E-Book, Deutsch, Band 6, 240 Seiten
Reihe: Dreamboys
Janus Tropenhitze
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-9827178-1-4
Verlag: Chris Baer Publishing UG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 6, 240 Seiten
Reihe: Dreamboys
ISBN: 978-3-9827178-1-4
Verlag: Chris Baer Publishing UG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Tilman Janus lebt als freier Autor in Berlin. Er hat Biologie und Bibliothekswissenschaft studiert. Zahlreiche schwule Romane und Kurzgeschichten sind bereits von ihm erschienen, so gut wie immer mit Happy End.
Autoren/Hrsg.
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1. Handbetrieb – oscarverdächtig
Eine rosa Kuppe, die sich aus einer Hautmütze schob. Ein Schaft, der hart aus blauem Jeansstoff ragte und von einer schmalen Hand gepackt wurde. Hin und her bewegte sich die Hand. Immer hin und her. Die Vorhaut gab die Kuppe frei, dann bedeckte sie sie wieder, gab sie wieder frei. Ein heller Tropfen erschien an dem kleinen Pinkelschlitz.
Fasziniert starrte ich auf dieses Schauspiel, so gefesselt, dass ich selbst vergaß zu wichsen. Ein steifer, ein geiler Schwanz! Zum ersten Mal sah ich dieses Wunder bei einem anderen Jungen.
Beim Schulsport, also in der Umkleide, hatte ich öfter fremde Schwänze gesehen, aber die baumelten immer nur herum. Doch Oscars Schwanz, der war total hart. Und Oscar zeigte ihn mir gern!
Ich wollte ihn anfassen, ihn festhalten, wichsen … aber ich traute mich nicht. Zu neu war diese Erfahrung für mich. Ich hatte Angst, dass Oscar es nicht erlauben würde. Zusammen wichsen,ja. Aber den anderen abwichsen? Ich wusste gar nicht, ob Oscar, mein Schulkumpel, eigentlich schwul war. Ich wusste das nur von mir, da aber ganz sicher.
Immerhin hatte Oscar sich bereiterklärt, mich in seinem Zimmer zu empfangen, gleich nach der Schule. Seine Mutter sollte erst am frühen Abend nach Hause kommen, wir waren allein in seiner Wohnung. Er hatte mich schon öfter besucht, mit mir gequatscht, Musik gehört oder Video-Spiele gemacht. Immer ganz harmlos. Nun endlich, an diesem aufregenden Tag Anfang April, hatte er nach dem letzten Klingeln, gleich vor dem Schulportal, angedeutet, »… dass wir ja auch mal was anderes machen könnten, was Geiles!« Und genau das machten wir nun.
Ich hatte überhaupt noch keine Erfahrungen mit Sex. Pornos im Internet, klar, aber in der Wirklichkeit war ich vollkommen unbeleckt. Es war so anders, den Profis im Netz beim Ficken zuzugucken oder in der Realität als Junge auf einen Jungen zuzugehen. Würde der mich auslachen? Mich mobben? Sich angewidert von mir abwenden? Oder mich vor den anderen Schülern outen und bloßstellen? Ach verdammt, es war alles so kompliziert.
Aber nun wenigstens Oscar!
»Los, du auch!«, befahl er und riss mich aus meinen Gedanken.
Ich griff wieder nach meinem Schwanz und rubbelte ihn kräftig durch. Das Gefühl dabei war immer gut. Diesmal noch besser, weil ich Oscars Ständer sah.
»Wer am weitesten spritzt!«, rief er und legte noch zu. Seine Faust schien zu rotieren. Ein neuer Honigtropfen löste sich von seiner Eichel und fiel zähflüssig auf den alten Dielenboden.
Wir standen uns gegenüber, vielleicht einen Meter voneinander entfernt. Unsere Hände flogen. In meinem Innern begann es hochzukochen. Ganz kurz schaute ich auf meinen eigenen Harten, dann wieder auf Oscars. Ein paar dünne, helle Spritzer schossen aus seiner Pissritze und tropften auf den Holzfußboden. Der Anblick, so unscheinbar, wie er auch war, ließ mich laut stöhnen. Die Sahne spritzte mir mit Druck aus dem Schwanz, ein, zwei, drei Schübe und noch ein Nachzucken. Die Silberspur, die am weitesten geflogen war, lag fast vor Oscars Füßen.
»Wow!«, brummte er. »Superweitspritzer!«
»Ich hab gewonnen!«, seufzte ich. Meine Knie waren weich von der Erregung, mein Schwanz immer noch fast hart.
»Ja, du kriegst einen Porno-Oscar! Aber wer so einen Riesenpissriemen hat wie du, der muss ja gewinnen!«, schnaufte er.
Sein dünnes Teil hing schlaff zwischen seinen Fingern. Auch der ganze Oscar war wirklich keine Schönheit – mattblond, blass, dürr und hoch aufgeschossen, dazu ein unregelmäßiges Gesicht. Na, und wenn schon! Er hatte mit mir zusammen gewichst, und er hatte etwas über meine Schwanzgröße gesagt – dann war er vielleicht doch schwul? Ich fragte nicht.
Wir machten die Jeans zu. Oscar wischte unseren Schlabber mit Papiertüchern vom Boden und warf sie in einen Mülleimer.
>Schade drum!<, dachte ich. Mein eigenes Sperma hatte ich schon mal scheu gekostet. Wie müsste das sein, die Milch eines anderen zu schmecken? Sie vielleicht direkt in den Mund gespritzt zu bekommen?
»Wenn du willst, kannst du ja wieder mal herkommen, Danny«, sagte er.
»Okay!«, gab ich zurück. Vielleicht morgen schon? Ihn abwichsen? Oder mehr?
»Aber jetzt hau ab! Meine Mutter kommt gleich nach Hause. Ich will nicht, dass sie blöde Fragen stellt. Scheiße, das stinkt hier nach Wichse!« Er riss das Fenster auf.
Ich trödelte auf dem Nachhauseweg, erinnerte mich sehnsüchtig an den leichten, guten Spermaduft eben. Gleich würde ich zurück sein im langweiligen Familienalltag. Wir lebten zu der Zeit in Göttingen, 120.000 Einwohner, nicht gerade eine Riesenstadt. Ich war dort geboren und kannte außer Ostsee und Nordsee nicht viel von der Welt. Es gab in der Stadt viele Studenten, aber an die traute ich mich noch viel weniger heran als an meine Mitschüler. Vater und Mutter arbeiteten als Zoologen an der Georg-August-Universität, beide mit Doktortitel. Ich war wohl nur ein Ausrutscher, denn eigentlich hatten die Eltern genug mit ihrer Wissenschaftskarriere zu tun, ich fiel meistens hinten runter. Sie waren noch relativ jung, Vater war dreiundvierzig und Mutter vierzig. Sie hatten früh geheiratet, im jugendlichen Überschwang war ich dann wahrscheinlich gezeugt worden, und das war's. Geschwister hatte ich keine, was teils gut, teils aber auch schlecht war. Manchmal fehlte mir ein Leidensgenosse. Ein netter Bruder, der auch schwul wäre … Na ja, Wunschträume! Wahrscheinlich wäre ein Bruder bloß eine kleine Hölle in meinem Leben gewesen.
Ich schloss unsere Haustür auf. Wir wohnten in einem schlichten Einfamilienhaus. Schon im Flur hörte ich meine Eltern laut reden. Es fielen Worte wie »Tropen«, »Ozean« und »Insel«. Das machte mich neugierig. Ich ging ins Wohnzimmer.
»Hi!«, sagte ich. »Wovon sprecht ihr?«
»Ach, Danny, gut dass du endlich da bist!«, rief Mutter. »Stell dir vor, für uns ist eine Forschungsreise zu den Seychellen genehmigt worden! Schon Mitte April soll es losgehen! Bis Ende Oktober! Gerade eben haben wir es von der Fakultätsleitung erfahren.«
»Super!«, sagte ich. »Für euch beide?«
»Ja, das ist ja das Schöne«, gab Vater zurück.
Das fand ich natürlich auch cool. Endlich die beiden Alten aus dem Haus! Für Monate! Pornos gucken und Video-Spiele bis zum Abwinken. Und jetzt noch Oscar zu Wichsrunden einladen und hoffentlich bald mehr. Blasen, ficken … ein Paradies!
»Du kommst selbstverständlich mit auf die Seychellen, Danny!«, sagte Mutter da.
Der Schock traf mich tief. »Ich?« Meine Stimme klang plötzlich ganz dünn.
»Ja, wer denn sonst?Wir lassen dich doch hier nicht monatelang alleine.«
»Ach, das könnt ihr ruhig! Ich kann schon Nudeln kochen und Rührei machen, und außerdem kann ich gar nicht von der Schule weg.«
»Also, da sind wir beim Thema!«, meinte Vater. »Deine Leistungen sind einfach unterirdisch. Wenn du hier allein bliebest, fürchte ich, dass du gar nichts mehr für die Schule tun würdest.«
Mutter nickte.
»Ich verspreche euch, dass ich ganz fleißig sein werde«, erklärte ich.
»Na, wer's glaubt!«, erwiderte Vater.
»Doch, wirklich! Und da in der Wildnis gibt es sicher gar keine Schulen.«
»Bestimmt gibt es dort eine Schule«, meinte Mutter. »Auf der Insel gibt es ein Dorf, also werden auch Kinder existieren, und die müssen schließlich unterrichtet werden.«
»Ich bin kein Kind mehr!«, gab ich beleidigt zurück.
»Natürlich nicht«, beschwichtigte Mutter. »Aber es wird auch schön für dich sein dort. Die ganze Insel ist ein Naturschutzgebiet, ein richtiges Paradies, und es gibt keine Giftschlangen, keine giftigen Spinnen oder Skorpione.«
»Die Insel heißt ja auch >Paradis<«, ergänzte Vater lachend. »Auf den Seychellen haben sie viele seltsame Namen für ihre Inseln. Zwei heißen zum Beispiel >Cousin< und >Cousine
>Ha ha!<, dachte ich. >Blöder geht's wohl nicht!<
»Also, wenn ihr wollt, dass ich besser in der Schule werde, dann kann ich nicht bis Oktober fehlen!«, erklärte ich kategorisch.
»Oh, wir können dort auch eine Hauslehrerin für dich engagieren«, sagte Vater.
Das wurde ja immer schlimmer! Ich wusste nicht, wie ich aus der Nummer rauskommen sollte. Da entschloss ich mich, meine letzte Karte auszuspielen. »Ihr wollt mich also aus allen sozialen Verbindungen herausreißen!«
»Aber Danny!«, sagte Mutter. »In deinem Alter findet man doch schnell neue Freunde. Und vielleicht lernst du da auch ein nettes Mädchen kennen. Oder hast du hier schon eine Freundin und uns das bisher verschwiegen?«
»Ihr seid so was von ätzend!«, rief ich wütend. »Ich will gar keine Freundin haben! Ich bin schwul! Und jetzt hab ich gerade einen Freund gefunden! Und ihr wollt mich ins Exil...




