Jordan | Sanfte Eroberung | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 0 Seiten

Reihe: Courtship Wars

Jordan Sanfte Eroberung

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-18774-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 3, 0 Seiten

Reihe: Courtship Wars

ISBN: 978-3-641-18774-3
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lilian kann an die Liebe nicht so recht glauben. Sie misstraut den Männern und ihrem verführerischen Werben. Bis sie auf den Marquis von Claybourne trifft. Der charmante Draufgänger ist es gewohnt, dass ihm die Damenwelt zu Füßen liegt – auch Lilian macht da keine Ausnahme. Schon bald ist sie dem Marquis verfallen. Doch ist es ihm ernst mit ihr?

Nicole Jordan ist eine äußerst erfolgreiche Autorin historischer Liebesromane. Ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten und wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nicole Jordan schreibt und wohnt mit ihrem Mann und ihren Pferden, der zweiten großen Liebe ihres Lebens, in Utah.
Jordan Sanfte Eroberung jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Erstes Kapitel


Lady Freemantles fortwährende Ehestiftungsversuche sind enervierend genug, um eine Heilige in den Wahn zu treiben, und du weißt, dass ich keine Heilige bin.

Miss Lily Loring an Fanny Irwin

Danvers Hall, Chiswick, England, im Juni 1817

»Ich begreife nicht, warum er mich so durcheinanderbringt«, flüsterte Lilian Loring mit zittriger Stimme der grauen Katze zu. »Kein Mann hat mich bisher in eine solche Verwirrung gestürzt.«

Ein leises Schnurren war alles, was Lily als Antwort erhielt.

»Es liegt ganz gewiss nicht an seinem guten Aussehen, denn gewöhnlich bin ich gutaussehenden Adligen gegenüber gleichgültig gestimmt.« Gleichgültig oder gar höchst ablehnend ihnen gegenüber. »Und sein Rang wie auch sein Vermögen sind mir ohnehin egal.«

Mit einem verärgerten Seufzen streckte Lily sich im Stroh aus, während sie weiter die Katze kraulte. Es fiel ihr schwer, zu verstehen, warum Heath Griffin, Marquess of Claybourne, diese Wirkung auf sie ausübte – umso mehr, als sie ihm heute Morgen bei der Vermählung ihrer Schwester erstmals begegnet war.

»Das Ärgerliche ist, dass er zu schar… charmant ist.« Nicht zu vergessen männlich, lebendig und eindrucksvoll.

Welches auch immer seine Eigenschaften sein mochten, sie riefen bei Lily eine absurde Kurzatmigkeit und Nervosität hervor.

»Sssum Teufel mit …«

Lily biss sich auf die Unterlippe und verstummte, weil ihr auffiel, dass sie ein wenig lallte. Was fraglos an den drei Gläsern Champagner lag, die sie getrunken hatte und die eindeutig zwei Gläser zu viel gewesen waren. Schließlich wusste sie doch, dass ihr Alkohol leicht zu Kopfe stieg. Andererseits waren die abendlichen Vorkommnisse auch verstörend genug gewesen, um sie dazu zu bewegen, dass sie ein bisschen über die Stränge schlug.

Momentan war sie zwar keineswegs angetrunken, doch war es wohl keine kluge Idee gewesen, in einem Ballkleid die Leiter zur Tenne hinaufzuklettern – in einem edlen maßgeschneiderten aus blassrosa Seide, mit leichten Tanzschühchen noch dazu. Der Aufstieg mitsamt einer Serviette voller kleiner Häppchen hatte sich für die ansonsten sportliche Lily als Herausforderung entpuppt, nur wollte sie Boots unbedingt ein Abendessen bringen, bevor sie die Hochzeitsfeierlichkeiten verließ.

Boots, die Stallkatze von Danvers Hall, hatte unlängst geworfen, und die kleinen Kätzchen lagen nun zusammengerollt in einem Karton, den Lily ihnen hier oben aufgestellt hatte, wo die Katzenmutter und ihre Jungen vor den Hunden des Anwesens sicher waren. Ihre Laterne hatte Lily an einem Haken unten hängen lassen, um die Kleinen nicht zu erschrecken. Hier oben kam lediglich ein schwach goldener Schein an, der die Frühsommernacht ruhig und warm wirken ließ.

Die drei Katzenkinder waren kleine Fellknäuel, ihre Augen noch kaum geöffnet, aber schon begannen sie, ganz eigene Persönlichkeiten zu zeigen – recht ähnlich den Loring – Schwestern, wie Lily fand. Beim Anblick der Katzenbabys, die schläfrig zu ihr aufblinzelten, regten sich zärtliche Gefühle in Lilys Brust, deren Herz immer schon für die Hilflosen und vom Schicksal weniger Begünstigten geschlagen hatte.

Wäre sie indessen ehrlich zu sich gewesen, hätte sie gestehen müssen, dass sie nicht bloß auf den Stallboden geklettert war, um die Katze zu füttern und in ihrem Selbstmitleid zu schwelgen, sondern mindestens ebenso sehr, um Lord Claybourne aus dem Weg zu gehen.

Während Boots genüsslich an einem Stück gerösteter Fasanenbrust knabberte, griff Lily in den Karton und hob eines der entzückenden Katzenbabys heraus.

»Weißt du eigentlich, wie niedlich du bist?«, murmelte sie und drückte ihre Nase in das seidenweiche schwarze Fell. Die winzige schwarze Katze war ein ziemlich freches kleines Ding, wie Lily selbst, und tapste mit den Krallen nach Lilys Nase.

Lily lachte leise, was gut gegen die Enge in ihrem Hals war und die melancholischen Gedanken vertrieb.

Die Vermählung morgens in der Dorfkirche war sehr schön gewesen. Lilys älteste Schwester hatte sich mit Marcus Pierce, dem neuen Earl of Danvers, vermählt. Danach folgten ein opulenter Hochzeitsempfang und ein Ball in Danvers Hall, zu dem an die sechshundert Gäste geladen waren. Alle Festlichkeiten verliefen harmonisch und angenehm, was in erster Linie Roslyn zu verdanken war, Lilys mittlerer Schwester, die es weder an Mühe noch an Talent als Gastgeberin missen ließ.

Der Ball würde noch mindestens ein bis zwei Stunden andauern, bis weit nach Mitternacht. Lily und Roslyn jedoch hatten sich bereits vor einer Weile in aller Abgeschiedenheit von Arabella verabschiedet, wobei einige Tränen geflossen waren.

Lily empfand es als überaus schmerzlich, Arabella an einen Ehemann zu verlieren, und leider war der Abend noch strapaziöser geworden, weil ihre freundliche Gönnerin, Lady Winifred Freemantle, sich nach Kräften bemühte, auch die anderen beiden Loring – Schwestern mit heiratswürdigen Kandidaten zu verkuppeln. Als die Schwestern vor einigen Jahren ohne einen Penny und auf sich allein gestellt hergekommen waren, hatte Winifred ihnen die Mittel zur Verfügung gestellt, um ihre eigene Akademie für junge Damen zu gründen, in der sie Töchter reicher Kaufleute auf das Leben in gehobenen Kreisen vorbereiteten. Heute aber hatte Winifred nichts unversucht gelassen, Lily dem guten Freund von Marcus aufzudrängen, dem Marquess of Claybourne.

Es war ihr schließlich, sehr zum Verdruss Lilys, gelungen, seine Lordschaft quasi zu nötigen, Lily zum Tanz aufzufordern.

»Sie werden entzückt sein, eine solch glänzende Tanzpartnerin wie Miss Lilian zu haben, My Lord, dessen bin ich gewiss«, hatte Winifred ihm versichert.

»Entzückt und geehrt«, erwiderte Claybourne, der Lily mit einem Lächeln bedachte.

Und leider hatte sie sogleich gefühlt, wie ihre Wangen heiß wurden. Während ihre verräterische Freundin sich mit einem selbstsicheren Lächeln abwandte, hatte Lily dagestanden und Claybourne angestarrt, gleichermaßen verwirrt wie wütend.

Der Marquess war ein großer beeindruckender Mann mit einer fesselnden Ausstrahlung. Sein Haar war hellbraun, seine Augen von einem goldgesprenkelten Haselnussbraun und sein Gesicht so atemberaubend männlich, dass unzählige Damenherzen ins Flattern gerieten.

Leider stellte Lily fest, dass sie sich von diesen Unzähligen nicht unterschied. Vielmehr war sie sich ihres ärgerlich beschleunigten Pulses überaus bewusst, als sie vor ihm stand und sich noch an ihre Wut über Winifreds Einmischung zu klammern versuchte. Es war so beschämend, dem sehr vermögenden, sehr begehrenswerten Marquess vorgeführt zu werden wie eine junge Stute auf der Pferdeauktion!

Also hatte Lily sich stumm von Lord Claybourne auf die Tanzfläche des Ballsaals führen lassen. Und als das Orchester die ersten Takte eines Walzers anstimmte, begab sie sich höchst widerwillig in Lord Claybournes Arme. Ihr war nicht wohl dabei, ihm so nahe zu sein, seine Wärme und seine Stärke zu spüren. Ebenso wenig behagte ihr, wie deutlich sie seinen Körper fühlte oder die elegante Geschmeidigkeit, mit der sie im Rhythmus der Musik über das Parkett schwebten. All das hatte sie noch bei keinem Mann zuvor wahrgenommen. Eigentlich hatte sie bisher an Männern nur bemerkt, welche Neigung zur Brutalität sie besaßen, wie groß ihre Fäuste waren …

»Missfällt Ihnen das Tanzen an sich, Miss Loring?«, hatte Claybourne schließlich das Schweigen zwischen ihnen gebrochen, »oder haben Sie etwas dagegen, mit mir zu tanzen?«

Lily war erschrocken. »Wie kommen Sie darauf, dass ich etwas gegen Sie haben könnte, My Lord?«, hatte sie gefragt.

»Nun, das mag an Ihrer angsteinflößenden Miene liegen.«

Wieder fühlte Lily, wie sie rot wurde, und sie rang sich ein höfliches Lächeln ab. »Verzeihen Sie. Tanzen gehört nicht zu meinen bevorzugten Zeitvertreiben.«

Seine Bernsteinaugen wurden halb von seinen zusammengezogenen Brauen beschattet. »Sie beherrschen es dennoch recht gut. Ich gestehe, dass ich überrascht bin, wie gut.«

Sie sah erstaunt zu ihm auf. »Warum überrascht es Sie?«

»Weil Marcus behauptet, Sie seien ein Hitzkopf und ein Wildfang. Soweit ich von ihm hörte, ist Ihnen ein rasanter Galopp über das freie Feld weit lieber als ein öder Abend im Ballsaal.«

Ob dieser sehr zutreffenden Bemerkung musste Lily unweigerlich lachen. »Reiten ist mir zweifellos lieber als Walzertanzen, My Lord, obwohl ich ›Hitzkopf‹ ein wenig übertrieben scharf finde. Marcus hält mich offenbar für einen, weil ich häufiger mit ihm stritt, als er um Arabella warb. Wie dem auch sei: Ich gestehe freimütig, ein Wildfang zu sein, ausgenommen ich lehre an unserer Akademie und gebe den jungen Damen ein gutes Beispiel. Oder bei Anlässen wie diesem, wenn es mir obliegt, um meiner Schwestern willen Wohlverhalten zu demonstrieren. Wenn ich hingegen ehrlich bin, muss ich gestehen, dass es mir sogar eine gewisse Freude bereitet, den besseren Kreisen ihre erwarteten Benimmformen zu verweigern.«

»Und ich gestehe, dass Rebellen schon immer meiner Bewunderung sicher waren«, entgegnete er in einem Tonfall, der unverkennbar widerspiegelte, dass er amüsiert war. »Sie unterscheiden sich von Ihren Schwestern, habe ich Recht?«

Misstrauisch beäugte sie Claybourne, konnte jedoch nicht einschätzen, ob er schmeichelnd oder vorwurfsvoll sprach.

Nicht dass sie sein Urteil geschert hätte. Ebenso wenig kümmerte es sie, ob sie im Vergleich zu ihren Schwestern gut oder schlecht abschnitt. Sowohl Arabella als auch...


Jordan, Nicole
Nicole Jordan ist eine äußerst erfolgreiche Autorin historischer Liebesromane. Ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten und wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nicole Jordan schreibt und wohnt mit ihrem Mann und ihren Pferden, der zweiten großen Liebe ihres Lebens, in Utah.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.