E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
Jordan In jedem Traum spür ich dich neu
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-7787-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-7787-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als er Candice gegenübersteht, holen Gideon die Bilder der Vergangenheit ein: Anfang zwanzig und am Beginn einer Karriere, küsst er leidenschaftlich die Tochter seines Chefs - allerdings erweist sich das Rendezvous als Falle. Denn das nächtliche Intermezzo kostet Gideon den Job. Aber jetzt ist die Zeit für seine Rache gekommen: Candice soll für das Vergangene büßen!
Am 31. Dezember 2011 starb unsere Erfolgsautorin Penny Jordan nach langer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Penny Jordan galt als eine der größten Romance Autorinnen weltweit. Insgesamt verkaufte sie über 100 Millionen Bücher in über 25 Sprachen, die auf den Bestsellerlisten der Länder regelmäßig vertreten waren. 2011 wurde sie vom britischen Autorenverband Romantic Novelists' Association für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Penny Jordan wurde 1946 im englischen Preston geboren. Als Teenager zog sie nach Cheshire, wo sie bis zu ihrem Tode blieb. Sie besuchte die Todmorden Grammar School und arbeitete anschließend als Schreibkraft in Manchester. Während ihrer Zeit als Bankangestellte, schenkte ihr Steve Halsall, Buchhalter und ihr zukünftiger Ehemann, ihre erste Schreibmaschine - eine Autorin war geboren.
Penny behauptete später oft, sie habe Geschichten erfunden, seit sie denken könne. Im Alter von zehn Jahren hörte sie zum ersten Mal vom Mills & Boon-Verlag, als eine Nachbarin ihrer Mutter die Zeitschrift "Woman's Weekly" gab. Mit Anfang zwanzig begann sie zu schreiben und veröffentlichte in den ersten Jahren unter verschiedenen Pseudonymen 25 Regency-Romane, zwei Liebesromane und einen Romantic Thriller.
Dann erfuhr sie, dass der Romance Verlag Mills & Boon nach neuen Autoren suchte. "Ich war immer ein Fan von Mills & Boon-Romanen - am Tag der Veröffentlichung meiner Lieblingsautorenhabe ich immer so früh wie möglich Feierabend gemacht, um rechtzeitig in die Buchhandlungen zu kommen und ein Exemplar zu ergattern, bevor alle vergriffen waren. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und bot Mills & Boon mein erstes eigenes Buch. Ich entschied mich für die Art Liebesroman, die ich selber am liebsten lese, mit einem Wüstenprinzen als Helden. Dieser erschien unter dem Titel 'Falcon's Prey' [bei CORA unter dem Titel "Betörende Nächte in Kuwait" bei Julia erschienen, die Red.]. Über Wüstenprinzen zu schreiben hat mir immer großen Spaß gemacht, und sie sind so etwas wie mein Markenzeichen geworden. "
Die Lektorin, die Penny Jordans Roman 1980 in einem Stapel unveröffentlichter Manuskripte entdeckte, sagte über sie: "Ein Naturtalent - eine geborene Geschichtenerzählerin mit einem einzigartigen, kraftvollen und leidenschaftlichen Ton. "Die Manuskripte, die Penny Jordan auf ihrer alten Schreibmaschine schrieb, waren berüchtigt, weil oft Heldennamen und einzelne Buchstaben fehlten, da Pennys Arbeitsweise impulsiv war ...
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1. KAPITEL
Candice widerstand der Versuchung, glättend über den Rock ihres makellosen Kostüms zu streichen … der Kopie eines Chanel-Modells, die sie in Hongkong für ein Zehntel des Originalpreises erstanden hatte … und so ihre Nervosität zu verraten. Obwohl niemand im Raum war, der sie hätte beobachten können. Scheinbar war sie die letzte Bewerberin, die auf ihr Vorstellungsgespräch für die Stelle einer Wirtschafterin im Hause des millionenschweren Geschäftsmannes Gideon Reynolds wartete.
Unter normalen Umständen wäre sie nicht so nervös gewesen. Im Lauf ihrer Karriere hatte sie schon härtere Bewerbungsgespräche durchgestanden. Aber noch nie hatte sie sich eine Stelle so sehr gewünscht wie diese. Da half es auch nichts, wenn sie sich ins Gedächtnis rief, dass sie in vieler Hinsicht sogar überqualifiziert dafür war. Ihre Fähigkeiten und Ausbildung als erfolgreiche Geschäftsführerin bei einer angesehenen europäischen Hotelkette mit Kongresszentren ließen sich nur schwer auf die Stellenanforderungen in einem verschlafenen Markstädtchen in Dorset übertragen.
In der vergangenen Woche hatte sie halbtags im örtlichen Supermarkt Regale aufgefüllt und das Geld gut gebrauchen können. Denn im Hotelgewerbe waren die Gehälter selbst in leitenden Positionen nicht sehr üppig. In der Vergangenheit war das für Candice kein Thema gewesen. Die Arbeit hatte ihr viel Spaß gemacht, und zusätzliche Anreize wie kostenlose Reisen, freie Unterkunft und der Umgang mit interessanten Menschen hatten die eher magere Bezahlung aufgewogen. In der Vergangenheit hatte sie davon auch nur ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten müssen. Nun aber musste sie der Tatsache ins Auge sehen, dass ihre geliebte Großmutter schon bald nicht nur finanziell, sondern auch körperlich auf ihre Hilfe angewiesen sein würde.
Ihre Arbeitgeber waren sehr verständnisvoll gewesen und hatten ihr erlaubt, fristlos zu kündigen, nachdem Grans Hausarzt, ein alter Freund der Familie, sich ohne Wissen ihrer Großmutter mit ihr in Verbindung gesetzt hatte. Gran war sich nicht bewusst, wie besorgniserregend der Zustand ihres Herzens wirklich war.
Der Arzt hatte von einer möglichen Operation gesprochen, die bei einer Frau von siebenundsechzig gute Aussichten auf Erfolg habe. Aber die übliche Wartezeit würde leider mindestens zwei Jahre betragen, und angesichts der bedrohlichen Herzschwäche ihrer Großmutter …
Die Vorstellung, ihre Großmutter leiden zu sehen oder gar zu verlieren, war Candice unerträglich. Nicht Gran, die immer so voller Energie und Optimismus gewesen war, ihr Fels in der Brandung, der ihr Sicherheit und Selbstachtung gegeben hatte … das Gefühl, geliebt zu werden, zu einer Zeit, da …
Wie hätte Candice zögern können?
„Was heißt das, du bis nach Hause gekommen?“, hatte Gran sie skeptisch gefragt, als sie unangekündigt vor ihrer Tür gestanden hatte. „Was ist mit deiner Karriere?“
„Ach, ich hatte noch einigen Urlaub ausstehen“, war Candice ausgewichen. „Ehrlich gesagt, Gran, wollte ich mir sowieso etwas Zeit nehmen, um in aller Ruhe meine weitere Zukunftsplanung zu überdenken. Die Firma hat mir die Leitung des neuen Konferenzzentrums in Hongkong angeboten, und …“
„Das ist doch die Chance, auf die du immer gewartet hast …“
„Schon, und wenn es nicht ausgerechnet Hongkong wäre … Wer kann vorhersagen, was geschieht, wenn die Kolonie erst an China zurückgegeben worden ist?“
„Heißt das, du hast das Angebot abgelehnt?“
Candice kannte den Stolz ihrer Großmutter, den sie geerbt hatte, und Grans argwöhnischer Blick hatte sie veranlasst, nochmals zu einer Notlüge zu greifen. „Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden. Die Firma hat mir drei Monate Bedenkzeit gegeben.“
„Drei Monate? Bisher konntest du doch kaum mal zwei Wochen nach Hause kommen!“
„Deshalb habe ich ja so viel Urlaub übrig“, hatte Candice die Diskussion energisch beendet. Sie hatte Grans Arzt natürlich nach der Möglichkeit gefragt, die Operation privat durchführen zu lassen. Doch die Kosten, die er ihr genannt hatte, überstiegen hoffnungslos ihre Möglichkeiten. Grans kleines Cottage war bereits mit einer Hypothek belastet, aus der ihre Rente finanziert wurde. Candice besaß auch keine Vermögenswerte, und es gab keine anderen Verwandten, an die man sich hätte wenden können. Ihr Vater, Grans einziger Sohn, war gestorben, ehe Candice zehn geworden war. Ihre Mutter war bei einem Urlaub mit Candice’ Stiefvater und seinen Freunden bei einem tragischen Badeunfall ums Leben gekommen.
Candice erschauderte. Nach all den Jahren hasste sie es immer noch, an ihren Stiefvater und jene Zeit zurückzudenken.
Während sie wartete, sah sie sich in dem eleganten, mit kostbaren Antiquitäten, Gemälden und Seidenvorhängen eingerichteten Vorzimmer um. Auch sie hatte einmal in vergleichbarem Luxus gelebt. Das Haus ihres Stiefvaters in London war zwar nicht so groß wie dieses wunderschöne georgianische Landhaus gewesen, aber mit seinen Kunstschätzen und antiken Möbeln zweifellos genauso eindrucksvoll. Ein Blendwerk, das die leichtgläubigen Kunden ihres Stiefvaters über seine zwielichten Geschäftspraktiken hatte hinwegtäuschen sollen.
Die Polizei hatte es Betrug genannt, aber im Grunde war es Diebstahl gewesen. Doch ihr Stiefvater war der Strafe entkommen, so wie er nie für seine Taten oder dafür, dass er das Leben vieler Menschen zerstört hatte, zur Rechenschaft gezogen worden war. Nach Candice’ letzten Informationen hielt er sich in Mexiko auf und durfte nicht in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wo er nach dem Tod ihrer Mutter zunächst gelebt hatte.
Candice schaute verstohlen auf die Uhr. Es war schon geraume Zeit vergangen, seit die letzte Bewerberin vor ihr hereingebeten worden war, was für Candice nichts Gutes verhieß. Dabei hatte sie ihr Glück kaum fassen können, als die Stellenvermittlung ihr dieses Angebot vorlegte. Zwar hatte die Leiterin der Agentur sie gewarnt, dass der Job ihren beruflichen Qualifikationen nicht gerecht und sie vermutlich nicht mehr als eine bessere Haushälterin sein würde, aber dafür die Bezahlung außerordentlich gut. Es würde ihr auch ein Auto zur Verfügung gestellt und ihr Arbeitsplatz wäre keine zwanzig Meilen vom Haus ihrer Großmutter entfernt.
Ihr möglicher Arbeitgeber war ein sehr wohlhabender Geschäftsmann, der eine Hauswirtschafterin für seinen Landsitz suchte. Zu den umschriebenen Aufgaben gehörten die Organisation verschiedener gesellschaftlicher Veranstaltungen, privater und geschäftlicher Natur, die Zusammenarbeit und Abstimmung mit seinem Londoner Büro, die volle Verantwortung für die Hausangestellten, einschließlich deren Einstellung und Entlassung, sowie die umfassende Betreuung etwaiger ausländischer Klienten, die als Gäste im Haus weilen würden.
Gideon Reynolds war Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär eines weitverzweigten, höchst gewinnträchtigen Unternehmenskonsortiums, ein dynamischer Gipfelstürmer, der sich in den hektischen achtziger Jahren einen Namen und sein Vermögen erworben hatte. Anders als viele weniger erfolgreiche Unternehmer aus jener Zeit hatte er es jedoch geschafft, auf dieser Grundlage ein profitables Imperium aufzubauen.
Candice hatte sich natürlich bemüht, so viel wie möglich über Gideon Reynolds in Erfahrung zu bringen. Aber sogar ihre Großmutter, die über den neuesten Klatsch der Gegend stets bestens informiert war, wusste nur sehr wenig über ihn zu berichten. Als er den Landsitz gekauft hatte, war unter den Einheimischen zunächst das besorgniserregende Gerücht umgegangen, Reynolds plane, das Anwesen in eine Art Vergnügungspark samt Golfplatz umzugestalten.
Eine unbegründete Befürchtung, wie sich herausstellte. Lediglich der Golfplatz wurde verwirklicht. Anscheinend machte Reynolds viele Geschäfte mit den Japanern, die es sehr zu schätzen wussten, wenn sie ihrem Lieblingssport auf einer Privatanlage frönen konnten. Candice, die eine Zeit lang in Japan gearbeitet hatte, wusste, dass die Anlage des Golfplatzes ein cleverer Schachzug gewesen war. Hatte Reynolds selber so viel Einsicht in die Mentalität der japanischen Männer bewiesen, oder besaß er einfach nur sehr gute Ratgeber?
Abgesehen von der Tatsache, dass er ein überaus reicher Mann war, hatte sie eigentlich nur über ihn herausgefunden, dass er vermutlich auch ein sehr schwieriger, anspruchsvoller Arbeitgeber sein würde. Der Geschäftsmann Reynolds wurde in der Wirtschaftspresse als eiskalt und erbarmungslos in der Durchsetzung seiner Ziele gehandelt. Leider war keiner der Artikel mit einem Foto bestückt gewesen. Candice wusste nur, dass er Anfang Dreißig sein musste, also sechs oder sieben Jahre älter als sie, und bislang unverheiratet war.
„Die Frauen von heute scheinen nicht mehr heiraten zu wollen“, hatte er sich in einem Interview mit einer Journalistin geäußert. „Oder eine dauerhafte Bindung genügt ihnen nicht. Sexuelle Abwechslung bedeutet ihnen mehr als Liebe und Treue.“
„Dann haben Sie also nicht vor zu heiraten?“, hatte die Journalistin gefragt.
„Eines Tages, und sei es nur, damit ich einen Erben habe, an den ich mein Unternehmen weitergeben kann. Aber das hat noch Zeit. Anders als eine Frau unterliegt ein Mann altersmäßig praktisch keiner Einschränkung, um ein Kind zu zeugen.“
„Sie sind nicht auf dem neuesten Stand“, hatte die Journalistin ihm entgegengehalten. „Auch die Frauen haben heutzutage diesbezüglich eine größere Freiheit …“
„Nicht die Frau, die ich mir wähle“, hatte Reynolds das Interview an diesem Punkt beendet.
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