Jacobs | Gesucht - gefunden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 119 Seiten

Reihe: Digital Edition

Jacobs Gesucht - gefunden

Digital Edition
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-8805-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Digital Edition

E-Book, Deutsch, 119 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-8805-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



A. B. - seine Initialen! Mehr weiß Sarah nicht von dem äußerst charmanten und gut aussehenden Fremden, dem sie in einer Buchhandlung über den Weg lief. Eins weiß sie allerdings genau: Sie hat sich auf den ersten Blick in ihn verliebt und muss ihn wiederfinden ...

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1. KAPITEL

Es war einer dieser Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. So erging es zumindest Sarah, als sie auf den Wecker starrte und sich ungläubig die Augen rieb. Mist, schon 8.30 Uhr. Sie hatte verschlafen! Wieder einmal. Ihre Chefin würde ihr bestimmt den Hals umdrehen, wenn sie mit einer Stunde Verspätung in das X-tra-Atelier kommen würde.

„Mist, Mist, Mist“, murmelte sie, während sie ihre langen Beine aus dem breiten Doppelbett schwang und Richtung Badezimmer ging.

In der Wohnung war es leise und dunkel. Ihr Freund Markus war also schon weg.

„Erst mal einen Kaffee“, sagte Sarah zu Kitty, ihrer schwarzen Katze, die hungrig um ihre Beine strich, während Sarah sich an der Espressomaschine zu schaffen machte. Normalerweise hätte sie sich über den Anblick der gemütlichen Wohnküche in der geräumigen Altbauwohnung in Hamburg-Eppendorf gefreut. Heute jedoch war sie nur genervt, weil sie keine Lust auf eine erneute Diskussion mit ihrer Chefin Karen Jansen hatte.

Nachdem sie die Kaffeemaschine angestellt hatte, betrat Sarah gähnend das Badezimmer und betrachtete ihr Spiegelbild. Der Anblick war keineswegs unerfreulich: Mit ihren 1,75 Metern und der schlanken Figur war sie mehr als zufrieden. Auch mit ihren karamellfarbenen, halblangen Haaren, die sie locker hochsteckte, damit sie beim Duschen nicht nass würden. Sarahs eigentlicher Stolz waren neben ihrer Figur jedoch die warmen, tiefbraunen Augen, mit denen sie „wie Bambi“ schauen konnte, wie Markus immer sagte.

Der Bambi-Blick wird mir heute bei Karen Jansen vermutlich nichts nützen, dachte Sarah und drehte den Wasserhahn auf. „Der müsste auch mal wieder entkalkt werden“, stellte sie später genervt fest, als nur ein dünner Strahl aus dem Duschkopf tröpfelte. „Okay, nichts wie raus hier“, sprach Sarah sich selbst Mut zu, schlüpfte in ihren Bademantel und ging in die Küche, um den Espresso zu trinken. Doch anstelle des ersehnten Kaffees erwartete Sarah eine Maschine, die verbrannt roch. Sie hatte vergessen, Wasser einzufüllen, und so war lediglich das Espressopulver erhitzt worden. „Welch ein grauenvoller Morgen“, kommentierte sie ihren Start in den Tag, zog sich in Windeseile an und verließ das Haus, um an ihren Arbeitsplatz zu gehen.

„Frau Mommsen, nett, dass Sie auch mal vorbeischauen“, begrüßte die Jansen sie, und Sarah musste sich schwer zusammenreißen, um nicht schnippisch zu reagieren.

„Guten Morgen, Frau Jansen. Es tut mir leid, ich habe verschlafen.“

„Das sehe ich“, lautete die unfreundliche Antwort. „Wenn das noch einmal passiert, sehe ich mich gezwungen, mir eine andere Mitarbeiterin zu suchen“, sagte ihre Chefin noch drohend, bevor sie zu Sarahs großer Freude das Atelier verließ.

„Mann, was machst du nur?“, fragte Molly, Sarahs beste Freundin und persönliche Assistentin von Karen Jansen. „Das ist schon das dritte Mal innerhalb von zwei Wochen, dass du zu spät kommst“.

„Nun schimpf du nicht auch noch mit mir“, erwiderte Sarah und sah ihre Freundin bittend an.

„Soll ich dir einen Kaffee holen?“, fragte Molly hilfsbereit, und Sarah nickte dankbar. „Ja, das wäre super. Ich habe nämlich noch nicht gefrühstückt. Und wenn du mir noch einen Bagel …“

„… mit Rucola und Mozarella mitbringen könntest, wäre das wundervoll“, vervollständigte Molly den Satz und war im nächsten Moment schon über die Straße gegangen, um im Coffeeshop das Frühstück für ihre Freundin zu besorgen. Wie nahezu jeden Morgen, seit Sarah „ein kleines Formtief“ hatte, wie sie es selbst nannte. Dieses Formtief hatte hauptsächlich mit ihrem Freund Markus zu tun, mit dem es seit einiger Zeit nicht mehr so gut lief, aber auch mit Karen Jansen. Die Spannungen zwischen den beiden waren mittlerweile unübersehbar.

Sarahs Freundin Molly – die eigentlich Mona-Lisa hieß – machte ihrem Namen alle Ehre, brachte sie es doch bei der winzigen Größe von 1,60 Metern auf ein kleines bisschen zu viel Gewicht, was ihr jedoch bestens stand, wie Sarah ihr immer wieder versicherte. Ihre roten Locken bildeten einen reizvollen Kontrast zu ihrem milchweißen Teint, den ein paar Sommersprossen zierten. Insbesondere auf der Nase, was Sarah besonders gefiel.

„Ein Bagel und zwei Latte macchiato mit Sojamilch zum Mitnehmen“, sagte die Mitarbeiterin des Coffeeshops und reichte eine Tüte über den Tresen. Am liebsten hätte Molly sich einen von den lecker duftenden Muffins mitgenommen, doch sie war gerade dabei, für einen Badeurlaub auf Lanzarote in Form zu kommen, also widerstand sie der köstlichen Verführung tapfer. Innerlich seufzend verließ sie den Coffeeshop, um wieder in das Atelier zurückzukehren.

„Tausend Dank, du bist eine echte Freundin!“, bedankte sich Sarah eine Minute später und schnappte sich ihr Frühstück. „Beim nächsten Mal bin ich dran.“ Während die beiden Freundinnen Kaffee tranken, piepste Mollys Handy und kündigte den Eingang einer SMS an. „Guten Morgen, meine Süße. Freust du dich auch schon so auf unseren Urlaub? Ich liebe dich!“, hatte ihr Mann Philipp gesimst.

„Du hast es gut“, kommentierte Sarah den Wortlaut der SMS, als sie ihrer Freundin zusah, wie diese eine Antwort tippte. „Ich würde mich freuen, wenn Markus mir auch mal wieder so was Nettes schriebe.“

Molly, seit einem Jahr glücklich mit Philipp verheiratet, lächelte ihre Freundin aufmunternd an. „Das wird schon wieder, mach dir keine Sorgen“, sprach sie Sarah Mut zu. „In jeder Beziehung gibt es mal Phasen, in denen es ein wenig kriselt. Schließlich seid ihr im verflixten siebten Jahr, da ist man vielleicht nicht mehr frisch verliebt. Aber das wird schon wieder. Markus und du, ihr seid doch wie füreinander geschaffen!“

Während sie dies sagte, musste sie lächeln, weil sie daran dachte, wie Philipp heute morgen erst ihre Füße massiert und ihr dann das Frühstück ans Bett gebracht hatte. Auf dem Tablett stand ein Glas mit heißem Wasser und einem Stück Ingwer, angeblich das neueste Schlankheitswunder, und ein Teller mit Knäckebroten und Obst. Als Molly die Scheiben auseinanderklappte, fand sie in der Mitte anstelle des erwarteten Frischkäses einen Gutschein für einen Sonntagsbrunch im „Café Engel“ an der Elbe, ihrem Lieblingsort zum Frühstücken.

Beide Freundinnen waren in Gedanken versunken, die eine glücklich und zufrieden, die andere schlecht gelaunt und mit sich hadernd, und so begannen sie mit ihrer Arbeit. Heute war eine Lieferung mit neuen Dekostoffen aus Mailand gekommen, die es zu sortieren und mit Preisen auszuzeichnen galt. Das X-tra war ein renommiertes Atelier für Innenausstattung und Textildesign. Sarah war froh, nach ihrem Studium einen der begehrten Jobs in dieser Branche ergattert zu haben, und so nahm sie sich wieder einmal vor, ihre Chefin mit besonderem Engagement in den nächsten Tagen versöhnlich zu stimmen.

In diesem Moment betrat Karen Jansen das Atelier und musterte die beiden Freundinnen eindringlich. „Besonders weit sind Sie ja noch nicht gekommen“, stellte sie in zickigem Ton fest und sah besonders Sarah streng an.

„Würden Sie bitte das Fenster neu dekorieren? Ich finde, dass wir die neuen Stoffe und die Accessoires, die wir gestern von der Möbelmesse bekommen haben, unbedingt schnellstmöglich präsentieren sollten“, befahl sie schnippisch. „Ich muss noch mal los, komme aber um 17 Uhr wieder. Bis dahin erwarte ich eine niegelnagelneue Fensterdeko, ist das klar?“

„Ist klar“, antwortete Sarah und betete innerlich, dass Karen Jansen sich umgehend in Luft auflösen möge. Trotz aller Vorsätze würde das zwischen ihnen beiden vermutlich nicht mehr lange gut gehen. Seufzend rieb sie sich den schmerzenden Nacken, der immer dann verrückt spielte, wenn Sarah im Stress war.

„Okay, dann wollen wir mal“, murmelte sie, während sie einen Korbstuhl aus dem Schaufenster wuchtete, um dort Platz für die neue Dekoration zu schaffen. Kaum hatte sich die Tür hinter der Jansen geschlossen, streckte Molly ihr die Zunge raus.

„Blöde Zimtzicke“, sagte sie mit einem mitleidigen Blick auf Sarah. „Auf dich hat sie es ja neuerdings besonders abgesehen.“

Ihre Freundin antwortete nicht, weil sie gerade dabei war, nun auch eine Truhe im Kolonialstil aus dem Fenster zu holen. Sie zog und zerrte, und in der Sekunde, als Molly ihr zu Hilfe eilen wollte, stieß sie das Tischchen um, das vor dem Schaufenster stand. Und dann fiel alles, was darauf gestanden hatte, mit lautem Scheppern zu Boden.

„Oh nein“, rief Molly mit schreckgeweiteten Augen, als sie das Chaos sah. Ein Tablett mit Espressotassen, eine Zuckerdose, ein Milchkännchen, ein Strauß Amaryllis, aber vor allem die sündhaft teure antike Vase aus Meissner Porzellan waren mit einem Schlag zu Bruch gegangen. Sarah konnte nur „Mist“ sagen und auf die Scherben starren. Heute war wirklich nicht ihr Tag. Dann kamen ihr die Tränen …

„Was hältst du davon, wenn ich das hier in Ordnung bringe und du währenddessen einmal um den Block gehst?“, fragte Molly mitfühlend. „Und wenn du dich einigermaßen beruhigt hast, kommst du wieder und wir dekorieren gemeinsam das Fenster.“

„Würdest du das wirklich tun?“, fragte Sarah tränenüberströmt und umarmte ihre Freundin. „Ich weiß auch nicht, was heute mit mir los ist. Vielleicht brauche ich wirklich etwas Sauerstoff oder Urlaub.“

Eine Minute später stand sie vor dem X-tra-Atelier und atmete tief die kalte Winterluft ein. Dann ging sie Richtung Park, um dort die eine oder andere Runde zu drehen. Auf dem Weg dahin kam sie an den Schaufenstern der...



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