Hurst | Die Pestheilerin von Straßburg | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten

Reihe: Die Straßburg-Saga

Hurst Die Pestheilerin von Straßburg

Historischer Roman - Band 2 der großen Straßburg-Saga über die unmögliche Liebe einer Heilerin und eines Scharfrichters in den dunklen Zeiten des Mittelalters
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96148-986-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman - Band 2 der großen Straßburg-Saga über die unmögliche Liebe einer Heilerin und eines Scharfrichters in den dunklen Zeiten des Mittelalters

E-Book, Deutsch, Band 2, 348 Seiten

Reihe: Die Straßburg-Saga

ISBN: 978-3-96148-986-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Schwarze Tod lauert überall: Der mitreißende Historienroman »Die Pestheilerin von Straßburg« von Bestseller-Autorin Heidrun Hurst als eBook bei dotbooks. Straßburg im Jahre 1349: Der Schatten der herannahenden Pest liegt über der Stadt, Unheil brodelt in den Gassen und Finsternis schleicht sich in die Herzen der Menschen ... Das Kloster am Rande Straßburgs scheint der letzte Ort des Friedens zu sein - bis dort eine Todsünde begangen wird: Eine der Nonnen hat sich erhängt ... und bald folgen weitere dem dunklen Ruf des Todes. Die kräuterkundige Adelheid, die selbst viele Jahre im Kloster lebte, hegt den schrecklichen Verdacht, dass in Wahrheit ein perfider Mörder sein Unwesen treibt. Aber warum schlägt er dort zu, wo nur Unschuld zu finden ist? Als die Pest über Straßburg hereinbricht, droht die Stadt im Chaos zu versinken - Adelheid und ihr Verlobter Martin, der Sohn des Henkers, setzen alles aufs Spiel, um so viele Menschen wie möglich vor der tödlichen Epidemie zu retten ... und dem eiskalten Mörder. Doch wird der Preis dafür ihr Leben sein? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der packende historische Roman »Die Pestheilerin von Straßburg« von Heidrun Hurst - nach dem Bestseller »Der Teufel von Straßburg« der zweite schillernde Historienroman über die Klosterschülerin Adelheid, den Scharfrichtersohn Martin - und ihre Liebe, die als helles Licht in der dunklen Zeit der Pest erstrahlt. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Heidrun Hurst, geboren 1966 in Kehl am Rhein, ging schon als Kind gerne mit Hilfe von Büchern auf Reisen in fremde Welten und ferne Zeiten. Ihr Hunger nach geschriebenen Abenteuern und Literatur wurde schließlich so groß, dass sie sich einige Jahre später selbst dem Schreiben widmete. Seitdem veröffentlicht sie historische Romane, für die sie mit Leidenschaft und Neugier tief in die Recherche längst vergangener Zeiten eintaucht. Die Autorin im Internet: heidrunhurst.de facebook.com/heidrun.hurst instagram.com/heidrunhurst Bei dotbooks veröffentlichte Heidrun Hurst ihre dreibändige STRASSBURG-SAGA, die im eBook und Print erhältlich ist und als Hörbücher bei Saga Egmont. Bei dotbooks veröffentlichte sie im eBook auch ihre dreibändige RHEINTAL-SAGA sowie ihre zweibändige VIKING KINGDOM-Saga, die als Hörbücher bei Saga Egmont erhältlich ist. Bei dotbooks erscheint außerdem im Print und eBook »Die Tochter der Kelten«, der erste Roman in ihrer großen KELTEN-SAGA.
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22. Mai 1349


Das erste, zaghafte Licht der Dämmerung lag über dem Straßburger Richtplatz und weckte die Singvögel, deren Gezwitscher aus den dunklen Umrissen von Hecken und Bäumen immer mehr anschwoll. Martin und Veit waren fast zu Hause.

Nach der Hinrichtung hatten sie einen weiteren Tag bei Bentz und Gerlin verbracht, um in dem winzigen Scharfrichterhaus die bestandene Probe gebührend zu feiern. Sie mussten ohnehin auf den gesiegelten Brief des Zaberner Richters warten, der Martin als Meister bestätigte und ihn so zum selbstständigen Richten berechtigte. Länger hätte es Martin dort nicht ausgehalten. Er sehnte sich nach Adelheid und wollte ihr unbedingt erzählen, wie gut es gelaufen war.

Auf ihrer gestrigen Wanderung war ihm das Tal nie schöner erschienen als auf diesem Rückweg. Die sanft geschwungenen Linien der Berge, das friedvolle Grün der Wälder und die Geräusche des Lebens, die sie von überallher vernahmen. Sogar eine mehrere Fuß hohe, moosbewachsene Steinsäule am Wegesrand konnte ihn begeistern, die hier umgestürzt und halb in die Erde gesunken dem nutzlosen Schicksal des Vergessens überlassen wurde. Vermutlich war sie schon sehr alt und hatte bereits den Römern als Wegweiser gedient. Die tiefen Linien der eingemeißelten Schrift hatten sich mit dem Dreck vergangener Jahre gefüllt und waren kaum noch zu erkennen. Überall fand man Spuren der einstigen Herrscher. Selbst in Straßburg waren sie gewesen, und manche sagten, dass man ihnen die Gründung der Stadt zu verdanken hatte.

Über all das dachte Martin nach, als er, erfüllt von einem Gefühl der tiefen Zufriedenheit, auf der Zaberner Straße wanderte. Natürlich lag es daran, dass die Hinrichtung geglückt war. Vielleicht aber auch, weil er noch lebte und dies alles in sich aufnehmen konnte, während der frevlerische Raubritter nun in einem kalten Grab lag. Walther von Dossenheim hatte erbarmungslos gequält und gemordet. Bei ihm selbst sah es ganz anders aus. Ihm fiel es nicht leicht, einen Menschen zu töten oder ihm Schmerz zuzufügen – doch die Arbeit musste getan werden. Und dennoch wäre es falsch, Freude dabei zu empfinden, dachte er. Sein Gewissen ließ dies nicht zu.

Trotz alledem brannte er darauf, Adelheid endlich die gute Neuigkeit zu bringen. Zwar würde die erforderliche Wanderschaft sie für einige Zeit trennen, aber wenigstens würde er nun einen Lohn für seine Arbeit erhalten. Einen Teil davon wollte er eisern sparen, um ihnen eine gemeinsame Zukunft zu sichern.

Obwohl Martin seinen Vater zur Eile angespornt hatte, hatten sie es am Vorabend nicht mehr geschafft, die Stadt vor der Schließung der Tore zu erreichen. Zu seinem Verdruss mussten sie eine weitere Nacht unter freiem Himmel verbringen, wo sie in der Nähe des Straßburger Hinrichtungsplatzes ein Lager aufschlugen. Voller Ungeduld hatte er den mürrischen Veit noch vor Sonnenaufgang geweckt, um als Erste an den Stadttoren zu sein.

Überraschenderweise waren die beiden Männer um diese Zeit nicht allein. Eine Gruppe Reisender zu Pferde hatte sich ebenfalls schon auf den Weg gemacht. Noch erstaunlicher jedoch waren die weiß gewandeten Gestalten, die über den Schindanger schwebten.

Martin stockte das Herz. Waren das die Geister der verlorenen Seelen, die aus ihren Gräbern stiegen, um ruhelos umherzuwandern? Früher hatte er den Geschichten nicht so recht geglaubt, die man unartigen Kindern erzählte, doch es war etwas anderes, es mit eigenen Augen zu sehen.

Veit packte ihn am Arm und blieb wie angewurzelt stehen. Auch ihm schien nicht ganz wohl zu sein. Nur wenige Atemzüge später intensivierte sich das Licht und gab den Dingen mehr Tiefe. Das Trugbild verpuffte vor ihren Augen. »Das sind Reuerinnen«, stellte er erleichtert fest.

Was suchen sie auf dem Schindanger?

Normalerweise häutete der Schinder hier die verendeten Tiere und verscharrte die unbrauchbaren Reste der Kadaver in der Erde. Der Ort war so unrein wie der Richtplatz, und ganz gewiss hatten Nonnen hier nichts zu suchen. Wahrscheinlich hielten sie sich deshalb ganz am Rand des Platzes auf. Der anbrechende Morgen musste ihnen bei dem, was sie taten, zuvorgekommen sein. Ängstlich blickten sie sich um, als ob sie etwas zu verbergen hätten. Doch es war offensichtlich, dass es ein mit Tuch umwickelter Körper war, der eben in einer Grube verschwand.

Der Wind wehte einen schauderhaften Gestank aus dem frisch geschaufelten Loch zu ihnen herüber. Drei von ihnen begannen hastig damit, es zu schließen. Zwei weitere stellten sich vor den mitgeführten Karren und versuchten, die Bemühungen der anderen mit ihren Gewändern zu bedecken. Ein etwas unglückliches Ablenkungsmanöver, das nur unzureichend gelang. Ihr Benehmen war so auffällig, dass auch die anderen Reisenden ihnen neugierige Blicke zuwarfen.

»Was um alles in der Welt tun sie hier?«, raunte Veit.

»Eine tote Ziege begraben sie jedenfalls nicht«, entgegnete Martin.

»Nein. Sie wäre kleiner. Außerdem würde man dafür kein Leintuch verschwenden.«

Die beiden Männer verschränkten die Arme vor der Brust und blieben nachdenklich stehen, was die Nonnen noch nervöser machte.

»Sie vergraben einen Leichnam«, stellte Veit nüchtern fest. »Alles andere ergibt keinen Sinn.« Dennoch kam er nicht umhin, ihnen etwas zuzurufen. »Was tut Ihr da?«

»Das geht dich nichts an«, erwiderte eine der Nonnen abweisend. Ihr besorgter Blick glitt in die Richtung der Männer zu Pferde, zu denen sich nun ein paar Bauern gesellten, die ihre Waren in die Stadt bringen wollten. Die Zuschauer behagten ihr nicht. Vermutlich war es nicht einfach gewesen und hatte zu lange gedauert, den schweren Leichnam auf den holprigen Wegen die vom Kloster hierherführten, zu transportieren.

Veit zuckte mit den Schultern. Er war es gewohnt, dass man ihn nicht freundlich behandelte. »Lass uns weitergehen. Ich werde den Schinder fragen, was hier vor sich geht.«

Gedankenverloren setzten sie ihren Weg fort. Dann waren sie wieder in der Stadt, tauchten ein in das Gewebe aus Gerüchen, Geräuschen und erwachender Betriebsamkeit. Die Ausdünstungen von Rauch, Fäkalien und frisch gegarten Speisen waren überwältigend, doch bald schon traten sie in den Hintergrund. Wie der lang gezogene Schrei eines Esels, das Geschnatter der Frauen und das fordernde Krähen eines Säuglings gehörten sie zur steten Gewohnheit des Stadtlebens.

Vor allem aber gab es Wichtigeres zu tun, und Martin wollte nichts lieber, als so schnell wie möglich zu Adelheid.

Adelheid erwachte mit dem ersten Zwitschern der Vögel. Blinzelnd sah sie sich um. In dem kleinen Häuschen, im Gerberviertel Straßburgs, erwachte das Licht. Mit gemächlicher Beschaulichkeit verdrängte es die Schatten und ließ den Kesselgalgen dunkel über der erloschenen Feuerstelle emporragen. Sie hörte das Kratzen von Theoderichs Krallen. Die Elster plusterte sich auf und begann auf der Stange, die dem schwarz-weißen Vogel als Nachtlager diente, sein Gefieder zu putzen. Gertrudis lag noch in tiefem Schlummer neben ihr.

Adelheid rekelte sich und dachte an Martin. Ob er heute zurückkehren würde? Hoffentlich war alles gut gegangen! Adelheid wusste von Martins Handwerk, und dennoch liebte sie ihn, obwohl sie das selbst nie für möglich gehalten hätte. Vor Kurzem war sie noch Oblatin im Kloster St. Klara gewesen, und nun würde sie ohne den Segen der Kirche heiraten müssen, denn dieser stand einem Scharfrichter nicht zu.

Nun gut, dachte Adelheid, wenn es die Kirche so will, werden wir eben ohne ihren Segen unser Leben teilen. Doch ihren Glauben würde sie trotzdem nicht aufgeben. Allem Widerstand zum Trotz! Langsam richtete sie sich auf und glitt von ihrem Strohsack.

Auch Veit war nicht erfreut über den starrköpfigen Wunsch seines Sohnes, sie zur Frau zu nehmen. Doch Martin hatte daran festgehalten, bis Veit schließlich knurrend nachgab. Sein Weib, von dem sie nun wusste, dass sie Brida hieß, hatte einen nicht unerheblichen Anteil daran. Adelheid mochte Brida, die still und unscheinbar im Hintergrund agierte, aber dennoch die Fäden der Familie in der Hand hielt. Sie hatte Veit dazu gedrängt, dem Glück seines Sohnes nicht im Wege zu stehen, und hatte ihn zu der Einsicht gebracht, dass es so am besten war.

Möglicherweise hatte ihn auch die Tatsache umgestimmt, dass Adelheid und Martin den Kindsmörder Jobst zur Strecke gebracht hatten, der viele Monate lang die Stadt in Angst und Schrecken versetzt hatte. Jobst hatte es am Ende vorgezogen, sich selbst zu richten. Er stürzte sich vom Gerüst des Münsters, um sich einer grausamen Strafe zu entziehen. Doch man hatte seinen zerschmetterten Leib nachträglich aufs Rad geflochten und sein hochmütiges Weib mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt.

Adelheid war nun auf den Beinen. Um Gertrudis nicht zu stören, schlich sie an den hölzernen Regalen und etlichen Kochgeräten vorbei, die ordentlich an ihren Haken hingen.

An einer der fleckigen Wände hing ein einfaches Holzkreuz. Dort kniete sie nieder, senkte den Kopf und faltete ihre Hände. Nun, da sie das Kloster mit seinen täglichen Horen verlassen hatte, war es nicht einfach, ein geordnetes Glaubensleben aufrechtzuerhalten. Im Kloster hatte sie keine einzige Nacht durchgeschlafen. Doch nun weckte sie niemand mehr, und es war schwierig, sich in dieser Freiheit nicht zu verlieren. Sie hatte sich fest vorgenommen, wenigstens morgens und abends ein Gebet zu sprechen. Denn selbst wenn die Kirche sich gegen sie stellte, konnte sie nicht glauben, dass Gott dies auch tat.

Gertrudis erwachte gähnend, während Adelheid den Geruch aus Kräutern und kalter Asche in sich aufsog und in den gleichmäßigen Rhythmus eines Gebets...



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