Jarrett | SIEG DER LIEBE | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Jarrett SIEG DER LIEBE


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-772-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-95446-772-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



So verführerisch und so betörend wie die Rosen in ihrem Garten wirkt die junge Braut Jerusa Sparhawk im Sommer 1771 kurz vor ihrer Hochzeit. Der Mann, der ihr im Schatten der Bäume auflauert, hat jedoch keine Augen für ihre Schönheit. Michel Géricault folgt dem Auftrag seiner geistig verwirrten Mutter Antoinette, Rache zu üben. Deshalb betäubt und entführt er die ahnungslose Jerusa aus Newport. Dadurch will er ihren Vater Gabriel nach Martinique locken, um ihn zu töten. So gnadenlos töten, wie Gabriel einst Michels Vater, den Piraten Christian, umgebracht hat. Auf der Seereise nach Martinique nagen an Michel erste Zweifel: Begeht er nicht ein großes Unrecht an der unschuldigen Jerusa? In einem Sturm durchkreuzt dann das Schicksal seine Pläne: Er strandet mit Jerusa auf einer einsamen Karibikinsel. Hier sind sie nichtlänger Täter und Opfer, sondern ein Mann und eine Frau, die sich im heißen Sand unter Palmen leidenschaftlich lieben. Und als ein Fischerboot die beiden schließlich nach St. Pierre auf Martinique bringt, weiß Michel, dass er sich nie mehr von Jerusa trennen will. Doch kann er seine rachsüchtige Mutter davon überzeugen, den Hass zu begraben?



Hinter dem Pseudonym Miranda Jarrett verbirgt sich die Autorin Susan Holloway Scott. Ihr erstes Buch als Miranda Jarret war ein historischer Liebesroman, der in der Zeit der amerikanischen Revolution angesiedelt war und 1992 unter dem Titel "Steal the Stars" veröffentlicht wurde. Seither hat Miranda Jarrett mehr als dreißig Liebesroman-Bestseller geschrieben, die in 11 Sprachen übersetzt wurden.

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1. KAPITEL


Newport

Rhode Island und Providence

1771

Michel hatte nicht die Absicht gehabt, zum Haus zu gehen, nicht an dem Abend, an dem die Hochzeit stattfinden sollte. Wenn irgend jemand ihn erkannte, würde er riskieren an einem Strick zu baumeln, und wie sollte dann der Gerechtigkeit Genüge getan werden?

Eine weitere Kutsche hielt vor dem Haus, und Michel Géricault zog sich in den Schatten der hohen Hecke zurück. Noch mehr Hochzeitsgäste, noch mehr rotgesichtige, herausgeputzte Engländer mit ihren wenig anziehenden Ladys.

Mon Dieu, wie lächerlich sie alle waren, diese Anglais, und wie sehr er sie hasste!

Die vordere Eingangstür wurde geöffnet, und Licht fiel auf die Straße. Anstelle des Dieners, den Michel erwartet hatte, erschien Captain Sparhawk selbst. Er begrüßte die neuen Gäste, die zur Hochzeit seiner Tochter gekommen waren. Nachdem Michel ihn eine Woche lang beobachtet hatte und ihm wie ein Schatten von seinem Haus zum Kontor und zu seinen Schiffen gefolgt war, konnte Michel ihn nun beinahe gleichgültig ansehen, ohne den glühenden anfangs empfundenen Zorn. Er wusste schon lange, dass Gefühlsregungen jeglicher Art zu Nachlässigkeiten führten, die er sich heute Abend nicht leisten konnte.

Von der Straße her hörte er das leise Lachen einer Frau und die Schritte ihres Begleiters auf dem gepflasterten Gehweg. Michel zog sich tiefer in die üppigen Sträucher zurück, die die Hecke bildeten. Er befand sich in einem kunstvoll angelegten Garten mit einer Laube, in der eine Bank stand. Vom Haus her drang das Gelächter der Gäste zu ihm hinüber. Jetzt hörte er auch, dass Musiker etwas weiter entfernt ihre Instrumente stimmten. Irgendwo schlug eine Kirchturmuhr achtmal.

Er sollte jetzt gehen, ehe es zu spät war. Nur ein Narr würde bleiben.

Aber von seinem Platz aus konnte Michel durch die offenen Fenster ins Innere des Hauses direkt in den Salon blicken. Wie bei einem Theaterstück hatte die Szene ihn, nachdem der Vorhang einmal aufgegangen war, in ihren Bann gezogen. Auf einem reichlich gedeckten Tisch in der Mitte des Raumes stand der Hochzeitskuchen, der auf einem silbernen Teller aufragte und mit weißen Spitzen aus Papier und Girlanden geschmückt war. Auf einem anderen Tisch waren die Hochzeitsgeschenke ausgestellt, ein Vermögen in Silber, das im Kerzenschein funkelte.

Man sagte, dass Captain Sparhawk sich großzügig wie nie zuvor gezeigt hatte, um die Hochzeit seiner geliebten Tochter zu feiern. Was würde er wohl bieten, wenn sie auf einmal spurlos verschwand?

Am anderen Ende des Hauses schimmerte etwas Weißes im Mondlicht und erregte Michels Aufmerksamkeit. Ein heller Vorhang flatterte an einem offenen Fenster. Aber warum nur? Es war doch ganz windstill. Jemand musste den Stoff von innen bewegt haben. Michel berührte den Gürtel mit den Pistolen und dem Messer. Leise fluchte er. Er wünschte, die Straße wäre frei, damit er sich durch die Hecke hätte zurückziehen können.

Aber zu seiner Überraschung erschien als nächstes das Bein einer Lady am Fenster, ein langes, schlankes Bein in seidenem Strumpf, der von einem grünen Band gehalten wurde. Gleich darauf schwang sich die junge Dame über den Sims und sprang ins Gras. Michel fragte sich zynisch, ob sie vor ihrem Vater oder, was wahrscheinlicher war, vor ihrem Ehemann floh, und blickte sich um, ob er möglicherweise ihren wartenden Liebhaber übersehen hatte.

Die junge Dame blieb gerade lange genug stehen, um die Röcke zu glätten. Sie neigte den Kopf mit dem dunklen Haar und strich mit beiden Händen über den cremefarbenen Satin, daraufhin eilte sie über den Rasen. Der Stoff raschelte. Als sie näherkam, traf das Mondlicht direkt ihr Gesicht, und unwillkürlich fluchte Michel wieder.

Sie hörte seine Stimme, blieb wie erstarrt stehen und berührte die Perlenkette, die sie um den Hals trug. Erschrocken spähte sie in die Dunkelheit, bis sie Michel bemerkte.

„Sie haben mich ertappt, nicht wahr?“, fragte sie und lächelte unsicher. „Auf frischer Tat. Sind Sie ein Freund einer meiner Brüder? Ich bin Ihnen noch nie begegnet.“

„Aber ich kenne Sie“, sagte Michel leise. Der Akzent in seiner sanften, tiefen Stimme war kaum noch wahrnehmbar. Es musste beinahe zwanzig Jahre her sein, aber er hätte sie überall erkannt. „Miss Jerusa Sparhawk.“

„Ja, die bin ich.“ Sie deutete einen Knicks an. „Sicher sind Sie ein Freund von Joshua. Er ist mein Lieblingsbruder, aber das ist wohl nur natürlich, wenn man bedenkt, dass wir Zwillinge sind. Doch ich nehme an, dass Ihnen das bereits bekannt ist.“

Michel nickte zustimmend. Oh, er wusste viel über die Sparhawks.

„Miss Jerusa Sparhawk“, wiederholte sie nachdenklich. „Vermutlich sind Sie der Letzte, der mich so nennt. Denn Sie und alle anderen werden Zeugen sein, wenn ich in einer Viertelstunde Mrs Thomas Carberry werde.“

Ihr Lächeln war bezaubernd. Jeder andere Mann wäre ihr sofort treu ergeben gewesen. Er hatte schon viel über ihre Schönheit gehört, ihr ausdrucksvolles Gesicht, die makellose Haut, den reizvollen Kontrast ihres schwarzen Haares zu den grünen Augen und dem roten Mund, aber nichts von alledem konnte ihren Charme und ihre Ausstrahlung beschreiben.

Obwohl das völlig bedeutungslos war, denn sie war noch immer eine Sparhawk, seine Feindin.

„Ist es wirklich eine Liebesheirat, so wie die Leute behaupteten?“ Welche Ironie des Schicksals, dass sie ihn für einen Freund ihres Bruders hielt. Sie vertraute Michel immerhin so weit, dass sie nicht einmal nach seinem Namen fragte.

Wie eine Taube, dachte er grimmig, wie eine arglose kleine Taube, die mir gurrend in die Hände fliegt.

Jerusa blickte ihn fragend an, und die Diamanten in ihren Ohrringen glitzerten. „Sie wagen es, mich zu fragen, ob ich meinen Tom liebe?“

„Tun Sie es?“ Michel vergeudete mehr Zeit, als ihm zur Verfügung stand, aber er wollte genau wissen, wie viel Leid er an diesem Abend über ihre Familie bringen würde.

„Ob ich Tom liebe? Wie sollte ich nicht?“ Atemlos stieß sie die Worte hervor. „Er ist amüsant und aufmerksam und, ach, er sieht so gut aus. Und er tanzt anmutiger als jeder andere in Newport. Außerdem sagt er kluge Dinge, um mich zum Lachen zu bringen, und kleine Artigkeiten, damit ich ihn noch mehr liebe. Wie könnte ich meinen Tom nicht lieben?“

„Ohne Zweifel hat es ihm geholfen, dass er reich wird.“

„Reich?“ Sie sah ihn unschuldig an. „Nun, ich nehme an, dass sein Vater vermögend ist. Das ist meiner auch, wenn Sie es unter diesem Gesichtspunkt betrachten wollen. Aber das ist ganz gewiss kein Grund, um jemand zu heiraten.“

„Natürlich nicht“, stimmte Michel trocken zu. Sie hatte sich niemals vergeblich nach etwas sehnen müssen in ihrem behüteten, kurzen Leben. Wie konnte sie ahnen, was sie zu tun bereit wäre, wenn sie frieren müsste oder hungrig und verzweifelt war? „Aber wenn Sie ihn lieben, so wie Sie es behaupten, warum laufen Sie dann vor Ihrer eigenen Hochzeit davon?“

„Glauben Sie denn, dass ich das tue? Oh, je!“ Sie rümpfte vergnügt die zierliche Nase. „Es ist wegen Mama, wissen Sie. Sie sagt, die Braut müsse in ihrem Schlafzimmer bleiben bis zu dem Augenblick, in dem sie am Arm ihres Vaters die Treppe hinunterschreitet. Wenn nur eine Person mich vorher sieht, bedeutet das Unglück, und ich erstarre im selben Moment zur Salzsäule.“

Zu einer anderen Zeit, mit einer anderen Frau, hätte er gelacht über die Art, wie sie mit den Schultern zuckte und dann leise seufzte. Vielleicht hätte er sich sogar bezaubern lassen.

„Aber ich wollte unbedingt eine Rose aus diesem Garten, von den Büschen dort, und sie mir ins Haar stecken, denn Tom mag Rosen so gern. Da ich eingesperrt war, konnte ich niemand bitten, sie mir zu holen, und deshalb trafen Sie mich hier an. Aber das kann man kaum als Davonlaufen bezeichnen. Ich habe die feste Absicht, auf demselben Weg zurückzukehren, auf dem ich gekommen bin.“

„Haben Sie keine Angst, dass jemand Sie vermissen könnte?“

„Nicht mit all den vielen Gästen, um die man sich kümmern muss.“ Unruhig rieb sie mit dem Daumen über das Perlenarmband an ihrem Handgelenk. Michel stellte überrascht fest, dass sich hinter ihrer Kühnheit große Aufregung verbarg. „Die Zeremonie wird nicht vor halb neun beginnen.“

Was sie auch sagte, Michel wusste, dass die Zeit schnell verrann. Er hatte sich hier schon viel zu lange herumgetrieben. Rasch überlegte er und änderte daraufhin seine Pläne. Jetzt, da sie ihn gesehen hatte, konnte er es nicht wagen, sie gehen zu lassen. Aber vielleicht war es so noch besser als das, was er eigentlich vorgehabt hatte. Seine Finger berührten die kleine Phiole mit Chloroform, die er in der Tasche trug. Sogar Maman würde den Wagemut anerkennen, der nötig war, um eine Braut zu entführen.

„Also sind Sie nicht abergläubisch?“, fragte er leise, während er mit dem Daumen den Korken aus der Phiole schob. „Sie glauben nicht, dass es Unglück bringt, wie Ihre Mutter es vorausgesagt hat, jetzt, nachdem ich Sie gesehen habe?“

Zweifelnd blickte Jerusa ihn an. „Werden Sie es ihr erzählen?“

„Nein, weshalb sollte ich das tun? Sie pflücken jetzt ihre Rosen, ma chère, und dann eilen Sie zurück ins Haus, ehe man Sie suchen wird.“

Sie zögerte, und zu spät merkte er, dass er gedankenlos ins Französische abgeglitten war. Aber ihr Misstrauen verschwand so rasch, wie es gekommen war, und sie lächelte ihn bezaubernd an. Mit einem Anflug von...



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