Justice | Mindset Führung und Vernunft | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

Justice Mindset Führung und Vernunft

Von der Ich-AG bis zum Großunternehmen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-31058-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Von der Ich-AG bis zum Großunternehmen

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

ISBN: 978-3-347-31058-2
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Deutschland in den 2020ern, 75 Jahre ohne militärische Auseinandersetzungen. Das ist gut und wertvoll. Schauen wir in unsere Gesellschaft, in das Deutschland, so wie wir es kennen, unsere flauschige Luxuswelt, wo kaum etwas fehlt. Wichtig ist ein klarer Blick auf die lebendigen, dynamischen Abläufe, die Akteure, die verschiedenen Gruppen von Menschen und Personen. Ein freier Blick, ohne Tabus, Parteibücher oder sonstige beschränkende Ideologien. Zur Orientierung dienen die Naturgesetze, technisches und betriebswirtschaftliches Wissen, eine gute Menschenkenntnis sowie das Wissen um menschliche Interaktion und das, was den Erfolg menschlicher Organisationen ausmacht, Unternehmen genannt. In den Wirtschaftsunternehmen dieses Landes wird unser Wohlstand erarbeitet. Sie sind das Kernstück dieses Landes. Die Führungskräfte dieser Unternehmen sind entscheidend für den Unternehmenserfolg, die Unternehmenskultur und ein motivierendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter. Warum gibt es so viele demotivierte Mitarbeiter? Warum so viele Unternehmenspleiten? Was ist da passiert? Woran scheitern die Führungskräfte in den Unternehmen und bringen diese mit ihren Mitarbeitern dadurch in Gefahr? Sind es Defizite aus der Ausbildung? Viele Führungskräfte scheitern am richtigen Mindset. Das ist immer wieder die offensichtliche und schwerwiegende Antwort. Nach einem kompakten Intro zu einer vernunftsbasierten Unternehmensstruktur, einer motivierenden Unternehmenskultur, Wertschöpfungsorientierung, ergebnisorientierter Arbeitsmethodik und dem Mindset Führung und Vernunft lebt das Buch von Fallspielen aus realen Unternehmen. Folgen Sie mit mir den Akteuren. Von der Ich-AG, dem Ein-Mann-Unternehmen, bis zum Marktführer mit vierstelliger Mitarbeiterzahl und einem weltweit agierenden Großunternehmen. Warum sind die Führungskräfte aus verschiedenen Branchen mit ihren Mitarbeitern keine Sieger-Mannschaft geworden?

Dr. Max. S. Justice ist mit Leistungssport groß geworden. Leistung, Eigenmotivation, Spielregeln und Fair Play sind bis heute zentrale Begriffe. Nach Maschinenbaustudium und Promotion hat er viele Jahre als Technischer Leiter und Werkleiter des Stammwerkes eines internationalen Konzerns gearbeitet und eine sehr klare Sicht. Heute arbeitet er als selbständiger Unternehmensberater und Trainer und erlebt Erstaunliches. Das Zusammenspiel der Menschen ist in der Berufswelt der Erfolgsfaktor Nummer 1. Deshalb sind ein positives Menschenbild, Menschenkenntnis, eine vernünftige Zusammenarbeit und eine faire Unternehmenskultur wichtig. Erfolgsfaktor Mensch. In der Freizeit umgibt sich jeder mit seinen Lieben. Spaßfaktor Mensch. Erlebnisse mit Menschen, in Beruf und Freizeit, machen unser Leben aus. Erlebnisfaktor Mensch. Im Urlaub, auf Reisen, beim Autofahren, überall gibt es schöne Erlebnisse und Erinnerungen, aber auch Ärger-Geschichten und jeder kann viel über seine Mit-Menschen lernen, ihr Verhalten, ihre Tricks und ihre Vorlieben. Wer sich für seine Mit-Menschen interessiert, wird Freude an diesen Büchern haben. Deshalb schreibt der Autor diese Insider-Geschichten.
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Teil 2: Reale Unternehmen, Fallbeispiele

1. Die Ich AG, das Ein-Mann-Unternehmen

Auf den letzten Seiten des ersten Teils ging es um menschliches Verhalten, um immer wieder erkennbare Muster. Die nachfolgende kleine Geschichte unterstreicht meine Aussage, dass Führung bei der eigenen Person beginnt. Selbstorganisation, Arbeitsmethodik, das ist fast zu hoch gegriffen, und die Beziehung zu den Kunden sind weitere Stichworte.

Es ist die Geschichte von meinem langjährigen Friseur, der sich mittlerweile erfolgreich als 1-Mann-Betrieb etabliert hat. Wir sind also im Dienstleistungssektor, und die Dienstleistung eines Friseurs werden doch die meisten von uns regelmäßig in Anspruch nehmen.

Ich kannte ihn seit vielen Jahren, schon als jungen Meister, angestellt in einem großen Friseurgeschäft bei mir in der Nähe, als einziger Herr unter rund einem Dutzend Damen. Er hatte sich dort mit der Inhaberin zerstritten, und ich hatte ihn nach einiger Zeit wiedergefunden. Als Ich-AG hatte er seine Selbständigkeit begonnen. Von Kunde zu Kunde war er gefahren, mit seinem Privat-Pkw. In der Küche hatte er mir abends die Haare geschnitten, mit Hingabe und Akribie, super ordentlich. Dafür hatte ich das Reinigen des Küchenbodens hinterher selbst übernommen. Ein guter Friseur ist doch Vertrauenssache.

Dann folgte der erste eigene Laden. Nach 2 Jahren wurde das Mehrfamilienhaus, in dem er im Erdgeschoss praktizierte, an Russen verkauft. Die wollten die Ladenmiete verdoppeln. Es folgte der zweite Laden.

Es war an einem Dienstag Anfang Oktober, aber dies ist irrelevant. Es gibt Tage, bei denen man schon vormittags denkt, man hätte sie nicht nur nicht gebraucht, nein, mehr noch, man hätte gern darauf verzichtet, da ein Murx den nächsten jagt. Heute entwickelte sich so ein Tag.

9.40 Uhr unterbrach ich meine Arbeit am Rechner, holte den Wagen aus der Garage und fuhr zu meinem Friseur los, der mir seit 15 Jahren die Haare kürzte, alle 4 Wochen. Seit ein paar Jahren war sein Laden aus meiner Sicht weiter weg, rund 12 km, die sich abhängig von der Ampelschaltung im Normalfall unter 15 Minuten bewältigen ließen. Das war schnell genug und einem Abschnitt Stadtautobahn zu verdanken, über den man mit 100 km/h fahren durfte.

Daraus wurde heute nichts, denn genau hier zerriss es mich, kurz nachdem ich diesen Abschnitt erreicht hatte und quasi nicht mehr weg konnte, aus dem zweispurigen Stau, dicht an dicht. Jetzt wusste es auch mein Navi und zeigte mir mit schwarzen Pfeilspitzen den Stillstand an. Ich vermutete einen großen Andrang in die Innenstadt von Hannover hinein. Schließlich waren Herbstferien, herrliches Wetter und dies eine der Hauptrouten in die Stadt. Wenig später hörte ich im Radio von meinem Stau. Unfallbedingt war nur eine Spur frei, alles drückte zurück, mittlerweile bis zur A2.

Ich versuchte mehrfach meinen Friseur anzutelefonieren und ihn über meine Verspätung zu informieren. Der Mann arbeitete ja allein, ich machte immer morgens um 10.00 Uhr den ersten Termin, direkt nach Geschäftsöffnung, und wahrscheinlich stand er ebenfalls im Stau, da er privat bei mir in der Nähe wohnte.

Ich erreichte ihn nicht. Er ging nicht dran, obwohl ich wusste, dass er ein Mobile-Junkie war. 10.20 Uhr parkte ich meinen Wagen direkt hinter seinem vor dem Laden, nach mehr als der doppelten der üblichen Fahrzeit, nervig, aber nur deshalb schlimm, da es unpünktlich war, und das tut man nicht.

Ich hechtete hinein und sah seinen Stuhl besetzt mit einem anderen Herrn bei dem er offensichtlich gerade angefangen hatte, seinen Job zu machen. Wie konnte das sein?

Ja, der Friseur hatte auch im Stau gestanden, fing er gleich an zu erzählen. Er wüsste gar nicht, wie er das wieder aufholen sollte. Ich dachte, am besten nicht so viel reden, sondern arbeiten, und wo war mein Termin geblieben?

Er holte seinen dicken, vollgeschmierten Terminkalender und zeigte auf einen Termin in der letzten Woche, den ich versäumt haben sollte. Das war völlig unmöglich, da ich im Urlaub gewesen war und diesen mit ihm auf heute Vormittag verlegt hatte, offensichtlich nur in meinem Terminkalender eingetragen und nicht in seinem.

Dazu muss man wissen, und es ist wirklich befremdlich, dass seine Kunden Termine für das ganze Jahr im Voraus machen mussten, in ihrem jeweiligen Friseur-Rhythmus. So wollte er es haben, ein Jahr Auftragsvorlauf und natürlich zwangsläufig mit sehr viel Aufwand für seine Kunden und ihn durch Terminverschiebungen verbunden, denn wer kann als berufstätiger Mensch schon 1 Arbeitsjahr im Voraus im Detail wissen bzw. räumt dem Friseur erste Terminpriorität ein.

Ich hielt ihm meinen kleinen Kalender unter die Nase, spiegelte ihn in seinem Verhalten, und hier stand heute 10.00 Uhr sein Name, meint, mein Termin, den wir hierher verlegt hatten, nachdem mein Urlaub feststand, so einfach, sein Fehler, kann passieren.

Es war eben nicht mehr zu ändern, obwohl es ärgerlich war. Der Friseur erzählte weiter, von seiner fehlenden Zeit, und ich dachte an meinen letzten Besuch bei ihm Anfang September, wo es mit ihm 20 Minuten gedauert hatte, um meine 12 Termine für nächstes Jahr zu machen. Es war so lange gewesen, da er so viel redete, nicht weil wir die Seiten unserer Notizbücher so langsam umgeblättert hatten.

20 Minuten und seine 600 Stammkunden, da war seine Zeit, lockere 200 Stunden, 5 Arbeitswochen und dann noch die nicht bezahlte Zeit für die Terminverschiebungen aufgrund seiner Jahresplanung. Das Thema war seine eigene Arbeitsweise, nichts anderes.

Ich entschuldigte mich bei dem Herrn auf dem Friseurstuhl für die Unterbrechung und vereinbarte mit dem Friseur, mittags zu telefonieren, wann wir den Haarschnitt nachholen konnten.

13.30 Uhr schickte er eine SMS, und ich dachte, jetzt läuft gerade etwas ganz falsch. Er bot mir 2 alternative Termine in den kommenden Tagen an, von denen ich einen bis abends bestätigen sollte und nur bekäme, wenn ich den letzten ausgefallenen komplett mit seinen 25.- Euro für den Trockenhaarschnitt bezahlte. Das Ganze Geschreibsel mit vielen Rechtschreibfehlern war signiert mit Gruß Herr Friseur.

Ich wusste von seiner im letzten Jahr eingeführten Ausfallpauschale. Ich hatte ihm selber zu dieser Maßnahme als letztes Mittel geraten, da ein Drittel seiner Kunden nur zu jedem zweiten Termin erschienen, ohne vorher abzusagen. Nur das war eine andere Story. Es war nun einmal sein Fehler gewesen, und dafür gibt es kein Geld. Wenn irgendjemand irgendwem etwas ersetzen sollte, sollte der Geldfluss in meine Richtung gehen. Das war eindeutig.

Am späten Nachmittag schrieb ich zurück, wies ihn auf den Wert meiner verlorenen Zeit hin, 1 Stunde im Auto, blieb höflich, vermied das in einigen Kreisen heute so unbeliebte Wort Fehler, drückte es anders aus, auch wenn ich auf eine klare Ansprache außerhalb des Schriftdeutsches Lust gehabt hätte und bat meinerseits um eine Bestätigung des ausgesuchten Termins.

Nichts, es kam nichts, nach 15 Jahren. Keine Antwort für den immer pünktlichen Stammkunden, der vor seinem Laden schon so oft gewartet hat, wenn er zu spät war, und erst nach 10.00 Uhr aufgeschlossen hatte. Hätte ich diese Zeiten zusammengezählt, wären schon mehrere Frei-Haarschnitte dabei rausgekommen. Zu satt, zu eingebildet und zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dieses Muster ist dort verbreitet, wo die Leute sich nicht auf Augenhöhe und frei von betrieblichen Gegebenheiten mit ihren Kunden auseinandersetzen.

Hier heißt der Kunde auch nicht Kunde. Er heißt Schüler, Student, Patient, Klient, Versicherungsnehmer, bittstellender Bürger bei Behörden oder Querulant, der an der Arbeit der von ihm bezahlten Handwerker rumnörgelt.

Macht und Erfolg korrumpieren, selbst im Kleinen. Im Großen ist es ja schon branchenübergreifend an der Tagesordnung.

Nachtrag und Moral von der Geschichte. Nach 2 Tagen bekam ich noch eine SMS von meinem Friseur. Er gab sich gottgleich, würde mir immer noch einen Termin geben und mir die Haare schneiden. Na klar, natürlich nur mit 25.- Euro Eintritt, für den von ihm verschlampten Termin.

Ich hatte mich bereits um jemand anderes für meinen überfälligen Haarschnitt gekümmert. Am Samstagmorgen war ich da, gleich bei mir in der Nähe, ohne Auto, nur 6 Minuten Fußweg. Ich mochte die Dame Anfang 50 nicht besonders, und sie mich vielleicht auch nicht. Aber ich hatte lange nicht mehr so gut geschnittene Haare. Denn mein Friseur war längst primär mit sich selbst beschäftigt, und arbeitete nicht mehr so gut wie früher. Die Dame beherrschte ihren Job und tat ihn gut, für 30% weniger Geld. Ich machte mit ihr gleich 2 Folgetermine und bin heute noch bei ihr. Eine gute Friseurin ist schließlich Vertrauenssache.

2. Das Zeitarbeitsunternehmen, Frau Chaotik

Ich habe diese Geschichte Frau Chaotik genannt. Sie werden sehen warum. Die Dame war und ist Inhaberin einer großen Zeitarbeitsfirma, die sie selbst aufgebaut hat, und wir kannten uns schon lange. In meinen Zeiten als Standortverantwortlicher hatte meine Personalchefin einen gemeinsamen Termin organisiert, sie hatte ihr Dienstleistungsspektrum...



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