Johnson | Diamond Empire - Forbidden Royals | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 477 Seiten

Reihe: Forbidden Royals

Johnson Diamond Empire - Forbidden Royals


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7363-1366-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 477 Seiten

Reihe: Forbidden Royals

ISBN: 978-3-7363-1366-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Muss sie ihre Liebe aufgeben, um die Krone zu behalten?

Durch ein tragisches Ereignis findet sich Emilia Lancaster viel zu früh in der Rolle wieder, in der sie sich selbst nie gesehen hat - als Königin von Caerleon. Doch auch wenn ihr eigenes Herz durch den Verlust ihres Vaters und den Verrat ihrer engsten Verbündeten in tausend Scherben liegt, muss sie ihre Pflichten erfüllen und nach außen hin Stärke zeigen. Denn Emilia steht vor ihrer größten Herausforderung: Sie muss für ihr trauerndes Volk da sein, ihren intriganten Feinden die Stirn bieten und vor allem versuchen, den Mann zu vergessen, der ihr einst mehr bedeutete als alle Kronjuwelen des Königreichs - Carter Thorne.

'Voll von starken Charakteren, verbotener Liebe, royalen Intrigen, Spannung, verblüffenden Wendungen und einer prickelnden magischen Atmosphäre.' @mariesliteratur über Golden Throne

Abschlussband der FORBIDDEN-ROYALS-Trilogie von USA-TODAY- und PUBLISHERS-WEEKLY-Bestseller-Autorin Julie Johnson



Julie Johnson lebt in Boston und schreibt dort am liebsten junge, gefühlvolle Liebesgeschichten. Wenn sie mal nicht an ihrem Schreibtisch zu finden ist, sammelt sie mit ihrem Reisepass neue Stempel, trinkt mehr Kaffee als ihr guttut, versucht ihrer wachsenden Netflix-Must-Watch-Liste Herr zu werden oder postet Bilder ihres Hundes auf Instagram. Mehr Informationen unter: www.juliejohnsonbooks.com
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1. KAPITEL


»Eure Majestät?«

Jemand räuspert sich leise zu meiner Linken. Ich gebe nicht zu erkennen, dass ich das Geräusch vernommen habe. Ich starre weiterhin an die vergoldete Decke des Thronsaals hoch über mir und betrachte mit zusammengekniffenen Augen die engelhaften Freskofiguren, die dort aufgemalt sind. Die Putten scheinen mich mit ihren heiteren Mienen zu verhöhnen. Sie lächeln unablässig auf mich herab und zupfen mit Wurstfingern an den Saiten ihrer goldenen Harfen.

»Eure Majestät … Es tut mir leid, Sie stören zu müssen, aber es ist schon recht spät …«

Ich zucke nicht einmal mit der Wimper.

Er schluckt hörbar. »Was … Was machen Sie hier?«

Oh Mann, wenn das mal nicht die Frage des Jahres ist …

Was zum Teufel mache ich, Emilia Victoria Lancaster, hier?

In diesem verfluchten Schloss?

In diesem verfluchten Leben?

Ein erneutes Räuspern ist zu vernehmen, dieses Mal lauter. Als wäre der Störenfried zu der Überzeugung gelangt, dass ich ihn einfach nicht gehört habe, anstatt von der deutlich offensichtlicheren Alternative auszugehen – dass ich mein Bestes tue, um seine Anwesenheit zu ignorieren.

»Kann ich Ihnen behilflich sein, Königliche Hoheit?«

Ich antworte nicht auf die zittrige Frage. Ich hebe nicht mal den Kopf von dem kalten Fußboden, auf dem ich liege. Ich habe alle viere von mir gestreckt und liege wie ein Seestern auf dem von silbernen Adern durchzogenen Marmor. Ich starre weiterhin an die Decke und auf diese Figuren, deren heitere Gelassenheit so gar nichts mit meiner Stimmung gemein hat. Um im schwachen Licht der Kronleuchter ihre feineren Einzelheiten auszumachen, kneife ich die Augen zusammen.

Zu dieser späten Stunde ist das Licht auf die niedrigste Stufe gedimmt. Die Wandleuchten sind vollständig erloschen. Was nicht weiter überraschend ist, da sich normalerweise um diese Uhrzeit niemand hier herumtreibt. Verdammt, die meisten Menschen sind um diese Uhrzeit nicht einmal mehr wach.

Ich höre, wie der Diener nervös von einem Fuß auf den anderen tritt. Ich bin mir sicher, dass er keine Ahnung hat, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Ich kann ihm nicht wirklich einen Vorwurf machen. Er hat sich vermutlich ziemlich erschrocken, als er bei einem nächtlichen Botengang um die Ecke bog und mich in einer alten Freizeithose und einem dicken Kaschmirpullover hier in dem riesigen Thronsaal auf dem Boden liegen sah.

Das ist wirklich kein sehr königlicher Anblick.

Meine Berater wären von dieser Zurschaustellung von Unschicklichkeit mehr als entsetzt, wenn sie sie mitbekämen. Aber sie sind nicht länger hier, um mich zu tadeln, rufe ich mir ins Gedächtnis, während die Gesichter von Lady Morrell, meiner alten Benimmlehrerin, und Gerald Simms, dem ehemaligen Pressesprecher des Palasts, vor meinem inneren Auge aufblitzen. Dieses Recht haben sie verloren, als sie mir in den Rücken gefallen sind.

»E… Eure Majestät? Können … Können Sie mich hören? Geht es Ihnen gut?«

Der ist ganz schön hartnäckig, nicht wahr?

Ich kneife die Augen zu, als würde er dadurch verschwinden. Mir fehlt gerade einfach die Energie, die ich aufbringen müsste, um mich mit ihm auseinanderzusetzen. Ehrlich gesagt habe ich nicht mal genug Energie, um mich mit irgendetwas auseinanderzusetzen. In letzter Zeit betrachte ich es schon als Wunder, wenn es mir gelingt, bis zum Sonnenuntergang durchzuhalten, ohne vor lauter Verzweiflung unter dem Gewicht meiner eigenen Erschöpfung zusammenzubrechen.

Wann hat bloßes Existieren angefangen, so viel Energie zu kosten?

Mich jeden Morgen nach einer weiteren schlaflosen Nacht aus dem Bett aufzuraffen genügt schon, um meine ganze Kraft zu verbrauchen. Und die Außenwelt ist emotional sogar noch anstrengender. Jedes Mal, wenn ich auch nur die Spitze eines hochhackigen Schuhs vor die Tore des Palasts setze und dabei ein festgefrorenes Lächeln auf dem Gesicht trage, während die Kameras mit unnachgiebiger Harnäckigkeit klicken, spüre ich, wie ein wenig mehr von mir verschwindet.

Lächeln, winken, nicken.

Keine Schwäche zeigen.

Sei die Königin, die deine Untertanen brauchen.

Wenn ich nachts zurück unter die Bettdecke krieche, fühle ich mich jedes Mal wie ausgelaugt, eine leere Hülle, die nicht einmal mehr über den kleinsten Rest Gelassenheit verfügt. Dann bin ich zu schwach, um meine Erinnerungen in Schach zu halten. Selbst der Schlaf bietet mir keine Atempause, denn in meinen Träumen suchen mich die Schrecken meiner Vergangenheit heim. Sie lauern in den dunklen Ecken meines Unterbewusstseins und schlagen unbarmherzig zu, sobald mir die Augen zufallen.

Wenn ich zu dem Klang meiner eigenen heiseren Schreie aufwache, gibt es niemanden, der meine Albträume vertreibt und mich tröstet. Nicht mehr.

Dieser Mensch ist lange fort.

Und mit ihm all mein Trost.

Plötzlich verspüre ich eine Enge in meiner Brust, die dafür sorgt, dass mir die Luft wegbleibt. Ich presse die Schultern fester gegen den kühlen Steinfußboden und hoffe, dass mich dieser Kontakt in der Gegenwart verankert. Und das Bild himmelblauer Augen in die tiefsten Winkel meiner Seele verscheucht.

»Eure Majestät …« Der Page kommt ein paar Schritte auf mich zu geschlurft. »Soll ich Sie zurück zu Ihren Gemächern geleiten? Oder vielleicht nach Ihrer persönlichen Garde schicken?«

Ich reiße die Augen auf. Ich habe wirklich keine Lust darauf, mir eine erneute Standpauke von Galizia oder Riggs anzuhören, weil ich schon wieder eine nächtliche Wanderung durch den Palast unternommen habe. Ich hole tief Luft und zwinge mich dazu, mich aufzusetzen und mich auf den jungen Diener zu konzentrieren. Er muss ein Neuzugang beim Palastpersonal sein. Ich habe ihn noch nie zuvor gesehen, und seine Uniform ist so heftig gestärkt, dass sie vermutlich von allein stehen könnte. Als sich unsere Blicke treffen, sieht er aus, als würde er sich jeden Moment in die Hose machen.

»Nein«, murmle ich sanft. »Schicken Sie nach niemandem.«

»Ja, Eure Majestät«, blökt er, während er rot anläuft. »Ich entschuldige mich, falls …«

»Es besteht kein Grund, sich zu entschuldigen. Gehen Sie einfach. Lassen Sie mich in Ruhe.« Ist das wirklich meine Stimme? Sie klingt so emotionslos. So leer. »Und falls jemand fragt … haben Sie mich hier nie gesehen. Verstanden?«

»J… Ja, Eure Majestät. Versprochen. I… I… Ich werde es niemandem verraten.«

Er lungert noch ein wenig herum, weil er sich vor Schreck nicht von der Stelle rühren kann, wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ich ziehe die Augenbrauen hoch und weise mit dem Kinn in Richtung Tür.

»Raus.«

Er zuckt zusammen, deutet eine Verbeugung an und flieht förmlich aus dem Thronsaal. Ich lausche dem Klappern seiner Uniformschuhe auf dem Steinfußboden, bis es verklingt und nicht mehr zu hören ist. Als sich erneut Stille über mich legt wie ein Bettlaken, lehne ich mich wieder zurück, um weiter die Decke zu betrachten.

Dies ist die dritte Nacht in Folge, in der ich mich hier wiederfinde und zu dem Deckengemälde hinaufstarre. Ich bin mir nicht sicher, wonach ich suche. Nicht nach Antworten. Vielleicht nur nach einer vorübergehenden Ablenkung von der faden Eintönigkeit meines Lebens.

Letzte Woche war es die Bibliothek – ich verbrachte jede Nacht damit, zwischen den Regalen umherzuwandern und mit den Fingern über die Einbände von Büchern zu streichen, die bereits seit Jahrhunderten dort ihren Platz haben. In der Woche davor war es die Waffenkammer. Und davor waren es die Stallungen. Die Halle mit den königlichen Porträts. Das staubige Archivzimmer.

Mein jeweiliges Ziel ist immer willkürlich gewählt. Jede verlassene Ecke des Schlosses, die niemand mitten in der Nacht aufsuchen würde, ist mir recht. Solange es nur ein Ort ist, an dem mich niemand mit den immer gleichen Fragen belästigt.

Haben Sie etwas gegessen, Eure Majestät?

Wann haben Sie sich zuletzt ausgeruht, Eure Majestät?

Kann ich irgendjemanden rufen, um Ihnen zu helfen, Eure Majestät?

Eure Majestät?

Eure Majestät?

Eure Majestät?

Seit dem Attentat auf dem Vasgaard-Platz vor drei Monaten sind diese nächtlichen Erkundungszüge für mich zur Gewohnheit geworden. Statt zu schlafen, wandere ich in den leeren Fluren umher, während mich mein stets anwesendes Kontingent aus Wachen und Schlosspersonal mit wachsender Verwirrung und Besorgnis betrachtet. Niemand weiß, was er sagen soll, um mich aus diesem zombieähnlichen Zustand zu reißen, in den ich aufgrund des Schocks, den die Trauer und der Schmerz und der Verrat in mir ausgelöst haben, abgedriftet bin. Niemand weiß, wie er mir helfen soll.

Ich bin mir nicht sicher, ob mir überhaupt jemand helfen kann.

Den einzigen Menschen, der je eine Chance dazu gehabt hätte, habe ich weggeschickt.

Also wandere ich umher. Ich tigere durch den Palast. Von den Gästezimmern bis zu den Wintergärten. Die großen Treppen hinunter und vorbei an den Ritterrüstungen. Von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen hallen meine Schritte in der Dunkelheit der kalten Gemäuer wider. Sie wanken nicht. Sie beeilen sich nicht. Sie sind ruhig. Ohne Hast.

Warum sollte ich mich beeilen?

Ich kann nirgendwo anders...



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