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E-Book, Deutsch, Band 1, 528 Seiten

Reihe: Beiträge zur Missionarischen Jugendarbeit

Karcher / Zimmermann Handbuch missionarische Jugendarbeit

E-Book, Deutsch, Band 1, 528 Seiten

Reihe: Beiträge zur Missionarischen Jugendarbeit

ISBN: 978-3-7615-6287-1
Verlag: Neukirchener
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Jugendliche zum Glauben einladen - das ist das Ziel vieler christlicher Organisationen und Kirchen. Das Handbuch missionarische Jugendarbeit setzt sich mit wichtigen Grundfragen von Mission unter Jugendlichen auseinander, reflektiert aktuelle Herausforderungen und zeigt auf, wie missionarische Jugendarbeit in der Praxis gelingen kann. Das Handbuch verbindet dabei theologische mit sozialwissenschaftlichen Perspektiven und wurde gemeinsam von Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Praxis entwickelt und geschrieben. Es entspricht wissenschaftlichen Ansprüchen, richtet sich aber auch an Mitarbeitende in der Jugendarbeit, die ihre eigene Arbeit reflektieren und weiterentwickeln wollen.

Mit Beiträgen von Friedrich Schweitzer, Ernst-Ulrich Huster, Heinzpeter Hempelmann, Patrik C. Höring, Karsten Hüttmann, Wolfgang Ilg, Ulrike Treusch, Florian Karcher, Germo Zimmermann u. a.
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Was ist missionarische Jugendarbeit? Ziele, Leitlinien und Dimensionen
Florian Karcher, Germo Zimmermann Für die Arbeit konfessioneller Träger von Jugendarbeit gibt es viele (Selbst-)Bezeichnungen. So wird bspw. von evangelischer Jugend, katholischer Jugendpastoral, (frei-)kirchlicher Jugendarbeit oder christlicher Jugendverbandsarbeit gesprochen, um nur einige zu nennen. Allen Bezeichnungen ist eins gemeinsam: sie definieren Jugendarbeit über Zugehörigkeit. Auch wenn einige der Bezeichnungen mit bestimmten Inhalten verknüpft sind, sagen sie zu allererst etwas darüber aus, welcher Kirche, Konfession oder geistlichen Strömung Jugendarbeit zugehörig ist. Auch wenn offensichtlich ist, dass z. B. katholische Jugendpastoral und christliche Jugendverbandsarbeit inhaltlich-konzeptionell sehr unterschiedlich sind, lassen diese Bezeichnungen in der Regel keine Rückschlüsse auf das konkrete Konzept der Jugendarbeit zu, welches sich hinter dem „Label“ verbirgt. An den Begriff der „missionarischen Jugendarbeit“ muss jedoch anders herangegangen werden. Hinter ihm verbirgt sich keine Beschreibung von Zugehörigkeit, auch wenn das in manchen Köpfen anders ist. Missionarische Jugendarbeit ist eben nicht die Jugendarbeit der besonders frommen, der christlich-konservativen oder evangelikalen Gemeinden und Werke, sondern der Begriff beschreibt ein Konzept und eine Ausrichtung von Jugendarbeit, ganz gleich, ob diese dabei von einem freikirchlichen Werk, einem christlichen Jugendverband oder einer evangelischen oder katholischen Kirchengemeinde verantwortet wird. Missionarische Jugendarbeit muss inhaltlich gefüllt werden und ist als Begriff zunächst überkonfessionell zu verstehen. Gleichzeitig kann missionarische Jugendarbeit durchaus konfessionell geprägt sein und als konzeptionelle Beschreibung zusammen mit den auf Zugehörigkeit ausgerichteten Selbstbezeichnungen stehen: Die evangelische Jugend einer Kirchengemeinde kann missionarische Jugendarbeit sein. Daher ist oft missionarische Jugendarbeit „mit-gemeint“, wenn z. B. von kirchlicher Jugendarbeit die Rede ist. Die beiden Ebenen Zugehörigkeit und Konzept führen so immer wieder zu Unschärfen, Schnittmengen und begrifflichen Vereinnahmungen.1 Alternativ kann vom missionarischen Handeln in der Jugendarbeit gesprochen werden. Insofern besteht für missionarische Jugendarbeit ein doppelter Vergewisserungsbedarf, denn sie steht im Spannungsfeld zwischen theologischer Herkunft bzw. Begründung einerseits und sozialpädagogischen Ansprüchen als Jugendarbeit andererseits (vgl. Domsgen 2013: 285). Wenn also in diesem Beitrag2 von missionarischer Jugendarbeit die Rede ist, dann geht es darum, ein Konzept zu beschreiben und dessen Ziele, Leitlinien und Dimensionen zu beleuchten. Wir möchten damit den Versuch wagen, das, was seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten in verschiedenen Kirchen und Werken in Deutschland bereits praktiziert wird, auf theoretischer und praktischer Ebene zu reflektieren, um damit den Begriff, aber vor allem auch das Konzept der missionarischen Jugendarbeit zu schärfen. Wind unter den Segel bekommt dieser Versuch durch die Tatsache, dass der Missionsbegriff zumindest innerhalb der Kirchen und teilweise auch in der Gesellschaft wieder salonfähig geworden ist und nicht (mehr) sofort mit Imperialismus, Intoleranz und Vereinnahmung assoziiert wird und auf diese Weise einem modernen Missionsverständnis entspricht (vgl. Stettner 1999: 11). 1. Ziele oder: Wozu missionarische Jugendarbeit?
In dem viel zitierten Impulspapier „Kirche der Freiheit“ (EKD 2006) heißt es: „Mission [wird] als glaubenweckendes Ansprechen der Menschen in der eigenen Gesellschaft als Aufgabe der ganzen Kirche anerkannt, die in allen kirchlichen Handlungsfeldern zur Geltung kommen muss“ (EKD 2006: 17). Mission wird hier als Querschnittsaufgabe allen kirchlichen Handelns verstanden. Um es noch pointierter zu sagen: Kirche sein heißt, missionarisch zu sein. Bezogen auf ein umfassendes Verständnis von Kirche im Sinne von ekklesia3 stellt missionarische Jugendarbeit diesen zentralen Aspekt in den Vordergrund und hat daher die Intention, junge Menschen zum Glauben einzuladen. Sie leistet damit einen Beitrag dazu, diesen wichtigen Auftrag der Kirche für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen. 1.1 Missionarische Jugendarbeit verwirklicht den Sendungsauftrag der Kirche(n) Theologisch begründet sich dieser Sendungsauftrag in einer Vielzahl von biblischen Texten, besonders zentral ist dabei der sog. Missionsbefehl in Mt 28. Dieser Auftrag ist in den unterschiedlichen Kirchen, Werken und Verbänden in den Bekenntnisschriften, Grundtexten und Leitbildern über die Jahrhunderte und Konfessionen hinweg immer wieder neu formuliert und interpretiert worden. So heißt es z. B. in der „Pariser Basis“, der Grundlage der weltweiten CVJM-Arbeit, dass es Ziel der CVJM-Bewegung ist, „das Reich ihres Meisters [Jesus Christus] unter jungen Menschen auszubreiten“ (Roll 2008: 263; www.cvjm.de). Dieses Sendungsbewusstsein kann unterschiedlich ausgeprägt sein, ohne dass sich etwas am generellen Sendungsauftrag der Kirche(n) ändert. Gesandt zu sein beinhaltet zwei wesentliche Bewegungen, die besonders für die missionarische Jugendarbeit relevant sind. Sendung geschieht immer von jemandem. Sendung ist nicht aus sich selbst heraus, sondern hat stets einen Ursprung. Im christlichen Sinne ist dieser Urspung Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Mission ist daher zuallererst Gottes Mission (missio Dei) und er selbst das Subjekt dieser. Kirche, und mit ihr die missionarische Jugendarbeit, ist mit in diese Mission hineingenommen und in diesem Sinne Gesandte. Gott ist der Sendende und damit auch Urheber der Sendungsbotschaft. Die Botschaft der umfassenden und versöhnenden Liebe Gottes, das Evangelium, ist Inhalt der Sendung und daher auch zentrale Richtschnur für den Sendungsauftrag der Kirche(n). Wenn missionarische Jugendarbeit also ernst macht mit diesem Auftrag, dann wird sie genau diese Botschaft in den Vordergrund stellen müssen. Es ist ihre Aufgabe das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen. Dieses Bezeugen ist jedoch nicht nur im Bezug zum Ursprung der Sendung, sondern hat gleichzeitig und gleichrangig den Adressaten der Sendung im Blick. Sendung ist als zweite Bewegung eine Sendung hin zu jemandem. Sie bezieht sich auf die Lebenswelt, die Lebensumstände und die Kultur derer, zu denen die Kirchen im Sinne der ekklesia gesandt ist. Im Zusammenhang mit den kirchlichen Veränderungsprozessen im angelsächsischen Raum und der auch in Deutschland Fuß fassenden Fresh Expressions-Bewegung („Fresh X“), wird in diesem Zusammenhang von „missional church“ gesprochen. „Gemeint ist: Im Bemühen darum, dem Evangelium von Jesus Christus in Wort und Werk glaubhaft Ausdruck zu geben, müssen Kultur und Evangelium in jeder Generation und Kultur miteinander in Beziehung gebracht werden“ (Härtner 2014: 4). Im Blick auf missionarische Jugendarbeit bedeutet dies, dass stets die Lebenswirklichkeit und die Kultur junger Menschen von zentraler Bedeutung für das missionarische Handeln sind. Für das Verständnis von missionarischer Jugendarbeit muss unbedingt betont werden, dass diese Hinwendung zu jungen Menschen nicht Mittel zum Zweck oder Methode sein darf, sondern sich theologisch vom Sendungsauftrag herleitet und in unmittelbarem Zusammenhang mit der Sendungsbotschaft steht. Die Botschaft von der umfassenden Liebe Gottes verliert an Glaubwürdigkeit, wenn sie nicht die ernst nimmt, an die sie adressiert ist. Denn eine „Wortverku¨ndigung, die die Augen vor sozialer Not, vor Gewalt und Ungerechtigkeit [insbesondere junger Menschen] verschließt, wa¨re auf dem Hintergrund des Neuen Testamentes eine Karikatur“ (Berneburg 2007: 6). Die meisten Missionskonzepte – so auch die Autoren dieses Beitrags – folgen heute diesem umfassenden Missionsversta¨ndnis. ...


Schweitzer, Friedrich
Friedrich Schweitzer, geb. 1954, Dr. rer.soc., ist Professor für Religionspädagogik und Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Walter, Martina
Martina Walter, geb. 1962, ist Diplom-Pädagogin und war lange Jugendreferentin und Referentin für Jungschararbeit. Seit 2002 ist sie Dozentin an der Evangelistenschule Johanneum.

Hempelmann, Heinzpeter
Heinzpeter Hempelmann, MA, Dr. theol., Theologischer Referent im EKD-Zentrum Mission in der Region Stuttgart, Honorarprofessor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Evangelischen Hochschule Tabor (EHT), Marburg.

Zimmermann, Germo
Dr. Germo Zimmermann, geb. 1983, ist Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule und hat dort die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Erlebnispädagogik (IFEP) inne.

Jung, Karsten
Karsten Jung, Dr. theol., geb. 1977, ist Lehrer für Ev. Religion an einer Beruflichen Schule in Baden-Württemberg und Leiter der Forschungsstelle Religionspädagogik an der CVJM-Hochschule Kassel.

Hüttmann, Karsten
Karsten Hüttmann, geb. 1971, ist ev. Theologe und arbeitet als Bereichsleiter beim CVJM Deutschland. Er ist Vorsitzender des Christival und Mitherausgeber von verschiedenen Bibellesehilfen, wie "Start in den Tag".

Mailänder, Daniela
Daniela "Jele" Mailänder, geb. 1982, lebt mit ihrer Abenteuerfamilie bei Nürnberg und arbeitet als Theologin und Pädagogin bei midi. Sie ist Teil des Leitungsteams der Fresh X-Initiative Kirche Kunterbunt. Außerdem coacht sie frische Gemeindeformen im Kircheninnovationsprogramm MUT in Bayern. Auf ihren Social-Media- Kanälen ist sie zwischen Chaos und Gnade unterwegs.

Zimmermann, Germo
Dr. Germo Zimmermann, geb. 1983, ist Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule und hat dort die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Erlebnispädagogik (IFEP) inne.

Karcher, Florian
Prof. Dr. Florian Karcher, geb. 1982, ist Professor für Religions- und Gemeindepädagogik an der CVJM Hochschule in Kassel und Leiter des Instituts für missionarische Jugendarbeit. Er predigt regelmäßig bei Gottesdiensten und Veranstaltungen für Jugendliche.

Karcher, Florian
Prof. Dr. Florian Karcher, geb. 1982, ist Professor für Religions- und Gemeindepädagogik an der CVJM Hochschule in Kassel und Leiter des Instituts für missionarische Jugendarbeit. Er predigt regelmäßig bei Gottesdiensten und Veranstaltungen für Jugendliche.

Huster, Ernst-Ulrich
Ernst-Ulrich Huster, Dr., ist Professor für Politikwissenschaft an der Evangelischen Fachhochschule RWL in Bochum und Privatdozent an der Universität Gießen.

Heinzpeter Hempelmann, MA, Dr. theol., Theologischer Referent im EKD-Zentrum Mission in der Region Stuttgart, Honorarprofessor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Evangelischen Hochschule Tabor (EHT), Marburg.
Ernst-Ulrich Huster, Dr., ist Professor für Politikwissenschaft an der Evangelischen Fachhochschule RWL in Bochum und Privatdozent an der Universität Gießen.
Friedrich Schweitzer, geb. 1954, Dr. rer.soc., ist Professor für Religionspädagogik und Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.
Martina Walter, geb. 1962, ist Diplom-Pädagogin und war lange Jugendreferentin und Referentin für Jungschararbeit. Seit 2002 ist sie Dozentin an der Evangelistenschule Johanneum.
Florian Karcher, Dr. paed., geb. 1982, ist Dozent für Sozial- und Religionspädagogik am CVJMKolleg und leitet das Institut für missionarische Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule.
Florian Karcher, Dr. paed., geb. 1982, ist Dozent für Sozial- und Religionspädagogik am CVJMKolleg und leitet das Institut für missionarische Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule.
Dr. Germo Zimmermann, geb. 1983, ist Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule und hat dort die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Erlebnispädagogik (IFEP) inne.
Dr. Germo Zimmermann, geb. 1983, ist Professor für Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule und hat dort die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Erlebnispädagogik (IFEP) inne.
Karsten Jung, Dr. theol., geb. 1977, ist Lehrer für Ev. Religion an einer Beruflichen Schule in Baden-Württemberg und Leiter der Forschungsstelle Religionspädagogik an der CVJM-Hochschule Kassel.


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