Kehrer | Diener des Feuers | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 847 Seiten

Kehrer Diener des Feuers

Gesamtausgabe
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7427-3549-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gesamtausgabe

E-Book, Deutsch, 847 Seiten

ISBN: 978-3-7427-3549-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Erde, Wasser, Luft und Feuer - die Macht der Elemente. Das Labyrinth - ein uraltes Symbol für den Lebensweg. Catherine Morgan hat alles verloren: Ihre Familie und ihre Lebensfreude. In Cornwall hofft sie, Ruhe zu finden. Der Magier Yal Rasmon wird von seinem Lehrmeister beauftragt, einen magischen Stein zu suchen, mit dem die Welten zu den Elementen geöffnet werden können. Doch anstatt des Steins holt er Catherine zu sich - ein fataler Irrtum oder Bestimmung? Yal wird gezwungen, zu einer schier aussichtslosen Mission aufzubrechen. Er muss Catherine ohne Schutz zurücklassen - in einer Welt voller Magie, Intrigen und Geheimnisse. Wird ihrer beider Liebe stark genug sein, um eine Brücke zwischen den Welten schlagen zu können?

Karin Kehrer entdeckte den Spaß am Schreiben mit Fantasy- und Horror-Kurzgeschichten. Inspirationen holt sie sich bei Wanderungen, aber auch bei regelmäßigen Abstechern auf die Britischen Inseln. Veröffentlichungen bisher: Verschlungene Wege - Kurzgeschichten Arunis - Fantasy-Romance mit Co-Autorin Alexandra Balzer Wir sind nur Gast auf Erden - Mystery-Romance Schmetterlingstränen - 'sanfter' Psychothriller Diener des Feuers - Fantasy-Trilogie Tod in Pianissimo - Cornwall-Krimi
Kehrer Diener des Feuers jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Kapitel 15


Flammenzungen leckten über das dürre Holz. Ab und zu schlugen winzige Funken hoch, verlöschten wieder. Das Knistern und Knacken des brennenden Holzes beruhigte Yals aufgepeitschte Sinne nur wenig.

Er saß in seinem Stuhl, beobachtete das Spiel der Flammen und kaute abwesend an einem trockenen Stück Brot – seine Abendmahlzeit. Irko war nicht auffindbar, trieb sich wohl wieder in den Wäldern mit Kobolden herum und hatte vergessen, auf dem Markt einzukaufen.

Yals Magen knurrte vernehmlich, die karge Mahlzeit würde seinen Hunger nicht stillen und jetzt war es viel zu spät, um noch einen der Bauern aufzusuchen und um Essen zu bitten.

Er dachte an Sel Dragmon und Syluva Karamon. Verschwunden, einfach so. Und er hatte nicht einmal gespürt, dass sein Lehrmeister in Gefahr war. Es musste schnell gegangen sein. Eine Welle von Trauer überschwemmte ihn. Yal schluckte und starrte blind in das flackernde Feuer. Sel Dragmon würde ihm fehlen.

So träge, Yal Rasmon?, zischte Varruks Stimme in seinem Kopf.

Yal zuckte zusammen, verschluckte sich beinahe an einer Brotkrume und musste husten. Verzeih. Ich habe nur nachgedacht.

Du sollst nicht denken, du sollst deinen Auftrag erfüllen!

Hitze fuhr durch das Mal auf seiner Schulter, ein flammender Finger bohrte sich in seine Knochen. Yal stöhnte laut. „Ich komme ja schon“, presste er heraus. „Aber nimm den Schmerz von mir, bitte!“

Varruk lachte. Gut, mein Junge! Ich sehe schon, ich darf meine Aufmerksamkeit nicht zu lange von dir abwenden.

Das Brennen wich sofort einem leichten Pochen, das gleich darauf verschwand. Yal atmete tief durch und wischte den Schweiß und die Tränen von seinem Gesicht.

Amathi stieß ein leises Gurren aus und kam auf ihn zu, als er sich erhob. „Ach, meine Schöne. Es tut mir leid, aber du wirst wohl heute auf Mäusejagd gehen müssen. Ich habe nichts, was ich dir geben könnte. Und das, obwohl ich deine Hilfe schon wieder brauche.“

Die große Katze beobachtete ihn aus goldenen Augen und Yal konnte den Vorwurf in ihrem Blick sehen. Er kraulte sie zwischen den Ohren. Amathi antwortete mit einem lauten Schnurren und folgte Yal die Treppe hinauf in das Dachgeschoß.

Er holte die Abbilder der Elementsteine wieder aus dem Beutel. Jetzt schon vielleicht zum zwanzigsten Mal.

Weiß, blau, rot, braun.

Amathis Energie, der Feuerball. Die feinen Linien, gesponnen aus Feuerfäden.

Wieder legte er seinen Finger auf den Punkt in der Mitte des leuchtenden Labyrinthes und murmelte die Beschwörungsformeln. Seine Fingerspitze versank in warmer, dichter Luft. Diesmal musste es einfach klappen!

Behutsam tastete seine Hand sich vorwärts, hinein in das Unbekannte. Er konzentrierte sich auf den fehlenden Stein, sammelte seine Gedanken und ließ ihn Gestalt annehmen. Er sah ihn deutlich vor sich – flach, nicht sehr groß, schwarz, mit dem Zeichen von Myn Fantrix darauf – die Verbindung zu den Elementsteinen.

Seine Finger stießen auf einen Widerstand. Etwas Lebendiges, Warmes.

Ein Tier? Ein Mensch?

Fester, enganliegender Stoff.

Trug jemand den Stein bei sich?

Ganz deutlich war eine Bewegung zu spüren, Energie, die von einem unbekannten Wesen ausging. Langsam zog Yal seine Hand zurück. Wo suchen, ohne aufzufallen?

Er streckte seine Hand wieder aus, tastete ins Ungewisse. Ein Stück höher – glattes Leder, ein Gürtel. Dann weicherer Stoff. Seine Finger strichen vorsichtig darüber. Er befeuchtete die trockenen Lippen mit der Zungenspitze. Sein Atem ging schneller.

Die weiche Rundung einer weiblichen Brust.

Yal stöhnte auf. Nicht schon wieder!

Das hatte keinen Sinn. Er durfte das nicht! Aber er konnte nicht aufhören. Diese Frau musste ganz einfach im Besitz des Steines sein. Seine Magie konnte ihn nicht fehlgeleitet haben.

Yal konzentrierte sich auf die Unbekannte.

Sie lag auf dem Rücken, auf dem Boden. Seine Fingerspitzen tasteten kühles Gras, dann wieder festen Stoff. Er versuchte sich vorzustellen, wie sie aussah, aber es gelang ihm nicht.

Sie musste seine Hand auf ihrem Körper spüren, auch wenn er ihren Blicken entzogen war. Seltsamerweise lag sie ruhig da, bewegte sich nicht.

Seine Hand legte sich vorsichtig auf ihre Brust. Die Spitze richtete sich auf, er konnte sie durch den Stoff spüren. Ihr Herzschlag beschleunigte sich und sie hielt den Atem an. Ihr Stillhalten ermutigte Yal.

Seine Hand glitt zu ihrer anderen Brust, umfasste auch sie. Wanderte weiter zu ihrem Hals, über ihr Kinn, sein Daumen streichelte ihre Wange. Ein schmales, zartknochiges Gesicht, wie er beim ersten Mal schon festgestellt hatte. Und da war ihr Haar, weich wie der Flaum eines Kükens.

Wo ist der Stein?

Yal streckte seine Hand weiter vor, ertastete Finger, die sich zaghaft um seine legten. Sie überließ sich ihm willig. Seine Finger umschlossen die ihren, streichelten sie sanft. Er hielt sie fest, hob ihre Hand hoch, ganz langsam.

Yal hielt kurz inne, versuchte, des Gefühls Herr zu werden, das ihn überschwemmte. Du willst zu mir kommen? Bist du es, die ich suche? Meine fehlende Hälfte?

Der Stein.

Kurz flackerte dieser Gedanke auf, wurde sofort verdrängt von der alles überwältigenden Sehnsucht, diese Frau zu sich zu holen. Es fühlte sich richtig an. Er wusste nicht, wie sie zu ihm kommen sollte, er musste einfach auf seinen Instinkt vertrauen.

Die Frau legte jetzt ihre Finger fest um die seinen, wie zur Bestätigung seiner Gedanken, ließ sich von ihm halten. Er konnte einen Anflug von Angst spüren. Beruhigend streichelte er ihr Handgelenk. Sie entspannte sich, überließ sich ihm.

Ja, das ist gut!

Er zog leicht an ihrem Arm. Sie erhob sich und folgte seiner Bewegung. Aber es kostete ihn viel Kraft. Sein linker Arm wurde langsam taub.

Nicht aufgeben, nicht jetzt, so nahe vor dem Ziel!

Yal griff nach einer schmalen Schulter, seine Hand wanderte tiefer, legte sich auf ihren Rücken. Gleichzeitig verstärkte er den Druck seiner Finger. Schweiß rann über seine Stirn. Er blinzelte, atmete keuchend ein und aus. Mit geschlossenen Augen konzentrierte er sich darauf, die Unbekannte zu sich zu holen. Seine Hand lag fest auf ihrem Rücken, schob sie näher und näher. Nur ein kleines Stück noch!

Ein lautes Klopfen ließ ihn zusammenfahren.

Er versuchte, das störende Geräusch auszuschalten. Was war das? Noch einmal pochte es, diesmal mit mehr Ungeduld. Seine Gedanken wurden fortgerissen, zurück in die Wirklichkeit.

Jemand war an der Tür.

Nein! Nicht jetzt! Bitte nicht!

Er spürte, wie er die Verbindung verlor, zog mit einem verzweifelten Ruck. Viel zu stark, er würde ihr wehtun!

Etwas schleuderte ihn mit aller Macht gegen den Tisch. Yal schrie auf, als er mit der Stirn auf der Tischplatte aufschlug. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen.

Kapitel 16


Catherine hatte das Dorf hinter sich gelassen und wanderte gemächlich einen schmalen Pfad entlang, der zum Meer führte. Sie roch die salzige Luft und füllte jeden Winkel ihrer Lunge damit. Sie hatte das Meer immer geliebt. Sein Geruch und sein Anblick brachten die Erinnerungen der Kindheit zurück. Ihre Eltern hatten oft Urlaub an der See mit ihr gemacht.

Wie glücklich sie damals gewesen war! Zaghafte Urlaubsflirts, die erste Liebe – ein hübscher italienischer Junge mit dunklen, lockigen Haaren. Er hatte sie am Strand geküsst, als ihre Eltern gerade einkaufen waren. Es war nichts weiter passiert, sie wagte nicht, mit ihm zu schlafen, sie war sechzehn und noch unerfahren. Und dann der Liebeskummer, als die Ferien vorbei waren! Nächtelanges Weinen, ungestillte Sehnsucht. Damals hatte sie sich fest vorgenommen, sich nie wieder zu verlieben.

Catherine blieb stehen und hielt ihr Gesicht in den Wind. Es war schön hier, wellige, sanfte Hügel, bedeckt mit Polstern von blühendem Heidekraut. Ein warmer Augusttag.

Sie war schon ein ganzes Stück marschiert, getragen von ihren Gedanken. Das Dorf war nicht mehr zu sehen. Nur das Rauschen des Meeres, das schrille Schreien der Möwen, die über ihr am blauen Himmel dahinsegelten, erfüllte ihre Sinne.

Sie starrte den Vögeln nach, wie sie mit eleganten Schwüngen durch die Luft glitten. Es wäre schön, so fliegen zu können. Alles hinter sich zu lassen, diese elende, tiefe Traurigkeit.

Catherine setzte sich auf den warmen, mit Heidekraut bewachsenen Boden und schloss die Augen. Stellte sich vor, weit oben zu sein in den Wolken, hinunterzusehen auf das Meer. Ihre Haut von der Sonne überfluten zu lassen, eingehüllt von goldenen Strahlen zu sein. Ein neuer Anfang wäre schön. Warum auch nicht? So unrecht hatten ihre Freunde und Verwandten nicht mit dem, was sie ihr gesagt hatten. Sie war noch jung. Es war noch nicht vorbei.

Sie setzte sich auf den sonnenwarmen Boden und legte sich dann auf den Rücken, die Arme hinter dem Kopf verschränkt.

Ich könnte wieder zu schreiben beginnen. Vielleicht hilft es. Man sagt, auch Schreiben wäre eine Art Therapie.

Ihre Kinderbücher hatten damals sogar einen Verlag gefunden, auch wenn sie damit nicht reich geworden war.

Catherine schloss die Augen, überließ sich dem trägen Gefühl, eins zu sein mit der Erde.

Plötzlich berührte etwas sie am Oberschenkel.

Sie zuckte zusammen, fuhr auf und blickte an sich hinunter. Da war nichts. Erstaunt schüttelte sie den Kopf, legte sich wieder hin. Irgendein Tier vielleicht, das über sie hinweggehuscht war. Eine Eidechse?

Zärtliche Finger tasteten über ihren...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.