Max Webers Spätwerk und die fiskalische Verfassung einer neuen deutschen Demokratie
Buch, Deutsch, 777 Seiten, Format (B × H): 163 mm x 235 mm, Gewicht: 1264 g
ISBN: 978-3-428-19415-5
Verlag: Duncker & Humblot GmbH
Rasante Jahre liegen hinter ihm und der Welt, als Max Weber 1920 plötzlich stirbt. Im Krieg war er als politischer Publizist bekannt geworden, der sich liberaldemokratischen Staatsreformen verschrieb. Nach Kräften kämpfte Weber dabei für eine Zentralisierung parlamentarisch kontrollierter Staatsfinanzen – für ein System, das später als 'steuerstaatlicher' Standard galt. Dafür halfen Webers tiefe Kenntnisse einer im Wortsinn 'politischen' Ökonomie. Denn wie die reichhaltige Literatur meist übersieht: Weber war auch Finanzökonom und Politischer Fiskalsoziologe. Angesichts der Doppelgefahr von revolutionärem Sozialismus auf der einen und reaktionärer Feudalkraft des Hegemonialstaats Preußen auf der anderen Seite standen jedoch 1918/19 die Chancen für eine steuerstaatliche Bundes-Republik schlecht. Umso radikaler stellte sich Weber gegen neuen Raubbau und alten Reichtum. Dieser Aktivismus färbte auf alle Spätschriften ab, wie diese fiskaldemokratische Neuinterpretation aufzeigt.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Politische Systeme Demokratie
- Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftsgeschichte
- Wirtschaftswissenschaften Volkswirtschaftslehre Volkswirtschaftslehre Allgemein Wirtschaftstheorie, Wirtschaftsphilosophie
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Politische Ideologien Sozialismus
- Wirtschaftswissenschaften Volkswirtschaftslehre Wirtschaftssysteme, Wirtschaftsstrukturen
Weitere Infos & Material
Erster Teil
Parlamentarismus, Kapitalismus, Fiskalismus - oder: Kriegsniederlage als steuerstaatliche Demokratisierungschance – Der andere Ökonom. Politologische Rechtfertigung des Themas, Einwände und Methode – Panoramen und Probleme – die politisch-ökonomische Lage Deutschlands in Max Webers letzten Jahren
Zweiter Teil
Begriffe, Brüche und Widersprüche - Was heißt bei Weber 'fiskalisch'? – Kein '›parlamentarisches System‹ im eigentlichen Sinne' – die finanzverfasste Demokratisierungsblockade des Kaiserreichs – Die Rezeptionslücke der freiheitlichen Herrschaftsfinanzierung in der Weber-Forschung
Dritter Teil
'… schließlich Herrschaft der Führer des proletarischen Heeres: Kaiserreich' - die frühen Arbeiten Webers – Liberaldemokratische Systemtransformation gegen agrarierfreundliches Domänenreich – 'Donner der Weltgeschichte' und Finanzreform um 1918 – Against the grain – Weber und das Zensuswahlrecht – Föderalismus, Finanzhierarchie und die Führungsalternative – Kriegs- und Friedenssozialismus – Die Frage der ökonomischen Bürokratie – Charisma als ›demokratisches‹ Korrektiv fiskalischer Herrschaft und politisierter Wirtschaft? Zur stillen Politischen Ökonomie der späten Herrschaftssoziologie – Exkurs: Politiker- und Parteienfinanzierung
Vierter Teil
Politische Weber-Rezeption zwischen Weimar und Bonn – Schlussbetrachtungen




