Kearney | Der Kuss des Zeitreisenden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 432 Seiten

Reihe: Pendragon

Kearney Der Kuss des Zeitreisenden

Pendragon 3
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-492-98093-7
Verlag: Piper Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)

Pendragon 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 432 Seiten

Reihe: Pendragon

ISBN: 978-3-492-98093-7
Verlag: Piper Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)



Vivianne Blackstone ist Vorsitzende des mächtigen Vesta-Konzerns und hat ein ehrgeiziges Ziel: Gemeinsam mit dem attraktiven Ingenieur Jordan will sie ein Raumschiff entwickeln, das die letzte Hoffnung der Menschen gegen ihre todbringenden Feinde bedeuten würde. Doch Jordan verfolgt eigene Pläne. Er ist auf der Suche nach dem seit Jahrtausenden verschollenen Heiligen Gral. Und Jordan braucht Viviannes Raumschiff für seine Mission. Um zu bekommen, was er will, muss er alle seine Verführungskünste aufbieten. Doch auch Vivianne ist in Liebesdingen mit allen Wassern gewaschen.

Susan Kearney schreibt prickelnde Romanzen mit futuristischem Setting. Sie hält sich an die alte Regel, über das zu schreiben, was man kennt - deshalb schreibt sie über die Zukunft. Und als Taucherin, Expertin in Kampfkunst, Seglerin, Eiskunstläuferin, Immobilienmaklerin, ehemalige Besitzerin eines Tauschgeschäfts, eines Fitnessstudios für Frauen sowie eines Friseursalons, hat sie genug Stoff für den Rest ihres Lebens gesammelt.

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1 Als wir im süßen Gras unter dem Sternbild Orion lagen, wusste ich, dass das, was wir getan hatten, nicht so sehr ein Akt des Geschlechtlichen, sondern eher die Entfesselung einer unerklärlichen Leidenschaft gewesen war. Hohepriesterin von Avalon »Verdammt, Jordan, Sie haben mich angelogen.« Vivianne Blackstone, geschäftsführendes Mitglied der Vesta Corporation, schlug sich mit dem belastenden Bericht gegen das Bein und bekämpfte den Drang, ihn ihrem Chefentwickler Jordan McArthur an den Kopf zu werfen. Die Welt befand sich kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem bekannt geworden war, dass ein uralter Feind sowohl die Regierungen als auch die wesentlichen Industriezweige der Erde unterwandert hatte. Und Vivianne wollte ihr Draco-Projekt geheim halten. In ihren Schläfen pochte es, als sie auf die komplizierte Verkabelung des Raumschiffes starrte. Die Draco war das einzige Schiff seiner Art. Als das fortschrittlichste, das jemals auf der Erde gebaut worden war, hatte es wie geplant an den Start zu gehen. Es musste einfach funktionieren. So viel hing davon ab, den verlorenen, legendären Gral zu finden: Vestas Zukunft, die Zukunft der Erde, Viviannes Zukunft – alles, was sie je gewollt und geliebt hatte, könnte verloren gehen, wenn dieses Projekt erfolglos blieb. Als Jordan aber keine Antwort gab, stieß sie seinen Fuß mit ihrem Schuh an. »Ich rede mit Ihnen.« Jordan lag auf dem Deck, sein Kopf war halb hinter einer Klappe verborgen. Er wandte sich um, bis sie seine strahlend blauen Augen sehen konnte. »Ich hab’s ja gehört. Warum soll ich Sie angelogen haben?« Sie warf den Bericht auf den Boden, aber seine Aufmerksamkeit hatte sie zugunsten des Schiffes schon wieder verloren. Er hatte sich in die Öffnung geschlängelt und zog an einem weiteren Draht, den er mit den Schaltkreisen verbinden wollte, deren Schema ausschließlich in seinem Kopf existierte. Dann fädelte er den Draht in ein Armaturenbrett mit filigranen Schaltkreisen ein. »Reichen Sie mir einen Schraubenzieher.« Hinter seinem Rücken runzelte sie die Stirn und drückte ihm das Werkzeug in die Hand. »Sagen Sie mir, dass diese Informationen hier falsch sind.« »Welche Informationen?« Er warf nicht einmal einen Blick auf den Ordner, den sie fallen gelassen hatte. Sein kantiges und ernstes Profil blieb vollkommen reglos; nur ein winziges Zucken am Kiefer verriet ihr, dass er über die Unterbrechung seiner Arbeit etwas unglücklich war. »Sie sind niemals in Harvard gewesen. Sie haben Ihren Doktor nicht am MIT gemacht. Sie haben auch nie in Cambridge gelehrt.« »Den Kreuzschlitzschraubenzieher.« Wieder streckte er die Hand aus; Ungeduld schwang im Ton seiner Stimme mit. »Das ist der Schraubenzieher mit einem X an der Spitze.« Glaubte er etwa, sie würde einen Kreuzschlitzschraubenzieher nicht erkennen? Ihr Fachgebiet war zwar Kommunikationstechnologie, aber ihre erste Wasserstoffrakete hatte sie im Alter von zwölf Jahren entworfen und dann auch selbst gebaut. Doch wenn es um Raumschiffe ging, war Jordan der anerkannte Fachmann. Trotz seines geschönten Lebenslaufs kannte sich der Mann in Aeronautik nun einmal bestens aus. Von der Gestaltung der Hülle bis zur Verkabelung des Antigraven gab es keine Einzelheit an der Draco, die Jordan nicht verändert und verbessert hätte. Einer von seinen Ingenieuren sagte über die Sprechanlage des Schiffes: »Diese Spannungswandlergleichungen können einfach nicht stimmen.« »Doch, das tun sie«, antwortete Jordan gleichmütig. »Sie werden die Schaltkreise rösten.« Der Stimme des Mannes war seine Frustration deutlich anzuhören. »Sean, Sie werden schon einen Weg finden, sie in Gang zu halten. Ist doch immer so.« »Ich bin einfach ratlos.« »Ich helfe Ihnen, sobald ich kann.« »Danke, Boss.« »Aber ich bin sicher, dass Sie schon vorher auf die Lösung kommen werden.« Sean kicherte. »Ich werd mein Bestes tun.« Dies war zwar eine von Jordans Seiten, die sie noch nicht kannte, aber der ungezwungene Umgang mit seinen Mitarbeitern überraschte sie keinesfalls. Allerdings waren es auch gar nicht seine Führungsqualitäten, die sie infrage stellte. Vivianne wurde wütend. »Jordan, wir müssen miteinander reden.« »Dann reden Sie doch.« Vivianne hielt inne und überlegte sich ganz genau, was sie sagen sollte. Sie hatte bereits den Fehler begangen, Jordan anzuheuern, bevor er gründlich ärztlich untersucht worden war. Also konnte sie es sich nicht leisten, noch einen weiteren zu machen, zum Beispiel indem sie ihn offen beschuldigte, für den schlimmsten Feind des Planeten zu spionieren. »Die Draco ist das erste und einzige Raumschiff der Erde, das eine vollständige Mannschaft zu den Sternen bringen kann.« »Und?« »Dieses Schiff hat das Interesse und die Phantasie der Massen erregt. Alles, was wir tun, wird genauestens beobachtet und gerät immer wieder auf die Titelseiten der Zeitungen. Wenn die Presse nun herausfindet, dass mein Chefingenieur seine Bewerbungsunterlagen gefälscht hat …« »Verdammt, Vivianne, ich weiß schon, was ich tue.« »Für die Öffentlichkeit ist ein Lügner halt ein Lügner. Sie haben gelogen, um diese Anstellung zu bekommen, und da wird man sich fragen, wo Sie sonst noch gelogen haben mögen. In diesen gefährlichen Zeiten können wir es uns einfach nicht leisten, dass unsere Loyalität infrage gestellt wird.« »Also, dann sagen wir es doch einfach niemandem. Problem gelöst.« Vivianne rieb sich die Nasenwurzel, um ihre Kopfschmerzen erträglicher zu machen. »Aber wenn Ihre Lügen ans Tageslicht kommen, dann verlieren Sie nicht nur diesen Job, sondern ruinieren damit auch meine Glaubwürdigkeit. Und den Ruf meiner Firma. Das könnte Vesta Kurseinbrüche bescheren.« Jordan verband einen der unzähligen Drähte mit einem Geflecht aus Schaltkreisen. »Solange dieses Schiff keine Bruchlandung macht, wird es Ihren Aktien gut gehen.« Mit dem geschäftlichen Teil des Problems konnte sie ja vielleicht noch umgehen, aber doch nicht mit einem Verräter. Wer war er denn? Die Detektive, die sie angeheuert hatte, hatten aus der Zeit vor seiner Bewerbung bei Vesta vor sechs Monaten nichts herausgefunden. Weder seine Fingerabdrücke noch seine Augenidentifikation waren gespeichert. Er besaß auch keine Militärakte. Keine Geburtsurkunde. Da der ganze Planet nach außerirdischen Maulwürfen Ausschau hielt, hatten Jordans nicht existierender Hintergrund und seine Lügen sie höchst misstrauisch gemacht … aber schließlich war sie ja eigentlich ganz geübt darin, Menschen zu durchschauen. Vielleicht hatten seine strahlend blauen Augen und die offensichtliche Intelligenz sie ja zum Narren gehalten. Wenn sie sein Bild in die Zeitung brachte, würde sich der weibliche Teil des Planeten auf den ersten Blick in ihn verlieben und ihm sofort alles vergeben. Das wunderbare Gesicht dieses geheimnisvollen und klugen Mannes würde vermutlich sowohl die Bevölkerung als auch die Aktionäre für sich einnehmen. Und sie? Sie benötigte unbedingt sein Fachwissen und wollte ihm daher die Gelegenheit geben, sie davon zu überzeugen, dass er einen verdammt guten Grund für sein Täuschungsmanöver gehabt hatte, bevor sie die Behörden einschaltete. »Welche Lügen haben Sie mir denn sonst noch erzählt?« »Nur solche, die nötig waren, um mir diesen Job zu verschaffen.« »Das ist ja sehr ermutigend. Und warum haben Sie nicht auf die Mitteilung reagiert, die ich Ihnen in der letzten Woche geschickt habe?« »Wie soll ich denn noch meine Arbeit machen, wenn ich all die Mitteilungen lesen muss, die Sie mir schicken?« Vivianne versuchte es mit einer anderen Taktik. Die Anordnungen für die unzähligen Änderungen am Bauplan in der letzten Woche waren übertrieben gewesen – sogar für Jordans Verhältnisse. »Sie haben Meilen von Draht installiert, die nicht in den Schaltplänen standen.« »Wir sind dem Zeitplan doch voraus, warum also machen Sie sich darüber Sorgen?« Sie runzelte die Stirn. Bevor sie von seinen Lügen erfahren hatte, hatte sie seine Verbesserungen mit einem Schulterzucken abgesegnet. Aber jetzt fragte sie sich, ob all diese Veränderungen wirklich notwendig waren. Oder ob es nur ein heimlicher Weg war, Verzögerungen zu verursachen und so das gesamte Projekt zu unterlaufen. Sie hatte versucht, Theoretiker einzustellen, die seine Arbeit überprüften. Aber diese Spezialisten hatten nicht mit ihm Schritt halten können und sich in ihren Theorien verheddert, während sich Jordan darangemacht hatte, funktionsfähige Prototypen zu bauen. Nun schien sogar seine Brillanz verdächtig zu werden. Woher hatte er seine Kenntnisse? Woher kam er überhaupt? In dem angestrengten Versuch, ihre Verzweiflung zu unterdrücken, rief sich Vivianne in Erinnerung, wie weit sie schon gekommen war. Sie betrachtete die leuchtende Außenhülle der Draco und bekam bei der Vorstellung Schwierigkeiten, dass sie dieses Schiff in wenig mehr als drei Monaten gebaut hatten. Fast alles war vollkommen neu entworfen worden, und obwohl noch so unendlich vieles schiefgehen konnte, hegte sie doch große Hoffnungen, was den Erfolg der Mission betraf. »Wenn die Geschichte über Ihre gefälschten Referenzen durchsickert, könnte unser Auftraggeber kalte Füße bekommen.« »Chen wird keinen Rückzieher...



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