E-Book, Deutsch, Band 2019, 144 Seiten
Reihe: Julia
James Er ist doch mein Boss!
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-031-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2019, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-031-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der weltberühmte Autor Alexander McDonald fasziniert Sabrina auf den ersten Blick. Doch auch wenn sie ab sofort bei ihm wohnt, um ihm Tag und Nacht als Assistentin zur Verfügung zu stehen, versucht sie ihre Sehnsucht nach seiner Nähe verbergen. Schließlich ist er immer noch ihr Boss! Aber dann nimmt Alexander sie mit in sein Landhaus in Frankreich. Unter der Sonne des Südens sprühen die Funken zwischen ihnen mehr denn je, und Sabrina kann nicht mehr widerstehen. Ein Fehler? Nach einer leidenschaftlichen Nacht, in der sie ihr Herz verliert, tut er, als wäre nichts gewesen ...
Schon als junges Mädchen liebte Susanne James es, sich Geschichten auszudenken. Mit zwölf Jahren vollendete sie stolz ihren ersten Roman und war untröstlich, als dieser nicht veröffentlicht wurde. Eine ganze Weile blieb es bei diesem einen erfolglosen Versuch - und andere Dinge begannen wichtiger zu werden: Sie beendete die Schule, verliebte sich und gründete eine Familie. Ihren Traum, eines Tages Schriftstellerin zu werden, vergaß sie dennoch nie, entschied sich aber bewusst dafür, zuerst ganz für ihre Familie da zu sein. Bis heute sind ihre drei erwachsenen Kinder ihr Ein und Alles - doch endlich ist auch das Schreiben ein großer Teil ihres Lebens. Leider hat ihr Ehemann diesen Erfolg nicht mehr miterleben können. Heute lebt sie mit Toffee, ihrem jungen Cavalier King Charles Spaniel, in Oxfordshire, nahe ihrer Familie. Toffee ist es auch, der entscheidet, wann es Zeit ist, aufzustehen und wann ein Spaziergang dringend nötig ist!
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1. KAPITEL
Sabrinas Puls beschleunigte sich, und unwillkürlich ging sie ein wenig langsamer. Wäre das Gehalt nicht so erstaunlich hoch, käme es ihr nicht in den Sinn, sich ausgerechnet um diese Stelle zu bewerben. Aber eine solche Gelegenheit durfte sie sich nicht entgehen lassen, Melly und sie brauchten das Geld. Sie drückte beide Daumen, dass sie den Job auch bekommen würde.
Dieser Stadtteil im Norden von London war ihr fremd, und während sie die kurze Straße entlangging, fiel ihr auf, dass die Villen etwas vernachlässigt wirkten. Kurz darauf blieb sie vor der Hausnummer dreizehn stehen, der Adresse, nach der sie Ausschau hielt. Hier war von Vernachlässigung keine Spur: Die imposante dunkelblaue Eingangstür war frisch gestrichen, Türklopfer und Klinke glänzten golden in der Sonne des milden Septembermorgens. Aber der beeindruckende Zustand des Hauses war auch nicht verwunderlich, wenn man bedachte, wer hier wohnte …
Sie drückte auf den Klingelknopf und wartete. Ob sie ihn erkennen würde? Sein Bild erschien oft genug in Zeitungen und Zeitschriften – schließlich war er ein weltberühmter Autor –, aber auf Pressefotos konnte man sich nicht immer verlassen.
Die Tür ging auf, und sie erkannte das markante Gesicht mit den tiefen Denkfalten auf der Stirn sofort wieder, ebenso das dunkle, leicht zerzauste Haar. Er musste Ende dreißig, Anfang vierzig sein, denn an den Schläfen zeigten sich bereits die ersten Spuren von Grau. Seine Augen waren blauschwarz, sein Blick prüfend, wenn auch nicht unfreundlich.
„Sabrina Gold?“
Sie nickte. „Ja.“
„Alexander McDonald. Bitte kommen Sie herein.“ Er zog die Tür weiter auf und trat zur Seite. „Haben Sie die Adresse ohne Schwierigkeiten gefunden?“
Seine Stimme war tief und wohlklingend, der Ton sachlich, sein Auftreten weltmännisch und ein wenig einschüchternd. Als er vor ihr die mit dickem Teppichboden belegte Treppe hinaufging, glitt ihr Blick über seine hochgewachsene athletische Gestalt. Anscheinend besucht er regelmäßig ein Fitnessstudio und hat seinen eigenen Trainer.
Nun, Geld spielte in dieser Familie bekanntermaßen keine Rolle, weder für ihn noch für seinen Bruder Bruno McDonald, der sich als Intendant und Produzent erfolgreicher Musicals einen Namen gemacht hatte. Auf der Sunday-Times – Liste der reichsten Engländer belegten die beiden Dauerplätze.
Plötzlich fiel ihr ein, dass sie ihm die Antwort auf seine Frage schuldig geblieben war – außer „Ja“ bei der Begrüßung hatte sie bisher keinen Ton gesagt.
Sie räusperte sich. „Das war nicht schwer, ich bin mit der U-Bahn gekommen. Und bei dem schönen Wetter war der Weg von der Haltestelle zu Ihrem Haus ein Vergnügen.“
Er drehte sich kurz nach ihr um, und was er sah, gefiel ihm. Sie war klein, etwa eins sechzig, und unauffällig mit heller Hose und cremefarbener Seidenbluse gekleidet. Das glatte blonde Haar war aus der Stirn gekämmt, ihr Gesicht regelmäßig und ohne Make-up. Und sie hatte sehr schöne Augen – ausdrucksvoll, mandelförmig und grün. Katzenaugen, ging es ihm durch den Sinn.
Im Obergeschoss angekommen, öffnete er eine Tür und trat zur Seite. „Mein Arbeitszimmer – gewissermaßen das Büro.“
Als sie an ihm vorbeiging, stieg ihm ein diskreter Duft in die Nase. Ein weiterer Pluspunkt! Er verabscheute schwere Düfte und mied Frauen, die wie ein Parfumladen rochen. Die Wahl des Parfums war in Bezug auf seine zukünftige persönliche Assistentin also unerlässlich – wenn er sie nur endlich finden würde! Er seufzte innerlich – war Miss Gold Kandidatin Nummer sechs oder sieben? Er konnte sich nicht mehr erinnern.
Unauffällig musterte Sabrina ihre potenzielle Arbeitsstätte. Der Raum war groß und hell, mit hohen Wänden und bodenlangen Fenstern. Ein Perserteppich bedeckte den größten Teil des dunklen Parkettbodens, und auf den Wandregalen reihten sich Hunderte von Büchern. Im Zentrum prangte ein schwerer Mahagoni-Schreibtisch mit Computer und Telefon, Notizblöcken und weiteren Schreibutensilien. Ein wenig abseits stand der Schreibtisch für seine Mitarbeiterin – kleiner, aber gleichfalls mit Computer und Telefon ausgerüstet. Zwei Polstersessel und ein altmodisches braunes Sofa vervollständigten die Einrichtung.
Alexander rückte einen davon zurecht. „Nehmen Sie Platz, Miss … äh … Gold“, sagte er, bevor er sich in den tiefen Drehsessel hinter seinem Schreibtisch fallen ließ.
„Vielen Dank.“ Während Sabrina der Aufforderung nachkam, drückte sie erneut die Daumen – hoffentlich klappte es …
„Wie ich sehe, haben Sie ein Diplom in Psychologie“, bemerkte er nach einem Blick auf das Bewerbungsschreiben vor ihm. „Sind Sie sicher, dass Ihnen die Tätigkeit einer Sekretärin … äh …“, unmerklich zuckte es um seine Lippen, „… zusagen würde?“
Überrascht sah sie auf – von jemandem mit seinem Prestige hatte sie diese Frage nicht erwartet. Vielleicht wäre es besser, ihm, was ihre gegenwärtige Lage betraf, reinen Wein einzuschenken.
„Was Sie meinen, Mr McDonald, ist, warum suche ich nicht eine Position, die meinem Können entspricht, habe ich recht? Die Antwort ist simpel: Bei den derzeitigen Budgetkürzungen ist das aussichtslos. Das Personal der Firma, bei der ich tätig war, wurde um die Hälfte reduziert, und ich gehöre zu denen, die man, wie es so schön heißt, freigestellt hat.“ Sie machte eine Pause. „Im Klartext bedeutet das, ich wurde entlassen, weil man sich jemanden mit meinen Qualifikationen nicht mehr leisten konnte und ich nicht bereit war, eine minderwertige Tätigkeit bei geringerer Bezahlung zu akzeptieren.“ Sie schwieg einen Moment. „Das Gehalt, das Sie zu zahlen bereit sind, hat mich bewogen, mich um die Stelle bei Ihnen zu bewerben.“
Sabrina schluckte – wie sich das anhörte! Ein paar Worte der Erklärung ließen sich wohl nicht umgehen. „Es ist nicht so, dass ich auf Reichtümer versessen bin“, sagte sie ruhig. „Aber ich kann es mir nicht leisten, für einen Hungerlohn zu arbeiten. Ich brauche das Geld.“
Und wie ich es brauche! Vor ein paar Monaten hatten Melly und sie ein kleines Reihenhaus erworben und mit ihm eine gesalzene Hypothek.
Alexander betrachtete sie stumm – ihre Offenheit gefiel ihm. Sie hätte ihm etwas vorlügen können – den Wunsch nach neuen Erfahrungen, ein Interesse an Literatur, irgendetwas. Stattdessen sagte sie die Wahrheit, auch wenn es ihr nicht leichtzufallen schien.
Er beugte sich erneut über das Bewerbungsschreiben. „Hier steht, dass Sie mit allen Büroarbeiten vertraut sind und sich mit Computern gut auskennen. Letzteres ist besonders wichtig, denn ich konnte mich mit ihnen nie richtig anfreunden. Block und Bleistift sind mir lieber, aber leider geben sich mein Agent oder der Verleger damit nicht zufrieden.“ Mit einem schiefen Lächeln sah er auf. „Ich nehme an, das liegt an meiner Handschrift.“
„Bürotechnik ist für mich kein Problem, Mr McDonald, aber natürlich wüsste ich gern, was sonst noch auf mich zukommen würde.“
Eine Weile blieb es still. Während Sabrina auf eine Antwort wartete, studierte sie eingehend das Teppichmuster zu ihren Füßen.
„Sind Sie verheiratet, Miss Gold?“, fragte er abrupt. „Haben Sie Kinder?“
„Weder noch. Meine Schwester und ich, wir leben zusammen. Nur sie und ich“, bekräftigte sie. „Vor Kurzem habe ich – ich meine, haben wir – ein Haus gekauft, das wir nicht verlieren möchten.“
Er nickte. „Ist Ihre Schwester berufstätig?“
„Sie hat keine Vollzeitbeschäftigung“, erwiderte Sabrina, seinem Blick ausweichend. „Ihre … Gesundheit ist nicht die beste; sie war schon immer ein wenig anfällig. Wenn ihr nichts fehlt, gibt sie Aerobic-Klassen und Tanzunterricht.“ Dass Melly eine hervorragende Tänzerin war und sehr gut singen konnte, behielt sie für sich. Ebenso, dass sie schon zwei Mal erfolglos für seinen Bruder, den Produzenten, vorgesungen hatte.
Alexander ließ sie nicht aus den Augen. In den Sessel zurückgelehnt, verfolgte er das Wechselspiel der Emotionen auf ihrem Gesicht; die Schwester stand ihr offenbar sehr nahe. Abrupt setzte er sich auf.
„Genau genommen suche ich keine Sekretärin, sondern eine Assistentin, Miss Gold. Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass die Arbeitszeit nicht unbedingt neun bis fünf ist. Wie Sie wissen, bin ich Schriftsteller, und es kommt vor, dass ich mit dem Abgabetermin eines Buchs in Schwierigkeiten gerate. In dem Fall würde ich von Ihnen erwarten, dass Sie abends länger bleiben oder morgens früher kommen, manchmal auch beides.“ Das Haar aus der Stirn streichend, lehnte er sich wieder zurück. „Ihrer Vorgängerin Janet wurde die Arbeit letztlich zu anstrengend. Sie war bedeutend älter als Sie und zog es vor, in den Ruhestand zu gehen, um sich ganz ihrem Garten zu widmen. Nach über zehn Jahren als meine Assistentin kann ich ihr das nicht verdenken.“ Er schwieg eine Weile. „Um auf Ihre Frage zurückzukommen – was ich von Ihnen erwarte, ist, dass Sie gleichzeitig Vorleserin, Redakteurin und Sekretärin sind. Das heißt, Sie erledigen Ablage, Tagespost und alle Anrufe. Sie übertragen meine Manuskripte in den Rechner, finden alles, was ich irgendwo hinlege und dann vergesse, und behalten die Nerven, wenn ich frustriert bin. Die Zusammenarbeit mit mir ist nicht ganz einfach, das gebe ich zu.“ Er lächelte schief. „Nun? Könnten Sie damit leben?“
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