E-Book, Deutsch, Band 373, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Jump / Mortimer / Graham Julia Extra Band 373
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7337-0376-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 373, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0376-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
ZWEITE CHANCE FÜR DIE LIEBE von LYNNE GRAHAM
Ist es Rache, die in Vito Barbieris Augen brennt - oder glühendes Verlangen? Vor drei Jahren hat Ava ihrem Traummann durch einen Unfall den Bruder geraubt, nun steht sie ihm wieder gegenüber: Als seine Angestellte! Noch immer sehnt sie sich nach dem Tycoon. Wird er ihr je verzeihen?
WENN NÄCHTE WIE CHAMPAGNER PRICKELN von SARAH MORGAN
Selene ist die pure Versuchung. Und ausgerechnet zu ihm flieht sie vor ihrem tyrannischen Vater! Für Stefan Ziakas ist die süße Tochter seines Rivalen das ideale Rachewerkzeug. Aber als sie ihn auf seiner Party champagnerselig anstrahlt, ist all sein Zorn verflogen ...
DAS HERZ DES WÜSTENPRINZEN von CAROL MARINELLI
'Nur ein einziges Mal ...' beschwören Amy und Emir einander, als er sie auf starken Armen ins Schlafgemach trägt. Die Nanny weiß, dass der Wüstensohn ihr sein Herz nicht schenken darf: Die Gesetze seines Scheichtums verbieten ihre Liebe. Doch wer könnte sie ändern, wenn nicht er?
WEIHNACHTEN MIT DEM MILLIARDÄR von CAROLE MORTIMER
So hat Nick sich sein Weihnachtsfest nicht vorgestellt! Seine weichherzige Tochter will unbedingt Beth Morgan einladen - ihre verwitwete Lehrerin. Der reiche Single-Dad ist entschlossen, diesmal hart zu bleiben. Bis er auf eisiger Straße mit der sommersprossigen Beth zusammenstößt ...
EINGESCHNEIT IM GLÜCK von SHIRLEY JUMP
Schneesturm! Marietta sitzt im verschneiten Flughafen fest - mit Reed Hartstone, ihrem attraktiven Ex. Vor Jahren hat sie ihn verlassen, weil sie vom Großstadtglamour träumte - nun träumt sie von ihrem verlorenen Glück in Whistle Creek. Kann ein Weihnachtswunder es zurückbringen?
Shirley Jump wuchs in einer idyllischen Kleinstadt in Massachusetts auf, wo ihr besonders das starke Gemeinschaftsgefühl imponierte, das sie in fast jeden ihrer Romane einfließen lässt. Lange Zeit arbeitete sie als Journalistin und TV-Moderatorin, doch um mehr Zeit bei ihren Kindern verbringen zu können, beschloss sie, Liebesgeschichten zu schreiben. Schon ihr erstes Buch gewann den Bookseller's Best Award als beste traditionelle Romance 2003. Bis heute hat sie auch viele andere Preise gewonnen. Das Schreiben sieht Shirley außerdem als gute Ausrede, um nicht putzen zu müssen - und finanziert sich damit ihre stetig wachsende Schuhkollektion. Die drei wichtigsten Dinge in ihrem Leben sind Liebe, Familie und Essen - auch wenn die Reihenfolge an vielen Tagen umgekehrt ist ... Als sie ihren Mann kennenlernte, war dieser oft mit der Navy unterwegs. Zum Trost hörten sie beide 'Waiting for you' von Richard Marx und wussten so, dass sie im Herzen immer zusammen sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Schon wieder Weihnachten. Unwillig verzog Vito Barbieri das markante Gesicht. Jedes Jahr das gleiche Spiel: Es wurde zu viel gefeiert, zu viel getrunken, die Konzentration litt, ganz zu schweigen von der Produktivität seiner vielen Tausend Angestellten. An den daraus resultierenden Gewinneinbruch im Januar mochte er gar nicht denken.
Am liebsten hätte er das Weihnachtsfest aber auch aus einem anderen, sehr tragischen Grund vergessen. Vor drei Jahren hatte er seinen geliebten kleinen Bruder Olly durch einen Autounfall verloren. Ausgerechnet nach Vitos eigener Weihnachtsparty hatte sich jemand betrunken ans Steuer gesetzt und den Wagen, in dem Olly gesessen hatte, gegen einen Baum gefahren. Kurz vor dem Unfall hatten Olly und Vito sich noch gestritten.
Er hatte ihn so sehr geliebt. Aber leider hatte Vito schon früh lernen müssen, dass Liebe schmerzt. Als er noch ein Kind war, hatte seine Mutter ihn und seinen Vater wegen eines noch reicheren Mannes verlassen. Er hatte sie nie wieder gesehen. Sein Vater hatte sich danach kaum noch um ihn gekümmert, weil er sich von einer Affäre in die nächste gestürzt hatte. Olly war aus einer dieser Affären hervorgegangen. Er war gerade neun Jahre alt gewesen, als seine Mutter, eine Engländerin, starb. Vito hatte den Kleinen bei sich aufgenommen. Olly mit seinem sonnigen Gemüt hatte sein Leben bereichert, das sonst nur aus Arbeit bestand.
Nur Olly zuliebe hatte er Bolderwood Castle erworben, dieses gotisch angehauchte Monstrum mit den vielen Türmchen. Ohne Olly fühlte er sich dort nicht mehr zu Hause. Natürlich könnte er heiraten, doch er misstraute Frauen. Zu oft hatte er im Freundeskreis mit ansehen müssen, wie geldgierige, ehrgeizige Frauen seine Freunde bei der unvermeidlichen Scheidung um die Hälfte ihres Vermögens erleichtert und die gemeinsamen Kinder mitgenommen hatten.
Wenn jemand so reich war wie Vito, warfen sich die Frauen ihm buchstäblich vor die Füße. Er war aber nur an Sex interessiert, ganz sicher nicht an einer festen Bindung. Und selbst der Sex verlor langsam an Attraktivität.
Mit seinen inzwischen einunddreißig Jahren hatten sich Vitos Ansprüche gewandelt. Dummchen irritierten ihn, denn er wurde schnell ungeduldig. Intellektuelle Snobs, Partygirls und Emporkömmlinge langweilten ihn. Kichernde, flirtende Mädchen erinnerten ihn zu sehr an seine vergeudete Jugend, und taffe Karrierefrauen hatten meistens keine Ahnung, wie man sich nach einem harten Arbeitstag entspannte. Oder sie wollten von vornherein die Eckpunkte einer möglichen Beziehung festklopfen und bombardierten ihn mit Fragen wie: Wünschst du dir Kinder? Bist du zeugungsfähig? Willst du mal heiraten? Nein, das wollte er ganz bestimmt nicht. Die unweigerlich auf eine Heirat folgende Enttäuschung wollte er sich ersparen. Insbesondere da er seit Ollys Tod nur zu gut wusste, wie schnell das Leben zu Ende sein konnte. Da nahm Vito lieber das Risiko in Kauf, als mürrischer alter Kauz zu sterben.
Ein Klopfen an der Tür unterbrach seine trüben Gedanken. Eine Frau betrat das Büro. Karen Harper, seine Büromanagerin, wie er sich dunkel erinnerte. AeroCarlton, ein Hersteller von Flugzeugteilen, war ein Neuzugang in seinem Konzern. Vito konnte noch gar nicht alle Mitarbeiter kennen.
„Entschuldigen Sie bitte die Störung, Mr Barbieri. Ich wollte nur kurz fragen, ob Sie als neuer Eigentümer auch bereit sind, an dem Projekt zur Wiedereingliederung Straffälliger teilzunehmen? Unsere Firma hat sich im vergangenen Jahr diesem Projekt angeschlossen. Es ist vorgesehen, dass morgen eine Praktikantin im Büro anfängt. Sie heißt …“
„Keine Details, bitte. Ich habe keine Einwände gegen die weitere Teilnahme an dem Projekt, erwarte aber, dass Sie die Praktikantin im Auge behalten.“
„Selbstverständlich.“ Die attraktive Brünette lächelte verbindlich. „Besonders in der Weihnachtszeit fühlt es sich gut an, Menschen eine zweite Chance zu geben. Und es ist ja auch nur für drei Monate.“
Noch so ein Gutmensch, dachte Vito frustriert. Vermutlich hatte die zukünftige Praktikantin ihre Strafe abgesessen. Trotzdem: Die Aussicht, eine Vorbestrafte unter den Mitarbeitern zu wissen, behagte ihm ganz und gar nicht. „Hatte das Verbrechen, das die Praktikantin begangen hat, etwas mit Unehrlichkeit oder Diebstahl zu tun?“, fragte Vito plötzlich.
„Nein, dann wäre sie für uns inakzeptabel, das haben wir der Vermittlungsagentur unmissverständlich klargemacht. Wahrscheinlich werden Sie der Praktikantin nicht einmal begegnen, Mr Barbieri. Wir setzen sie als Laufmädchen ein. Sie wird Botengänge erledigen und auch mal am Empfang sitzen. In der Weihnachtszeit wird es genug für sie zu tun geben.“
Plötzlich bekam Vito Mitleid mit der Praktikantin. Obwohl er das Unternehmen gerade erst kennenlernte, war ihm schon aufgefallen, dass die Büromanagerin nicht gerade zimperlich mit ihren Untergebenen umsprang. Erst gestern hatte sie den Hausmeister wegen einer Lappalie heruntergeputzt. Karen spielte ihre Machtposition nur zu gern aus. Aber als frisch entlassene Strafgefangene würde die neue Praktikantin wohl damit umzugehen wissen.
Ava hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, mindestens zweimal täglich in den Briefkasten zu sehen. Wieder nichts. Langsam musste sie wohl die Hoffnung begraben, dass ihre Familie je auf die Briefe reagieren würde, die Ava geschrieben hatte. Tränen der Enttäuschung schimmerten in ihren strahlend blauen Augen. Entschlossen blinzelte Ava sie fort und hob trotzig den Kopf. Die kupferroten Locken schwangen um das ausdrucksvolle Gesicht. Sie hatte gelernt, im Gefängnis allein zurechtzukommen, da würde sie es in der Freiheit wohl auch schaffen – auch wenn es am Anfang schwierig war, sich in dem Wirrwarr aus Angeboten, Enttäuschungen und Möglichkeiten zurechtzufinden.
„Lass es langsam angehen“, sagte ihre Bewährungshelferin Sally immer.
Harvey, der Schäferhund-Pudel-Mischling, wedelte aufmunternd mit dem Schwanz. Ava beugte sich vor, um ihm den schwarzen Lockenkopf zu kraulen.
„Wird Zeit, dich nach Hause zu bringen, alter Junge“, sagte Ava leise. In der Tierpension konnte Harvey allerdings nicht mehr lange bleiben. Während der letzten Monate ihrer Gefängnisstrafe hatte sie als Freigängerin in der Tierpension gearbeitet und hatte sich mit Harvey angefreundet. Sie liebte die treue Seele von ganzem Herzen. Wenn sie Harvey sah, ging es ihr sofort besser. Er war das einzige Wesen, das sie noch zu lieben wagte. Leider hatte Marge, die nette Leiterin der Tierpension, die sich auch herrenloser Tiere annahm, wenig Platz, und Harvey hatte schon mehrere Monate dort verbracht. Jedes Mal, wenn sich jemand für ihn interessierte, machte er den Leuten Angst mit seinem Gebell. So konnte es mit einem neuen Zuhause natürlich nichts werden. Harvey gab niemandem eine Chance herauszufinden, wie sanftmütig, treu und sauber er in Wirklichkeit war.
Ava wusste, wie sehr das Erscheinungsbild täuschen konnte. Sie selbst hatte sich jahrelang kühl, arrogant und abweisend gegeben, damit niemand auf die Idee kam, sie würde darunter leiden, immer die Außenseiterin zu sein. Zu Hause, in der Schule, eigentlich überall war Ava einsam und allein gewesen.
Nur Olly hatte zu ihr gehalten. Ein heftiger Schmerz durchzuckte sie. Oliver Barbieri war ihr bester Freund gewesen. Nun musste sie mit dem Wissen leben, dass sie seinen Tod verschuldet hatte. Das Gericht hatte sie wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. An das Verfahren hatte sie nur eine vage Erinnerung, denn schon vor der Gerichtsverhandlung hatte sie sich in einem seelischen Ausnahmezustand befunden. Sie hatte ihren besten Freund verloren. Das war sowieso die Höchststrafe. Da spielte es kaum noch eine Rolle, dass ihr Vater sie aus dem Haus geworfen und man ihr die Teilnahme an Ollys Trauerfeier verweigert hatte. Ava wusste, dass sie kein Mitleid, keine Vergebung verdient hatte. Obwohl sie keine Erinnerung an den Autounfall besaß. Infolge einer Kopfverletzung hatte sie eine Amnesie erlitten. Weder erinnerte sie sich daran, sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt zu haben, noch wusste sie, wie es zu dem Unfall gekommen war.
Olly und sie hatten sich in einem Eliteinternat kennengelernt. Ihrem Vater war kein Preis zu hoch gewesen, das ungeliebte Kind abzuschieben. Schon immer hatte Ava sich wie ein Kuckuckskind gefühlt. Ihre beiden älteren Schwestern Gina und Bella durften zu Hause wohnen und eine nahegelegene Schule besuchen. Natürlich hatte die räumliche Trennung auch dazu beigetragen, einen Keil zwischen Ava und die beiden anderen Mädchen zu treiben. Inzwischen sah sie sich tatsächlich in der Rolle der verlorenen Tochter, die man ganz sicher nicht einladen würde, in den Schoß der Familie zurückzukehren. Zumal ihre Mutter inzwischen gestorben war. Sie wäre wohl die Einzige gewesen, die zwischen Ava und dem Rest der Familie hätte vermitteln können. Gina und Bella hatten ihre eigenen Familien und machten Karriere. Eine vorbestrafte Schwester beschmutzte nur den guten Namen der Familie Fitzgerald.
Ava ärgerte sich über die negativen Gedanken und versuchte energisch, ihrem Leben etwas Positives abzugewinnen. Immerhin war sie wieder in Freiheit, und sie hatte sogar einen Job. Einen richtigen Job! Noch immer konnte sie es kaum glauben. Als man sie für das Projekt zur Wiedereingliederung von Straftätern in die Gesellschaft vorgeschlagen hatte, war sie zunächst skeptisch gewesen. Okay, sie hatte zwar einen ausgezeichneten Schulabschluss, aber keinerlei Erfahrung mit Büroarbeiten. Trotzdem gab man ihr bei AeroCarlton eine Chance, im Berufsleben Fuß zu fassen. Mit diesem renommierten Arbeitgeber in ihrem Lebenslauf...




