Stiefvater nicht mochte. Im Gegenteil. Dan war ein guter Mann, der ihre Mutter aufrichtig liebte. Und ihre Mutter hatte diese Liebe verdient. Clemmies Vater war gestorben, als sie noch klein gewesen war. Deshalb hatte ihre Mutter hart kämpfen müssen, um sich und ihre Tochter durchzubringen. Der Grund war vielmehr …

Erneut seufzte Clemmie und band die Schleife an einem ihrer beiden dicken Zöpfe wieder fest. Mussten Alec und Alison sich die ganze Zeit so anschmachten? Noch dazu vor ihren Augen?

Nicht, dass sie sich pausenlos betatscht oder geküsst hätten. Doch manchmal sahen sie sich so an, wie ihre Mutter und Dan sich anschauten. In diesen Momenten hatte sie das Gefühl … nun, dass sie nicht im selben Haus mit den beiden sein sollte. Und schon gar nicht im selben Raum.

Die Schule war ganz in Ordnung, wie Clemmie ehrlich zugeben musste. Viel entspannter als die städtische Schule, auf die sie in London gegangen war. Sie hatte einen guten akademischen Ruf und war nicht allzu groß. Außerdem gab es dort zahlreiche Plätze, an denen man zur Mittagszeit herumbummeln und die Seele baumeln lassen konnte. Die anderen Mädchen ihres Jahrgangs waren recht nett. Auch die Jungen, dachte Clemmie und zuckte innerlich zusammen. Manche waren sogar sehr nett zu ihr.

Außer Alec Cutler natürlich.

Abgesehen davon, dass er ihr am ersten Schultag so umwerfend zugelächelt hatte, war er stets höflich und kühl geblieben.

Er war eine Klasse über ihr und der unbestrittene Star der Schule. Einer jener Jungen, die man am liebsten dafür hassen wollte, dass sie so vollkommen waren – und die man trotzdem heimlich seufzend beobachtete.

Alec liebte Sport und verabscheute Bücher, hatte aber dennoch als Bester seines Jahrgangs abgeschlossen. Nie zeigte er auch nur das geringste Anzeichen von Eitelkeit. Es schien ihm völlig egal zu sein, wie er aussah. Und dabei sah er immer fantastisch aus, ganz gleich, was er tat. Selbst verschmutzt und in viel zu kurzen Shorts zog er die schwärmerischen Blicke von ganzen Mädchenscharen auf sich. Von Schulmädchen, die normalerweise einen Fußball nicht von einem Rugbyball unterscheiden konnten.

Alec lebte auf der Farm seiner Eltern am Rand von Ashfield und arbeitete dort jedes Wochenende und die ganzen Ferien. Die harte körperliche Arbeit hatte ihn fitter und zäher gemacht als alle anderen Jungen seines Jahrgangs.

Clemmie war zu dem Schluss gekommen, dass er in jeder Beziehung wunderbar war. Nur einen einzigen dunklen Fleck gab es auf seiner weißen Weste: seine Freundin Alison Fleming.

Unauffällig hatte Clemmie versucht, so viel wie möglich über die beiden herauszufinden. Die Tatsachen sprachen für sich: Seit sechs Monaten ging Alec bereits mit Alison Fleming und hatte seitdem kein anderes weibliches Wesen mehr angesehen. Schlimmer war allerdings noch, dass Alison Fleming sehr hübsch war. Sie hatte helle türkisfarbene Augen und dichtes honigblondes Haar, das glänzend auf ihre Schultern fiel.

Clemmie tat alles in ihrer Macht Stehende, um Alec auf sich aufmerksam zu machen. Dabei legte sie eine Raffinesse an den Tag, von deren Existenz sie bisher nichts geahnt hatte. Für gewöhnlich gab sie sich in der Schule beschäftigt, bis sie ihn das Gebäude verlassen sah – mit oder ohne Alison.

Anschließend schlenderte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite nach Hause. Ihr langes rotbraunes Haar flog dabei im Wind. Den kurzen Rock hatte sie an der Taille extra zweimal umgeschlagen, sodass ihre langen bestrumpften Beine zu sehen waren.

Außerdem trat sie dem Debattierklub der Schule bei, dessen Vorsitzender Alec war. Doch zu ihrem Kummer vergaß sie jedes Mal sofort ihre brillant zurechtgelegten Argumente, sobald er den Raum betrat. Stattdessen starrte sie ihn nur stumm an. Für eine Karriere, bei der sie öffentlich Reden halten müsste, empfahl sie sich dadurch gewiss nicht.

Während das Schuljahr sich unaufhaltsam dem Ende näherte, musste Clemmie sich allmählich eingestehen, dass ihre heiß ersehnte Liebesaffäre nicht stattfinden würde. Alec würde die Schule bald verlassen und auf die Universität gehen. Und zwar nicht allein, sondern gemeinsam mit Alison. Offensichtlich war er an keinem anderen Mädchen interessiert. Obwohl Clemmie schwören könnte, dass er sie manchmal – leider nur manchmal – aus seinen schönen blaugrünen Augen verstohlen musterte.

Alles hätte ein ruhiges Ende genommen, wenn am letzten Abend nicht der Sommerball stattgefunden hätte. Die Feier wurde zu Ehren der Schüler veranstaltet, die die Schule danach verlassen würden. Zunächst hatte Clemmie keine rechte Lust gehabt, daran teilzunehmen. Alec ein letztes Mal zu sehen und zu beobachten, wie er seine Arme um Alison legte, war ihr wie die reinste Folter vorgekommen.

Aber schließlich hatte ihre Mutter ein ernstes Wörtchen mit ihr geredet.

„Du musst dort hingehen, Clemmie“, hatte Hilary Powers gesagt und ihre Tochter dabei fest angesehen. „Ständig beklagst du dich, dass hier nichts los ist. Und jetzt schlägst du die Möglichkeit aus, zu einem richtig netten Fest zu gehen.“

Clemmie hatte nicht geantwortet. Was hätte sie sagen sollen? Dass sie sich Hals über Kopf in einen jungen Mann verliebt hatte, der nur Augen für eine andere hatte?

„Ich spendiere dir das Geld für ein neues Kleid“, hatte Dan lächelnd hinzugefügt. „Was hältst du davon?“

Dagegen war sie nicht angekommen. Daraufhin kaufte Clemmie sich ein neues, absolut hinreißendes Kleid, das der Fantasie aber wenig Spielraum ließ: Der schwarze glänzende Stoff umhüllte ihren Körper hauteng, sodass sie darunter nur ein winziges schwarzes Spitzenhöschen tragen konnte.

„Gefällt es dir?“, fragte sie ihre Mutter.

Mrs. Powers betrachtete ihre Tochter aufmerksam – das blasse Gesicht mit den vielen Sommersprossen und das dichte Haar, das wie rotbraune Seide auf ihre Schultern fiel. Offenbar fand sie sie einfach entzückend. Aber das Kleid? „Ich weiß nicht recht, mein Schatz. Es ist ein bisschen freizügig.“

„Vielen Dank, Mum!“, schimpfte Clemmie. „Du baust mein Selbstvertrauen wirklich auf!“ Was war bloß manchmal mit den Müttern los?

„Trägst du beim Ball einen BH darunter?“

„Das geht nicht. Den würde man sehen.“

„Dann leihe ich dir mein schwarzes Chiffontuch“, erklärte ihre Mutter bestimmt. „Leg es um deine Schultern. Das sieht zumindest etwas dezenter aus.“

Clemmie holte am Abend des Sommerballs ihre Mitschülerin Mary Adams ab. Die beiden Mädchen kicherten vor Aufregung, während Clemmie noch mehr Mascara auf ihre dunklen Wimpern auftrug. Sie war so nervös, dass sie ein Glas Wein aus Marys Kühlschrank trank und sich dann noch ein weiteres nahm.

Als sie auf dem Ball eintrafen, kam sie sich vor, als würde sie auf Wolken gehen. Sie tanzte mit jedem jungen Mann, der sie aufforderte.

Clemmie war viel zu ausgelassen und erregt, um etwas zu essen. Als ihr jemand ein Glas Fruchtpunsch reichte, stürzte sie es hinunter. Angestrengt versuchte sie, nicht zu Alison Fleming hinüberzusehen, die zurückhaltend in Weiß gekleidet war.

Alec schien der einzige richtige Mann im Saal zu sein. Seine Größe, seine breiten Schultern, sein ganzes Verhalten verliehen ihm eine Ausstrahlung, neben der Clemmie alle anderen wie Pappfiguren vorkamen.

Auf dem Rückweg von den Toiletten lief sie ein bisschen unsicher den Korridor entlang, als sie plötzlich Alec entdeckte.

Reglos stand er mit dem...



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