Kelly | Miss Amandas süße Weihnachtsküsse | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Kelly Miss Amandas süße Weihnachtsküsse


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7515-0491-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-0491-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Festlicher Duft empfängt Ben Muir, als er den Teeladen der entzückenden Amanda Mathison betritt. Im Dorf heißt es, sie habe eine dunkle Vergangenheit. Doch nach einem zärtlichen Kuss von ihr ist Ben viel wichtiger, was die Zukunft bringt ...

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1. KAPITEL

Sie haben doch sicher nicht erwartet, auf Walthan Manor zu wohnen, Master Muir?“

Was ist Seekadett Tommy Walthan doch für ein überheblicher, eingebildeter Kerl, dachte Navigations- und Segelmaster Benneit Muir, dabei ist er ein solch affiges Würstchen, dieser Sohn eines Earls. Gott bewahre!

„Ach? Ich nahm an, da ich Ihnen die Kunst der Navigation einpauken soll, sei es sinnvoll, nahebei zu sein.“ So musste man mit dem Bürschchen umgehen. Vergrößern würde sich die Chance des elenden Jungen, sein Leutnantsexamen im nächsten Jahr – das war 1811 – erfolgreich abzulegen, wohl durch noch so viel Unterricht nicht, doch Weihnachten stand bevor, und der Master hatte keine Pläne für die Festtage.

Um heim nach Schottland zu reisen, war die Zeit zu kurz, und es gab auch keinen Grund dafür. Die Mädchen, denen Ben vor Jahren nachgelaufen war, waren mittlerweile verheiratet und vermutlich mehrfache Mütter. Seine eigene Mutter war tot, sein Vater zu alt, um noch zu reisen, und seine Brüder lebten in Kanada.

Walthan stieß das aufreizende, hohe Kichern aus, das, wie Ben wusste, dessen Kameraden fast rasend machte, aber zumindest so unangenehm war, dass es sie antrieb, ihr Examen und damit Seiner Majestät Fregatte, die „Albemarle“, so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Selbst der Kapitän, ein erstaunlich geduldiger Mann, hatte schon angemerkt, dass wohl nichts als der Verlust seines Schiffes sie je von Tom Walthan befreien würde, denn kein anderer Kapitän wollte ihn unter seine Fittiche nehmen, so hochgeboren seine Familie auch war.

„Also auf Walthan wohnen – nein, Master Muir! Undenkbar, was meine Mama sagen würde, wenn Sie mit Ihrem Seesack aus der Postkutsche kletterten. Sie suchen sich besser eine Unterkunft im Dorf, Sir.“ Der Offiziersanwärter hüstelte vornehm hinter seinem Ärmel. „Sie wissen schon, eher unter Ihresgleichen.“

Im Dorf würde Ben wenigstens nicht Walthans grässliches Kichern ertragen müssen, trotzdem entschied er, die Segel nicht völlig zu streichen.

„Dann übernehmen Sie Unterkunft und Verpflegung?“ Ben durchbohrte den jungen Mann mit dem tödlichen Blick, den er sich sonst für das Achterdeck vorbehielt. Nicht, dass er es sich nicht hätte leisten können, selbst für sich zu sorgen, doch es reichte ihm gewaltig, dass er die Gesellschaft dieses unausgegorenen Seekadetten in der Postkutsche so lange hatte aushalten müssen.

Walthan stieß einen langgezogenen, affektierten Seufzer aus. „Wenn es sein muss …“

„Ich fürchte, ja. Wissen Sie, wo man in Venable unterkommen kann?“

„Wie sollte ich!“ Vage wedelte der junge Bursche in Richtung der klippenbewehrten Küste Devons. „Venable hat eine Poststation. Versuchen Sie es da.“

Ben seufzte, wenn auch bei Weitem nicht so theatralisch wie zuvor Tom Walthan, denn er neigte nicht zu Drama. Er hatte gehofft, ein ruhiges Plätzchen zu finden, wo er sich endlich bequem mit dem Buch „Die Wissenschaft der nautischen Mathematik“ zum Lesen niederlassen könnte. Nur waren Poststationen nicht als Orte der Stille berühmt.

„Außerdem muss ich daheim noch erklären, warum ich Sie hergebeten habe“, äußerte Walthan angelegentlich. „Als ich das letzte Mal an Mama schrieb, war ich so sicher, dass ich bestehen würde.“ Wieder hüstelte er vornehm. „Was ich ihr auch mitteilte.“

„Dieser Versuch auf Malta?“, fragte Ben. Er erinnerte sich, wie die Barkasse vier hoffnungsvolle Kadetten in den Hafen gebracht hatte, wo der Prüfungsausschuss in Gestalt von vier Kapitänen wartete. Zurückgekehrt waren, aufgeregt und voller Zukunftspläne, drei junge Männer, unter ihnen jedoch nicht Walthan. Die Enttäuschung des denkträgen Burschen teilten alle in der Offiziersmesse, die ihn gern von hinten gesehen hätten.

„Das waren hinterhältige Fragen“, erklärte Walthan mit der ganzen Wucht seiner gekränkten Würde.

Ben unterdrückte ein Lächeln. „Ah ja? Und Sie halten es nicht für notwendig, den Kurs von Australiens Küste nach Batavia berechnen zu können?“

„Ich, Sir, würde einen Nautiker haben, der das für mich erledigt“, sagte Walthan. „Sie zum Beispiel. Es ist Ihre Aufgabe, die Windverhältnisse und die Tiden zu kennen und den Kurs in die Karten einzuzeichnen.“

Hmm. Kaum lässt der Einfaltspinsel seinen Stand als Untergebener auf der „Albemarle“ hinter sich, wird er beinahe grob, dachte Ben. „Und wenn ich tot umfiele, wo blieben Sie dann? Aber genug davon. Ich will mein Bestes tun, Ihnen ein bisschen Mathematik einzutrichtern. Ich bleibe hier. Wir sehen uns morgen früh, vier Glasen, auf Walthan Manor. Zehn Uhr, Dummkopf“, fügte er erklärend hinzu, während er aus der Postkutsche stieg und seinen Seesack schulterte.

Und jetzt wohin? Ben stand vor dem Schankraum der Poststation und spähte durch die geöffnete Tür ins Innere, wo sich die Fahrgäste dicht drängten, voller Hoffnung auf einen Imbiss, ehe die Klänge des Posthorns sie zwangen, die Zehrung stehen zu lassen oder selbst zurückzubleiben. Sicherlich hatte der Ort Venable selbst mehr zu bieten.

Ben schaute umher, bemerkte in der Ferne ein Schild und schlug die Richtung ein, bis er die Worte entziffern konnte. „Mandy’s Rose“. Irgendein Dorfkünstler hatte eine Rosenknospe darauf gemalt. Darunter stand „Tee und gute Verpflegung“.

„Verpflegung“, sagte er laut. „Verpflegung.“ Wenn Fässer voller Nahrungsmittel in den Schiffsbauch gehievt wurden, sah er das Wort oft genug auf den Ladescheinen, die er gegenzeichnete – auch eine seiner Pflichten. Ach, zum Henker, ihm oblag die gesamte Organisation der Fregatte! Verpflegung. An Land klang das Wort merkwürdig.

„Aber gute Verpflegung heißt es hier“, sprach er vor sich hin und rückte seinen Seesack zurecht. Er bemühte sich um einen festen Gang, ohne die rollenden Hüftbewegungen, die ihm an Deck halfen, das Gleichgewicht zu halten. Schon seit achtzehn Jahren. An Land fühlte er sich unbeholfen, was nie ganz nachließ, dank Napoleon und dessen Träumen von der Weltherrschaft.

Eine Glocke ertönte, als er die Tür zum „Mandy’s Rose“ öffnete. Er zögerte. Die Gäste hier gehörten zur einer besseren Klasse als die in der umtriebigen Poststation. Dass das Ale im „Mandy’s Rose“ so gut war wie dort, bezweifelte er, doch der Duft der Speisen ließ ihn trotz der erstaunten Blicke gut gekleideter Ladys und Gentlemen seine aufkeimende Schüchternheit vergessen. Offensichtlich kamen die Fahrgäste der Postkutsche selten bis hierher.

Seine Verlegenheit steigerte sich, da sein Seesack sich im Umfang unverhältnismäßig zu vergrößern schien und ihm vorkam, als würde er nicht durch die Tür passen. Das war Unsinn, er besaß die nötigen Mittel, um einen Platz in jedem öffentlichen Lokal in Anspruch nehmen zu können. Er lehnte das Gepäckstück in eine Ecke und wünschte unversehens, das schäbige Ding würde unauffällig davonkrabbeln.

Die Speisenden hatten sich wieder ihren Tellern zugewandt, und da stand er nun, ein durchaus gut aussehendes männliches Exemplar, wenn er den lockenden Worten mandeläugiger, braunhäutiger Frauen in den exotischen Häfen glauben durfte. Schon fasste er den Türknauf, bereit zum Rückzug, und so weit wäre es auch gekommen, doch in dem Moment flog eine Schwingtür auf, die vermutlich in die Küche führte, und ein zierliches weibliches Wesen erschien, das mit dem Gewicht eines großen Tabletts kämpfte.

Im Leben hätte er sich nicht eingemischt, wäre ihr nicht eine Katze nachgelaufen, die ihr unter die Füße zu geraten drohte.

Zahllose Kampfhandlungen auf hoher See hatten Ben Muir darauf getrimmt, rasch zu reagieren. Ohne auch nur nachzudenken, sprang er hinzu und nahm der Frau das Tablett ab, ehe noch die Katze sie zum Stolpern bringen konnte. Zwei Schüsseln wackelten ein wenig, doch nichts schwappte über.

„Du liebe Güte, das war knapp!“, rief die junge Frau keuchend, packte das Katzentier, klemmte es sich unter den Arm und brachte es zurück in die Küche, während er dastand und sie anstarrte und sich fragte, ob das Mandy sei. Rosig genug war sie.

Kaum ein Wimpernschlag, und sie war zurück, noch rosiger als zuvor und ein wenig scheu dreinblickend, da sie versuchte, ihm das Tablett abzunehmen. Er wehrte ab.

„Nay, es ist zu schwer!“ Ah, damit erntete er ein Lächeln! Gott sei Dank, sie war nicht verärgert, weil er Unruhe in einen offensichtlich gepflegten Speiseraum gebracht hatte.

„Ich lade das Tablett auch wirklich oft zu voll“, sagte sie in dem lieblich-weichen Akzent Devons. Nur um ihr zu lauschen, hätte er diese Last noch Stunden tragen mögen. „Bleiben Sie einfach hier stehen, Sir, ich nehme Ihnen das gleich ab.“

Er gehorchte, zufrieden, sie anmutig von Tisch zu Tisch eilen zu sehen, während sie servierte, was ihm langsam das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Eine Berührung an der Schulter hier, ein leises Lachen dort, und er wusste, sie war mit den Gästen gut bekannt. So war es eben in kleinen Ortschaften. Er dachte an sein eigenes Dorf oben in Schottland und empfand plötzlich schmerzhaft, dass er schon zu lange fort gewesen war.

Und alles nur, weil er ein Tablett trug, das mit jedem Halt an einem der Tische leichter wurde. Einen Moment nur noch, und er hätte nichts mehr zu tun. Doch er wollte nicht wieder gehen.

„So!“, sagte sie und befreite ihn von seiner Last. „Vielen Dank.“

Er nickte ihr zu und steuerte die Tür an. Er gehörte nicht hierher.

Ohne würdelose Eile erreichte sie...



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