Buch, Deutsch, Band Band 143, 367 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 247 mm, Gewicht: 823 g
Reihe: Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte
Endzeitvisionen, Reformdebatten und die europäische Quäkermission in der Frühen Neuzeit
Buch, Deutsch, Band Band 143, 367 Seiten, Format (B × H): 170 mm x 247 mm, Gewicht: 823 g
Reihe: Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte
ISBN: 978-3-525-35458-2
Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
Englische Quäkermissionare entfalteten im 17. und 18. Jahrhundert eine intensive Reisetätigkeit auf dem europäischen Kontinent. Ihr Dialog mit anderen religiösen Gruppierungen, zunächst vor allem auf die Mission und das Themengebiet der religiösen Erneuerung konzentriert, ließ ein dichtes Netzwerk zwischen England, der niederländischen Republik und deutschen Territorien entstehen. Makler und Multiplikatoren besetzten darin Schlüsselpositionen, indem sie personelle Kontakte und die Produktion und Verbreitung von Literatur förderten. Sünne Juterczenka verortet die Missionsreisen im Kontext religiöser Reformbestrebungen. Ihre Studie zeigt die Binnendifferenzierung innerhalb des breitgefächerten radikal-religiösen Spektrums sowie die Abgrenzung neuer Gemeinschaften von den etablierten Kirchen als grenzübergreifende Phänomene. Sie behandelt erstmals systematisch Bedingungen, Programmatik, Umfang und Ablauf der ersten Welle europäischer Missionsbemühungen der Quäker.
Zielgruppe
Historiker, Frühneuzeithistoriker, Kirchenhistoriker, Religionswissenschaftler, die entsprechenden Bibliotheken und Institute.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Vorwort
I. Einleitung
1. Ketzer, Kriege, Krisen
2. Ambivalenz und Dialog: Binnendifferenzierung
im religiösen Reformspektrum
3. Die erste Phase der europäischen Quäkermission
3.1 Quellenlage und Zeithorizont
3.2 Forschungsstand
4. Fragestellung und Methode
4.1 Mission und Separation: Grenzübergreifende Netzwerke statt geschlossener Gemeinschaften
4.2 Mission und Kommunikation: Der Eintritt in
eine radikaltheologische Teilöffentlichkeit
II. Die erste Phase der europäischen Quäkermission
1. Theologische Programmatik der Mission
1.1 Offenbarung
1.2 Weltabkehr und Weltüberwindung
1.3 Sufferings
2. Das Missionspersonal
2.1 Wahrheitsauftrag und Apostelnachfolge
2.2 Sonderstatus und Disziplinierung
2.3 Die 'Pioniere'
2.4 Rundreisen und Delegationen
3. Der geographische Horizont
3.1 Mission in England - weltweite Mission
3.2 Selektive Umsetzung
4. Missionszentren und Gemeindebildung
4.1 Keimzelle und Knotenpunkt: Amsterdam
4.2 Die Durchgangsstation Rotterdam
4.3 Die friesischen Gemeinden
4.4 Friedrichstadt und Hamburg
4.5 Auswanderungszentren am Rhein: Krefeld und Kriegsheim
4.6 Der Außenposten Danzig
5. Dimensionen der Gemeindebildung
5.1 Die niederländischen Gemeinden
5.2 Die deutschen Gemeinden
Zusammenfassung
III. Vernetzung
1. Unterstützung und Kontrolle: innergemeinschaftliche Netzwerke
1.1 Persönliche Beziehungen zu Margaret Fell und George Fox
1.2 Das Gremien- und Korrespondenzsystem
1.2.1 Yearly Meeting
1.2.2 Morning Meeting
1.2.3 Meeting for Sufferings
2. Maklerfiguren
2.1 Elisabeth von der Pfalz: konfessionsunabhängige Toleranz
2.2 Franciskus Mercurius van Helmont: Kabbala und Quäkertum als Basis einer Universalkirche
2.3 Benjamin Furly: Geselligkeit, Eintracht und
undogmatische Frömmigkeit
3. Multiplikatoren
3.1 Verschiedene Kommunikationsformen greifen ineinander
3.2 Literaturproduktion in den nördlichen Niederlanden
3.3 Literaturdistribution in den deutschen Territorien und in den nördlichen Niederlanden
3.3.1 Drei gängige Distributionsformen
3.3.2 Die »Apologia«-Übersetzungen
4. Das europäische Netzwerk der Frommen
4.1 Überregionale Kontakte zu religiösen Reformern
4.1.1 Mennoniten
4.1.2 Remonstranten
4.1.3 Kollegianten
4.1.4 Pietisten und Spiritualisten
4.2 Transkonfessionelle Kooperation
4.2.1 Solidaritätsbekundungen und Hilfsaktionen
4.2.2 Geteilte Ressourcen: Versammlungshäuser und Friedhöfe
4.2.3 Eheschließungen, Verwandtschafts- und Nachbarschaftsverbände
Zusammenfassung
IV. Dialog und Dissens
1. Rahmenbedingungen und Verlaufsmuster
radikaltheologischer Reformdebatten
1.1 Vom privaten zum öffentlichen Dialog
1.2 Schnittpunkte zwischen Teilöffentlichkeiten
1.3 Kirchenkritik als Kontrastfolie des Reformgedankens
2. Kontroversen und Konversionen: Das ambivalente Verhältnis zwischen Quäkern und Mennoniten
2.1 Schriftverständnis und Predigtamt
2.2 Weltflucht und Märtyrergedächtnis als Differenzkriterien
3. Faith meets reason? Diskussionen zwischen Quäkern und Kollegianten
3.1 Der Streit um die Legitimation spiritueller Leitfiguren
3.2 Der »Philosophierende Bauer« reflektiert Interaktionsformen
4. Der lange Weg nach Wieuwerd. William Penn und die Labadisten
4.1 Hierarchiekritik im Dienst der Mission
4.2 Erweckung und Leiden als gemeinschaftsstiftende Elemente
5. Handel mit Menschen - Handel mit Gott:
Bourignon und Furly diskutieren die Weltflucht
5.1 Devianz als Zeichen der Erwähltheit - Devianz als Provokation
5.2 Das Verhältnis von Weltflucht und sufferings
6. Zwischen Laubgrund und London. Prache, Longworth und die Schwenckfelder
6.1 Der Streit um Jacob Böhme
6.2 Versöhnung durch Herzensfrömmigkeit
Zusammenfassung
V. Fazit
VI. Anhang
1. Abkürzungen und Siglen
2. Quellen- und Literaturverzeichnis
2.1 Handschriftliche Quellen
2.2 Gedruckte Quellen
2.3 Forschungsliteratur
3. Verzeichnis der Tabellen, Karten, Abbildungen und Diagramme
4. Tabellen
5. Publikationen der Quäker, 1655-1720
6. Register
6.1 Personen
6.2 Orte
The study explores the communicative interaction between Quaker missionaries and continental religious radicals, 1654–c.1720. It shows how these groups established Europe-wide networks and a public sphere in which religious reform was discussed.>




